Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Restliche Bundesländer => Thema gestartet von: Der Kehdinger am 14 May 05, 08:28

Titel: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau (SH)
Beitrag von: Der Kehdinger am 14 May 05, 08:28
Hallo

ich habe letztens die Kiesgrube Groß Pampau bei Hamburg besucht. Dort habe ich in mehreren Kieshaufen immer wieder Holz gefunden. Das merkwürdige ist jedoch, daß ich glaube, daß es prähistorisch ist. Es brennt nicht !
Es ist zwar noch die Holzstruktur vorhanden, aber wenn es feucht wird, knistert es stark. Man kann kleine Stücke abbrechen, aber es platzt dann ab wie Stein ! Ich habe natürlich schon viel "frisches" Bau-Holz in diversen Kiesgruben und Steinbrüchen gefunden. Das stammt natürlich immer von irgendwelchen Bauten und ist nicht prähistorisch. Aber dieses hier ist anders.

Ich habe noch andere, kleinere, Stücke gefunden, die schon fast wie Braunkohle sind. Aber das ist doch nicht möglich ? ???

Meine Frage ist nun die, weiß jemand etwas über Holzfunde in Kiesgruben aus der Eiszeit ? Weiß jemand generell etwas über braunkohlenartige Ablagerungen in Kiesgruben ? Wer hat so etwas schon mal gefunden ?

(http://www.fossilienparadies.de/Fossilien%20Fundorte/Gross%20Pampau/April%202005/Holz.jpg)

Vielleicht kann mir jemand helfen ?

Danke sehr
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: MinLex am 14 May 05, 13:55
Stücke wie dieses habe auch ich bereits aus der Tongrube Groß Pampau bergen können. Es handelt sich in der Tat um fossiles Holz, Alter: ca. 10-20 Millionen Jahre. Leider ist es extrem empfindlich gegenüber Austrocknung (es wird spröde und zerbröselt) und sollte umbedingt konserviert werden. Leider bin ich für soetwas kein Profi, jedoch habe ich von einem Sammler den Tipp bekommen, dass Stück in einer Mischung aus Ponal-Holzleim und Wasser ausgiebig zu tränken (Mischverhältnis 1:5). Nach längerer Einwirkzeit das ganze an der Oberfläche leicht abwaschen damit kein weißer Schleier übrig bleibt und das Holz dann langsam(!) am besten in etwas feucher Umgebung trocknen lassen. Mein Fundstück konnte dadurch tatsächlich relativ stabil gehalten werden (es mag aber sicherlich professionellere Methoden geben).

Die Konservierung sollte dabei so schnell wie möglich nach der Bergung erfolgen (am besten bis dahin in einem feuchten Tuch aufbewahren) denn umso weiter das fossile Holz ausgetrocknet ist, desto weniger Erfolg dürfte es beim konservieren geben.
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: Der Kehdinger am 14 May 05, 15:59
Hallo,

na, da bedanke ich mich aber für den Tip ! ;D
Leider ist mein Holz schon recht durchgetrocknet.
Ich habe im Grunde genommen exakt das falsche gemacht. Ich hab's schön warm und trocken gelagert.
Na ja, man lernt nie aus. Ich war bisher immer nur auf Steine fixiert. :)

Aber Montag gehts trotzdem gleich in den nächsten Baumarkt; hab' nämlich kein Ponal liegen.
Und ich hab's jetzt, etwas gewässert und anschließend in ein feuchtes Tuch gewickelt.

Es ist erstaunlich, daß sich das Holz über all die Millionen Jahre hinweg so gut gehalten hat.
Obwohl es eigentlich kein echtes Holz mehr ist.

Danke sehr

Thomas
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: RonnyNisz am 31 Jan 06, 14:54
Hallo zusammen,

ich wohne keine 10 km von Pampau entfernt, es ist sozusagen meine "Heimatkieskuhle". Auch mir sind beim Sammeln ein paar dieser Braunkohlebrocken untergekommen, die meisten auch zerfallen, waren dann leicht wie Holz. Interessant dabei: Es kamen Bersteinartige inclusen (bröcklig) und eine Masrkasitincluse zum Vorschein. Wenn die Götter der Technik mitspielen, so versuche ich die Bilder hier mal zu laden. Mit dabei auch ein Bild eines Brockens, der mir ausnahmsweise nicht zerfallen ist, und auch nach der Trocknung noch deutlich schwer ist, fast wie Stein. an den seitlichen Bruchflächen ist er tiefschwarz-glänzend, fast wie Steinkohle.

Den Konservierungstipp werde ich mal versuchen, hätte da noch eine andere Idee, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe: Von archäologioschen Unterwasser-Holzfunden weiss ich, das eine kostengünstige und effektive Konservierungsmöglichkeit darin besteht, die Holzstücke in eine Zuckerlösung zu legen, längere Zeit, Lösung mehrmals nachzuckern. Der Zucker soll im Holzstück so langsam das Wasser ersetzen. Wie gesagt, noch nicht von mir ausprobiert, und das Verfahren stammt von der Konservierung von Stücken, die einige 1000 Jahre alt sind, die Braunkohle ist ja deutlichst älter.

Schöne Grüße von Newbee Ronny
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: bardenoki am 14 Apr 06, 22:28
Hallo MinLex,

kurze Frage: wie lange bedeutet "längere Einwirkzeit"?

Ich hab hier ein Stück Holz aus den aufgespülten Sanden von Mill und möchte die Methode mal ausprobieren. Seit der Bergung liegt das Stück im Wasser. Vielleicht kann iche s ja über die Ponal-Methode konservieren.

Schönen Gruß

Norbert
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: Grenzton am 01 May 06, 09:15
Hallo Norbeert!
Längere Einwirkzeiten sind so 2-3 Wochen, danach langsam trocknen lassen. Wenn es nicht schon vorher rissig war wird es, denke ich, am Stück bleiben.

Kalle
Titel: Re: Holz aus der Kiesgrube Groß Pampau
Beitrag von: bardenoki am 01 May 06, 10:30
Na das passt ja.

Vorgestern hab ich das Stück aus der Ponallösung genommen und seitdem trocknet es
im Keller ganz langsam vor sich hin.

Mals ehen, ob es hält.

Schönen Gruß

Norbert