Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 31 Oct 17, 18:33
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Hallo, ist das ein Mineral auf Harz auf einem Baumstamm aus dem Torf in Bad Feilnbach.
Bildbreite ca. 1,6mm.
Wenn ja, was würdet Ihr sagen welches Kristallsystem das wäre?
Viele Grüße
Stefan
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Hallo Stefan,
ist das evtl. Fichtelit - ein organisches Mineral? TL irgendwo im Fichtelgebirge aus der Braunkohle in Redwitz bekannt (auch von "Häuslelohe?").
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Fichtelit
Gruß Conny
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Hallo Conny, ich dachte schon an Fichtelit oder Refikit das wird es sicher an Fundorten geben.
Mich würde primär interessieren ob die "Kristallform" so es eine gibt, dazu passen könnte. Ggf würde ich dies auch analysieren lassen.
Leider hat es noch niemand für sinnvoll erachtet mal das Mineral und nicht nur den Holzbalken abzulicheten. bzw. fehlten wohl die technischen Möglichkeiten dies zu tun.
Viele Grüße
Stefan
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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510261014.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510261014.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510410083.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510410083.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1510410101.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1510410101.jpg)
https://www.mineralienatlas.de/?l=46043
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Ich war mal wieder dort und die Neufund-Kristalle sind deutlich größer.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1517676496.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1517676496.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1517678695.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1517678695.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1517681792.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1517681792.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1517685581.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1517685581.jpg)
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Dann wird es ja vielleicht doch noch was mit der Analyse...
Günter
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Ja diesmal sollte es genug Material sein um weiter zu machen :-) Eine Analyse des ersten Materials von 2017 liegt ja vor mit Ergebnis Refikit, ist aber nicht so aussagefähig wie gewünscht (Siehe Bildbeschreibung).
Diesmal scheint es aber was anderes zu sein zumindest sieht es anders aus, sollte sich aber einfacher analysieren lassen.
Viele Grüße
Stefan
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Es handelt sich um Refikit. Aufgrund des überaus guten Materials ;D wurde die Formel der IMA verfeinert.
C20H32COOH
und wird beim nächsten Update zur Verfügung gestellt.
Danke Bob Downs, Dr. Anthony R. Kampf, Günter Frenz für die Analysen.
Gruß Stefan
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Hi Stefan.
Super, das werden keine einfachen Analysen gewesen sein !
Lois
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Spock würde sagen - "Faszinierend!"
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Hallo Stefan,
Klasse! Das Engagement und das Ergebnis sind es bestimmt Wert, einen kleinen Bericht draus zu machen, damit das Thema nicht in den Tiefen des Forums hängenbleibt? (Aber vielleicht machst Du das eh schon...)
Grüße,
Martin
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Gibt es da auch schon Ergebnisse, die meinen Verdacht der C=C Doppelbindungen bestätigen? Oder hatte ich da doch irgendwelche Verunreinigungen in der Messung?
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Brauchst du dann noch von mir die Messungen Stefan?
VG
Joy
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Hallo Zusammen,
es wird sicher einen Bericht geben. Es stehen noch ein paar Messungen zur Matrix an.
Was den Verdacht der Doppelbindungen angeht habe ich keine Aussage bekommen und bin auch nicht sicher, dass dies validiert wurde. Kann man das mit XRD bestätigen oder ausschließen? Ich bin hier ja auf für mich relativem Neuland unterwegs.
Joy kannst Du eine Aussage dazu treffen? Vielleicht wäre eine Vergleichsramanmessung interessanter als eine weitere XRD.
Viele Grüße
Stefan
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habs gemessen, aber ich bekomme mit 532 nur fluoreszenz. wäre mal interessant die messung von günter zu sehen.
vg
joy
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Hallo,
meines Wissens ist eine Doppelbindung nicht leicht per XRD nachzuweisen.
Was unterscheidet ein C-C=C-C von C-C-C-C? Genau zwei Wasserstoffe und eine etwas andere Bindungslänge.
Der Wasserstoff ist per XRD kaum zu messen, da er kaum streut. Die Bindungslänge sollte bei langen organischen Molekülen und dem bekannten organischen "Rotz"-Kristallen kaum auffallen.
Aber da gibt es andere bessere Fachleute hier! Ich lass mich gerne verbessern!
LG
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> meines Wissens ist eine Doppelbindung nicht leicht per XRD nachzuweisen.
Doch; bei den Bindungslängen gibt es eindeutige Unterschiede.
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Du wirst einen Kristall isolieren, raus nehmen müssen, Günter hatte auch das Problem wenn ich das richtig verstanden habe.
habs gemessen, aber ich bekomme mit 532 nur fluoreszenz. wäre mal interessant die messung von günter zu sehen.
Günter seine Messung steht unter Refikit im Lexikon.
Viele Grüße
Stefan
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Hatte mich schon gewundert was da verbrennt ;))) war wohl Matrix. Die xx waren heile. Messe es wie du sagst nicht insitu.
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Ich hatte wie üblich erst mal in situ versucht und dabei auch nur Fluoreszenz gemessen. Hatte dann in der Dose noch lose Kristall-Krümel gefunden und die gemessen mit einem guten Ergebnis. Von der zweiten Probe habe ich auch noch einen Kristall von der Matrix abgenommen und lose gemessen, mehr oder weniger mit dem gleichen Ergebnis, einzelne Wellenzahlen Abweichung. Gegenüber den Daten aus Mineralogical-Magazine 79/2015 S.59-70 sehe ich als wesentlichen Unterschied die beiden zusätzllichen Banden bei 16xx cm-1, die anderen Banden sind nur geringfügig verschoben. Ich hatte dann in einem anderen Paper Hinweise gefunden, dass Banden in dem 16xx-Bereich bei C=C Doppelbindungen auftreten können. Daher mein Verdacht in die Richtung. Am Gesamtmolekül wird das ja vermutlich keine allzu großen Abweichungen in den Abmessungen erzeugen, so dass die Kristall-Zelle sich nur geringfügig ändert, was ja bei der Rruff-Messung so auftritt. Der Link zur Lexikonseite: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Refikit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Refikit)
Günter
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Hallo Günter, ich denke Du meinst den Artikelausschnitt.
Eine -C=C- Doppelbindung ist stärker als eine Einfachbindung, ihr Absorptionsbe-reich liegt daher zwischen 1600 cm-1 und 1700 cm-1, im Gegensatz zur Einfachbindung bei < 1200 cm-1.
Wobei bei dem IR-Spektrum auch bei 1689 eine C=O Doppelbindung angezeigt wird.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1518454528.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1518454528.jpg)
Viele Grüße
Stefan
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Ich hatte das irgendwo auch für Raman gefunden, war dann ein etwas weiterer Bereich angegeben.
Hier (http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/3/anc/ir_spek/allg_interpretation.vlu.html) habe ich es gerade nochmal gefunden.
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ja hier:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1518455379.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1518455379.jpg)
Interessant ist, dass bei "Krásno" eine Doppelbindung C=O bei IR zu sehen ist und bei Raman nicht. Während bei Deiner Messung bei Raman eine zu vermuten ist. Nach dem von Dir verlinkten Beispiel wäre ja ein Peak bei IR und Raman in der Veröffentlichung zu erwarten gewesen.
Viele Grüße
Stefan
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Hallo,
wenn meine Chemikerin mich nicht belogen hat, könnte es eine Fettsäure sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heneicosapentaens%C3%A4ure
leider sind da keine Daten verlinkt, wohl aber für die Säure mit der Kette C19
https://de.wikipedia.org/wiki/Arachidons%C3%A4ure
die aber flüssig ist!!! Vielleicht ist per Scifinder oder anderer Datenbank das IR-Spektrum zu finden.
das hilft vielleicht den Ramanspektroskopikern:
http://www.utsc.utoronto.ca/~traceslab/raman%20correlation%20table.pdf
http://www.horiba.com/fileadmin/uploads/Scientific/Documents/Raman/bands.pdf
@Uwe: Ja, ich hatte die Menge an C=C falsch ausgerechnet, dachte an viel weniger...
hth + LG
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Anbei meine Messung vom Refikit
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Hallo,
die Lage von IR und Raman-Banden sollte doch gleich sein, oder?
hilft dann vielleicht eine IR-Spektrensimulation?
http://www2.chemie.uni-erlangen.de/services/telespec/
Ich habe hier auch mal die Frage in unsere Simulationsrunde geworfen, ob da einer was weiss...
LG
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Interessante Diskussion!
Laut dem Abstract von dem 2015er Paper handelte es sich dort um ein Derivat dieser Substanz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Abietinsäure (https://de.wikipedia.org/wiki/Abietinsäure)
Macht es nicht Sinn, dass die aktuelle Bestimmung ein nahe verwandtes Derivat ist? Dann passt auch der Aggregatzustand!
Viele Grüße
- Björn
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Servus,
die Diskussion ist in der Tat interessant, aber dreht sich ein wenig im Kreis ;).
Nach Lektuere der Publikationen von Strunz et al. und Pazout et al. (nochmals Danke an Stefan) moechte ich folgende Fakten beitragen:
(1) Das Mineral Refikit ist eine uneinheitliche Substanz und besteht aus zwei verschiedenen, chemischen Verbindungen, A und B, die sich um zwei Massenzahlen (zwei H-Atome unterscheiden). Das Verhaeltnis von A zu B im Kristall wurde m. W. nicht bestimmt.
(2) A und B unterscheiden sich lediglich in einem Substituenten (in rot bzw. blau) am Terpengeruest aus drei sechsgliedrigen Ringen. Besagter Substituent ist entweder eine Isopropyl -CH(CH3)2-Gruppe (blau) oder eine Methylvinylgruppe -HC=CHCH3 (rot).
(3) Die Methylvinylgruppe enthaelt eine C=C Doppelbindung, die im IR und Ramanspektrum charakteristische Banden aufweist (> 3000 cm-1, ca. 3020 - 3080 cm-1 sowie ca. 1640 - 1680 cm-1).
Die Isopropylgruppe zeigt ebenfalls typische schwingungspektroskopische Absorptionen (C-H Streckschwingung liegt bei Werten < 3000 cm-1, ist aber von den anderen CH Streckschwingungen kaum zu unterscheiden).
Je nach Verhaeltnis von A zu B in der Probe sind die C=C Schwingungen mehr oder weniger gut beobachtbar (es gilt auch hier das Lambert-Beer-Gesetz). Dies koennte m. E. zwanglos die Messergebnisse von Guenter erklaeren.
(4) A und B besitzen beide Carboxylgruppen - die CO Schwingung sollte im IR sehr gut zu sehen sein.
Die Auswahlregeln fuer IR und Raman sind komplementaer: eine Schwingung die mit der einen Methode schlecht beobachtbar ist, sieht man mit der anderen gut: z. B. CO (IR +++) Raman (--).
(5) Refikit hat nichts mit Fettsaeuren zu tun, sondern leitet sich von dem Kohlenwasserstoff Phenanthren her.
Fortsetzung folgt - falls erforderlich.
BG
Harald
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> die Lage von IR und Raman-Banden sollte doch gleich sein, oder?
Das hängt von der Molekülsymmetrie ab:
Mutual Exclusion rule: Any molecule with a center of symmetry has no IR and Raman bands in common.
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Ich habe jetzt auch einen Kristall von der dritten Probe gemessen, die ich von Stefan erhalten habe. Hier ist das Spektrum fast exakt identisch mit dem Spektrum aus Mineralogical-Magazine 79/2015 S.59-70. Das hätte ich auch von Anfang an klar als Refikit angesehen. Letztlich scheinen in Stefans Probenmaterial zwei Varianten der Kristalle zu existieren. Die Kristallkrümel aus den ersten Messungen hat Stefan mittlerweile wieder zurück erhalten. Da wäre meines Erachtens eine genauere Untersuchung zu empfehlen, ob das nur der Unterschied von A nach B ist wie von Harald angeführt, oder ob das noch weiter gehende Unterschiede hat.
Ich habe die beiden Spektren nochmal zum Vergleich angehängt: fram-0179 ist die Messung an dem Material mit Doppelbindungsanteil, fram-0185 ist die Messung an dem Material ohne nennenswerten Doppelbindungsanteil. Auch im oberen Wellenzahlenbereich unterscheiden sich beide Spektren doch recht deutlich.
Günter
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Hallo,
ich habe einen Bekannten gefunden, der sagt, dass er IR und Raman möglicherweise rechnen lassen kann.
Ich sende ihm morgen mal die Daten.
LG
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Servus,
nun habe ich mir die Spektren aus Guenters letztem Beitrag noch einmal angesehen - mit den briefmarkengrossen Graphen im Lexikon war das doch ein wenig schwierig.
An Stelle langer Diskussionen scheint es angebracht, an ein wichtiges Prinzip der Naturstoffchemie zu erinnern:
Zwei chemische Verbindungen (z.B. eine in der Natur isolierte Substanz und deren synthetisches, im Labor erzeugtes Equivalent) sind dann identisch, wenn die IR-Spektren deckungsgleich sind und der Mischschmelzpunkt keine Erniedrigung zeigt.
Ich denke, dass man dies auch auf linienreiche (= informationshaltige) Ramanspektren uebertragen darf.
Im Fall des Refikits, der offensichtlich ein Substanzgemisch (aus zwei verschiedenen Verbindungen mit unbekanntem Mischungsverhaeltnis) darstellt, stellt sich damit sofort die Frage nach der Aussagekraft eines Spektrenvergleichs.
Spektren von Gemischen sind immer schwierig zu interpretieren - die Aussagekraft eines Spektren-Vergleich von Gemischen unbekannter Zusammensetzung erscheint fragwuerdig.
Es bleibt spannend ;D.
GA
Harald
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Nur als Hinweis - Bilder im Lexikon und auch die Graphen kannst Du auch in Voller Auflösung ansehen. Dann sind Sie nicht so popelig. Vg Stefan
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(4) A und B besitzen beide Carboxylgruppen - die CO Schwingung sollte im IR sehr gut zu sehen sein.
Die Auswahlregeln fuer IR und Raman sind komplementaer: eine Schwingung die mit der einen Methode schlecht beobachtbar ist, sieht man mit der anderen gut: z. B. CO (IR +++) Raman (--).
Ja, das ist klar. Daher auch mein Bezug zur Lage der Bande! Nicht zur Intensität.
Danke für den Input - ich würde dir glatt Daumen hoch für die beiden Beiträge geben, falls das hier ginge.
LG
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Servus,
so nachdem Guenter freundlicherweise seine Ramandaten zur Verfuegung gestellt hat, habe ich noch einmal die beiden Spektren zum Vergleich abgebildet.
Offensichtlich - und wie bereits von Guenter festgestellt - sind die beiden Graphen NICHT deckungsgleich. Da in beiden Faellen eventuell Substanzgemische vorliegen, sollte man keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen.
Beide Spektren lassen die Anwesenheit von C=C -Doppelbindungen vermuten. Oberhalb von 3000 cm-1 zeigt der Graph Fram 185 eindeutig eine H-C(sp2)=C(sp2) Streckschwingung, fuer Fram 179 ist dies weniger deutlich erkennbar.
Auch die beiden Banden bei 1650 und 1610 cm-1 lassen sich zwanglos C=C- Schwingungen zuordnen. Diese Absorptionen sind fuer Fram 179 viel staerker ausgepraegt als fuer Fram 185.
Auffaellig ist die starke -CH2-Streckschwingung bei ca. 2850 cm-1, die so nur bei Fram 185 auftritt. Da die Position dieser Banden i. A. nur wenig variabel ist, koennte dieser signifikante Unterschied auf das Vorliegen eines anderen, weiteren, jedoch sehr aehnlichen Triterpenoid-Geruests (mit mehr C=C-Doppelbindungen) hinweisen.
Abietinsaeure waere hierfuer ein moeglicher (vielleicht sogar ein heisser) Kandidat. Dies ist eine begruendete Vermutung - nicht mehr. Ich kann mich auch irren.
Es bleibt spannend !
Harald
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Hallo,
der Kollege versucht sich gerade an einer DFT-Rechnung zu den Spektren. IR hatten wir schon mal was versucht - aber kaum Zeit die zu vergleichen.
Vielleicht kommt Montag mehr raus.
LG
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Hallo,
ich möchte noch kurz einwerfen, dass die Probe von Joy und die damit verbundene Analyse aus dem selben Fund stammt. Irgendwie sind da die Peaks bis 470 völlig unterschiedlich.
Viele Grüße und Danke Joy
Stefan
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Vorsicht, Joy hat nur den unteren Wellenzahlen-Bereich gemessen, daher erscheinen die Banden stark überhöht. In meinem Spektrum erscheinen diese Banden im Verhältnis zu den intensiven Banden zwischen 2800 cm-1 und 3000 cm-1 sehr klein, sind aber auch vorhanden. Außerdem ist in Plot von Joy der Hintergrund entweder nicht oder mit einer anderen Formel abgezogen als bei meinem Spektrum. Die Intensitäten bei allen diesen Plots sagen nicht allzu viel aus, das Verhältnis der Intensitäten innerhalb eines Plots schon ein wenig mehr, aber auch das kann täuschen.
Ich habe die kleinen Buckel in meinem Plot mal mit Zahlen versehen, so dass man das gut vergleichen kann. Die Unterschiede zu Joys Messung liegen im Bereich der Messgenauigkeit.
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Außerdem hatte ich bei der Messung fram-0179 versucht den Block zwischen 2800 cm-1 und 3000 cm-1 mittels Peakfitting zu zerlegen. Den großen Peak in der Mitte könnte man evtl. noch durch zwei eng beieinander liegende kleinere Peaks ersetzen. Die Peakliste ist wie folgt:
# PeakType Center Height Area FWHM parameters...
%_1 PseudoVoigt 2930.95 12623.7 601278 42.7145 12623.7 2930.95 21.3573 0.1
%_2 PseudoVoigt 2871.66 5118.94 98328.7 17.2261 5118.94 2871.66 8.61303 0.1
%_4 PseudoVoigt 2965.98 1385.62 18832.8 12.1887 1385.62 2965.98 6.09435 0.1
%_5 PseudoVoigt 2977.48 2820.89 88549.9 28.1506 2820.89 2977.48 14.0753 0.1
%_6 PseudoVoigt 2892.62 3125.32 48165.3 13.8206 3125.32 2892.62 6.9103 0.1
%_7 PseudoVoigt 2955.33 3591.27 62042.7 15.4928 3591.27 2955.33 7.74638 0.1
%_8 PseudoVoigt 2902.53 4314.39 95245.3 19.7975 4314.39 2902.53 9.89874 0.1
%_9 PseudoVoigt 2883.74 2879.7 38982 12.1396 2879.7 2883.74 6.06979 0.1
%_10 PseudoVoigt 2857.01 3800.46 146813 34.643 3800.46 2857.01 17.3215 0.1
%_11 PseudoVoigt 2826.17 514.14 14416.7 25.1462 514.14 2826.17 12.5731 0.1
%_14 PseudoVoigt 2991.96 3027.77 193807 57.4028 3027.77 2991.96 -28.7014 0.1
%_15 PseudoVoigt 3054.67 553.791 19705.4 31.9099 553.791 3054.67 15.9549 0.1
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Servus,
um Missverstaendnisse zu vermeiden, habe ich mich ausschliesslich auf die von Guenter zur Verfuegung gestellten Daten bezogen.
Der Grund ist hierfuer ist einfach: der fuer die Spektreninterpretation/Strukturaufklaerung (in der Chemie) wichtige Bereich liegt einfach bei hoeheren Wellenzahlen ! Die Signale unterhalb von 1400 cm -1 sind oft nur sehr schwer eindeutig zuzuordnen und daher diagnostisch meist nicht sehr hilfreich. Natuerlich gibt es auch hier - wie fast immer - Ausnahmen.
Im vorliegenden Fall sind m. E. die relevanten Informationen zwischen 1500 und 3100 cm-1 zu finden.
Ich habe noch einiges an Literatur gefunden - wie meist, wenn man etwas tiefer graebt, wird es sehr schnell sehr kompliziert.
Das Grundgeruest aus drei sechsgliedrigen Ringen macht eine grosse Zahl an sehr aehnlichen Verbindungen (z. B. durch Verlust von Wasserstoffatomen und daraus resultierenden Doppelbindungen) moeglich.
Die Arbeit die hinter der Aufnahme der Spektren steckt, hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Das Signal (um 3000 cm-1), das durch die diversen C-H Streckschwingungen verursacht wird, kommt natuerlich durch Ueberlagerung der einzelnen Beitraege zustande - die von Guenter durchgefuehrte Dekonvolution zeigt dies deutlich.
BG
Harald
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Was das Mineral bzw. Mineralien angeht, es sind in allen Richtungen weitere Schritte eingeleitet. Sowohl die analysierte Probe von Günter als auch das Trägermaterial werden weiter untersucht werden.
Ich denke es wird noch interessant werden. Jetzt heißt es erst mal warten was dabei raus kommt. Es wird auf jeden Fall einen Bericht dazu geben. Nebenbei erwähnt, Refikit fluoresziert bläulich weiß unter langwelligen UV Licht.
Vielen Dank für die breite Unterstützung!
Viele Grüße
Stefan
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Bei der Suche nach "abietic acid" stößt man unweigerlich auch auf
Refikit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Refikit) - Zitat "is a derivative of abietic acid" - Mineralogical Magazine, February 2015, Vol. 79(1), pp. 59–70
Idrialit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Idrialit) - American Mineralogist, Volume 94, pages 1325–1332, 2009 (http://rruff.info/rruff_1.0/uploads/AM94_1325.pdf)
Fichtelit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Fichtelit) - Zitat: "is dominated by levopimaric and abietic acids, but also contains other related diterpene acids ..." - The Canadian Mineralogist Vol.33, pp.7-11 (1995)
Dinit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Dinit) - Zitat: "This suggests a possible relation of such minerals with the abietic acid ..." Eur. J. Mineral. 1991, 3, 855-861 (http://rruff.info/rruff_1.0/uploads/EJM3_855.pdf)
Wampenit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Wampenit) - European Journal of Mineralogy Volume 29 Number 3 (2017), p. 511 - 515
Hier noch ein paar Plots zum Verglich von Günters Raman mit "abietic acid" Abietinsäure
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Servus,
genauso ist es.
Abietinsaeure als heissen Kandidaten und wahrscheinlichen Verursacher des Raman-Spektrum fram-179 hatte ich bereits in Beitraegen am 2.3 und am 6.3 (mit Strukturformel und Interpretation) vorgeschlagen.
Schoen, dass die Ansichten hierzu nun konvergieren ;).
Wie ich bereits schrieb, reicht ein Ramanspektrum zum Beweis der Identitaet von Abietinsaeure & fram-179 nicht aus - hierzu muesste man etwas mehr tun.
Uebrigens besteht auch Idrialith aus mindestens zwei, allerdings chemisch voellig verschiedenen Verbindungen und ist genauso wie Refikit ein Substanzgemisch.
GA
Harald
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Hallo Harald,
aufgrund Deiner sehr fundierten Beiträge und dem womöglich sehr treffenden Hinweis habe ich auch die Spektren als Ergänzung verlinkt.
Weitere Untersuchungen stehen bereits an.
Viele Grüße und vielen Dank!
Stefan
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Jatzt habe ich auf einer Wurzel ein Mineral entdeckt, dass etwas anders aussieht. Passt hier die Kristallform noch zu Refikit? Oder sind die Kristalle einefach nur angeäzt, rundlich geschliffen oder sowas?
unbekannt
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1520757142.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1520757142.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1520757904.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1520757904.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1520758283.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1520758283.jpg)
zum Vergleich Refikit
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1520609763.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1520609763.jpg)
Viele Grüße
Stefan
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Können das Wachstumsbehinderungen durch umliegendes Holz sein? Durch veränderte Umgebungsbedingungen wieder angelöste Kristalle wären sicherlich auch eine Möglichkeit. Die Schmalseiten der Kristalle zeigen jedenfalls deutlich gerundete Formen, die keine vollständigen Kristallfächen sind. Da wir aber nach den bisherigen Untersuchungen schon zwei verschiedene Zusammensetzungen vorliegen haben, ist die Zuordnung momentan visuell m. E. eh nicht möglich.
Günter
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Servus Stefan,
Guenter hat sicher recht - eine Aussage durch visuellen Vergleich der Photos treffen zu wollen, ist nicht zielfuehrend. Ein Raman- oder IR-Spektrum sollte hier schnell Klarheit schaffen koennen.
BG
Harald
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Hallo,
danke Euch für Eure realistische Einschätzungen.
Jetzt habe ich so viele Proben herum liegen, dass es langsam aufwändig wird alls prüfen zu lassen :P. Mal sehen wo der Weg hingeht bzw. was bei den bisher angezettelten Analysen raus kommt.
Viele Grüße
Stefan
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Hallo Stefan.
Na dann weißt du wenigstens wie es uns Mikrosammlern so geht.
Wenn man entscheiden muß, ist es das wert untersuchen zu lassen oder nicht usw usw.
Lois
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Kleine späte Ergänzung:
Harald hatte weiter oben ein .pdf angehängt mit einem Refikit B. Die Darstellung würde auf Pimarsäure zutreffen die auch auskristallisiert.
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,45713.msg322414.html#msg322414
Siehe auch :
https://de.wikipedia.org/wiki/Pimars%C3%A4ure
http://www.thegoodscentscompany.com/opl/127-27-5.html