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Gesteine / Rocks / Rocas => Lexikon Diskussionen Gesteine => Thema gestartet von: Lexikon am 28 Mar 18, 15:04

Titel: Pegmatit
Beitrag von: Lexikon am 28 Mar 18, 15:04
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Pegmatit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=153)
Titel: Pegmatit
Beitrag von: Philip Blümner am 28 Mar 18, 15:04
Hallo,
allzuoft lese ich in der Literatur von "granite pegmatite" und oft sehe ich im Lexikon lediglich stattdessen die Zuordnung von Granit und Pegmatit bei der Fundstelle. Gibt es einen Grund, warum im Lexikon Granit-Pegmatit nicht angelegt ist?

LG Philip
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: loismin am 28 Mar 18, 19:53
Hallo.

Ganz einfach, Granit ist Granit und Pegmatit ist Pegmatit !

Loismin
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Sebastian am 28 Mar 18, 20:19
Hallo Alois,
Der Beitrag ist irgendwie inhaltslos oder ich verstehe ihn nicht.
1=1 und x=x ?
Granit-Pegmatit ist eine spezifische Pegmatitart. Sollte also als Unterpunkt zu Pegmatit gehören.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: uwe am 28 Mar 18, 20:19
Ich nehme mal an, daß sehr großkörniger Granit hier als Granit-Pegmatit bezeichnet wird. Das ist nicht ganz korrekt, den Pegmatit kann wesentlich vielfältiger sein als Granit. Also, wie Alois schon richtig gesagt hat: Granit ist Granit und besteht eben aus Feldspat, Quarz und Glimmer, egal wie groß die Kristalle dieser 3 Minerale sind. Pegmatit ist Pegmatit und besteht aus den verschiedensten Mineralen.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Sebastian am 28 Mar 18, 20:21
Nein, so ist es nicht gemeint.
Granit-Pegmatit = Pegmatit mit granitischer Zusammensetzung = Riesemkörniger Granit.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Florian am 29 Mar 18, 07:34
Hallo Zusammen,

mein Wissenstand ist - Pegmatit ist nur die Bezeichung für die Grobkörnigkeit - dann kommts drauf an aus welcher Schmelze sich der Pegmatit ableitet. Also es kann also Pegmatite aus granitischenschmelzen geben die aber  in anderen Gesteinen wie Granit liegen. -> Hier wird das kurz erklärt https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/pegmatit/12018 (https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/pegmatit/12018)

Oft ist es auch schwierig auf die Art des Pegmatites zu schließen - bei kleinen und unbekannten Pegmatiten ist meistens unbekannt aus welchen Schmelzen diese sich ableiten.

Gruß
Florian
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Sebastian am 29 Mar 18, 09:18
Also dort steht, das ein Pegmatit nach seiner Zusammensetzung klassifiziert wird, nicht nach seiner Herkunft!
Sprich Granit-Pegmatit = Pegmatit mit granitischer Zusammensetzung. In den allermeisten Fällen ist  aber der Granite der Ursprung.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 29 Mar 18, 13:34
> bei kleinen und unbekannten Pegmatiten ist meistens unbekannt aus welchen Schmelzen diese sich ableiten.

Mittlerweile weiß man, dass viele Pegmatite regionalmetamorph entstanden sind (Bsp. S-Norwegen, Koralpe/Saualpe in Österreich).
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: Philip Blümner am 30 Mar 18, 21:20
Danke für die Antworten. Würde also ein Pyroxenit-Pegmatit bspw. ein großkörniger Pyroxenit sein?
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: oliverOliver am 03 Jun 20, 21:29
Zitat
Würde also ein Pyroxenit-Pegmatit bspw. ein großkörniger Pyroxenit sein?

glaube ich kaum - ohne das jetzt recherchiert zu haben.
Pyroxenit ist eben Pyroxenit (egal wie groß die Komponenten sind), unter "Pyroxenit-Pegmatit" kann ich mir also nur einen pyroxenhältigen Pegmatit vorstellen (obwohl mir die Bezeichnung bisher noch nie untergekommen ist ... oder falls, dann wars nicht so prägnant, dass ich es mir gemerkt hätte)
Titel: Re: Pegmatit
Beitrag von: smoeller am 05 Jun 20, 17:09
Hallo,

Vieles richtig bzw. halb richtig.

Pegmatit an sich bezieht sich auf die Korngröße.

Der wesentliche Punkt zur Entstehung ist eine Schmelze, die an leichtflüchtigen Bestandteilen angereichert ist. Das ist eben nicht nur Wasser(-dampf), auch wenn dies meist der überwiegende Anteil ist. Fluor ist ein weiterer wichtiger Bestandteil, dazu weitere Halogene (insbesondere Chlor). Alle diese Bestandteile senken effektiv die Viskosität der Schmelze, so dass sie sich wesentlich besser in der Kruste bewegen kann. Die Viskosität von Silikatschmelzen hängt wesentlich vom Umfang der SiO4-Netzwerke ab, je größer diese sind, desto zäher (viskoser) eine Schmelze.

Einen weiteren Einfluss haben andere Bestandteile, z.B. Aluminium (s.u.) und Phosphor (als Phoshat).

Pegmatite können entweder aus einem Stamm-Magma gebildet werden (z.B. größere Granitintrusion) oder durch Aufschmelzen von bereits festen Gesteinen (Anatexis) und Abquetschen der gebildeten Schmelze in mobile Bereiche.

Nach der Platznahme kristallisieren Minerale nach ihrem jeweiligen Schmelzpunkt aus, wobei dieser durch die große Menge an volatilen Elementen je nach Druck (Tiefe der Intrusion) gegenüber "trockenen Systemen" erniedrigt ist. Zuletzt bleiben häufig (zumindest bei granitischer oder dioritischer Zusammensetzung) Quarz und Kalifeldspat übrig. Diese kristallisieren in einem Temperaturminimum  (Eutektikum) gemeinsam und oft in kurzer Zeit (man suche nach P-T-Diagramm Quarz-Feldspat). Diese Temperatur liegt weit unter der der reinen Minerale, je nach Volatilgehalt zwischen etwa 600 und 800 °C.

Dieses Produkt eutektischer Kristalisation heißt Schriftgranit, ist aber ein typisches Pegmatitgefüge.

Kalifeldspat solcher Pegmatite enthält häufig geregelte, spindel- bis fleckenartige Entmischungen von Albit (bis über 30%) und stellt häufig Mikroklin dar. Mikroklin aus Pegmatiten weist im Dünnschliff unter dem Polarisationsmikroskop oft eine Verzwilligung auf, die an ein Gitter erinnert (Kreuzgitterzwillinge). Mikroklin in Phosphatpegmatiten baut Phosphor für Si ein.

Pegmatite, die aus Metamorphiten mit tonigem, sedimentärem Ausgangsgestein (z.B. Paragneise) hervorgingen, weisen hohe Al-Gehalte auf, dazu häufig hohe Gehalte an P und K, während Ca zurücktritt. Solche Gesteine heißen peraluminös. Diese Gesteine führen Al-reiche Minerale wie Muskovit, Sillimanit, Andalusit, Disthen, Cordierit, evtl. Granat, Korund, bei viel Fluor evtl. Topas, ggf. Graphit als Relikt der Ausgangsgesteine. Ihr Sprektrum an Spurenelementen ist charakteristisch mit Anreicherung von Yttrium und Niob. Beispiele finden sich zahlreich, z.B. in Schweden oder der Oberpfalz.

Zur Klassifikation  Černý (2011)

Glück Auf!
Sebastian