Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralienbilder / Mineral Pictures => Gemischte Bildbeiträge => Thema gestartet von: etalon am 25 May 16, 20:55

Titel: Andreas Schmids Mineralienbilder
Beitrag von: etalon am 25 May 16, 20:55
Hallo Andreas,

also ich finde Deine Bilder auch absolut fantastisch!

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5847.msg299179.html#msg299179

Vor allem die Ausleuchtung der Stufen, aber auch die Stufen selbst sind spitzenklasse. Darf man fragen, mit was für Technik die Bilder entstehen?

Grüße Markus
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 25 May 16, 22:39
Stimmt, an den Bildern gibt es aber gar nichts auszusetzen- sehr, sehr gut. Allerdings interessiert mich auch die angewandte Technik.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 26 May 16, 08:51
Vielen Dank für eure Kommentare.
Zur Frage wie die Bilder entstanden sind hier die wichtigsten Fakten:
Geduld, Beharrlichkeit, Konzentration, Frustration, Wut.......

Zur Technik:
Sony Alpha 65
Tamron Makro 90mm
Stativ
Unzählige Energiesparleuchten oder LEDs je nach Situation und Anforderung.
Spiegel
Glasplatten als Hintergrund

Das wars
Aja Nachbearbeitung mit GIMP. Denn den Staub kann man beim Stacken einfach nicht vermeiden. Der rieselt während der Aufnahme einfach wieder drauf.
Zerene Stack Programm. Einzelbilder werden mit der Hand aufgenommen. Dazu verwende ich einen einfachen Schlitten mit  manuellem Vortrieb.

So das war aber wirklich schon :-)

LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 26 May 16, 12:27
Danke für die Bekanntgabe der technischen Daten. Die von Dir beschriebene Geduld und Beharrlichkeit sind schon ein Schlüssel zu Erfolg. Leider sind die Tamron Makroobjektive nicht billig. Werde wohl mal anfangen zu sparen  ;).

Gruß
Uwe 
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 26 May 16, 21:50
Hallo Uwe
ein gutes Objektiv ist ein MUSS. Habe vorher mit einem mittelmäßigen gearbeitet. Aber nicht lange. Aus Frustration habe ich dann eine Zeit lang das Fotografieren gelassen. Bis ich mich eben zu dem Kauf des Tamron entschlossen habe.
Allerdings möchte ich hier auch einmal eine Lanze für die Ausdauer, Detailverliebtheit und auch das Verständnis für das Objekt brechen. Viel zu sehr wird auf die technische Ausrüstung geschaut. Wenn man einmal die Mikrophotographie beiseite lässt ( die in erster Linie von der Ausrüstung lebt - und dann auch eine eher leichte Übung ist) ist gerade die richtige Beleuchtung eine Sache die einem schon einmal einen Tag rauben kann bis man ein Foto im Kasten hat. Ich denke viele angehende Hobbyfotographen unterschätzen den Aufwand den es braucht bis ein Stück perfekt ausgeleuchtet ist. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Für 90 % Qualität braucht man 10 % der Zeit. Und damit ist auch klar dass die letzten 10% eines guten Fotos alle Geduld und auch ein wenig Geschick des Fotografen fordern.

LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 29 May 16, 22:04
Hallo Andreas,

meine Bemerkung auf ein gutes Objektiv zu sparen meinte ich durchaus ernst. Aber mal noch einige Fragen: Wieviel Pixel hat der Sensor Deiner Sony Alpha und ist das Deiner Meinung nach relevant? Hast Du vor den Tamron Makro mit Zwischenringen gearbeitet? Wenn ja, war das Makroobjektiv eine spürbare Verbesserung der Bildqualität?

Gruß
Uwe
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Embarak am 30 May 16, 09:18
@Uwe,
Wenn es die Sony SLT Alpha 65 ist, hat sie einen  APS-C-Sensor 23,6 x 15,8 mm mit 24,7 MP, ist also kein Vollformat.
Damit sollte das 90 mm Tamron Macro mit dem Crop-Faktor 1,5 auf 135 Tele-Macro kommen .
(Der Abbildungsmaßstab von 1:1 wird dadurch nicht verändert.)
Vom 90er Tamron gibt es verschiedene: u.a. ein außen- und ein innenfokussiertes.
http://www.digitalkamera.de/Objektiv/Tamron/SP_90_mm_F28_Di_VC_USD_Macro_11_F004/39307/126525.aspx
@Andreas. Welches nutzt Du?
Hatte das 90er Tamron mal an ein einer EOS und war von der Qualität sehr beeindruckt.
Mich hatte allerdings bei meinem die Außenfokussierung gestört.

Norbert
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 May 16, 12:50
Hallo Uwe, hallo Norbert

hier gibt es viel zu sagen. Grundsätzlich spreche ich von Makrofotografie!! Im Gegensatz zur Makrofotografie ist bei der Mikrofotografie der Anspruch an die Technik größer. Letztlich lebt die Qualität der Mikrofotografie in erster Linie von der eingesetzten Technik und stellt an den Fotografen weit weniger Anforderungen. Außer dass er eben sein Gerät gut bedienen kann.
Für beides gilt aber dass das Kameragehäuse der mit Abstand unwichtigste Teil des Systems darstellt. Die Kamera und vor allem die Pixelanzahl wird weit überschätzt. In jedem Ding stecken im Prinzip dieselben Sensoren deren Signale von der Software der Kamera in ein Bild umgesetzt werden. Und hier wird erstmal auch die Nachbearbeitung zum wichtigen Thema. Es ist ein netter aber naiver Ansatz zu glauben ein gutes Foto ohne Nachbearbeitung machen zu können. Von Ausnahmen einmal abgesehen. Und eben mit der Nachbearbeitung kann man viele Eigenheiten einer Kamera verbessern oder die andere Kameras imitieren. Das hat natürlich auch Grenzen. Die Pixelanzahl ist auf keinen Fall ein entscheidender Faktor für ein gelungenes Foto. 12, 15, 24 egal. Es ist sogar so, dass es eine physikalisch machbare Grenzen dafür gibt. Dies gilt auch für Vollformat. Ganz egal welches Format der Sensor kann eben nur eine gewisse Dichte an Pixel gut vertragen. Ohne ins Detail gehen zu wollen. Diese Grenze ist sicher bei Halbformat bei den 24 MP und bei Vollformat ungefähr beim Doppelten. Ab dann wird die Qualität sogar wieder schlechter.
Das Objektiv hat da sicher den weitaus wichtigeren Stellenwert. Immerhin ist es das Bindeglied zwischen Objekt und Sensor. Und was das Objektiv nicht schafft kann der Sensor natürlich nicht abbilden. Zu der Frage mit den Zwischenringen ist zu sagen, dass Luft immer besser ist als Glas. So gesehen sind die Zwischenringe per se die bessere Lösung. Genauso wie der Balgen. Leider gibt es auch hier ein ABER. Denn auch der beste Balgen kommt nicht ohne Linse aus. Und hier haben wir wieder das Nadelöhr. Meist werden Normalobjektive verwendet die oft keine tolle Qualität besitzen. Super Normalobjektive kosten u.U. mehr als Makros. Und dann ist noch die Frage ob die Normalobjektive für die Art der Abbildung geeignet sind. Randunschärfen etc.
Übrigens gibt es Objektive auch gebraucht. Meines habe ich um 180.- auf eBay erstanden. Dachte schlimmstenfalls schicke ich es zurück. Kostet ein paar Euro. Aber es arbeitet seit 1,5 Jahren perfekt. Und was die Frage von dir Uwe betrifft ist die Fokussierung für mich nicht relevant da ich sowieso manuell scharf stelle. Und das ohne Ausnahmen. (beim Makro) Genauso wird bei mir die Belichtungszeit und Blende manuell eingestellt.
Noch was zur Sensorgröße. Der Unterschied zwischen Voll und Halbformat macht sich irgendwo bei Vergrößerungen ab 100 x 70 cm bemerkbar. Brauche ich nicht. Und wenn dann gebe ich das Bild einer Druckerei die das Foto mit vektorieller Bildbearbeitung auf 10 m vergrößern kann ohne Qualitätsverlust. Daher sind die Mehrkosten einer Vollformatkamera für mich nicht angebracht. Ein wirklicher Sprung (auch nur bei Vergrößerungen!!!!!!!!) sind dann Mittelformatkameras. Aber die Preise dafür sind schon gewaltig.
Fazit Objektiv wichtig, Gehäuse weniger. Ich muss dazu sagen ich bin resultatorientiert und nicht technikverliebt. Manche Puristen werden bei meinen Zeilen aufschreien. Aber für ein gelungenes Bild zählen bei weitem mehr das Können des Fotografen als die Technik. (Ausnahme Objektiv)
Apropos Nachbearbeitung. Diese ist wie viele meinen ein Derivat der Digitalfotografie. Stimmt nicht. Ich habe vor vielen Jahren beruflich mit Fotografie und Fototechnik zu tun gehabt. In diesem Zusammenhang haben wir auch Tests gemacht zum Thema Ausarbeitung. Es ging darum die unterschiedliche Qualität der Labors bei der Filmentwicklung zu testen. Und kurz gesagt alle Labors hatten völlig unterschiedliche Qualitäten. Und das lag an der Nachbearbeitung bzw Maschineneinstellung. Und das was damals gemacht wurde macht eben der Digitalfotograf heute selber mit GIMP oder PS.

LG
Andreas


Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Embarak am 30 May 16, 14:11
Hi Andreas,
Ich wollte eigentlich nur wissen, welche Version des 90er Du verwendest.
Mit Fotografie und Bildbearbeitung komme ich ganz gut klar...  ;)
Norbert
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 30 May 16, 14:17
Also grundsätzlich muss ich dir Rechtgeben, das objektiv ist wichtiger wie der Kamerabody. Und die Belichtung macht das Bild am Ende. Aber im Bezug auf die Mikrofotographie redest du Unsinn. Hier gilt genauso, dass die Ausleuchtung über die Qualität des Fotos entscheidet. Nur weils scharf ist heißt es doch noch lange nicht das es ein gutes Foto ist? Und mit der selben Ausrüstung machen die meisten trotzdem unterschiedliche Fotos mit unterschiedlichen Stilen. Das ist einfach falsch zu behaupten die Mikrofotographie braucht nur die richtige Ausrüstung. Die ist wichtig für die Schärfe, das Foto gestaltet man IMMER selber. Egal wo. Egal mit welcher Ausrüstung.
Gruß Sebastian
P.S. Schöne Fotos
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 May 16, 14:23
Norbert ich wollte die Antwort auf einmal geben. :-) Jetzt habe ich doch glatt die Version vergessen.
Ich habe keine Ahnung. Wie gesagt ich bin ausschließlich resultatorientiert. Wenn etwas gut läuft ist es ok wenn nicht schmeiß ich es raus egal ob Tamron, Sony oder Leica draufsteht. :-)
So habe es jetzt mit deinem Link verglichen. Weder noch. Allerdings sieht es dem rechten sehr ähnlich. Aber die Frontlinse ist zurückgesetzt.
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 May 16, 14:34
Danke Sebastian. Und ich wollte auch niemanden vor den Kopf stoßen. Schon gar nicht ambitionierte Mikrofotografen oder die die es gerade werden wollen. Allerdings sind die Möglichkeiten der Beleuchtung in der Mikrofotografie extrem eingeschränkt. Auch die Wahl des HG oder der HG Beleuchtung ist meist kein Thema. Aber gerade die richtige Positionierung der Spots dauert of Stunden. Und das gibt es in der Mikrofotografie nicht da es rein geometrisch diese Möglichkeiten nicht gibt. Ich arbeite manchmal mit 9 Spots und bis zu 5 Spiegeln. Weiter ist auch der  richtige Blickwinkel auf das Motiv extrem eingeschränkt da die meisten Kristalle im Mikrobereich auf verschiedenen Seiten durch die Matrix abgedeckt werden.

All dies benötigt aber das Feingefühl und die Kreativität des Fotografen in der Makrofotografie. Oder wie bei mir die Sturheit und die Leidensfähigkeit. :-)
Und wie immer  gibt es da und dort Ausnahmen!!!!

Ich freue mich wenn dieses Thema hier diskutiert wird. Kann allen nur nützen. Denn offensichtlich ist es für sehr viele Nutzer hier ein Anliegen ihre Stücke auch zu zeigen. Und es geht dabei nicht um Spitzenfotos. Aber auch um einen Stein einfach gut erkennen zu können bedarf es einiger Grundregeln.

LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 30 May 16, 14:51
Hallo,
die Position des kristalles, die perfekte Ausleuchtung etc braucht erheblich Zeit. Ich wäre vorsichtig mit solchen Aussagen wenn die persönliche Erfahrung fehlt. Ich wette mit dir die Ausleuchtungisz eines der kompliziertesten Themen. Und die Ausleuchtung, gerade weil es weniger Platz etc. gibt, ist anspruchsvoller als bei der Macrofotohraphie (eigene Erfahrung).
Ich will das jetzt nicht zerreden und stimme dir im Bezug auf die Macrophotografie zu, aber was die Microphotographie angeht sind die Einschätzungen meiner Meinung nach schlicht falsch.
Trotzdem schön das hier wieder diskutiert wird und ich freue mich auf weitere Beiträge.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 May 16, 15:14
Ok Sebastian. Dann lassen wir das hier so stehen.
Gerade die unterschiedlichen Meinungen machen eine Sache spannend und auch unterhaltsam.
Wir könnten darüber sicher ewig diskutieren. Und wie du richtig schreibst mir fehlt da die nötige Erfahrung. Darum habe ich auch nur meine Einschätzung UND die Erfahrung einiger Fotografen wiedergegeben die in beiden Themen Erfahrung haben.
Aber letztlich ist es wie bei allem wo der Mensch an seine Grenzen geht. Egal was man macht die Perfektion ist immer schwierig zu erreichen und fordert den Akteur bis an seine Grenzen. :-) :-)
Kannst du damit leben?
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 30 May 16, 15:18
Klar  ;D , den letzten Satz unterschreib ich sofort.
Nun können die Bilder wieder in den Vordergrund treten.
Beste Grüße,
Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 30 May 16, 15:22
Interessante Diskussion!

Eine Frage an die Diskussionsrunde: Es wurde geschrieben, daß Luft besser als Linsen ist. Kann ich nachvollziehen. Was meint Ihr? Zwischenringe und ein gutes Festbrennweiten-Objektiv - macht das Sinn oder ist ein Makroobjektiv besser?

Gruß
Uwe
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 30 May 16, 16:35
Es gibt auch die Möglichkeit mit einer Vorsatzlinse (z.B. Raynox 250) höhere Vergrößerungen zu erreichen. Ich denke das Tamron 90mm Makro ist vom Preis Leistungs Verhältnis unschlagbar. Ich würde es auch gebraucht kaufen, da habe ich bisher nie schlechte Erfahrungen gemacht. (Mein 60mm Macro von Canon kam 260€) gerade für Mineralienfotografie ist man bestens damit aufgestellt.
Grüße Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 03 Jun 16, 12:37
Hallo an alle Mitglieder

bin noch nicht lange aktiv hier, daher möchte ich Euch einladen einmal bei mir vorbei zu schauen. Es sind derzeit so um die 110 Fotos zu sehen. Es werden noch ca. 100 dazu kommen in der nächsten Zeit. Es sind alles Bilder aus meiner Sammlung und Fotos die ich in den letzten beiden Jahren gemacht habe. Würde mich über jegliches Feedback freuen. Auch konstruktive Kritik ist jederzeit willkommen.
Für Fragen stehe ich sehr gerne zur Verfügung.

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/UserHomepage?memberid=16584


LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 03 Jun 16, 14:22
Beeindruckend finde ich den unterschiedlichen Effekt beim Vergleichsbild des Granats aus Shigar Vally. Was die Beleuchtung so alles ausmacht. Hast mich überzeugt, die Ausleuchtung ist wichtiger als die Zahl der Pixel des Sensors.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1463861857.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1463861857.jpg)

Interessante Galerie.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Baryt-X am 03 Jun 16, 18:22
@ Andreas:

Das ist schon ganz großes Kino, was du hier zeigst! Chapeau!  :o

Habe mir auch deine Galerie angeschaut, - du hast natürlich recht: Geduld und viele Versuche sind das rechte Mittel für solche Klasse-Aufnahmen.

LG Andi
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 03 Jun 16, 20:57
Vielen Dank Uwe und Andi :-)
Ja das mit der Geduld ist so eine Sache. Ist bei mir Mangelware.
Dennoch muss man für ein gelungenes Bild manchmal viele Stunden rechnen. Und oft auch mehrere Anläufe. :-)

Wünsche euch viel Freude am Photographieren. Und wenns Probleme gibt, vielleicht kann ich ja helfen.

LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: UlrichW am 04 Jun 16, 02:11
Hallo Andreas,

das Du mit deinen Fotos ganz oben in der Rangliste der Mineralienfotografen agierst steht für mich außer Zweifel. Ich finde deine Bilder beeindruckend, vor allem weil die Lichtführung schon mit das Beste ist was ich bisher gesehen habe, Allerdings muß man auch sagen, das deine abgelichteten Stufen nicht die allerschlechtesten sind!!!!!! 
Aber es macht Spaß deine Bilder anzusehen.

Aber gerade beim anschauen der Bilder ist mir aufgefallen, das es etwas Besonderes mit den Bildern auf sich hat. Ich kam mir vor, als schaue ich gerade in den neuesten Mineralogical Record. Da wird auch nur noch abgelichtet was allererste Sahne ist. Das hat seine Berechtigung, nicht umsonst habe ich den Record abonniert.

Trotzdem schaue ich mir auch sehr gerne Fotos an die, wie ich so gern sage, aus dem Leben kommen. Stufen die selbst gefunden sind, Stufen die gekauft wurden aber eben schöne Sammlungsware und keine Top-Exponate sind.
 
In dem Zusammenhang fällt mir Uwe ein.
Du bist, wie auch, ich ein Sammler der alten Schule. Wir heben jeden Dreck auf und finden ihn wichtig und toll in unseren Sammlungen.  ;D

Und genau hier muss man, wie ich finde, anfangen einmal darüber nachzudenken warum wir, also Du und ich, Fotos machen. Den ersten Preis in Fotoqualität gewinnen wir eh nie. Wir machen doch die Fotos eher aus Gründen der Dokumentation und weil wir Spaß an den kleine schönen Dingen haben. Es ist faszinierend zu beobachten was mit einem passiert, wenn man mal so eine der Dubletten, so eine richtig olle, nimmt und daraus mal ein Foto macht. Auf einmal ist da ein wunderschönes Bild...und der Krümel, den man doch eigentlich wegschmeissen wollte. Und dann merkt man, das in der Mikrofotografie ein unermessliches Potential liegt. Nur wenige meiner größeren Stufen sind so gut, das sie sich für ein Hochglanzfoto ala Andreas eignen würden, aber meine Kramkiste ist voll mit Klamotten die bei Bildbreiten von 1-5mm sehr schöne Fotos ergeben.
Und da ich jedes Stück behalte von dem ich ein Foto habe, ergibt sich die kuriose Situation, das ich viele Stücke nun aufhebe, die ich vor einem Jahr noch ohne mit der Wimper zu zucken weggeschmissen hätte.
Also, warum es nicht einmal mit der Mikrofotografie probieren...kostet nicht die Welt. Ein Mitutoyo muss es am Anfang nicht sein.

Ich spiele oft selbst mit dem Gedanken mein Nikon CFI gegen ein Mitutoyo auszutauschen. Dann aber wiederum fällt mir der Satz mit dem Spatzen und dem daruf schießen ein, und ich bin eigentlich ganz happy mit meiner Billiglösung, vor allem mit dem Katagon 2.8/50 für 30 Euro!

Viele Grüße
Ulrich



Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 04 Jun 16, 08:15
Moin,
Also ich bin mir sicher das du das Nikon kaum gegen ein mitu eintauschen musst. Das mitu hat kaum Vorteile (ein paar schon z.B. Den größeren Arbeitsabstand, ein Tick schärfer in der Mitte, logitudinale CA...) aber ich denke mit dem Nikon kann man ebenbürtige Bilder schießen und in den Ecken ist es sogar schärfer.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: uwe am 04 Jun 16, 08:35
Gebe Sebastian recht. Auch mir ist es schon gelungen, mit einer Nikon und einigen Zwischenringen auf einem Gestell einige akzeptable Mikrofotos zu machen. Das Hauptproblem ist allerdings die Vibration, trotz Fernauslöser. Der Spiegelschlag genügt schon, um das System einige Zeit vibrieren zu lassen. Bei einem langen "Rohr" bestehend aus Zwischenringen und dem relativ schweren Objektiv macht sich das schon bemerkbar. Ich klemme nun überall Polystyrolblöcke in Zwischenräume.

Wie bereits in diesem thread mehrfach gesagt: Probieren, probieren und viel Geduld. Digitale Aufnahmen kosten ja nichts - nur eben Zeit.

Gruß
Uwe

Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 04 Jun 16, 14:49
Hallo Ulrich

vielen Dank für deine Ausführungen und deine lobenden Worte.
Du sprichst indirekt die Art des Sammelns an wenn du über gute und "normale" Stücke sprichst. Ich habe begonnen wie denke ich jeder begonnen hat. Man nimmt mit was man findet. Und wenn ich mir vorstelle ich hätte meinen Stil nicht geändert wäre jetzt nach 38 Jahren Sammeltätigkeit mein Haus mehr als voll. Rasch habe ich begonnen nur die besten Stücke mit nach Hause zu nehmen. Zur Freude meiner Sammlerkollegen die meine ganze Ausbeute oft bekommen haben weil eben nichts passendes dabei war. Sammeln macht trotzdem Spaß auch wenn ich oft leer ausgehe. :-) Ich möchte meine Stücke um mich in Vitrinen sehen können. Es ist für mich völlig bedeutungslos ob etwas in Schachteln im Keller liegt. Darum habe ich diese Schachteln auch nicht. :-) Ich muss aber sagen dass jede Form des Sammelns eine Bereicherung im Leben ist und absolut niemand darüber entscheiden darf ob eine Sammlung wertvoll ist oder nicht solange der Urheber damit glücklich ist. Ob es Kiesel vom nahen Bach sind oder "high end" Stücke aus aller Welt. Alles ist legitim solange es glücklich macht.

Nun aber wieder zum Fotografieren. Ich habe 2 Bilder hier gepostet (beides Kalzite siehe oben) die in meiner unmittelbaren Umgebung vorkommen und die ich vom Felsen gekratzt habe. :-) Und trotz der unscheinbaren Erscheinung sind es kleine Schätze wenn sie richtig fotografiert werden. Die Schönheit liegt oft vor uns aber wir müssen sie erschließen. Das will mit reinen Dokufotos oft nicht richtig gelingen. Darum beschäftige ich micht ein bisschen intensiver mit Fotografie. Du würdest dich wundern wie meine Stücke in der Realität aussehen...:-) Möchte aber dazu sagen dass nicht mit PS verändert wird.
Die Auswahl der Stücke wir immer leichter je kleiner sie werden, denn Mikros sind meist einfach schöner und unversehrter als größere. Darum ist ein direkter Vergleich meist auch nicht zulässig.
Ich wünsche dir viel Spass bei der Entdeckung deiner Schätze und freue mich auf deine Fotos.

Uwe ich verstehe deine statischen Probleme sehr gut. Ich habe aber einen riesen Vorteil mit meinem Kameragehäuse. Sony hat einen halbdurchlässigen Spiegel der sich nicht bewegt. :-)

LG
Andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: UlrichW am 04 Jun 16, 15:25
Hallo Andreas,

ich bin ehrlich beeindruckt! Was Du aus einem ganz normalen Calcit machst ist wirklich fantastisch.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5847.msg299538.html#msg299538

Jetzt kann ich deine Beweggründe nachvollziehen, vor allem den, die wahre Pracht einer Stufe heraus zu kitzeln. Das gelingt Dir vortrefflich und macht mich ehrlich gesagt nachdenklich. Das ist aber auch das gute an einem Forum, man bekommt neue Sichtweisen und neue Ideen!

Zitat
Ich möchte meine Stücke um mich in Vitrinen sehen können. Es ist für mich völlig bedeutungslos ob etwas in Schachteln im Keller liegt.

Menno, wie sich manchmal Gedanken ähneln. Mich nervt es seit geraumer Zeit auch, das ich viele Dinge, für die man viel Geld oder Schweiß geopfert hat, nur extre selten sehe. Da ich aber an sooo vielen Dingen interessiert bin, pendel ich im Augenblick zwischen zwei Extrempositionen hin und her. Einerseits MM, weil da kann man eben sehr viel auf sehr wenig Paltz unter bringen, und zudem komme ich eigentlich aus dem Lager der Krümelsammler. Andereseits will ich um ein schöneres größeres Stück keinen Bogen machen. Nur eben ausstellen kann ich es oft nicht.  Ich wundere mich immer wie Leute es hinkriegen, sich auf einige wenige Stücke zu konzentrieren. Ich krieg das nicht hin, ich bin da wohl zu undiszipliniert.
Ach noch etwas: Nutze meinen Link in der Signatur, da sind ein paar Fotos zu sehen.

Hallo Uwe,
ja, das mit den Vibrationen kenne ich nur zu gut. Ich kann, wenn ich meine Kamera auf "lifeview" stelle, sogar verfolgen wie lange es dauert bis der Spiegelschlag durch das System gewandert ist und sich im Foto zeigt. Da hilft nur Geduld!

Hallo Sebastian,
ich denke auch das das Nikon nicht schlecht ist, aber irgendwie habe ich immer noch Probleme mit der Schärfe. Ein weiterer, allerdings sehr kleiner Nachteil des CFI ist, das sie eben nicht ganz apochromatisch sind. In einigen Situationen sieht man immer noch einen kleinen chromatischen Fehler. Aber es erstaunt mich schon wie klein der ist, ich hätte da mit mehr Problemen gerechnet. Und das die CFI am Rand besser sein sollen als die Mitutoyos, das wundert mich sehr...nehme es aber gelassen und freudig hin!

Ich stelle die einzelnen Ebenen mittels eines Mikroskop-Feintriebes ein. Für ein automatisches Stacking fehlt mir im Augenblick der Sinn, aber ich denke über kurz oder lang wird da kein Weg daran vorbei gehen. Daher ist dein Hinweis bezüglich des CFI beruhigend...eine Baustelle weniger! Merci!

In dem Sinne, Glück auf
Ulrich



Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 04 Jun 16, 19:25
Hallo Ulrich,
Die Probleme mit der Schärfe würde ich zu 95% auf dein Setup schieben und nicht aufs objektiv. Jede Verwackelung kostet Schärfe, das muss ich auch erst nach und nach verbessern und dazulernen. Und gerade bei 1,x Bildbreiten kommt das sehr zur Geltung.
Mit Geduld und punktuellen Verbesserungen kommt man seinem Ziel langsam näher. Am objektiv liegt das aber erstmal nicht, das würde auch mit nem mitu nicht schärfer aussehen, wenn die Einheit nicht dafür optimiert ist. Die lohnen sich erst wenn man die Grenzen des Nikons erreicht hat. Und für das Geld eines mitus würde ich erstmal in das automatisierte stacken investieren. Da wird man doch verrückt bei über 100 Bildern.
@ Andreas
Die Calcite sind toll ausgeleuchtet, klasse.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 12 Jun 16, 17:56
danke sebastian. war gerade auf deiner website. kann es sein dass ich den barit von pöhla vom lapis wettbewerb kenne. sehr hübsche stufe.

gruss andreas
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Sebastian am 12 Jun 16, 18:12
Hallo Andreas,
Ja genau, das waren de ersten Versuche.
War mein einziger Kauf auf den Hamburger Mineralientage.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Harzsammler am 30 Aug 16, 20:14
@Andreas, sind die Mineralien original vor schwarzen Hintergrund abgelichtet oder ist dieser nachträglich so gestaltet worden?

Grüße,
Michael
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 Aug 16, 20:36
Michael der ist so wie du ihn hier siehst.
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Harzsammler am 30 Aug 16, 20:57
Ok - tolle Bilder!
Meine Kompakt-Kamera hat massive Probleme mit schwarzen Hintergrund.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Re: Mineralienbilder
Beitrag von: Andreas Schmid am 30 Aug 16, 21:02
Am besten gehts wenn du vorher mit wenig kontrast photographierst und dann beim entwickeln den kontrast auf normal erhöhst. Dann wird aus dunkelgrau oder anthrazit schwarz. Der hg muss vorher natürlich schon passen sonst gibts flecken oder rauschen. Und danke !! 😊