Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Norwegen / Norway => Thema gestartet von: Micki am 12 Sep 17, 23:15
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Hallo zusammen,
ich habe in Byrud (Smaragd-Mine Akershus, Provinz / Eidsvoll / Minnesund / Byrud) folgenden Fund gemacht. An der Oberfläche kann man Interferenzen sehen, sprich, dass Ganze zieht aus wie die Regenbogenfarben von Öl auf der Strasse. Es waren einige Fundstücke diese Art vor Ort zu finden.
Geruch ist tonig und leicht schwefelig, der Stein nicht magnetisch, Strich grau/braun, Härte < Glas
Da es dies kein Einzelfund war, sondern recht typisch zu sein schien, dachte ich, dass ich ihn vielleicht ins Lexikon für Byrud einbinden sollte. Aber ich weiss leider nicht, was es ist und daher nicht, ob das Sinn macht.
LG
Micki
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Hallo,
Sulfid passt. Am ehesten Pyrit oder Chalkopyrit und das schon angewittert. Und oder Markasit. Vielleicht auch miteinander fein veewachsen. Kannst du eine kleine Ecke mit einem Nagelkopf abschlagen und ein Bild des frischen Bruchs machen?
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Hallo Alcest,
vielen Dank zunächst mal!
Also ich habe eine kleine Ecke (ca. 5x3x3mm) abgeschlagen. Bild habe ich angehangen. Den Strich habe ich noch mal mit der Fläche des abgeschlagen Stücks bestimmt. Der ist jetzt eindeutig grau.
Auf dem Bild selber sehe ich jetzt nicht viel, weil die Strukturen zu klein sind. Ich werde versuchen, ob ich das unter das Mikroskop meiner Tochter werfen kann, das wird aber leider frühestens morgen was (das Kabel hat sich verdünnisiert).
Ach ja, im Vergleich zu einer nicht gefüllten Schneekopfkugel fast gleicher Größe finde ich es merkbar schwerer. Ich werde mal gucken, ob ich die Dichte bestimmt kriege. Vielleicht hilft das auch weiter.
Einen schönen Abend noch!
Michaela
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Hallo Micki
Nach den ersten Bildern und deiner Beschreibung hätte ich auch auf ein Sulfid getippt. Nach dem letzen Bild habe ich aber doch Zweifel, zumal der frische Bruch dunkel ist (kommt auf dem Foto jedenfalls so rüber) und auch keine Spaltbarkeit zu erkennen ist. Die in der Mineralienliste des Fundortes genannten Sulfide sehen eigentlich anders aus (wenn ich keins übersehen habe).
Kannst du evtl ein paar zusätzliche Tests durchführen ?
Erstens: löst sich ein Splitter in Salzsäure ? (Reagenzglas und ein paar Tropfen Säure 30%)
Hat sich das Mineral nach einigen Stunden gelöst oder bleibt ein Rückstand ?
Zweitens: Wie verhält sich das Mineral bei Hitze ?
Dazu verwendest du an besten einen Mini-Gasbrenner (womit man auch "Creme brule" macht), oder notfalls auch ein Sturmfeuerzeug mit blauer Flamme. Zum Halten des Probesplitters, so groß wie ein Reiskorn, biegst du dir eine Öse aus Draht (Büroklammer).
Wichtig sind folgende Beobachtungen
-Ist ein Geruch, Rauch oder eine Veränderung der Flammenfarbe wahrnehmbar ?
-Schmilzt die Probe (evtl nur an den Kanten), bläht sie sich auf oder zerspringt sie
-Ist die Probe nach dem Glühen magnetisch geworden ?
-Löst sich die geglühte/geschmolzene Probe in Säure (wenn sie dies nicht bereits vorher tat)
Das hört ich erst mal kompliziert an, ist es aber wirklich nicht. Feuerfeste Unterlage und Schutzbrille (auch bei der Glühprobe ! ) sind aber Pflicht.
Bin gespannt was dabei raus kommt :D
Grüße
Thomas
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Morjen,
??? Warum denn so kompliziert ? Hat denn schon mal jemand über Schiefer mit eingelagertem Pyrit (evtl. in dünnen Schichten) nachgedacht?
Meiner Meinung nach hilft hier nur eins: Das Stück komplett spalten, die kleine Ecke wird da wohl nicht zum Ergebnis führen.
Ähnliche Stücke finde ich ab und zu, wenn auch nicht vollständig "umschmaddert" (z.B. am Aufgeklärten Glück). Nicht immer ist die Ursache im Fundstück selbst, es kann auch mal ein Klumpen von "nebenan" sein und manchmal findet man im Inneren dann nette Gips-xx :D
Ach ja, im Vergleich zu einer nicht gefüllten Schneekopfkugel fast gleicher Größe finde ich es merkbar schwerer. Ich werde mal gucken, ob ich die Dichte bestimmt kriege. Vielleicht hilft das auch weiter.
Gefühltes Gewicht ist immer so eine Sache. Natürlich ist ein kompaktes Stück Gestein (evtl. mit Erzen) gefühlt schwerer im Vergleich zu ähnlich großen Stücken anderer Art. Bin da auch schon ein paar mal drauf reingefallen ;D
Gruß
Silvio
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Meiner Meinung nach handelt es sich um ein schiefriges, eisenhaltiges Gestein. Die bunten Anlauffarben sind für derartiges Gestein in der Nähe von Eisenlagestätten typisch. Kenner der ehemaligen Eisengrube "Isolde" bei Neumark/Vgtl. werden dies bestätigen können.
Gruß
Uwe
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Ich würde sagen, das Stück kann als Beispiel-Foto für den an der Fundstelle vorkommenden Alaunschiefer in den Atlas eingepflegt werden.
Grüße,
Michael
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Hallo zusammen,
zunächst einmal ein Dank in die Runde, dieses Forum macht einfach nur Spaß!
Also ich habe bislang folgendes gemacht / herausgefunden:
Sorry, Silvio, aber ich kann mich nicht dazu durchringen, dass Stück zu zerteilen, da es mir Gänze recht gut gefällt. Vielleicht kann ich einen Deal mit meiner Tochter machen, dass wir uns das Große teilen (oder sie es kriegt) und wir das Stück, dass ich ihr gegeben habe, für die Wissenschaft opfern. Mal sehen.
- In 30% Salzsäure löst es sich nicht auf. Allerdings werde ich den Test wohl nochmal wiederholen müssen, weil ich die Petrischalen nur ausgespült und habe und nicht in kochendem Wasser desinfiziert habe. Nun hat sich die HCl grünlich gelb gefärbt. Da würde ich gerne ausschliessen, dass das nciht von irgendwelchen Rückständen in der Petrischale herkommt.
- Die andere Hälft habe ich, schon wegen der Größe, auf einen Magnesiumträger gepackt und diesen mit einem kleinen Gasbrenner erhitzt. Das Stück war somit nicht in der Flamme (-> keine Änderung der Flammenfarbe möglich). Es hat rot-orange geglüht (Selbe Farbe, wie wenn man Kupferrohlinge im Ofen auf 800-900 Grad erhitzt); eine Farbveränderung ist bei der Größe schwer zu erkennen, aber ich habe mal unterm Mikroskop geguckt und würde sagen, das antrazit hat nun einige Bordeaux-rote Stellen.
- Ich habe nun auch ein paar Mikoskopaufnahmen gemacht und ein paar andere ähnliche Stücke von der Fundstelle fotografiert. Die werde ich gleich in mehreren Antworten hochladen.
Ich hatte eigentlich schon gestern geantwortet, die Antwort scheint im Nirvana gelandet zu sein. Vielleicht stimmte da was mit den Files nicht.
Gruss
Micki
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Hallo,
anbei die Mikroskopaufnahmen (direkt vom Stein abgeschlagen, die PICT0008 ist von der frischen Seite und die anderen von der alten Seite)
Gruss
Micki
P.S. Wer lesen kann, ist im übrigen klar im Vorteil. Argh ich hatte Max. Gesamtgröße mit Individualgröße vertauscht. So kann das auch nicht funktionieren ;-)
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Hi,
das folgende Stück zeigt eine ähnliche "Gesteinstruktur" wie das kleine abgeschlagene Stück, bei dem die gülden glitzernden Anteile klar sichtbar sind. Bei anderen Stück kann man die eigentlich nur im Handmikroskop (da kann ich das Licht steuern) erahnen.
LG
Micki
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Hi,
hier ein weiteres Stück. Das hat ein der eine Ebene mit kleineren Smaragden, die sich durchzuziehen scheint. An der anderen Seite diesen rostigen, krüseligen Überzug, wie auf dem vierten Bild von der Ursprungsanfrage, sowie eine Stelle mit leicht bronzenen Überzug, der aber wenn nur ganz leicht Interferenzen zeigt. Das Basisgestein ist aber eher hellgrau, hat aber auch diese glitzernden Bestandteile.
Gruss
Micki
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Hallo,
anbei ein weiteres Stück. Hier liegt der Überzug wie eine weitere Ebene auf dem Steinstück. Das "Gestein" selbst zeigt einige radiale Kristallstrukturen sowie güldenglitzernde Stellen (Aber zu klein um zu gucken, ob die Strichfarbe ein andere ist.)
Gruss
Micki
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Schiefer, Alaunschiefer aus dem Kambrium, das Basisgestein an dieser Fundstelle.
So sieht Alaunschiefer aus, durch Eisenvitriole bunt gefärbt.
Grüße,
Michael
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Hi,
folgende Fotos geben aber vielleicht mehr Infos zu dem am Fundort vorliegenden Alaunschiefer. Wenn nicht, bitte sagen, damit ich meinen Erfahrungsschatz, was beim Bestimmen hilfreich ist, ausbauen kann.
Gruss
Micki
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Hallo Michael et al,
super. Ich übernehme das dann wie von Michael vorgeschlagen.
Vielen Dank in die Runde!
Gruss
Micki