Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Sonstige Lokationen u. Themen / Other Locations a. Themes => Thema gestartet von: oliverOliver am 15 May 18, 20:42
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nachdem ja schon einmal erwogen worden war, ein Thema für "vererzte Hölzer allgemein" zu starten, mach ich da jetzt mal den Anfang - und werde hier nach und nach links zu entsprechenden Forenthemen und Lexikon-Seiten zusammenstellen.
Beteiligung eurerseits würde mich freuen ... :D
also mal Forums-Links:
uranvererzte Hölzer: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,44400.0.html
Chrysokoll-Hölzer aus der Türkei: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,35798.msg265675.html#msg265675
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Bekant sind auch die permischen Cu-vererzten Hölzer aus dem Uralgebiet - anscheinend noch nix im Lexikon, glaub ich, aber im Forum: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,37275.msg273704.html#msg273704
(edit: inzwischen auch im Lexikon - sh. https://www.mineralienatlas.de/?l=50639)
Dann natürlich die großartigen chromvererzte Nadelhölzer ("Araucarioxylon arizonicum") aus Winslow, Arizona:
https://www.mineralienatlas.de/?l=46840
Wobei da die Frage ist, ob man hier wirklich von "vererzt" sprechen kann - die Kieselhölzer sind halt durch enthaltenes Chrom grün gefärbt ....
Und Marokko scheint diesbezüglich ein Paradies zu sein - einerseits die Cu-vererzten Hölzer aus Sidi Rahal: https://www.mineralienatlas.de/?l=46498, andererseits die Fe- und Cu-vererzten Teile aus Azrou: https://www.mineralienatlas.de/?l=45885
im Forum zu Sidi Rahal: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,35560.msg264613.html#msg264613
ja und dann gibts natürlich noch die limonitisierten Holzreste von unterschiedlichsten Fundstellen verschiedener Zeitstellung - z.B. hier: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30219.msg233104.html#msg233104
meist liegen die nur als Abdrücke im Limonit vor und nur selten körperlich erhalten, ich hab aber auch schon gute Achsen mit komplettem Querschnitt in Limoniterhaltung gesehen - leider aber nur gesehen, und nicht selbst gefunden ...
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Hallo Oliver,
ich würde vorschlagen, das Thema auf wirklich mit Erzmineralien permineralisierte Hölzer zu beschränken.
Bei den grünen Holzern aus Winslow/Arizona und auch Simbabwe handelt es sich um silifizierte Hölzer, deren Grünfärbung auf eingelagerten Cr-Ionen beruht, also nicht vererzt im eigentlichen Sinne.
Es gibt ja zahlreiche Hölzer in Pyrit-/Markasiterhaltung, Cu-, U-, V-vererzte Hölzer, etc.
Dies sollten wir versuchen, hier zusammen zu tragen.
Das wären meine Vorschläge.
Viele Grüße
Marian
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hallo Marian,
gut, stimme ich voll zu -
meine Bedenken bezüglich Winslow hatte ich ja schon oben geäüßert.
beste Grüße
oliver
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Pyritholz aus Aachen (Hegenrather Schichten) im Forum:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,10684.msg102912.html#msg102912
und, nicht ganz so spektakulär, aus den Marchschottern in Niederösterreich:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1507641171.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1507641171.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1504693223.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1504693223.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1504558645.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1504558645.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1501927673.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1501927673.jpg)
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Artikel auf mindat:
Dave Crosby, Vanadium, Uranium, Tantalum, Niobium, and Jet Petrified Wood. (Upheaval Dome, Moab / Utah)
https://www.mindat.org/article.php/2808/Vanadium%2C+Uranium%2C+Tantalum%2C+Niobium%2C+and+Jet+Petrified+Wood.
zitiert aus einem Artikel von Trites & Chew zur Happy Jack Mine (White Canyon Area, San Juan County, Utah):
Uranium occurs as bedded deposits, as replacement bodies in accumulations of "trash," and as replacements of larger fragments of wood.
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Hallo,
Im Bereich um Freihung und Wollau in der Oberpfalz gibt es Hölzer aus der Trias, die durch Galenit (Bleiglanz) vererzt sind. Näheres unter VFMG Weiden: http://www.vfmg-weiden.de/ming.htm
Eine recht seltene Form der Erhaltung.
Glück Auf!
Sebastian
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In Bolivien gibt es Holzstaemme komplett ersetzt durch Chalkosit, gediegen Kupfer, und/oder Kuprit. Sie finden sich im gleichen sedimentaere Sandstein und Tonschichte wie die beruehmte Pseudomorfosen Kupfer nach Aragonit, aber nicht im Corocoro Revier selbst, also nicht zusammen mit die Pseudomorphosen.
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halo Alfredo,
interessant - bolivische Cu-Erzhölzer waren mir bislang unbekannt.
Du schreibst "nicht im Corocoro Revier selbst" - hast du nähere Infos zu den Fundstellen bzw. zum Fundgebiet?
edit:
Corocoro im Lexikon: https://www.mineralienatlas.de/?l=6391
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Hallo Oliver,
Es war irgendwo im Ufer vom Desaguadero Fluss, ungefaehr nordwestlich von Corocoro, aber an das genauer Fundstelle erinnere ich mich nicht mehr.
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Halo Alfredo,
danke - das ist ja eh schon eine ziemlich genaue Angabe! :D
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Aus Cà di Vanni in Italien (Provinz Modena) wurde von Bertolani & Bertolani-Marchetti 1967 ein kupfer- und silbervererztes Agathoxylon beschrieben - nach der Abbildung auf Tafel 1 ein recht ansehnliches Stück .....
Dadoxylon fossilizzato con rame nativo nei “red-beds” di Ca di Vanni (Frassinoro – Modena).
http://www.socnatmatmo.unimore.it/download/Atti1967.pdf
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Südlich von Donezk in Donbass, auf der Fundstelle mit devonischer Flora bei Rasdolnoje, finden sich neben Kieselhölzern mehr oder weniger vererzte Stücke. Die Mineralisation ist unterschiedlich. Es sind zB die Stücke mit Kupfererzmineralisation beschrieben. Ich habe ein Stück mit überwiegend Mn-Oxid Mineralisation und mit etwas Pyrit (wie in Form von Kleinkristallen als auch feindispers).
Das sind die silbernen Bereiche auf dem Stück. Die rötliche Färbung mancher Bereiche ist duch Eisenoxide verursacht (kein Kupfererz).
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hallo Andrej,
willst du die ukrainischen Holz-Fundstellen nicht im Lexikon anlegen?
ich kenn mich dort leider gar nicht aus, also wären Fehler vorprogrammiert, wenn ich das übernehmen würde .....
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hallo Andrej,
willst du die ukrainischen Holz-Fundstellen nicht im Lexikon anlegen?
ich kenn mich dort leider gar nicht aus, also wären Fehler vorprogrammiert, wenn ich das übernehmen würde .....
Irgendwann würde mal das gerne machen. Es gibt dort so viele interessante Fundstellen, aber es fehlt bei mir immer die Zeit dafür. Ausserdem bin ich nicht ganz sicher, ob das Thema hier im Atlas aktuell ist .
Ein paar Fundstellen wurden bereits vom Marian Timpe erwähnt (http://petrified-wood.de/). Und ich habe einige von Fundstellen in meinem Webalbum kurz präsentiert:
https://www.flickr.com/photos/knjasew-ukraine-holz/sets/72157621831270121
Es kommen mit der Zeit noch weitere dazu, manchmal ganz unbekannte Fundstellen. Obwohl ich mit dem Thema ohnehin seit über 20 Jahren aktiv beschäftigt bin. Aber durch bestimmte Umstände im Land wird das momentan massiv gehemmt. Und es wird noch dauern.
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hallo Andrej,
Ausserdem bin ich nicht ganz sicher, ob das Thema hier im Atlas aktuell ist .
Aber natürlich! Das MA-Lexikon versteht sich ja als umfassende Dokumentation, also ist jedes geologisch-paläontologische Thema (und jede Fundstelle, sei sie auch temporär unzugänglich) aktuell.
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Markasitholz aus Aachener Sanden (Oberkreide, Santon). Fundort - kleine Baustelle in Aachen. Ziemlich seltene Kombination: die Aussenschicht verkieselt und der Kern - durch Markasit ersetzt.
Im Gegensatz zu den ähnlichen Hölzern aus anderen Sammlungen scheint das Markasit recht stabil zu sein. Nach fünf Jahren - kein Anzeichen für Zersetzung.
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ja, das ist wirklich eine ungewöhnliche Kombination ...
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Hallo,
das Thema habe ich verfolgt die letzten Tage. Finde ich schon interessant als Sulfidsammler. Gibt es nicht zufällig Antimonit nach Holz? ;)
Stoße gerade zufällig auf dieses Bild - könnte nützlich sein:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1303410247.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1303410247.jpg)
LG Philip
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Interessant!
leider gibt es auf der Lexikon-Seite zur Nacimiento-Mine keinerlei Angaben zu Geologie, Gesteinen (und deren Alter) etc. -
weiß zufällig jemand Bescheid über den geologischen Kontext?
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Vielleicht hilft's ja ein wenig ...
https://www.mindat.org/loc-7971.html
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Bei mindat gibt es noch mehr Bilder:
https://www.mindat.org/gallery.php?loc=7971&min=962
Habe herausgefunden: Triassische Sandsteine
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thx!
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Zitat Fototext mindat:
"These logs were the main source of ore for the open pit mine, and high silver values were found in some of the logs. Some logs were observed at over 1 meter wide and 6-10 meters long. "
ich schließe daraus:
a) wenn die "logs" die "main source" waren, muss es dort eine ganze Menge davon gegeben haben - sonst hätte sich ja der Abbau nicht rentiert!
b) "over 1 meter wide and 6-10 meters long. " - also lagen da wohl wirklich ganze Stämme drin!
Es müsste also auch komplette Achsenquerschnitte von dort geben ....
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ja, das ist wirklich eine ungewöhnliche Kombination ...
Die s.g. "normalen" Markasit-Hölzer kommen in den Aachener Sanden etwas häufiger vor (allerdings nur in den gelben Eisensanden). Das ist aber was anderes: Pflanzenmaterial ist verkohlt und in Markasitknollen eingebettet. Leider blühen diese mit der Zeit aus.
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Im Gegensatz zu den ähnlichen Hölzern aus anderen Sammlungen scheint das Markasit recht stabil zu sein. Nach fünf Jahren - kein Anzeichen für Zersetzung.
Dann scheint sich der Markasit doch eher schon in Pyrit umgewandelt zu haben. Ist der Markasit analysiert?
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Im Gegensatz zu den ähnlichen Hölzern aus anderen Sammlungen scheint das Markasit recht stabil zu sein. Nach fünf Jahren - kein Anzeichen für Zersetzung.
Dann scheint sich der Markasit doch eher schon in Pyrit umgewandelt zu haben. Ist der Markasit analysiert?
Nein, mein Stück wurde nicht untersucht. Da es noch ein paar absolut identische Stücke in den anderen Sammlungen gibt, bei denen Markasit nachgewiesen wurde, gehe ich aber davon aus. Könnte selbstverständlich auch Pyrit sein. Um so besser für mich ))).
Bei Schalenblende aus der Gegend zB. ist das selbe: bei manchen Stücken zersetzt sich das Markasit mit der Zeit, bei manchen - nicht.
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Anbei ein paar Beispiele rein limonitisierter Pflanzen aus Aachener Sanden (Zapfen, Nadelzweige, Früchte/Samen und Holz).
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https://www.crystalclassics.co.uk/product/native-copper-replacing-wood/
Habe schon auch 2,000 Jahre alte Holz aus Zypern mit viel mehr Kupfer drin als mann in diese Bild sieht. Und in der Ray mine, Arizona, gab es sowas nach viel kurzere Zeit, etwa nur 70 Jahre! John Veevaert Foto so ein Stück:
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Pyritholz aus Aachen (Hegenrather Schichten) im Forum:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,10684.msg102912.html#msg102912
Ich habe heute ein paar Stücke aus Hergenrather Schichten gefunden. Das ist wie Gagatholz mit Pyritkugeln/Adern als auch mehr oder weniger pyritisiertes Holz. Mal sehen wie lange diese aushalten bevor sie anfangen zu zerfallen.
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nach meinen (eher traurigen) Erfahrungen mit (v.a. oberösterreichischen) Hölzern in Pyrit/Markasit-Kohle-Mischerhaltung dürfte in solchen Fällen bei den FeS-Verbindungen doch meist Markasit die Hauptrolle spielen - womit ein (nahes) Ende leider abzusehen ist ....
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ich weiß, dass die Kugelpyrite aus Hergenrather Schichten von vorigen Jahren alle zerfallen sind. Zumindest bei meinen Bekannten Sammlerkollegen. Das kenne ich auch von Pyrithölzern aus Russland, zB aus Wolga-Region (Foto im Anhang). Andere Sache ist, dass es unterschiedlich verlaufen kann. ich bin nun sicher, dass die Westeuropa durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit für Pyritfossilien eher ungeeignet ist im Vergleich zB zu Russland oder USA. Dort passiert mit solchen Fossilien fast nichts oder nicht so schnell, soweit ich weiß.
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ich bin nun sicher, dass die Westeuropa durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit für Pyritfossilien eher ungeeignet ist im Vergleich zB zu Russland oder USA. Dort passiert mit solchen Fossilien fast nichts oder nicht so schnell, soweit ich weiß.
kann man so verallgemeinernd nicht sagen - ich hatte z.B. eine Menge "Pyrit"-Ammoniten aus Südfrankreich (Anfang der 1980er-Jahre gesammelt) - manche davon sind mittlerweile völlig zerfallen, andre (von den selben Fundstellen!) zeigen überhaupt keine Veränderung.
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Neues, hier auch dazupassendes Thema (Cu-vererzte Pflanzenfossilien) unter "Hessen":
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,49125.0.html
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"Goldene" Stigmaria aus Coal ball. Fast komplett pyritisiert. Fundort - Lissitschansk (Donbass). Mittelkarbon.
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nachdem wir ja weiter oben schon Chalkosin-Holz hatten -
bin gerade im Lex auf noch eines (von einem anderen Fundort) gestossen. Dürfte es also öfter geben (wenn auch insgesamt trotzdem selten):
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1283109093.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1283109093.jpg)
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klingt zumindest interessant:
Marchesini, M. (1999). Tronchi silicizzati: associazioni a rame, arsenico e vanadio. Riv. Min. Ital., Nr.2, S.116-22.
und ist im Lexikon bei dieser Fundstelle angeführt:
https://www.mineralienatlas.de/?l=10553
und auch bei dieser: https://www.mineralienatlas.de/?l=43713
Ob die Kieselhölzer da wirklich zusätzlich vererzt sind, oder eben nur mit Kupfer und Arsen assoziiert, weiß ich aber nicht - hab die Arbeit bislang nicht als pdf gefunden.