Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Petra Paraguay am 17 May 18, 14:39

Titel: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Petra Paraguay am 17 May 18, 14:39
Hallo Zusammen, der Stein auf dem Foto stammt aus den Bergen Paraguays. Er sieht für mich als Laie wie Jade aus. Vielleicht kann mir hier jemand mit der Bestimmung helfen: er ist ca. 6 x 5 x 4 cm groß, wiegt 128g, ist türkis/grün. Ich freue mich auf eine Nachricht.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Alcest am 17 May 18, 15:06
Hallo,

ich fürchte, dass du da nur künstliche Schlacke (aus der Verhüttung) vor dir hast. Wert: ideell.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: uwe am 17 May 18, 15:23
Für Schlacke ist es mir zu hell, es sei den es handelt sich um einen Glasfluß. Für letzteren stimmt aber der Bruch nicht. Es wäre sicherlich hilfreich, mal die Härte zu prüfen. Auch wäre es sinnvoll, mal die Fundsituation bekannt zu geben, z.B.: ist Industrie in der Nähe, stammt der Stein von einer aufgeschotterten Fläche usw.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: loismin am 17 May 18, 15:39
Hallo

Ganz sicher Glasschlacke links sieht man auch die Lufteinschlußlöcher dazu.

loismin
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Harzsammler am 17 May 18, 15:55
Für Schlacke ist es mir zu hell, es sei den es handelt sich um einen Glasfluß. Für letzteren stimmt aber der Bruch nicht.
...wiso stimmt dafür der Bruch nicht?
Das ist ein typischer Rest aus der Glasherstellung mit Anteilen von noch nicht vollständig geschmolzenen Ausgangsmaterial.
So auch in D. häufig auf alten Glashütten zu finden.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Alcest am 17 May 18, 16:00
Für Schlacke ist es mir zu hell, es sei den es handelt sich um einen Glasfluß. Für letzteren stimmt aber der Bruch nicht. Es wäre sicherlich hilfreich, mal die Härte zu prüfen. Auch wäre es sinnvoll, mal die Fundsituation bekannt zu geben, z.B.: ist Industrie in der Nähe, stammt der Stein von einer aufgeschotterten Fläche usw.

Gruß
Uwe

Härte bestimmt um 6,5. Kein Erkenntnisgewinn meine ich. Auch die Fundsituation ist bei sowas eher fragwürdig, solches Material wird doch gern mal sonst wohin hingekarrt.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Petra Paraguay am 17 May 18, 16:28
Ich lebe in einem recht unerschlossenen Gebiet in Paraguay, hier gibt es keine Industrie, etc.

Die Berge in denen ich hier lebe sind größtenteils vulkanische Ursprungs, Paraguay ist tropisch, in unserer Gegend wird viel Gold gefunden - vielleicht ist ja das noch ein Hinweis. Die Fundstelle ist keine Aufschüttung o.ä.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Petra Paraguay am 17 May 18, 16:29
Hier noch ein Foto ...
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: loismin am 17 May 18, 16:42
Hallo.
Die rechte Seite ist doch geschnitten, oder ?

Loismin


Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Blackminer am 17 May 18, 16:59
Ist die Härte bestimmt worden?

Von der Farbe und Glanz könnte doch auch Pektolit/Larimar sein. ???

Immer wieder schön so ein heiteres Mineralienraten. ;D
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: smaragd123 am 17 May 18, 17:08
Larimar aus Paraguay???
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Alcest am 17 May 18, 17:49
---Fremdverlinktes Bild entfernt---
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: felsenmammut am 17 May 18, 18:14
Glück Auf!

Mit den kugeligen Hohlräumen links unten auf Bild PY-1.jpg sieht das Stück schon sehr verdächtig nach etwas Geschmolzenem aus. Schlacke/Glas ist da durchaus möglich und wäre auch ohne Industrie in der Nähe machbar.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: raritätenjäger am 17 May 18, 20:55
Hallo,

das ist in der Tat Schlacke. Und die findet man in der Tat überall, an jedem noch so fernen, von jeglicher Verhüttung meilenweit entfernten Ort. Mannigfach auch in diesem Forum nachzulesen.

Gruß
Andreas
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Petra Paraguay am 18 May 18, 12:32
Hallo Zusammen,

Danke für die interessanten Anmerkungen. Ich habe mittlerweile einiges zum Thema Schlacke gelesen. Aufgrund des vulkanischen Bodens auf dem wir leben, ist das für mich nachvollziehbar.

Eine Frage bleibt mir da noch: Wie kommt es zu der grün/türkisen, glänzenden Farbe des Steines? Ist es möglich, daß die Schlacke ein Mineral einschließt?

Gruß
Petra
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Alcest am 18 May 18, 13:05
Es handelt sich hierbei um künstliche Schlacke, nicht um vulkanische Schlacke. Farbursachen gibt es zahlreiche. Ein Mineraleinschluss wird es nicht sein, sondern eher färbende Elemente. Kupfer, Cobalt (die beiden in diesem Fall wohl kaum), Eisen oder halt irgendwelche Zuschlagsstoffe aus der Hütte.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Harzsammler am 18 May 18, 14:53
Wird für die Glasherstellung normaler Quarzsand geschmolzen ergeben sich durch geringe Eisengehalte Grüntöne.

Ebenso werden die gängigen blauen Schlacken aus der Eisenverhüttung (z.B. Sieberachat) durch Eisen blau, blaugrün gefärbt.

Die grünen, durchscheinenden Glasschlacken von der Eisenverhüttung, die immer wieder mit Rückständen der Glasherstellung verwechselt werden sind auch durch Eisen gefärbt.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: harzgeist am 18 May 18, 21:38
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Alcest am 18 May 18, 21:44
Bei dieser speziellen Schlacke habe ich Kupfer ausgeschlossen. Dass Cu grundsätzlich keine Schlackenfärbung hervorruft, wusste ich nicht. Ich kenne nur diverse Cu-Mineralien auf Schlacke und ging deshalb davon aus, dass auch Schlacke durch solche Minerale gefärbt sein kann. Aber selbst ich kann nicht unfehlbar sein. (Achtung: Selbstironie)
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Fabian99 am 18 May 18, 22:06
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.

Hallo,

https://books.google.de/books?id=S5enBgAAQBAJ&pg=PA273&lpg=PA273&dq=f%C3%A4rbung+von+Cu+in+Gl%C3%A4sern&source=bl&ots=_LP-mEp6LT&sig=3WfdRooXGKaGPT_IXNicqQAivJ4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwid3_rbhZDbAhVBOSwKHS1vCx0Q6AEIJzAA#v=onepage&q=f%C3%A4rbung%20von%20Cu%20in%20Gl%C3%A4sern&f=false

meint was anders...

http://www.glaskomponenten.de/GlasChemie
auch, und das Patent EP2576430A2 schreibt
" Bei der Oxidfärbung (lonenfärbung) dienen Metalloxide, insbesondere der Metalle Elsen, Kupfer, Chrom, Cobalt und Nickel, als farbgebende Zusätze. Die Farbgebung im Gias beruht auf der Farbe der betreffenden Ionen in ihrer jetzigen Umgebung. Die gelösten Metallionen erstarren nach dem Einschmelzen des Gemenge, so dass das Glas sofort spektral eindeutig und nicht mehr veränderlich vorliegt."

LG
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: harzgeist am 18 May 18, 23:46
Auch die Annahme, dass es sich bei derart gefärbten Gläsern um Kupferschlacken handelt, ist nicht richtig. Obwohl die Färbung an Kupferminerale erinnert, ist sie durch Eisen(II)-Verbindungen hervorgerufen und nicht durch Kupfer.
Kupfer verursacht nur in Verbindung mit Kristallwasser oder der Hydroxylgruppe eine grüne bzw. blaue Farbe. (War auch in ausführlicherer Form kürzlich hier im Forum zu lesen, ich finde nur nicht mehr wo genau). Prozessbedingt ist dies bei Schlacke nicht der Fall.

Hallo,

https://books.google.de/books?id=S5enBgAAQBAJ&pg=PA273&lpg=PA273&dq=f%C3%A4rbung+von+Cu+in+Gl%C3%A4sern&source=bl&ots=_LP-mEp6LT&sig=3WfdRooXGKaGPT_IXNicqQAivJ4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwid3_rbhZDbAhVBOSwKHS1vCx0Q6AEIJzAA#v=onepage&q=f%C3%A4rbung%20von%20Cu%20in%20Gl%C3%A4sern&f=false

meint was anders...

http://www.glaskomponenten.de/GlasChemie
auch, und das Patent EP2576430A2 schreibt
" Bei der Oxidfärbung (lonenfärbung) dienen Metalloxide, insbesondere der Metalle Elsen, Kupfer, Chrom, Cobalt und Nickel, als farbgebende Zusätze. Die Farbgebung im Gias beruht auf der Farbe der betreffenden Ionen in ihrer jetzigen Umgebung. Die gelösten Metallionen erstarren nach dem Einschmelzen des Gemenge, so dass das Glas sofort spektral eindeutig und nicht mehr veränderlich vorliegt."

LG

Danke Fabian, für die Korrektur!
Du hast recht. Für die Borax- bzw Phosphorsalzperle ist grün bzw blaugrün für Cu angegeben.
Sorry, da muss ich dann wohl was durcheieinander gebracht haben. Kann besagten Beitrag auch jetzt noch nicht finden. Es wurde aber dargelegt, dass die Farbe von der Wechselwirkung des Kupferions mit dem Wasserstoff abhängt und mal grün und mal blau ist (wann grün und wann blau kriege ich nicht mehr zusammen) und wasserfreie Kupferverbindungen diese Farben nicht zeigen.
Was ich nicht verstehe:
Wasserhaltige Co-verbindungen sind pink, und wasserfreie - auch Gläser- tiefblau. Warum verhält es bei Kupfer nicht analog ? Oder warum können Cobaltgläser nicht pink sein?

Thomas
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Fabian99 am 19 May 18, 10:57
Hallo,

das war vielleicht die Geschichte mit dem Chrom-Alaun. Die wässerige Lösung hat eine andere Farbe als der Kristall. Die Ionen sehen eine andere Umgebung und dadurch kommt es zu Unterschieden in der Färbung. CuO ist doch auch rot, oder?

Typisch ist da z.B. die intensivere Farbe von Cu in Wasser als Tetra-Amin-Komplex oder einfach Cr3+ in Smaragd oder Rubin...

Die Vorhersage einer Farbe für Ionen ist nicht trivial, Nb in BaTiO3 ist blau, Fe in BaTiO3 ist grün, zusammen sind die aber gelblich und schwach gefärbt.

LG
Titel: Re: Mineralienbestimmung
Beitrag von: Axinit am 19 May 18, 11:42
Servus,

richtig, der Alaun  ;D.

Die Farbe von Metallionen kommt durch elektronische Uebergaenge (z. B. der d-Elelektronen) zustande. Die jeweilige Farbe haengt von der Wechselwirkung des jeweiligen Ions mit seiner Umgebung ab.

Im von Fabian erwaehnten Beitrag zum Alaun, wurde in diesem Zusammenhang auf die Kristallfeld- bzw. Ligandenfeldtheorie hingewiesen. Eine ausfuehrliche Erklaerung ist im Rahmen eines MA-Betrags nicht sinnvoll moeglich. Es gibt hierzu im WEB eine recht anschauliche Beitraege.

Cu(II)O ist uebrigens schwarz, wohingegen Cu2(I)O rot ist  ;).

GA

Harald