Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: elvslayer am 22 May 18, 18:46
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Hallo,
ich bin eigentlich Mineraliensammler und habe vor einiger Zeit in der Tongrube Rettigheim das folgende Stück gefunden.
Pyrit etwas mehr als 2 kg schwer mit den Maßen 13x11x7 cm.
Nach dem groben Reinigen sind mir die offensichtlichen pyritisierten Fossilien aufgefallen.
Kann mir jemand sagen um was genau es sich handelt ?
Vielleicht hat auch jemand einen Tip, wie ich den restlichen Ton lösen kann ? Mechanisch geht jetzt langsam nicht mehr so viel.
Gibt es Chemie, die den Ton löst aber den Pyrit unbeschädigt lässt ?
Vielen Dank schonmal im Voraus.
Michael
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leider vermag ich hier kein Fossil zu erkennen.
Grüße,
Michael
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Das sieht mir mehr nach einem Pyritkonglomerat - ohne Fossil aus.
Grüße Michael
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Ich meine hier schon etwas im markierten Bereich zu erkennen.
Ich meine vor allem die 6 kleinen Segmente, die aussehen wie ein Schwanz oder ähnliches
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Konglomerat scheint mir nicht ganz das richtige Wort - eher Konkretion ...
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Ich meine hier schon etwas im markierten Bereich zu erkennen.
Ich meine vor allem die 6 kleinen Segmente, die aussehen wie ein Schwanz oder ähnliches.
Wie sieht es mit der Entfernung des Tons aus ?
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Konglomerat scheint mir nicht ganz das richtige Wort - eher Konkretion ...
Natürlich Konkretion - danke für die Richtigstellung.
Grüße Michael
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Pyritkonkretion, Laune der Natur, wie immer man es nennen will - ein Fossil ist es nicht.
Den dunklen Ton hätte ich wegen dem farblichen Kontrast dran gelassen.
Grüße,
Michael
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Danke für die Antworten.
Bzgl. der Entfernung des Tons würde diesen aber schon gerne entfernen.
Hat hier niemand einen Tipp wie man diesen lösen könnte ?
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Hallo Michael,
den Ton bekommt man hervoragend mit dem Tensid Rewoquat entfernt.
Im Forum Steinkern findest Du nähere Beschreibung. http://www.steinkern.de/praeparation-und-bergung/praeparationswerkzeug/664-praeparieren-mit-dem-tensid-rewoquat.html (http://www.steinkern.de/praeparation-und-bergung/praeparationswerkzeug/664-praeparieren-mit-dem-tensid-rewoquat.html). Man bekommt dies bei Firmen wie Krantz.
Gruß Frank-Detlef Paul
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Wenn der Ton unbedingt runter soll, würde ich das nicht mit Chemie machen sondern Sandstrahlen.
Chemie würde sich unter Umständen negativ auf die Beständigkeit des Pyrits auswirken.
Grüße,
Michael
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Pyrit wird durch Rewoquat nicht angegriffen. Der Ton quillt auf und hebt dadurch seine Bindungskräfte auf.
Da es sich bei dem Stück vermutlich um Markasit handelt, ist ein Zerfall durch Ausblühen ob mit oder ohne Ton nahezu unausweichlich.
Strahlen mit Eisenpulver ist sicherlich eine Möglichkeit, das Equipment hierzu ohne Kompressor beginnt bei 800-1000 Euro.
Sandstrahlen mit Korund oder Quarzsand mit Wekstattstrahlgeräten zerstört die Konkretion
Versuch doch mal die Konkretion in den Geschirrspüler zu tun. Dies könnte auch schon einmal helfen.
Gruß
Frank-Detlef Paul
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Na das ist eine nette Überraschung - habe auffallend ähnliche Stücke aus Vorarlberg/Österreich und mich aber schon damit abgefunden, dass dieser dunkle Mergel/Schiefer nicht weg geht.
Bis zu welcher Härte funktioniert das Zeug denn, Detlef? Mir kam das nie so vor wie Ton, eher wie Schiefer/sehr harter Mergel. Habe auch alle Abstufungen von der Härte her. Bin mir vom Foto her sicher, das selbe Material auf meinen Stücken zu haben.
Ich denke mal, da gibt es ein Risiko, dass die Stücke zerbröseln, wenn mögliche Risse mit dem Ton ausgefüllt sind..
Danke und schöne Grüsse,
Johannes
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Interessant, dass Du von Markasit sprichst.
Wie kann ich denn feststellen, ob es sich um Pyrit oder Markasit handelt ?
Was kann ich denn gegen den Zerfall tun ?
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Hallo Michael,
bei solchen Konkretionen handelt es sich meistens um Markasit.
Ob sich diese sofort oder in einigen Wochen oder erst nach Jahren Zersetzen kann man nicht sagen.
Rieche mal daran. Riecht es schwefelig metallisch hat der Prozess meistens schon begonnen. Du solltest die Konkretionen nicht in Pappschachteln aufbewahren, da sich bei diesem Prozess Schwefelsäure bildet. Riecht nichts sollte man das Objekt regelmäßig ( ein bis zweimal im Jahr ) kontrollieren und nicht in feuchter Luft und wechselnden Temperaturen aufbewahren.
Fossilien aus Markasit wurden deshalb in Instituten auch wie Gewürzgurken in Paraffinöl eingelegt.
Ein anderes Verfahren wird im Forum Steinkern empfohlen http://www.steinkern.de/praeparation-und-bergung/tips-tricks-und-fallbeispiele/715-die-konservierung-sulfidisierter-fossilien-mittels-ethanolaminthioglycolat-und-paraloid-b67.html (http://www.steinkern.de/praeparation-und-bergung/tips-tricks-und-fallbeispiele/715-die-konservierung-sulfidisierter-fossilien-mittels-ethanolaminthioglycolat-und-paraloid-b67.html)
Gruß Frank Detlef Paul
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Hallo,
das kann ich dir nicht zustimmen, ich habe von einigen eine XRD machen lassen. Meist war es von der beprobten Fundstelle Pyrit - aber ich habe auch Knollen, die aus Pyrit und Markasit bestehen.
LG
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Ich denke mal, da gibt es ein Risiko, dass die Stücke zerbröseln, wenn mögliche Risse mit dem Ton ausgefüllt sind..
...genau, sollten Risse in dem Stück sein, dann wird ein Tensid wie Rewoquat es zerstören.
Als ich noch in Tongruben unterwegs war ist mir das mehr als einmal passiert. Außerdem war meine Erfahrung, dass diese Stücke später eher zum Zerfall neigen. Das Tensid bekommt man auch sehr schwer aus diesen meist strahlig aufgebauten Konkretisieren wieder raus.
Als Strahlgut zum Sandstrahlen kann ich Soda bestens empfehlen.
Grüße,
Michael
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Hallo Michael,
leg die Stufe in Zitronenreiniger (gibts bei Aldi etc.). Hat sich bei den Pyritkugeln von Rettigheim immer bewährt.
Zur Sicherheit kannst du es ja an einem kleineren Stück von dort nochmal ausprobieren. Denke du hast noch mehr Pyritkonkretionen gefunden.
Gruß
Gerdchen
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leg die Stufe in Zitronenreiniger (gibts bei Aldi etc.). Hat sich bei den Pyritkugeln von Rettigheim immer bewährt.
Das würde ich auf gar keinen Fall machen!
Solche Produkte können immer Bestandteile enthalten, die die Zersetzung erst recht befördern, z.B weil sie hygroskopisch sind. Siehe den Beitrag von Michael, zwei Posts weiter oben, mal ganz abgesehen davon dass ein saurer Reiniger sowieso bei Pyrit bedenklich ist.
Ich bezweifele nicht, dass der Pyrit schön glänzend wird, aber ich habe arge Bedenken was die Langzeitstabilität betrifft.
Wenn überhaupt, dann würde ich die Stufe eher in eine gepufferte Dithionitlösung (höchstens halb so konzentriert wie im Rezept zur Rostentfernung angegeben) einlegen. Dadurch wird der Pyrit genau so blank und beugt auch dem Zerfallsprozess vor. Nach meinen Erfahrungen wird auch der Ton zum Aufquellen gebracht, wodurch er sich leichter entfernen lässt.