Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Steinchenklauberin am 10 Jul 17, 20:02
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Hallo!
Hab das kleine Stüfchen (Breite=15mm) wenige hundert Meter vom Steinbruch Preg/nahe Kraubath/Steiermark gefunden. Könnte es sich hierbei um Enstatit handeln?
Liebe Grüße, Alex
Foto 3: 30-fache Vergrößerung
Foto 4: 60-fache Vergrößerung
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Wahrscheinlich ein Serpentinmineral.
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Was spricht ohne weitere Infos gegen Calcit?
LG
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Calcit ist auszuschließen: in der Essigessenz tut sich gar nichts.
Ich vermute mittlerweile auch, dass es sich, wie von Volkmar angeführt, um ein Serpentinitmineral handeln könnte: ich hab relativ leicht ein Stückchen abbrechen können und von der Härte her schätz ich so 4, 5.
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Wie Volkmar schon schrieb: Ein Serpentinmineral
Enstatit: Die Varietät Bronzit, die im von der Straße aus gesehen linken Teil des Steinbruchs Preg früher massenhaft vorkam, sieht anders aus.
Sollte aber noch immer zu finden sein.
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Ich würde mal auf das Serpentinmineral Chrysotil tippen.
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Zeichnet sich Chrysotil nicht ausschließlich durch Fasern aus? Meine Stufe hat diese nicht.
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Hallo, nach etwas längerer Zeit!
Ich wollte fragen, wie ich, abgesehen von optischen Kriterien, ein Serpentinitmineral von einem Enstatit/Bronzit unterscheiden könnte (z.b. Säuretest?).
Liebe Grüße,
Alex
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Hallo!
Mit einfachen Mitteln gibt es meines Erachtens keine technischen Unterscheidungsmerkmale. Serpentinminerale haben den "Nachteil" sehr unterschiedlich auszusehen und je nach Verwitterungszustand dann auch sehr abweichende Eigenschaften aufzuweisen.
Die Unterscheidung von Enstatit in der Var. Bronzit von Serpentinmineralien aus dem Bereich Kraubath ist aber sehr einfach, wenn man einmal ein Stück Bronzit von dort gesehen und in der Hand gehabt hat. Im speziellen Fall Kraubath könnte man vielleicht die Spaltbarkeit und die Farbe anwenden. Der Bronzit sieht ganz charakteristisch aus. Unter dem Fundort Kraubath - Gulsenbruch im Mineralienatlas gibt es 2 Fotos, die je eine typische Spaltfläche von so einem Bronzit in der typischen Farbe zeigen. Leider ist kein ganzes Handstück als Foto hinterlegt. Unter dem Fundort Kraubath allgemein gibt es ein Foto, das zeigt meines Erachtens aber eine geschnittene Fläche, daher als Vergleichsstück nicht wirklich verwendbar.
Bronzit war zumindest früher ein wesentliches Abbauprodukt und daher in großen Massen im Stbr. Preg zu finden. Das Material wurde als Bahnschotter eingesetzt, dadurch waren Bronzit im Bahnschotter in halb Österreich leicht auffindbar. Sogar in Wien konnte man Bronzite aus Kraubath in Kleinstufen aufsammeln.
Dein ursprünglich zur Frage eingestelltes Stüfchen ist für mich anhand der Bilder nicht zuzuordnen. Einiges spricht für Bronzit, u.a. die Farbe auf den ersten beiden Bilder. Bronzit hat bei genauer Betrachtung auch fasrige Strukturen. Beim 3 und 4. Bild ist aber die Farbe typisch für "Serpentin". Auch die extrem starke Faserung bei diesen beiden Bildern spricht dann gegen Bronzit. Wenn alle 4 Bilder das gleiche Stück zeigen, sieht man dann deutlich, wie je nach Lichtquelle die Farbe extrem unterschiedlich auf verschiedenen Bildern dargestellt wird.
LG Markus
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hallo,
hier mal so ein "Bahndamm-Enstatit" - gefunden in OÖ, stammt aber vmtl. aus dem von Markus genannten Bruch.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1394626180.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1394626180.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1394626233.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1394626233.jpg)
und noch einer:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1394625342.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1394625342.jpg)
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Hallo!
Vielen Dank für die Fotos und die sehr ausführliche und sehr informative Antwort!
Ich glaub, dieses Stüfchen wird mich noch etwas länger beschäftigen ;)
Liebe Grüße, Alex
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Hallo,
dürfte dann wohl auch einer sein. ;D
Das Stück fand ich vor vielen Jahren am Bahndamm der werkseigenen Lokalbahn in der Breitenau am Hochlantsch und konnte es nicht zuordnen. Interessant wo das Material überall hingekommen ist. Bis vor wenigen Jahren konnte man noch massenhaft entsprechenden Schotter am Bahndamm finden, teilweise relativ große Stufen.
Gruß Gabriel
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Hallo!
Richtig, das ist auch einer. Zu 100% aus Kraubath, Steinbruch Preg.
Dieser Steinbruch ist seit viele Jahre lang der Hauptversorger für Bahnschotter für die Bundesländer Wien, NÖ, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich (Teile davon). Der Bronzit war zumindest früher ein wichtiger Teil des Schotters, die Handstücke waren vor allem bei frischem Gleisschotter sehr auffällig und von sehr guter Qualität.
Es gibt nur wenige Steinbrüche, die Schotter für die Gleisanlagen der Öst. Bundesbahn herstellen. Diese Steinbrüche haben immer direkte Verladeanlagen, dort stehen in der Regel auch immer die typischen Schotterwägen der ÖBB, mit den ehemals orangen Farbbändern im oberen Bereich, wo sich verschiedene Aufschriften befinden - z.B. "Wir bauen für Sie".
Weitere Steinbrüche, der Bahnschotter erzeugen sind übrigens der Jakoministeinbruch bei Bleiberg-Nötsch und der Diabassteinbruch in Saalfelden.
Somit könnten auch hier Sekundärfundstellen im ganzen Land entstehen, wobei das Sammeln auf Gleisanlagen natürlich aus Sicherheitsgründen strikt verboten ist.
LG Markus
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Hallo!
O.k. danke für die Info. Der alte bronzithaltige Schotter am Bahndamm der Breitenauer Bahn wurde mittlerweile teilweise durch neuen ersetzt, allen Anschein nach in erster Linie mit Material vom Magnesitbergbau, ist ja auch ausreichend vorhanden. Die Halden befinden sich auch direkt neben dem Gleiskörper und eine Verwendung wäre auch nur zweckmäßig.
Wie ich heute festgestellt habe, kann man stellenweise noch immer zahlreiche Bronzite an den Gleisen finden, leider eben mittlerweile stark verwittert. Auch finden sich häufig relativ ansprechende Stufen vom oben genannten Bergbau am Gleiskörper, nur bleiben diese an ihrer von Fußgängern stark frequentierten Sekundärfundstelle nicht allzu lange liegen.
Gruß Gabriel