Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: IntronX am 17 Mar 17, 19:29
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Hallo,
in Marokko habe ich einen wundervollen Stein gefunden. Es ist zwar nur ein Stück eines Ganzen aber er fasziniert mich wirklich sehr. Er lag im Geröll, am Fuße eines Schachtes einer bekannten Mine, in Touroug (Ksar Touroug), Er Rachidia Province, Drâa-Tafilalet Region, Marokko. Eine kleine Oasenstadt am Rande der Sahara. Die Mine müsste die Hameda Fluorite Mine (Lhamda Fluorite Mine) sein.
Auf der einen Seite wirkt der Stein wie glatt geöffnet, auf der anderen Seite sitzen unzählige kleine Kristalle, dicht an dicht. Durch den Stein scheint sich eine Schicht Quarz zu ziehen. Interessant finde ich, die verschiedenen Farbschichten, um das Quarz herum. Von weiß, über leichtes rosa, und gelb zu schwarz. Der ganze Stein verzaubert mich, immer, wenn ich ihn betrachte.
Ich hoffe, jemand kann mit den Fotos und dem Fundort etwas anfangen und der Stein lüftet endlich sein Geheimnis!
Gruß aus Hessen
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Hallo Lars,
Wie du schon selber bemerkt hast, handelt es sich hierbei um Quarz.
Die Färbung der Kristalle lässt darauf schließen, das er auch eisenhaltig ist. Da schwarze könnte Hämatit sein.
LG Stefan
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Hi Stefan,
danke für die Antwort! Meine Identifikation des Steines sollte zwar stimmen, aber ich befasse mich erst seit kurzem mit der Materie und wollte einfach nochmal eine andere Meinung dazu haben. Insgeheim hoffte ich zwar auf mehr, aber so ist der Stein eben eine hübsche Erinnerung an einen tollen Trip durch das Land der Berber. Im Oktober geht's wieder nach Marokko. Vielleicht dann mit neuen Steinen im Gepäck.
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Na dann "Glück auf" und gute Funde.
LG Stefan
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Danke! Inshallah, wie man dort sagen würde. :)
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Moin!
Hat das schwarze/graue Mineral eine Spaltbarkeit? Ich könnte mir an einigen Stellen sowas einbilden... Hast Du das Stück mit Wasser gereinigt?
Gruß
Ingo
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Gudn Ingo,
schwer zu sagen, da ich den Stein nicht bearbeitet, bzw zerbrochen habe. Bisher habe ich ihn auch nicht mit Wasser gereinigt, da ich nicht wusste, was die Bestandteile sind. Hab ihn nur mit einer Zahnbürste gesäubert. Die Bruchkanten des schwarzen Minerals sind jedenfalls glatt und an den Stellen, wo mehr davon vorhanden ist, sieht es aus wie abgesplittert. Ich könnte versuchen, morgen, einige bessere Fotos zu machen und nochmal einzustellen. Vielleicht kann man da bessere Details erkennen.
Die glatten Bruchstellen des schwarzen Minerals reflektieren jedenfalls mehr Licht als das Quarz, falls es etwas hilft.
MfG
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Moin,
ich habe mal versucht, einige markante Bruchstellen des schwarzen Minerals zu fotografieren. Mit meiner Kamera ist es allerdings nicht so gut zu bewerkstelligen, trotz Makrofunktion. Ich hoffe, man kann mit Hilfe des Aussehens einiger Bruchstellen vielleicht noch mehr bestimmen.
Auf dem zweiten Bild sitzt ein unscheinbares, kleines rotes Mineral. Kann da jemand etwas zu sagen? Und, könnte das gelbe Mineral, wegen des Fundortes, eventuell Fluorit sein?
MfG
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Hallo, ich tippe auf Fluorit, wegen dem blättrigem Bruch. In dem Stück scheint auch Baryt zu sein, das rosafarbene Mineral.
Grüße
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Hallo Torsten,
danke, für die Antwort. Sehr aufschlussreich! :) Vom Namen her, handelt es sich ja um eine Fluorit Mine, also passt das bestimmt. Wenn man nach Bildern von Fluorit aus besagter Mine sucht, findet man einige ähnlich milchig gelbe Mineralien. Könnte die Farbe durch eine andere Dichte ins dunkle wechseln? So hätte man die Erklärung für die schwarze Mineralschicht.
Gruß
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Hallo, die schwarze Farbe täuscht, durch Lichtmangel erscheint der Fluorit schwarz. Die Farbe dürfte aber von gelb nach violett gehen, eine Ecke sah auch violett aus. Fluorit ist häufig verschiedenfarbig, also zonar gefärbt.
Für die Färbung gibt es verschiedene Gründe, so z.B Spurenelemente, Gitterfehler oder Strahlung bei der Entstehung.
Grüße
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Abend,
interessant, danke!
Kann ich den Stein einfach mit Wasser reinigen, und wie bekomme ich ihn etwas glänzender hin?
MfG
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Reinigung mit Wasser ist bei diesem Material kein Problem. Wenn es nicht allzu bröselig ist, kann man dabei auch mit einer alten Zahnbürste nachhelfen.
Günter
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Besten Dank, für den Tipp!
Ich fasse mal zusammen:
als mögliche Mineralien wurden genannt - Quarz, Fluorit, Baryt, Hämatit - und er wurde als eisenhaltig eingestuft, was von der Farbe her, richtig zu sein scheint.
Wenn ich Bilder zu Fluorit und Baryt in Verbindung mit der Hameda Mine suche, finde ich jeweils passende Bilder zu der Farbgebung. Dazu kommen die vielen kleinen Kristalle auf der Außenseite. Die gibt es sowohl von Fluorit als auch von Baryt so ausgebildet. So viel jedenfalls zu Google.
Schade, dass ich einfach noch gar keine Erfahrung habe. Im Endeffekt weiß ich fast so viel über den Stein wie vorher.
Ich danke trotzdem allen, die versucht haben, etwas Licht an die Sache zu bringen! :)
Falls jemand noch etwas dazu beitragen kann, so freue ich mich weiterhin auf Antworten.
MfG
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Dann nochmals als Zusammenfassung:
Die Kristalle sind Quarz. Irgendwo war auch Eisen zugange, da die Quarze etwas rostig sind. Ist nichts ungewöhnliches, bedeutet aber noch nicht, dass es da irgendwo Hämatit gibt.
Die Kristallformen auf der Unterseite deuten auf Fluorit hin.
Und Baryt könnte auch noch irgendwo sein. Ist ein Hauptmineral der Fundstelle, ich sehe auf den Fotos zwar keinen, aber auch bei guter Fotoqualität wäre er derb schwierig zu erkennen.
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Die vielen kleinen Kristall an der Außenseite aind -soweit ich sehen konnte- ziemlich sicher Quarz. Die dreieckigen Dachflächen sind typisch. Die dunklen Partien sind wahrscheinlich Fluorit. Der ist an sich farblos, kann aber unterschiedlich gefärbt sein (besonders violett in verschiedenen Schattierungen).
Weitere Auskunft gibt ein Ritztest mit einer Stahlnadel. Quarz lässt sich im Gegensatz zu Fluorit und Baryt nicht ritzen. Baryt ist etwas weicher als Fluorit und auch weniger spröde. Auch ist Baryt meist weniger transparent als Fluorit und Quarz und oft (aber nicht immer) rötlich gefärbt. Derber Baryt, so wie auf deinem Stück -wenn er denn überhaupt dabei ist- zeigt oft eine "blätterige" Struktur. Hämatit (auf dem Foto nicht zu erkennen) ist fast schwarz und undurchsichtig, je nach Ausbildung mehr oder weniger "metallisch". Die Farbe des Pulvers (Abrieb mit Nadel oder an unglasiertem Porzellan) ist rotbraun.
Zur Reinigung: Wasser und Spülmittel sollte reichen. Etwa verbleibenden "Rost" kann man mit Dithionit, das auch in Haushaltchemikalien enthalten ist, entfernen. Dazu gibt es hier mehrere ausführliche Anleitungen.
Den Glanz weiter zu erhöhen wird nicht möglich sein. Lackieren oder einölen IST EIN NO-GO !!
Thomas
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Besten Dank an euch! So kann man es stehen lassen. Der Stein hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt.
Habe mir erstmal einen Pickhammer bestellt. Mein erstes "Projekt" wird eine Bauxitgrube, hier um die Ecke "Eiserne Hose", in Mittelhessen (Vogelsberg-Ausläufer). Im Oktober dann ein nächster Marokko-Urlaub. Es bleibt spannend!
Danke auch für die Antworten, bezüglich der Reinigung. Bisher traute ich mich nicht einmal den Stein mit Wasser abzuwaschen. Gerade eben brachte mir der Postbote allerdings meine Bestellung: Mineralien reinigen, präparieren und aufbewahren - Christian Weise Verlag. Ich denke, damit sollten zukünftige Fragen beantwortet sein. Zur Not kann ich sie ja dann noch hier stellen. Und ich kann beruhigen, ich wollte nur das natürliche Aussehen hervorheben, und ihn nicht übernatürlich "pimpen". :)
Gruß und Dank! Und Glück Auf!