Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Praxiteles am 28 Oct 17, 11:06
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Ich war kürzlich auf einer Mineralienbörse, wo auch ein paar Hauyn-Kristalle angeboten wurden. Angesichts des Preises habe ich gezögert.
Denn wie erkennt man ob echt oder blaues Glas?
Reduziert sich die Prüfung auf das Vertrauen in den Händler?
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Hallo,
isotropie/anisotropie könnte man prüfen.
Glas wäre Isotrop, Hauyn nicht.
Mittels zweier Polarisatoren könnte man das prüfen.
Ansonsten 10x Lupe nutzen und auf Spaltbarkeit prüfen.
Das fiele mir spontan jetzt ein.
Gruß Sebastian
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Nun ja, wenn ich die Spaltbarkeit prüfen wollte, würde der Verkäufer vermutlich protestieren. Und Polarisatoren hat man ja auch nicht immer zur Hand. Bliebe somit nur die Lupe. Sollte die im Stein Verunreinigungen zeigen?
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Etwas umständlich ausgedrückt...
Du sollst mit der Lupe nicht draufhauen sondern nach Spaltflächen schauen.
Glas hätte einen muschligen Bruch, keine Spaltflächen.
Ob man das sieht, keine Ahnung. Die Polarisatoren sind kein Hexenwerk.
Ich meine man kann das billigst selber bauen. Im Netz gibt es sicherlich viele Hinweise, einfach mal schauen, verstehen und anwenden.
Gruß Sebastian
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Hallo,
meine Frage:" Handelt es sich um lose braune Körner (wie groß), um in Matrixgestein eingelagerte Kristalle (auch hier wie groß sind sie) oder um facettierte blaue Hauyne (wieviel Karat?)?
Wie hoch ist der Preis veranschlagt?"
Bei facettiertem Hauyn muss man die Grüße und die Facettierkosten berücksichtigen. Bei einzelnen Körnern sollte der Preis je noch Rissfreiheit und Farbe nicht über 5 Euro liegen. Das gleiche gilt für Matriaxstücke, es sei denn der Kristall ist 2-4 cm groß u. weist Flächen auf, dann können auch mal 2-3-tausend € geboten werden.
MfG u, GA
Günter Blaß
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Die Steine, die ich gesehen habe, sollten zwische 40 und 60 Euro kosten. Sie waren "solo", also nicht in Stein gebettet. Einer schien mir sogar geschliffen.
Danke Sebastian. Ist mir jetzt klarer.
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Hallo,
ganz schwierig. An schleifbare Steine werden recht hohe Anforderungen gestellt.
Deshalb ist deren Preis meist relativ hoch. Willst du die Steine facetieren lassen?
Oder roh belassen? Ein geschliffener Stein ist meist ein vielfaches Wert!
Und die Größe spielt natürlich auch mit rein.
Beste Grüße,
Sebastian
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Ich wollte nur einen kleinen Stein, weil ich ihn sehr schön finde. Am liebsten wäre mir einer gewesen, der noch im Gestein steckt aber schön blau leuchtet. Es soll kein Schmuckgegenstand sein, sondern nur etwas für die Sammlung auf der Fensterbank.
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Hallo,
isotropie/anisotropie könnte man prüfen.
Glas wäre Isotrop, Hauyn nicht.
Mittels zweier Polarisatoren könnte man das prüfen.
Tatsächlich? Und ich habe immer gedacht, Hauyn sei kubisch und folglich optisch isotrop. Wie man sich doch irren kann ...
Gruß,
Klaus
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Ab 1ct Hauyn-Rohlingen, was in etwa 8x6x6mm entspricht, gelten Preise je nach feiner Qualität von über 100 € (schönes leuchtendes Blau).
Würde mich wundern, wenn so kleine Fitzerlesdingerchen als Glasbruchstücke verkauft werden würden.
Geschliffene Steine, also mit Facetten im Oberteil und im Unterteil erkennt man recht gut.
Blaue geschliffene Glassteine haben beileibe nicht die Farbe wie Hauyn. Aber da ist entsprechendes Fachwissen der verschiedenen Glassteine und Glaskeramiken Voraussetzung. Die Strichfarbe bei Glassteinen ist weiß, bei Hauyn hellblau bis bläulich-weiß; RI, Härte und läßt leider nicht auf Anhieb eine Bestimmung zu. Auch die bei Hauyn gelegentliche Fluoreszenz ist -sofern keine vorhanden- auch kein Bestimmungsmerkmal.
Bei "im Gestein steckend" dürfte sich die Frage nach Glas wohl erübrigen. ;)
Ansonten gilt: je schöner der Kristall, die Farbe und die Sauberkeit und je deutlicher aus dem Gestein hervorlugend, desto höher der Preis.
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Hallo Danke für die Korrektur. Hauyn ist Kubisch, deshalb gibt es auch keine Anisotropie.
Beste Grüße,
Sebastian
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Hallo,
Was man testen könnte: Viele Hauyne (und Sodalithe) zeigen unter langwelligem UV-Licht eine starke orangerote Fluoreszenz (wie glühende Kohlen). Das Fehlen ist kein Ausschlußkriterium, eine vorhandene Fluoreszenz ist aber ein guter Hinweis.
Glück Auf!
Sebastian
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Finde ich für `ne gute Idee dieses Problem mit der UV-Lampe anzugehen.
Hier mal zwei Bilder von Hauyn aus Mendig der diese Reaktion beim langwelligen Licht gut zeigt:
Die Bildbreite beträgt etwa 1 cm.
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Sehr interessante und hilfreiche Antworten. Vielen Dank!
Werde mich auf der nächsten Mineralienbörse auf die Pirsch machen.