Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: Philip Blümner am 16 Oct 17, 21:50
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Hallo,
auf der Suche nach einer neuen Kamera zur Mineralienfotografie habe ich mir gedacht, einfach die DLSR von der besseren Hälfte zu nehmen. Nach ein paar oder mehr Einstellungen und Versuchen wurde es so gut es geht. Hier die Eckdaten:
NIKON D1500 DLSR
Objektiv 18-55 mm
ISO 2500
WB Kunstlicht
Fokusmodus AF-A
Programm P
Abstand vom Objekt etwa 30-40 cm
Die Lichtfarbe gefällt mir noch nicht, außerdem sind die Bilder grieselig. Das Objektiv ist nicht das richtige, meint mein Mann. ICh kenne mich da nicht so aus. Was kann ich noch ändern, was brauche ich, was braucht ihr noch an Infos?
Würde mich sehr freuen, Hilfe zu erhalten, denn ich möchte endlich wieder Bilder machen!
LG Philip
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Griesseligkeit kommt vom Rauschen. Das wird durch eine höhere Iso immer weiter verstärkt.
Also immer Iso auf die niedrigste Einstellung stellen. Dafür die Kamer stabil auf ein Stativ schrauben und dann über die Belichtungszeit
die Helligkeit einstellen.
Die Farbtemperatur kann man mit einem manuellen Weißabgelich anpassen. Wenn das noch nicht geht in RAW fotographieren und mit einem Klick mit der Software anpassen.
Beste Grüße,
Sebastian
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Die Grieseligkeit würde ich auch dem hohen ISO-Wert zuschreiben. Ich würde da nicht über ISO 800 gehen, eher weniger. Ich selbst nehme meist ISO 200. Das Zoom-Objektiv ist vermutlich kein Meister der Lichtstärke, da sind Festbrennweiten meist deutlich besser, ebenso bei der Abstimmung der Linsen aufeinander. Da muss halt nur für eine Brennweite durchgerechnet und optimiert werden.
Wenn der Farbstich nicht durch die Kameraeinstellungen zu beheben ist, kann man das notfalls auch später bei der Bildbearbeitung machen -> Tonwertkorrektur.
Günter
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Lade Dir mal Neat Image v8 und GIMP-2.8 herunter. Beides ist freeware.
Neat Image v8 ist gut um ein Bild zu entrauschen. Englischsprachig und es sind auch einige Versuche notwendig, um die richtige Variante auszuwählen. Meist kommt es durch das Entrauschen zu einer geringen Unschärfe. Die kann mit ViewNX behoben werden.
Nach dem Schärfen mit ViewNX kann das Bild mit GIMP farblich entscheidend verbesser werden. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. einen Punkt als weiß oder einen anderen als schwarz zu definieren. Auch hier muß etwas probiert werden. Also, vom Bild eine Kopie ziehen und damit üben. Wenn Du's einmal geschafft hast, wirst Du auf die Programme nicht mehr verzichten.
Gruß
Uwe
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Sebastian hat das Wichtigste schon gesagt. Gegen das Rauschen hilft nur ISO runter. Ich würde auch immer eine feste Blende einstellen und dann über die Zeitautomatik die passende Belichtung dazu finden oder aber gleich die Belichtungszeit auch manuell einstellen. Gegen Verwackeln führt an einem Stativ kein Weg vorbei. Zudem würde ich auch noch die Spiegelvorauslösung aktivieren und mit Timer oder Fernbedienung die Aufnahmen machen, damit dort beim Auslösen nichts verwackelt.
Für eine richtig knackige Schärfe würde ich perspektivisch über eine Makro-Festbrennweite nachdenken, wobei das hier m.E. schon eine recht akzeptable Schärfe ist.
Hinsichtlich der Farbtemperatur kann man auch wenn man das Setup (Licht, Stufe) fertig hat, eine neutral graue Karte als Referenz für den manuellen Weissabgleich fotografieren und die Aufnahme als Referenz für den manuellen Weissabgleich nehmen. Das müsste eigentlich auch bei Nikon gehen.
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Vielen Dank für die Nachrichten. Stativ fliegt irgendwo herum. Da wird bei nächster Gelegenheit ausprobiert.
Ist das Objektiv das richtige? Werde mir noch mehr weiße Wände besorgen.
LG Philip
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Hallo Philip,
Schluchti hat es sehr gut beschrieben.
Grundsätzlich ist bei Makro ein Festbrennweitenobjektiv einem Zoom-Objektiv vorzuziehen.
Das 18-55 ist ein gutes Einsteigerobjektiv für Alltagssituationen, aber eben auch kein Makroobjektiv.
Die Idee mit den weißen Wänden ist zwar nicht schlecht, nützt nur nichts, wenn die Beleuchtung nicht das richtige Licht bringt.
Ich würde mich erstmal von den angebotenen Kamera-Voreinstellungen lösen und einen manuellen Weißabgleich
unter den jeweils verwendeten Lichtverhältnissen machen,
entweder auf einer Graukarte (https://de.wikipedia.org/wiki/Graukarte) (ebay, Amazon etc.) oder zum Ausprobieren mit einem weißen Blatt Papier (Druckerpapier?)
Norbert
P.S.:
Nikon 1500 oder 5100 ?
Und welches 18-55 genau? ( Es gibt wohl mindestens 4 Versionen.)
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Hallo,
für den Weißabgleich kann man auch gut eine Visitenkarte nehmen. Die sind in der Regel weißer als Papier. Für den Untergrund ist A3 Druckerpapier natürlich i.O.
Stativ, ggf Spiegel-Vorauslösung und Fernbedienung helfen für die letzten Feinheiten.
LG
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Hallo,
Allgemeine Anmerkung:
ISO runter ist richtig, kann aber u.U. nach hinten losgehen, da sich durch die verlängerte Verschlusszeit der Sensor stark erwärmen kann - was dann auch wieder zu Rauschen führt. Das ist ganz besonders bei Langzeit-Untertagefotografien zu beachten. Da heißt es, den goldenen Mittelweg zu finden.
(Das betrifft i.A. nicht die Mineralienfotografie, aber ich denke, dass sollte man für andere Zwecke im Hinterkopf behalten)
Ga
Kluftknacker
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Hallo,
Was für eine Lichtquelle wird denn bislang eigentich verwendet? Ist die Farbtemperatur bekannt, dann kann man die z.B. in ViewNX, wenn man in RAW schiesst, verwenden. Besser ist aber auch hier die zusätzliche Verwendung einer Graukarte, die möglichst nicht von irgendwelchen farbigen Reflektionen z.B. von einem Kristall was abbekommen sollte. Wenn man selber versucht, im Bildbearbeitungsprogramm neutral zu filtern, dann bitte auf alle Fälle den Monitor vorher profilieren, sonst kann das nach hinten losgehen. Es ist auch wichtig, gerade wenn man nicht RAW photographiert, in der Kamera einzustellen, dass das Farbprofil mit eingebunden wird. Als Farbprofile sollte man am besten AdobeRGB statt sRGB verwenden, da der Farbraum (also der Bereich der darstellbaren Farben) von AdobeRGB größer ist. Es sei denn, der weitere Workflow ist eh auf sRGB.
Zum Thema Lampe: Nicht jede Lampe eignet sich, selbst bei Verwendung einer Graukarte. Das liegt am Farbspektrum der Lampen.
Und wenn man einen Weissabgleich macht, dann mit einer richtigen Graukarte - die kosten auch nicht die Welt. Da weiss man dann auch, dass man keine Fehlmessungen aufgrund von optischen Aufhellern oder dergleichen hat.
Ich habe jetzt umgestellt auf einen kleinen Würfel und beleuchte mit zwei Tageslichtlampen. Die haben genug Licht, um das von Kluftknacker beschriebene Problem nicht einmal im Ansatz aufkommen zu lassen, und haben nicht viel gekostet (insgesamt unter 100€, 40€ für den Würfel und die Lampen mit Schirm und Stativ lagen bei ca. 50€). Man hat genug Licht, um nicht in die Randbereiche des Objektives zukommen. Die kleinste Blendezahl (also so weiteste Öffnung) sollte man ja meiden, das Gleiche gilt im Übrigen auch für das andere Ende der Blende.
Also bevor ich lange rumdoktern würde, würde ich mir ordentliche Tageslichtlampen besorgen. Photographie bedeutet immerhin mit Licht zeichnen und bei Studio-Photographie muss man sich nicht mit dem verfügbaren Licht zufrieden geben, sondern kann aufrüsten. Dann kann und sollte man auch ISO 200 nutzten.
Als weisse Wände, sofern die erweitert werden sollen, kann man übrigens sehr gut auch Styropor nehmen, das streut perfekt und wird übrigens auch in der Werbephotographie genau dafür auch genutzt.
Viele Grüße
Michaela
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Danke für die Antworten.
Das 18-55 ist ein gutes Einsteigerobjektiv für Alltagssituationen, aber eben auch kein Makroobjektiv.
Was wäre denn eines?
Nikon 1500 oder 5100 ?
Und welches 18-55 genau? ( Es gibt wohl mindestens 4 Versionen)
Nikon 5100 (hatte ich oben tatsächlich 1500 geschrieben :-[)
das 18-55 Objektiv lautet folgendermaßen: Nikon AF-S NIKKOR 18-55 mm 1:3.5-5.6G
Was für eine Lichtquelle wird denn bislang eigentich verwendet? Ist die Farbtemperatur bekannt
Ich verwende eine Osram DULUX S 11W/827 G23. In der alten Kamera lief es unter Wolfram-Licht. Bei der DLSR erscheint sie je nach Winkel gelblich bis weiß. Nutze ich das Tageslicht, wird alles bläulich.
Die Röhre habe ich schon lange und sämtliche Bilder in der Medbib, die ich geschossen habe, waren mit derselben Lichtquelle.
Hatte leider noch keine Zeit, Versuche zu unternehmen.
LG Philip
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Das sicherste wäre in RAW zu fotografieren. Mit wenig bis kaum Aufwand kannst du den perfekten Weißabgleich
setzen, nachschärfen ohne Probleme und noch besser, Lichter kontrollieren und Helligkeit regulieren.
Nach 3 Bildern hast du es raus welcher Regler wofür steht und besseren Bildern steht nix mehr im Weg.
Beste Grüße,
Sebastian
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Hallo,
ich habe mal gegooglet. Die Lampe scheint eine Farbtemperartur von 2700K (als deutlich wärmer als Tageslicht Wie D50 -5000K- oder D65 - 6500K) und einen Farbwiedergabeindex von 80 (was nicht wirklich gut ist) zu haben. Leider habe ich kein Spektrum selbst finden können. Ich habe aber zur Erläuterung mal die Beispielspektren verschiedener Lichtquellen aus dem Solf angehangen. Das zeigt ganz anschaulich wie wichtig es ist, eine Lichtquelle mit möglicht gleichmässigem, konstantem Spektrum ohne irgendwelche Banden zu haben, um die Farbe eines bestimmten Gegenstandes photographieren und später dann auf dem Bildschirm oder gar im Druck wiedergeben zu können.
Wenn also mit RAW - das sollte man hier bevorzugt nehmen, da stimme ich Sebastian zu - nicht neutral gefiltert werden kann, oder bei einige Mineralien die Farbe einfach nicht richtig gefiltert werden kann, würde ich bei der Lichtquelle ansetzen.
Hat allerdings nicht mit dem ursprüngichen beschriebenen Problem, Grieseligkeit oder auch Rauschen, zu tun. Hier hilft nur ausreichend Licht, um möglichst im nativen Iso-Bereich des Sensors zu arbeiten, das sind in der Regel die erwähnten 200ISO.
LG
Micki
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Danke schon mal. Die Kamera hat standardmäßig JPG und NEF. RAW kann man auch einstellen. Welche Vorteile hat NEF eigentlich?
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Hi,
NEF ist das sogenannte RAW, also im Prinzip die angepassten Rohdaten vom Sensor, gewissermassen das digitale Negativ. Angepasst deshalb, weil natürlich beim Speichern in dem Rohformat schon Anpassungen vorgenommen wurden - das ist die Expertise des jeweiligen Kameraherstellers. Man ist also einen Schritt vor dem JPEG. Man kann noch Belichtungsanpassungen machen, ohne das zu Abrissen im Histogramm kommt, man kann die Farbe anpassen, nachschärfen etc.
JPEG ist hingegen schon einen Schritt weiter, Belichtugsanpassungen selbst kann man nicht mehr machen, nur Helligkeit etc.. Und dabei im Vergleich z. B. zu tif ist jpeg - das ist ja auch schon einen Schritt weiter - nicht verlustfrei. Das heisst, das jedesmal, wenn man die Datei als jpeg speichert, man Informationen verliert. Wenn man das zu oft macht und/oder eine zu niedrige Qualität nimmt, bekommt man sogenannte JPEG-Artefakte im Bild.
LG Micki
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Hallo Micki,
Zur von dir angesprochenen Problematik zum Spektrum der Lichtquelle gab es mal vor längerer Zeit eine ausführliche Diskussion auf Mindat (ich finde jetzt den Link nicht). Das Ergebnis war jedenfalls, dass die Frage des Spektrums oft überbewertet wird. Beispielsweise und bekanntermaßen ist das Spektrum des Sonnenlichtes alles andere als kontinuierlich. Wichtig ist nur, dass Anteile im Spektrum enthalten sind, die den Sensor auf allen drei Farben zum Ansprechen bringen. Je gleichmäßiger desto besser.
LEDs zeigen (noch) ein deutliches Defizit im grünen Bereich. Mit einem individuellen Weißabgleich ist das aber in den Griff zu bekommen, wenigstens bei guten neueren LEDs. Die Standerdeinstellungen der Kamera passen aber meist nicht.
Dass sich bestimmte Farben nicht naturgetreu darstellen lassen, liegt nicht am Licht, sondern am Farbmodell, bzw. der Zerlegung in die drei Grundfarben überhaupt. Ein bekanntes Beispiel ist die Farbe von Dioptas.
Thomas
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Die besten Farbergebnisse habe ich bei Tageslicht und bedeckten Himmel an einem Nordfenster erzielt. Das Licht ist etwas schwach, aber da sich Stufen nicht bewegen, kann man eine längere Belichtungszeit wählen. OK, diese Art der Ausleuchtung ist nicht professionell, aber sehr preiswert.
Gruß
Uwe
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Die besten Farbergebnisse habe ich bei Tageslicht und bedeckten Himmel an einem Nordfenster erzielt. Das Licht ist etwas schwach, aber da sich Stufen nicht bewegen, kann man eine längere Belichtungszeit wählen. OK, diese Art der Ausleuchtung ist nicht professionell, aber sehr preiswert.
Gruß
Uwe
Was heisst hier nicht professionell? Jeder Profi oder versierte "Amateur" wird dir bestätigen, dass die weiche gleichmäßige Ausleuchtung von "northern light" durch keine Kunstlichtanordnung erreicht werden kann - ausser du willst Durchlichteffekte erzielen. Auch bei Mikros ist diese Methode nur begrenzt einsetzbar. Sieh dir mal die Fotos von Robert Brandstetter in den Lapisheften an, dessen Fotos sind fast alle so entstanden.
lg
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Hi Thomas,
im Prinzip widersprechen sich unsere Ansichten nicht wirklich. Ich habe ja geschrieben, dass in dem Fall, dass nicht neutral gefiltert werden kann, bei der Lampe, oder sagen wir besser Lichtquelle, anzusetzen ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wenn problemlos neutral gefiltert werden kann, die Lichtquelle bezüglich der Farbwiedergabe ausreicht. Auf Mindat bin ich derzeit nicht registriert, vielleicht mache ich das doch jetzt noch. Die Diskussion würde mich interessieren.
Mich stört in der ganzen Diskussion in diesem Thread, dass über neue Optiken und dergleichen gesprochen wird, aber das naheliegende, die Lichtquelle, und die damit bedingten Einstellmöglichkeiten bei der Kamera mehr oder weniger außer Acht gelassen werden. Und das, obwohl der Punkt nun wirklich finanziell einen Bruchteil von neuen Optiken ausmacht - wenn man natürliches Licht nutzen kann, natürlich umso besser. Wenn a) nicht genügend Licht vorhanden ist, ist man gezwungen auf ein höheres ISO zu wechseln, oder entsprechend eine sehr lange Belichtungszeit zu wählen, zumal man ja die Blende nutzt, um die anvisierte Tiefenschärfe zu erhalten. Wenn dann noch b) massiv beim Weißabgleich angepasst werden muss und die Lampe per se ein eher problematischen Spektrum hat, darf man sich nicht wundern, wenn es rauscht und die Farbwiedergabe suboptimal ist. Ein Weißabgleich ist natürlich das Mittel der Wahl, um möglichst gut neutral zu filtern, aber der kann auch nicht hexen, auch wenn wir oft glauben, dass digital fast alles möglich ist. Wie oft ich auf Messen Leute hatte, die die Farbe in ihren Bildern angepasst haben, ohne den Monitor zu kalibrieren, mit den entsprechenden Folgen, oder wie wild an ihrem Histogramm rumgedreht haben, das regelrechte Löcher entstanden (Philip, deswegen macht man auch seine Anpassungen bevorzugt in RAW und/oder konvertiert das RAW nach 48bit nicht 24bit, wenn man nachher noch anpassen möchte), kann ich nicht mehr zählen. Ich bin da ein gebranntes Kind.
Bzgl. der Sonne und ihrem Spektrum möchte ich anmerken, dass die Sonne natürlich kein Plankscher Körper und zudem abhängig von der Durchlässigkeit der Atmosphäre ist. Allerdings liegt ihre Farbart mittags bei bedecktem Himmel ungefähr bei der Plankschen Kurve. (Diese Lichtart wird demnach D65 für 6500K genannt). D65 ist zugegeben eine rechnerische Lichtart, bezogen auf die Möglichkeiten eine entsprechende künstliche Lichtquelle zu schaffen. Hier geht ein kleiner Gruß an die Nutzer von Tageslicht bei bedecktem Himmel und Nordfenster. Das ist natürlich super, aber den richtigen Platz dafür muss man natürlich erstmal haben. Ich gehe mal davon aus, dass wir nicht von Bildern in der Abenddämmerung reden. :-)
Ich habe mal „Farbmetrik und Farbfernsehen“, Lang, Heinwig, 1978 hervorgezogen. Dort sind die einzelnen Aspekte und Herausforderungen bei der Farbwiedergabe sehr gut und verständlich erläutert, finde ich. Ob bewegtes oder stilles Bild ist da erstmal unerheblich. Ich habe zum Teil direkt zitiert (in Anführungszeichen), manche Dinge kann man einfach nicht besser beschreiben. Wen es interessiert, der lese bitte weiter, oder auch nicht. Dies soll als ein wenig Hintergrund für meine Bemerkung dienen:
Erstmal ist sicherlich ist für die Farbempfindung entscheidend, dass nicht derselbe Farbreiz (Lichtstrahlung, die eine Farbempfindung auslöst) auf dem Bildschirm oder wo auch immer erzeugt werden muss, sondern lediglich ein gleichaussehender. Dabei kann für jeden Farbreiz ein gleichaussehender aus drei Grundfarben nachgemischt werden.
Die Farbreizfunktion, also die spektrale Strahldichte, die ein Objekt physikalisch kennzeichnet, ist zudem keine Eigenschaft des Objektes. Sie ist „Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen der auf den Körper auffallenden Strahlung und seiner Oberfläche. Die auffallende Strahlung rührt von einer ( oder mehrerer) Lichtquellen her. Die Farbe eines Gegenstandes ist also durch drei Einflussgrößen bestimmt:…Art der Beleuchtung, ..Eigenschaft seiner Oberfläche, das auffallende Licht wieder in die Umgebung zurückzustrahlen, und … der Fähigkeit des Auges, diese Strahlung nach drei verschiedenen spektralen Empfindlichkeitskurven zu bewerten. Daß wir trotzdem im Alltag mit der Vorstellung, die Farbe sei eine Eigenschaft des Gegenstandes alleine, Erfolg haben, liegt zum Teil an der Fähigkeit der Umstimmung“, gewissermaßen der Weißabgleich des Auges, „, durch die der Einfluss der Lichtquelle bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden kann. Zum Teil liegt es daran, dass wir als Lichtquellen für Beleuchtungszwecke im Allgemeinen nur solche akzeptieren, die… ganz bestimmte spektrale Eigenschaften haben“.
(Kleiner Einschub von meiner Seite: Dies hat meines Erachten heutzutage deutlich abgenommen, glaubt man doch oft, dass man alles schon digital wieder korrigieren kann. Hinzukommt, dass auch Profiphotographen in der kreativen Photographie gerne auch unkonventionelle Beleuchtungen verwenden, um einen bestimmten Effekt zu erreichen. Die wiederum wissen in der Regel, was sie warum tun.)
Zum Thema „Einfluss der Beleuchtung auf die Körperfarben“: „…..zwei bei Tageslicht bedingt gleiche (metamere) Körperfarben, die zwar in ihren Farbwerten, nicht aber in ihren Farbreizfunktionen übereinstimmen, zeigen bei einer anderen Beleuchtungsart...einen Farbunterschied …Andererseits ergeben sich im allgemeinen zwei verschiedene Farbarten, wenn man ein und dieselbe Oberfläche, charakterisiert durch einen bestimmten spektralen Strahldichtefaktor, mit zwei Lichtquellen beleuchtet, deren Farbart gleich ist, die aber unterschiedliche spektrale Strahlungsverteilungen haben. Wir verdeutlichen dies an einem extremen Beispiel…“ (Das Beispiel kann ich bei Bedarf nachliefern, aber dann muss ich den Teil des Artikels scannen) „…dieses Beispiel soll zeigen, dass z.B. eine Leuchtstofflampe, deren Lichtart sehr gut mit der des mittleren Tageslichtes übereinstimmen, wegen der kräftigen Spektrallinien in ihrem Spektrum zu deutlichen Farbverschiebungen der beleuchteten Objekte gegenüber natürlichem Tageslicht führen kann. Man sprich deshalb auch von der Farbwiedergabe einer bestimmten Lichtquelle“.
Natürlich ist jetzt - unter anderem - noch nicht der Aspekt des Farbabstandes berücksichtigt, aber ich denke als grobe Erläuterung/Unterstützung, was ich sagen wollte, reicht das.
LG Micki
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Hallo zusammen,
kleiner Nachtrag zum Thema Photographieren mit Tageslicht. Da ich tagsüber keine Zeit habe, habe ich das schlichtweg bei meiner ersten Antwort gar nicht in Erwägung gezogen. Mea culpa. Danke an Uwe und Harald für den mehr als berechtigten Einwand. Es ist tatsächlich auch ein Standardtipp, Portraits einfach in Schatten bei bedecktem Himmel zu machen, wenn möglich mittags.
Ich habe also heute mittag um 12:00 mal gemessen - Home office sei Dank - und mein Handbelichtungsmesser zeigt bei ISO 200 und 1/2 sec Belichtungszeit eine Blende von 16.4 direkt unterm Dachfenster mit östlicher Ausrichtung und mittelstarker, aber dichter Bewölkung. Heute abend dann das gleiche Spiel mit einer Müller Licht LED-Energiesparlampe (15W, 2700K, 1300 Lumen), bei 50cm Abstand hatte ich dann vergleichbare Werte - mit entsprechend harten Schatten, müsste man noch mit einem Zelt kombinieren oder bei der geringen Ausbeute, wahrscheinlich besser ein Styroporiglu bauen.
Mein "Tageslicht"-Lampenset, sprich 2 Lampen, je eine links und rechts, brachte es im Vergleich zum echten Tageslicht im Zelt auf k=22.5, ich könnte also gerade mal auf 1/4 sek verkürzen.
Soviel zu der nicht zu unterschätzenden Qualität des Originals :-) Man muss halt mittags Zeit haben.
LG
Micki