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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Harlekin256 am 27 Nov 17, 16:16
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Die beiden Steine sind meiner Tochter bei einer Wanderung aufgefallen. Könnt Ihr mir sagen, um was es sich dabei handelt?
Gruß, Tino
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Hallo Tino,
Ersteres könnte eine Toneisensteingeode sein, das Zweite sieht nach einem abgerollten Achat (die dunkleren Bereiche) mit Quarz oder Chalcedon (das helle in der Mitte) aus, wahrscheinlich aus dem Schotter eines alten Elbelaufes. Auf dem 3. Bild sind ja auch kleine Quarze erkennbar.
Wo wart Ihr unterwegs ? Westlausitz hört sich so nach der Kamenzer Ecke an?
Gruß aus Görliwood
Frank
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Hallo :)
genau, wir wohnen in der Kamenzer Ecke, in Schwepnitz. Das mit dem Achat dachte ich mir schon, bei der Geode war ich mir jedoch nicht so sicher. Interessant ist es aber allemal.
Viele Grüße
Tino
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Ersteres kann auch ein Sandstein sein. Die kommen entlang der alten Elbeläufe ebenfalls vor.
Gruß aus der Niederlausitz, Bernd J.
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Sehr mutig von Frank auf Grund dieser Bilder einen Achat zu erkennen.
Gruß Achatpeter
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Sehr mutig von Frank auf Grund dieser Bilder einen Achat zu erkennen.
Warum? Das ist ein ganz typisches Gangstück welches aus dem Osterzgebirge stammt und mit der tertiären Elbe ins heutige Fundgebiet gelangte.
Gruß aus der Niederlausitz, Bernd J.
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Ich erkenne auf den Bildern nicht die für einen Achat notwendige Milieufolge
Chalcedonband, Sphärolithe, Achatbänder.
Vielleicht hilft ein besseres Bild, welches klar die Milieufolge zeigt.
Gruß Achatpeter
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Ist doch alles da, unten Chalzedon es folgt ein breites derbes Quarzband dem sich eine dünne Chalzedonschicht anschließt. Ein typisches Gangstück aus dem Osterzgebirge. Nicht zu verwechseln mit den Mandelachaten aus Melaphyren beispielsweise. Mag sein das es bessere Exemplare gibt als das oben gezeigte. Und die von dir angesprochenen Sphäros sind nicht unbedingt deutlich sichtbarer Bestandteile eines Achaten. Abgebildetes Beispiel ist ohne einen Sphäro.
Gruß aus der Niederlausitz, Bernd J.
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Da muß ich Dich enttäuschen.
Bei der IMA wird der Achate als eigenständige Varietät des Quarzes geführt.
Das Alleinstellungsmerkmal ist eben die angegebene Milieufolge.
Wenn die Späros tatsächlich fehlen, dann ist es eben kein Achat
sondern Chalcedon oder eine andere SiO2-Varietät.
Gruß Achatpeter
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Ok. Deine Meinung. Für mich bleibt es ein Gangachat, bestehend aus aufeinanderfolgenen Chalzedonschichten ( mit derben Quarz als Zwischenlage), die wiederum aus mikrosphäros bestehen die aber fürs menschliche Auge ohne optische Hilfsmittel nicht sichtbar sind. Was ich noch nicht richtig definieren kann ist, das ein Achat plötzlich als Milieufolge dargestellt wird. Ich denke das ich für mich diese seltsame Disskusion an dieser Stelle beende. Bin trotzdem auf weitere Beiträge von dir gespannt.
Gruß aus der Gangachatreichen Niederlausitz :), Bernd J.
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Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten. Ich hab noch mal vier Bilder gemacht, vielleicht erkennt man auf diesen besser, was es sein könnte.
Viele Grüße
Tino
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Die Milieufolge beschreibt die Genese aller Achate. Leider kann ich in Deiner Antwort keine achatsachdienlichen Argumente finden. Ich werde diesen kurzen Mail-Abtausch unter der Rubrik "Kapitulation" abheften.
Mit freundlichen GLÜCK AUF
Achatpeter
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Könntest du bitte eine Quelle angeben? Ich würde das gerne in der Literatur nachvollziehen.
Danke und Gruß,
Sebastian
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Glück Auf!
erst einmal hätte ich das hier so heiß diskutierte Stück auch als Achat eingestuft, wie beschrieben halt mit dickeren Zwischenlagen von makrokristallinem Quarz. Von mir aus kann man das Stück auch als Wechselfolge von Achat und makrokristallinem Quarz bezeichnen.
Dass es einen mineralogischen Unterschied zwischen Achat und Chalcedon geben soll, finde ich ja schon mal phänomenal. Daher würde mich die Literatur ebenfalls sehr interessieren.
Vielleicht entpuppt sich die Diskussion ja auch als reines Definitionsproblem, da unter den Begriffen verschiedene Sachverhalte verstanden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Es gibt mehrere Literaturstellen.
Auf die Schnelle habe ich Lapis Nr. 7 Landmesser, Seite 59 gefunden.
Bild rechts unten. Wir sehen von unten zuerst auf das kriselige Chalcedonband, auf diesem sind die Sphärolithe aufgewachsen und auf den Spärolithen die Achatbänderung. Für jede Wachstumsphase (Chalcedonband, Spärolithe, Achat) ist im Hohlraum ein anderes Milieu notwendig. Deshalb ist diese "Milieufolge" für alle Achat gegeben. Fehlt eine der Phasen, dann ist es kein Achat.
In der Literatur gibt es Aussagen, dass der Achat eine Quarz-Varietät ist, andere Stellen reden von Chalcedon.
Mit freundlichem Gruß
Achatpeter
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Hallo,
Das ist aber keine wirkliche Definition.
Du hast doch gemeint die IMA definiert das.
Wo steht das mit der Defintion geschrieben?
Lapis ist keine wirkliche Angabe mit der ich wissenschaftlich arbeiten kann.
Beste Grüße,
Sebastian
P.S. Interessante Diskussion auch abseits der Frage!
Bitte nicht persönlich nehmen, kritisch hinterfragen gehört immer dazu!
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Hallo Sebastian,
wer, wann, wo zum erstenmal bzw zu letztenmal die Definition niedergeschrieben hat, kann ich im Augenblick nicht finden. Tatsache ist, dass jeder Achatkenner den Achat eben an diesen 3 Merkmalen (Milieus) sofort erkennt. (Das ist natürlich keine wissentschaftliche Aussage - ich weiß). Sollte mir noch eine Literaturstelle zulaufen, melde ich mich.
Doch zurück zum Ursprung und den Bildern von Tino.
An Frank: in welchem Bild und an welchen Merkmalen machst du deine Aussage fest, dass es ein Achat ist. Habe die Bilder nochmals angeschaut und keine "Achatmerkmale" gefunden.
Gruß
Achatpeter
Notizen aus dem Netz:
Suche nach Mineralien mit ähnlicher Chemie
Analyse Masse%
Strunz 9. incl. Aktual-isierungen
Lapis-Systematik
Hölzel-Systematik 4.DA.560
4: Oxide
D: Dioxide
A: Quartz-Gruppe
Hey's Index
Dana 8. Ausgabe
IMA Status kein anerkanntes Mineral, jedoch Chalcedon-Varietät
Mineralstatus Varietät
Varietät / Polytyp von Chalcedon
Varietät (Mineralogie)
Unter einer Varietät versteht man in der Mineralogie die unterschiedliche Ausbildung eines Minerals in Bezug auf seine Farbe, Transparenz, Tracht, Habitus oder Kristallgröße. Mineralvarietäten erhalten oft eigenständige Namen.
Kategorie:Varietät (Mineralogie)
In der Kategorie:Varietät sollen alle Mineral-Artikel aufgelistet werden, die eine Ausbildungsvariante (Varietät (Mineralogie)) zu den von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannten Mineralen darstellen.
Beispiel: Achat → Varietät von Quarz
Seiten in der Kategorie „Varietät (Mineralogie)“
Folgende 60 Seiten sind in dieser Kategorie, von 60 insgesamt.
!
• Varietät (Mineralogie)
A
• Achat
• Alabaster
• Amazonit
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Hallo,
ich denke, diese Diskussion läuft wieder mal im Kreis rum.
Es geht - zusammengefasst - wohl darum, ob alles was gestreift ist, als Achat zu bezeichnen ist oder nicht. Hat mit wissenschaftlich oder nicht nichts zu tun.
Und im konkreten Fall ist zumindest für mich nicht einmal 100%-ig sicher, ob es sich beim diskutierten Stück wirklich um Chalcedon handelt.
Kann sich genau so gut um Quarz (oder möglicherweise auch ein anderes Mineral) handeln.
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Lieber Tino
Wie Heli bereits angedeutet, könnte es sich durchaus um ein anderes Mineral handeln. Die Farbe als auch die innere Spaltstruktur als auch die zonaren Ringe könnten allenfalls auch auf ein abgerundetes Stück Tropfsteinmaterial hindeuten. Das wäre jedoch sehr einfach zu Testen, in dem Du einen Tropfen Säure aufbringst. Wenn es schäumt, ist meine Vermutung richtig, wenn nicht, kann man sich weiter über die verschiedenen SiO2-Varietäten unterhalten.
Gruss
Christian
z.B.: (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1187960909.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1187960909.jpg)
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Also Götze et al. Definieren Achat als gebänderte farbige Chalcedonbildungen. (Achate aus sächsischen Vulkaniten
Des Erzgebirgischen Beckens)
Bänderung sehe ich. Farblos ist es auch nicht, also passt Achat.
Ein typisches Gangstück aus dem Erzgebirge.
Gruß Sebastian
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Dieser Einschätzung stimme ich voll zu.
Gruß
Achatpeter
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Ein typisches Gangstück aus dem Erzgebirge.
Wie schon weiter oben festgestellt.
Dieser Einschätzung stimme ich voll zu.
Nun also doch?
@Brodi69, im beschriebenen Fundgebiet sind neben Altelbischen, südlichen Geröllen (Gangachate, Böhmische Achate und andere Quarzvarietäten sowie hübsche bunte versteinerte Hölzer) auch Eiszeitliche nördliche Geschiebe abgelagert. Allerdings hab ich in meiner schon Dreißig jährigen Sammelzeit noch keine weicheren Minerale wie beispielsweise Calcit oder Tropfstein gefunden. Die hätten einen Wassertransport oder Eisgang nicht überstanden. Den von dir angeregten Säuretest könnte der Finder zwar durchführen, doch wird er keine Reaktion hervorrufen, Quarz reagiert halt nicht auf Salzsäure.
Gruß aus der Niederlausitz, Bernd J.
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Speziel noch mal eine Frage an Achatpeter. In Antwort Acht gibst du an das in einem Achat neben anderen Komponenten Sphäroliten vorhanden sein müssen, andernfalls ists kein Achat. Meine Frage: Welches Mineral ist auf beigefügten Foto deiner Meinung nach zu sehen?
Gruß Bernd J.
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Nochmal zurück zum Eingangspost,
jemand findet nen Kiesel der wie ein abgerollter Gangachat aussieht, der es zweifelsfrei ist.
Nun kommt Achatpeter....
Alle "rasten" aus... >:D
Trxxx da jemand oder ist schon Weihnachten? >:D >:D >:D
GA
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Hallo, das finde ich gut, dass Du dich mit einem interessanten Achat einschaltest.
Zuvor meine Intension: Bei der Betrachtung und Beurteilung eines Achates gehe ich stets davon aus, dass die Genese in einem leeren Hohlraum beginnt. (Ausnahme ist, wenn vor der Achatgenese das Milieu "Weitere Mineralien" aktiv war, was aber hier offensichtlich nicht der Fall ist.
Genesefolge für diesen Achat:
A.) Leerer Hohlraum, der mit Wasser, einem Gas oder einem Gemisch von Beidem gefüllt ist.
B.) Die Diffusion der monomeren Kieselsäure beginnt.
C.) Das im Hohlraum wieder frei werdende SiO2 setzt sich (über verschiedene Modifikationen) wandauskleidend in gleichmäßiger Dicke an der Hohlraumwand ab. Es entsteht (im Chalcedon-Milieu) die hier dunkelbraume wandumlaufende Chalcedonschicht - gekennzeichnet durch den roten Pfeil.
D.) Milieuwechsel zum Sphärolith-Milieu. Die Sphärolithe sind hier nicht zu erkennen. Sicher jedoch ist, dass welche vorhanden sind und zwar sehr viele und auch sehr kleine. Als Indiz für diese Aussage zeigen die ersten Achatbänder konvexe Strukturen, was besonders deutlich im unteren Bereich beobachtet werden kann - weißer Pfeil.
E.) Milieu-Wechsel zum Achat- oder Bänder-Milieu. Wenn ich annehme, dass das Band zwischen den grünen Pfeilen Quarz ist, dann endet das Achat-Milieu an diesem Band und es erfolgt ein Milieu-Wechsel hin zun Milieu "Weitere Mineralien" und der Quarz wird abgelagert. Der blaue Pfeil könnte ein Neustart der Achatgenese sein (kommt gelegentlich vor). Ich kann schwer erkennen ob es Sphärolithe sind. Die folgenden Bänder lassen es jedoch stark vermuten.
F.) Zum Schluß, als letzte Hohlraumfüllung dann wieder der Quarz (gelb).
Für eine solche Betrachtung ist es eben wichtig, sich die Genese vorzustellen, die immer mit einem leeren Hohlraum beginnt.
So weit zur Genese.
Ich hoffe, das ist verständlich - sonst fragen.
Mit freundlichem GLÜCK AUF
Achatpeter
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Hallo,
hier das Bild mit dem weißen Pfeil.
Gruß AP
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Da hast du ja nun die Achatgenese oder eine Theorie darüber (ich weiß grad nicht ob es darüber nicht mehrere gibt) recht anschaulich dargestellt. Nur muß ich aber ehrlicherweise zugeben das ich mich damit noch nicht ernsthaft beschäftigt habe. Für mich steht die große Vielfalt an Achaten, ob Band, -Gang oder die böhmischen Mandelachate, die die alten Elbeläufe in der Lausitz zu bieten haben, an erster Stelle. Und das im Eingangspost hinterfragte Stück stellt für mich ein Gangstück aus dem Osterzgebirgsraum dar. Und diese Meinug vertrete ich anscheinend nicht ganz allein.
Damit klinke ich mich jetzt auch entgültig aus diesen Thread herraus und wünsche noch einen schönen Abend.
Gruß Bernd J.