Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: IntronX am 29 Mar 17, 11:56
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Hallo Mineralienfreunde,
Ich habe hier in einer Grube meiner Region (vorderer Vogelsberg) Olivinbasalt (teilweise zu Limonit verwittert), Bauxitknollen, Quarz und Roteisenerz mit Hämatit gefunden. Als Anfänger erstmal eine riesen Freude über die ersten eigenen Funde. Jetzt würde ich gerne wissen, ob meine Freude in der Welt der Sammler auf gleichgesinnte stoßen wird. Oder, ob diese Funde einfach nur eine persönliche Anekdote bleiben.
Ich hoffe, ihr könnt mir folgen. :) Bilder wollte ich noch nachreichen, hab aber (noch) kein gutes Equipment.
MfG und Glück auf!
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Eigene Funde sind immer etwas besonderes für den Finder und wie andere darüber denken ist erst einmal zweitrangig. Wie lange deine Wertschätzung dieser Stücke anhalten wird, kann ein Fremder aber nicht vorhersagen. Das hängt sehr davon ab, in welche Richtung sich deine Sammel-Leidenschaft mit der Zeit entwickeln wird.
Günter
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Hi Günter,
danke für deine Antwort! Durch meine fehlende Erfahrung kann ich leider nicht einordnen ob diese Minerale eher selten vorkommen. Mich überrascht es einfach, wie leicht sich Mineralien finden lassen, wenn man sich nur ein wenig tiefer damit befasst. Weiteres, über Seltenheit oder eventuellen Wert, lässt sich aber wohl ohne Bilder und eine grobe Bestimmung gar nicht sagen. Bei dem Quarz zB sind einige grüne Spuren vorhanden. Mit meiner Lupe lässt sich allerdings leider nicht sagen, ob es ein Mineral, oder einfach organische Rückstände sind. Für mich persönlich sind die Funde natürlich spektakulär! Es wäre nur schön, am Ende, eine mineralogische Einordnung zu haben - wenn man das so nennen kann. Ich versuche, morgen, einige Bilder zu machen, vielleicht kann man dann etwas dazu sagen.
MfG
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Hallo Lars :) Willkommen!
Um die Seltenheit deiner Funde zu beurteilen wäre eine genaue Fundort/Grubenangabe unumgänglich.
Halbwegs gute Bilder wären auch sehr hilfreich ;)
Von der Anerkennung anderer solltest du aber die Wertschätzung deiner Eigenfunde nicht abhängig machen ... ich weißaber was du meinst :D
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Gemoije!
Dank der heutigen Sonne, habe ich ein paar Fotos gewagt. Benutze dafür eine einfache Canon Powershot, mit Makro. Also, viel ist leider nicht zu erwarten, aber vielleicht gibt es ja markante Merkmale für Rückschlüsse.
Die Stücke sind alle gespült, mehr Ästhetik ist im Moment nicht rauszuholen.
Zum Fundort: klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich habe für mich beschlossen, erstmal regional zu suchen, und zu gucken, was meine Umgebung so her gibt. :) Geologisch gesehen ist die Gegend hier recht spannend. Im Gießener Land treffen vogelsberger Vulkangesteine auf die Hessische Senke. Dadurch gibt es einige imposante Gesteinsformationen zu entdecken. Zu erst hatte ich mich auf meine "Hausgrube" festgelegt. Eine ehemalige Bauxitgrube bei Lich, in Mittelhessen (geologisch gesehen, der vordere Vogelsberg) - mit Namen "Eiserne Hose". Dort bin ich in 10 Minuten hin geradelt. Perfekt also, um mich auszutoben. Daher kommen auch die ersten Funde, welche ich hier mal präsentiere. Wahrscheinlich alles nichts wirklich besonderes. Für mich persönlich aber ein Highlight. Daher hoffe ich, dass hier einige etwas zu den Fotos in Verbindung der Fundstelle sagen können. Vielleicht gibt es ja sogar jemanden, der selber schon mal in der Grube war. Wie ich gelesen habe, ist sie des öfteren Ziel von Exkursionen einiger Universitäten. Die Grube ist deshalb etwas besonderes, weil dort alle Sedimente aufgeschlossen sind. In dem Umfang wohl einmalig im Vogelsberg Gebirge. Alles ergooglet - man findet aber auch wirklich interessante Berichte über diese Region, und auch speziell zu dieser Grube - zB.: gibt es ein Dokument als PDF von der 12. Tagung des Arbeitskreises Paläopedologie der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, von 1993 (Bodenbildung und tertiäre Verwitterung auf den Basalten des Vogelsbergs). Sehr spannend, was man darüber alles erfährt. Und nur zufällig drüber gestolpert.
Nun gut, dann gebe ich das Wort mal weiter. :)
Zu den Bildern:
Eigenfund3,
ist ein Olivinbasalt. Dieses Stück habe ich abgewaschen, und erst danach kamen die schönen, wenn auch kleinen, grünen Kristalle zum Vorschein. Vorher war mir nur die andere Seite aufgefallen, da sieht man eine Verwitterung zu Limonit (wenn ich mich nicht irre. Bild kommt noch).
Eigenfund4,
der selbe Stein. Hier sieht man zwei sehr kleine, einzelne hellgrüne Kristalle. Und höchstwahrscheinlich Olivin auf Basalt.
Eigenfund1,
eine Bauxitknolle wie aus dem Bilderbuch - wie ich finde. So stelle ich mir jedenfalls eine Knolle vor. :D
Eigenfund6,
bin ich mir noch unsicher, aber laut Bildern und Google-Recherche ist es wohl Roteisenerz (Eisenoxid). Und die schwarzen Punkte sollten dann wohl Hämatit sein.
Jetzt muss ich leider erst mal los. Werde aber später nochmal Bilder hochladen. Ich bin gespannt auf eure Meinungen dazu!
MfG und Glück auf!
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Weitere Bilder:
Eigenfund13,
ist die Rückseite des Basaltsteins. Hier ist das Olivin zu Limonit verwittert. Jedenfalls, nach meiner Vermutung. Es handelt sich ja überwiegend um Eisenminerale.
Eigenfund5,
schon etwas verwittert, gelbes Olivin. Aber hat irgendwas, optisch.
Eigenfund12,
noch mehr Olivin. Wie gewohnt, auf Basalt.
Eigenfund14,
eine kleinere Knolle Aluminiumerz.
Ist es auch möglich größere Olivin-Kristalle zu finden? Ich hoffe, meine laienhafte Bestimmung ist so weit richtig. Konnte mich nur auf Quellen über Google verlassen. Dazu habe ich noch ein Buch "Die Gesteine Deutschlands".
MfG
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Bei dem grünen Einschluss würde ich auch ein Mineral der Olivingruppe vermuten. Bei den verwitterten Einschlüssen ist es schwierig zu sagen, was das ursprünglich mal war. Das könnte auch ein verwitterter Xenolith, also ein Fremdgesteinseinschluss sein. Ich kenne allerdings deine Gegend nicht gut genug um zu wissen, wie häufig so etwas in diesen Basalten vorkommt.
Günter
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Hey Günter,
danke, für deine Einschätzung! Ich werde am Sonntag nochmal in den Bruch gehen und versuchen weitere von den olivgrünen Olivinkristallen zu finden. Vielleicht kann ich ja noch schönere Stücke finden, die eine bessere Deutung ermöglichen. Von dem Basalt mit den gelben Einschlüssen gibt es jedenfalls sehr viel. Teilweise auch mit orangenen Kristallen, aber überwiegend milchig und leider immer sehr klein gewachsen.
MfG
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Ich hab zu dem Thema was hier im Atlas gefunden. Werde es einfach mal hier rein kopieren:
"Nordhessische Senke und Niedersachsen
Vor 15 ca. Millionen Jahre gab es in Südniedersachsen und Nordhessen etwa 1000 aktive Vulkane; das Vulkangebiet erstreckte sich bis vor die Tore von Frankfurt, das Zentrum war der Vogelsberg. Die vulkanische Tätigkeit im Vogelsberg ist ebenso wie die des nördlich davon gelegenen, bis Adelebsen in Niedersachsen reichenden Nordhessischen Vulkangebiets mit der Bruchtektonik verbunden, die im Tertiär zur Entstehung der Niederhessischen Senke führte. Sie begann in Nordhessen vor etwa 20 Millionen Jahren im unteren Miozän, hatte ein Maximum vor etwa 12 bis 13 Millionen Jahren und erlosch vor etwa sieben Millionen Jahren im oberen Miozän. Das gesamte Gebiet war Teil eines ca. 700 Kilometer langen Vulkan-Bogens, der von Deutschland über Böhmen bis nach Polen reichte. Der nördlichste dieser Vulkane war der Bramburger Vulkan bei Adelebsen. Die Basaltvorkommen der Bramburg oberhalb von Lödingsen und Adelebsen, nahe Göttingen, wurden seit 1840 abgebaut. Neben Zeolithen kommen im Basalt auch Olivinknollen als Einschlüsse vor. Zu den vielen Basaltvorkommen westlich von Göttingen gehört auch der Backenberg, in dessen Basalt grünliche Olivin-Kristalle auftreten.
Weitere nennenswerte Vorkommen von kristallinem Olivin als Einschluss mit großen, klaren Partien in Basalt sind Dreihausen, Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie der Westberg nördlich von Hofgeismar, an welchem bis Anfang der 60er Jahre in einem Steinbruch Basalt abgebaut wurde."
Leider kein Punkttreffer für meine Region, aber versorgt bin ich hier durch den Vogelsberg definitiv. Und vielleicht kann ich ja dafür dann mal einen Erstfund landen. Irgendwie ist es sogar spannender, noch nicht alles zu wissen - und dann doch was zu finden.
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So ne Peridotstufe wär ja schon was feines, oder ein Fayalit. :) Auf jeden Fall ein sehr geniales Hobby!
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...klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich habe für mich beschlossen, erstmal regional zu suchen, und zu gucken, was meine Umgebung so her gibt. :) ...
Find ich nicht ;) Ich war auch noch nie weiter als 5km von meiner Haustür entfernt zum sammeln ...
Manchmal gibts die tollsten Dinge direkt vor der Nase :) Hat den Vorteil das man ein Fundgebiet mit der Zeit sehr gut kennt, jede Veränderung bemerkt und auch easy und spontan dorthin kann.
Viel Erfolg weiterhin!
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Servus Felix,
jaja, mit voller Hose ist gut stinken...
Wenn man mitten im Wölsendorfer Fluoritrevier wohnt, wo die nächsten Jahre noch durch die Sanierungsarbeiten einige super Funde zu erwarten sind, muss man natürlich nicht sonst wohin fahren!
Servus + Glück auf
Wolfi
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Servus Felix,
jaja, mit voller Hose ist gut stinken ...
Dito :P
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Abend,
heute war ich nochmal ne Runde im Grünen - wirklich - auf der Suche nach Olivin. :D
In einem Steinbruch bei Laubach, im Vogelsberg, wurde ich fündig. Dort gibt es einen mächtigen Basaltaufschluss. Vorerst bin ich nur mal so drüber geschlendert, habe aber schon einen schönen großen Brocken gefunden. Anbei einige kleine, glasklare, kräftig flaschengrüne Kristalle. Für nächsten Sonntag versuche ich, eine Genehmigung zum Verbleiben zu bekommen. Laut Literatur sind dort einige interessante Funde möglich. So kann man in den Hohlräumen des Basalts - Chabasit, Phillipsit (igelförmig mit Offretit), Natrolith, Ilmenit, Magnetit, Montmorillonit und Milchopal - finden.
Klingt jedenfalls spannend, und vielfältig genug, um eine regionale Vitrine einzuplanen. ;D Vulkanite sind ein guter Start in die Mineralogie. Schön auch, dass ich mit dem Quartär, bzw dem Tertiär beginne, und so einen geordneten Überblick bekomme, mich aber immer weiter steigern kann. Epoche, für Epoche.
Ich werde, im glücklichsten Fall, weiter berichten. Hab ein paar Fotos gemacht. Die Lichtverhältnisse waren allerdings nicht besonders gut.
MfG und Glück auf!
Olivin4,
eine ansehnliche Olivin"bombe". Leicht verwittert. Ich stolpere grad in die Thematik, werde den Brocken bei Gelegenheit noch richtig reinigen.
Olivin3,
auf der Spitze eines Olivin"teppichs" sitzen einige größere (im Verhältnis) Kristalle. Schön flaschengrün und klar. Etwas links im Bild, außerhalb des Fokus, sitzt ein winziger dunkelgrüner Kristall.
Olivin2,
zwei der kleinen einzelnen Kristalle. Einer davon lupenrein.
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Hallo,
Willkommen hier im Forum.
Tertiäre Vulkangebiete sind schon eine interessante Sache, besonders, wenn man so was wie den Vogelsberg vor der Haustür hat.
Die Funde von heute sind schon ganz ordentlich. Man sollte nur besser von Peridotit sprechen als von Olivinbombe. Das hellgrüne (siehe letztes Bild) ist, wie schon richtig bestimmt, der Olivin (Peridot ist ein alter Name für Olivin). Das dunkelgrüne in dem 2. Stück ist der Diopsid (durch Chrom gefärbt, daher nennt man diese Varietät Chromdiopsid). Mit einer guten Lupe (und etwas Erfahrung) kann man häufig noch hellbraune Kristalle/Körner finden, die eine starke Längsstreifung haben, das ist der Enstatit. Dann sind manchmal noch kleine schwarzbraune bi schwarze Körner sichtbar, das ist der Chrom-Spinell (Hercynit bzw. Picotit). Daher spricht man hier auch von Spinell-Peridotit. Dieser stammt aus einer Tiefe bis ca. 80 km und wurde während des Aufstiegs des Magmas mit gerissen. Also ein echtes Stück Erdmantel.
Für Zeolithe und auch andere seltenere Minerale empfiehlt sich spätestens die Anschaffung einer guten Lupe (mindestens 10-fach) oder besser eines Binokulars.
Glück Auf!
Sebastian
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Hi Sebastian!
Danke erst mal für den Willkommensgruß! An dieser Stelle auch direkt ein Lob an die Betreiber dieses Forums - ein wirklich guter Fund! ;)
Eine sehr ausführliche Beschreibung meiner Spielwiese, solche Informationen sauge ich förmlich auf! Danke dafür! Als Laie stellen sich mir jeden Tag mehr Fragen als ich Antworten finde. :D Ich habe aber das Gefühl, je tiefer ich in den Vogelsberg eindringe, desto toller die Funde - und auch die Antworten. Es ist wirklich sehr spannend! Sehr eindrucksvoll finde ich, dass dieses Gestein, Teil des Erdmantels war. Da sieht man seine gewohnte Umgebung mit ganz neuen Blicken. Habe noch einen Krater inklusive Lavasee als offenstehenden Querschnitt im Auge, grad mal zwei Dörfer weiter. Der Steinbruch Maykranz, sogar etwas bekannter. Ich bleibe am Ball!
Nachtrag: Ein trinokulares Stereomikroskop ist in Planung. :) Kann mir da jemand ein gutes bis 700€ empfehlen? Gerne auch gebraucht (als A-Ware).
Gruß
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Könnten die kleinen schwarzen Punkte (Körner) besagter Picotit sein? Die Punkte befinden sich an der Rückseite des Gesteins (Matrix?), auf dem sich die Olivinkristalle von dem "Teppich" abheben.
MFG
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Ich konnte es nicht lassen, und habe noch einige Bilder gemacht.
Peridotit2,
hier sieht man gut, wie ein kleiner Gang Peridotit den Stein durchzieht. Leider ist der Stein auf der Rückseite ziemlich verwittert. Schon beim Abspülen splitterten einige kleine Ecken mit Kristallen und auch Gestein ab. Auffällig sind hier wieder die Punkte, die sich über die gesamte Rückseite verteilen. Hier und da zeigen sich schöne grüne Kristalle.
Peridotit3,
schön zu sehen, einige kleine Diopside. Dazu schwarz glänzende Kristalle. Eventuell Pyroxenit?
Olivin5,
einfach, weils schön aussieht.
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Hallo Lars,
Danke.
Die schwarzen Punkte sind Manganoxide, die sich erst bei der Verwitterung des Gesteins an der Erdoberfläche gebildet haben. Der Picotit hat einen hohen Glanz, noch höher als der Olivin oder Pyroxen und findet sich im Inneren der Knollen.
Es handelt sich bei allen gezeigten Stücke um Peridotit. Pyroxenit ist ein Gestein, in dem der Pyroxen den Olivin überwiegt. Habe bisher nur ein einziges Mal in der Eifel eine solche Knolle gefunden, bei der der Klinopyroxen und der Olivin gleich viel vertreten waren, ein sog. Wehrlit.
Glück Auf!
Sebastian
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Hey Sebastian,
Danke! Wenn ich deine Texte lese, habe ich immer das Gefühl, ich könnte dir den ganzen Tag zuhören! ;D Sehr spannend!
Falls, Du mal in der Region bist, zeige ich dir gerne einige Spots für eine Exkursion. ;) Habe vorhin mit dem Chef des Steinbruchs telefoniert. Aus Sicherheitsgründen lässt er leider niemanden mehr aufs Gelände. Sehr schade, aber war bisher auch erst meine zweite Anlaufstelle - von dutzenden! Ich werde weiter suchen, und mit Sicherheit noch viele interessante Funde machen.
Worauf ist denn beim Kauf eines Mikroskops zu achten? 700€ Budget.
Über Funde werde ich weiter berichten.
Glück auf!
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Hallo Lars,
Vielen Dank für die Komplimente!!
Ich werde mich melden, wenn ich mal in der Region bin. Dieses Jahr bin ich wohl eher weiter im Südosten, in Nordbayern zum Sammeln. Wenn es dich mal dorthin verschlägt, könnten wir über Touren nachdenken. Bin aber immer nur 1-2 Wochen dort, wohne in Schleswig-Holstein. Hier gibt es auch Gesteine und Mineralien, aber fast nur im Geschiebe (am Strand oder in Kiesgruben, wo das Gestein von der Eiszeit hierher verfrachtet wurde). Da gibt es auch Basalte aus Südschweden mit Peridotitknollen. Sind gar nicht so selten.
Leider ist es so, dass in den meisten Steinbrüchen das Sammeln nicht mehr genehmigt wird. Meist aus versicherungstechnischen Gründen bzw. weil die dann gleich beim kleinsten Vorfall die Berufsgenossenschaft auf der Matte stehen haben.
Zur Auswahl des Mikroskops gibt es hier schon einige endlose Diskussionen. Ich persönlich habe ein Bresser Advance, das ist trinokular. Zum Fotografieren ist es schwierig, da braucht man ein teures Profigerät (Zeiss etc.), nur da bist du schon mal 2000 Euro los. Es empfielt sich, eine Kaltlichtleuchte (Schwanenhals oder Ringleuchte) dazu zu kaufen, da die Beleuchtung nicht die beste ist. Ansonsten kann man mit dem Bresser gut arbeiten. Günstiger waren vor einigen Jahren noch die alten russischen Mikroskope (MBS-10) aber die gibts heute immer weniger zu kaufen. Auch da empfiehlt sich eine Ringleuchte, die Halogenlampe an dem Gerät ist bald nur noch Schrott und zudem werden die verdammt heiß.
Glück Auf!
Sebastian
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...klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich habe für mich beschlossen, erstmal regional zu suchen, und zu gucken, was meine Umgebung so her gibt. :) ...
Find ich nicht ;) Ich war auch noch nie weiter als 5km von meiner Haustür entfernt zum sammeln ...
Manchmal gibts die tollsten Dinge direkt vor der Nase :) Hat den Vorteil das man ein Fundgebiet mit der Zeit sehr gut kennt, jede Veränderung bemerkt und auch easy und spontan dorthin kann.
Viel Erfolg weiterhin!
Es gibt die tollsten Dinge direkt vor der Nase: Meine Abraumhalde! Ich habe bisher noch keinen Fund weniger als 5km von der Haustür entfernt gemacht. Das liegt im wesentlichen daran, das ich hier auf mindestens 10m Sand und Kies hocke, und das geht bis zum Horizont ringsherum so weiter - Hannover, auf Sand gebaut! Wie weit man fahren muss, um halbweg vernünftige Funde machen zu können, hängt leider sehr stark vom Wohnort ab - - - und Norddeutschland ist da leider nicht so der Bringer. Aber man lernt dafür auch die kleinen Dinge zu schätzen...
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Gemoije!
Zu Sebastian:
Danke, für die schnelle Antwort! Nordbayern ist das neue Südosthessen :D Zum Glück nicht ganz, aber es ist lustigerweise, ein "Katzensprung". Da kann man sich bestimmt mal kurzschließen. :) Im Oktober geht's für mich 10 Tage nach Marokko - Essaouira, Tata, einige Tage ins Atlas-Gebirge und das Paradiestal ist auch eingeplant. Praktischerweise ist ende Oktober in München eine Mineralienmesse. Eventuelle Funde kann ich dann dort überblicken lassen. Bis dahin möchte und werde ich den Vogelsberg noch intensiver kennen lernen. Gehst Du auch im Spätherbst sammeln? Da wäre ein guter Zeitpunkt, gemeinsame Sammel- und Exkursionspläne zu schmieden.
Über die geschobenen Steine habe ich schon gelesen. Finde ich auch sehr interessant. Meine Freundin hat sich ein Buch über Steine an Deutschlands Küsten gekauft. Da steht auch einiges darüber drin.
Danke auch für die kurze Übersicht bezüglich der Mikroskope. Eine Endlosdiskussion hätte mir gar nicht geholfen. Lieber ein paar gängige Eckdaten, so kann ich den Markt durchforsten. Optimal!
Mich ärgert es immer noch ein wenig, dass er mich nicht an "seine" Peridote ranlässt. Aber so finde ich schneller neue Stellen. ;) Dank guter Literatur bin ich da auf sicherem Wege. Am praktischsten wäre, wenn man sich einfach nen Berg zu kaufen, leisten könnte. :D
Ich habe gelesen, Chromdiopside sind Indikatoren für Diamantvorkommen. Ist da was dran und ist es wirklich die Regel?
Zu Markus:
Ich musste auch erst nach Marokko reisen, damit meine Leidenschaft für Mineralien geweckt wurde. Trotz des Vogelsbergs vor der Haustür. So ist es eben manchmal. Hätte ich 15 Jahre früher mit Sammeln begonnen. Gäbe es wohl jetzt ein Edelsteinzentrum, hier bei Lich. :D Leider sah ich den natürlichen Reichtum, vor lauter Natur gar nicht. Bzw, ich hatte einfach andere Interessen. Den Blick auf anderen Dingen. Dafür steige ich direkt als Systemsammler ein. Auch nicht schlecht! Ich wohne im Randbezirk des Vogelsbergs, hin zur Wetterau. Da sieht es auch wieder ganz anders aus, mit Funden. Und weiter südlich kommt dann die Grube Messel, bei Mainz. Interessant für Fossilien ect. Man muss dann halt umdenken, aber zu finden gibt es überall etwas. Da bleibt es aber selbst bei mir nicht aus, 100km Fahrt in Betracht zu ziehen. Mein Spot hier ist aber wirklich ein Eldorado. In Gießen, meine Kreisstadt, trifft der Vogelsberg auf die Hessische Senke - eine geologische Anomalie. Keine 20km von mir entfernt. Angefangen habe ich online zu recherchieren. So kam ich Schritt für Schritt den Gegebenheiten auf die Spur. Wo ein Wille ist... Aber manchmal hat man wohl einfach kein Glück! Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)
Bis demnächst, wenn ich mich mit neuen Funden wieder melde! :) Bis dahin, Glück auf - und genießt das schöne Wetter!
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Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)
Naja, weit ist relativ. "Um die Ecke" ist die Nordsee von Hannover aus ja auch nicht wirklich. Mein einziger "Lichtblick" ist und war immer der Harz, ansonsten wird es echt weit zu fahren.
Als Systematiksammler steige ich übrigens mehr oder weniger gerade aus. Als ich angefangen hatte, gab es noch teils fotogene Systematikstufen im MM- bis KS-Bereich zu humanen Preisen. Inzwischen ist mir dieses Gebiet zu abgedreht. Ok, mit der Zeit werden die Ansprüche ja auch höher, aber wenn ich sehe, was vergleichbare Stücke heute kosten... ne, ne, der Zirkus ist mir zu bunt geworden. Ich bin jetzt mehr auf der Selberfindeschiene, und das nur für den Norddeutschen Raum (1 bis 1 1/2 Stunden Fahrzeit um Hannover), da bleibt wenigsten noch für längere Zeit Luft in den Regalen :D
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Hi Markus,
da gebe ich dir recht. Selbst wenn man mal eine (kleine) ästhetische, klassische Fluoritstufe ersteigern möchte, kommt man auf 50-70€. Ich habe aber gemerkt, dass es mich viel mehr, und auf längere Sicht, mitreißt, wenn ich selber etwas finde. Die gekauften Stufen, sind eben wie sie sind - meist natürlich ästhetisch. Aber bei einer selbst gefundenen hat man immer wieder das Interesse, sich damit zu befassen und weitere Spuren zu verfolgen. Für mich viel spannender. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass deine Regale doch gut gefüllt werden! :) Es ist ja so oder so toll, selbst wenn man mal keinen Fund macht, so war man doch meist an schönen Orten, draußen aktiv. Und früher oder später stolpert man eh über etwas interessantes, wenn man erstmal den Blick dafür hat.
MfG
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Ich frage mich, was sinnvoller wäre. Den Stein so zu lassen, oder ihn auseinander zu nehmen. In der der Hoffnung, weitere, besser ausgeprägte Peridote, und/oder Chromdiopside zu finden. Es handelt sich um den großen Peridotit-Basalt-Brocken, auf dem schon einige glasklare Peridote zu sehen sind. Von außen sind weitere Kristalle im Inneren zu erkennen. 2,1kg 15x10x7cm
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Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass deine Regale doch gut gefüllt werden! :)
Tja, als ich das mit der Luft in den Regalen geschrieben habe, war ich etwas sarkastisch (oder sadonisch?): Meine Regale (und Vitrinen, und Schubladen und und und) sind schon voll. Genaugenommen: Brechend voll. Darum habe ich jetzt besonders in Hinblick auf das Kaufen stark auf die Bremse getreten. Ok, ich habe schon viel, aber es gibt ja immer noch mal ein neues schönes Stück. Und da ich das nicht bei den heutigen Preisen irgendwo in einer Kiste verschwinden lassen will, muss ich mir das schon verdammt gut überlegen. Wie gesagt: Regale und Vitrinen sind voll - da hilft inzwischen nur noch ein Anbau o.ä.. Bei selbstgefundenen Stücken fällt es mir nicht ganz so schwer, die in Kisten zu packen. Oft sind da ja eh nur irgendwelche Interessantigkeiten drauf, die nach dem Mikroskop schreien oder irgendwelche exotischen Kristallformen/Verwachsungen - eben Interessantes für den "Spezialisten". Die Schausammlung soll ja auch was für Gäste sein.
Was Deinen Stein betrifft: Auseinandernehmen wir Dir sicherlich kaum Besserung bringen. Die Peridotiteinschlüsse im Basalt sind immer derb mit xenomorphen Olivinkristallen. Auch die Chromdiopsite dürften kaum ihre ideale Kristallgestalt haben. Auseinanderbröseln bringt nur etwas in Hinblick auf die Größe - denk an die vollen Regale 8)
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Abend!
Bis auf zwei kleinere Stücke, zum Verschenken, habe ich den Stein jetzt so gelassen.
Ich bin einfach nur noch entzückt, wie reich die Natur hier ist. Beim Spazierengehen konnte ich meinen Blick natürlich nicht von den vielen Basaltsteinen ablassen, die hier überall in den Wiesen, Wäldern und Feldern liegen. Viele liegen einfach auf und an den Wegen und in manchen Feldwegen stecken sie in der Erde. Als ich wieder auf dem Weg zum Auto war, fiel mein Blick auf einen schillernden Stein, der im Weg steckte.
Da ich ja schon die ganze Zeit dem Peridot auf der Spur war, überraschte mich der Fund nicht wirklich. Die Stelle, wo ich ihn fand, dafür um so mehr. Einfach im Feld, am Weg - im Weg.
Hier sieht man die Vorderseite eines schönen kleinen Peridots. Die Münze zum Vergleich. Leider ist er nicht in perfektem Zustand, aber er sieht recht schick aus.
Meine erste, selbst gefundene, Kleinstufe.
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Und hier noch die Rückseite. Irgendwie geschichtet. Dazu eine Sammlung kleinerer Steine, teils lupenrein.
MfG und Glück auf!
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Kann mir jemand erklären, wie man das Karat feststellt, wenn noch Gesteinsmatrix, oder Muttergestein, wie man es auch nennen mag, mit am Material sitzen? Mir fällt Verdrängung ein, um das Reingewicht zu ermitteln. Dazu müsste ich aber erstmal genau wissen, woraus das Gestein besteht. Also, nicht wirklich hilfreich in meinem Fall. Und weiß vielleicht jemand, wie auf der Rückseite, dieses Rippenmuster entstanden sein könnte? (Feldfund5&6) Interessant finde ich, dass jede "Platte" eine andere Farbstufe ausmacht.
Glück auf!
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Ein Karat entsprechen 0,2g. Es ist nicht ohne weiteres möglich die Masse eines Kornes unbekannter Größe in einer Gesteinsmatrix zu berechnen. Näherungsweise geht das sicherlich, aber der Fehler ist dann noch recht groß. Aber wem das Spaß macht sollte weiß ich nicht :P ;D
Aber schön zu sehen das wieder einer von der Mineralitis infiziert wird.
Beste Grüße,
Sebastian
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Moin Sebastian,
danke, für deine Antwort! Tut mir ja sogar schon irgendwie leid, dass ihr ständig meine blöden Fragen ertragen müsst. Ich hab leider niemanden der mir etwas erklären könnte. Muss mir alles irgendwie selber aneignen... Ich habe aber eine Telefonnummer, eines Professors der Uni-Marburg. Er arbeitet in dem Mineralogischen Museum. Wenn ich genug Material gesammelt habe, setze ich mich mit ihm in Verbindung und hoffe, auf alle möglichen Antworten. ;) Trotzdem danke, für jeden Versuch, mir etwas zu erklären.
Der aktuelle Stein wiegt 45 Karat - allerdings ist er hier und da gebrochen und zu ca. 10% Gesteinsmatrix vorhanden. Ich finde schon noch DEN perfekten Peridot. Bisher wurden die Stücke immer größer und schöner.
Ich hoffe, es nervt nicht, wenn ich hier meine Funde weiter präsentiere.
Glück auf!