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Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: mineraliker am 05 Jun 18, 20:06

Titel: Hilfe bei Bestimmung / synthetisch
Beitrag von: mineraliker am 05 Jun 18, 20:06
Hallo zusammen.
Ich bin neu hier um Forum und hoffe, jemand kann mir bei der Bestimmung eines mir unbekannten Minerals helfen. Ich habe das Stück vor einiger Zeit von einem befreundeten Sammler erworben. Er hielt es für einen Pyrit, was es allerdings mit Sicherheit nicht ist. Er selbst hat die Stufe in den 70er Jahren in Brasilien erworben. Ich will die Stufe nicht beschädigen, um eine Chemische Analyse durchführen zu lassen. Deshalb hoffe ich, dass jemand schon mal so etwas gesehen hat. Auf der Unterseite des Stücks ist ein wenig Matrix, sieht nach Pegmatit aus. Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: michaelh am 05 Jun 18, 20:30
Hallo Enrico
Für mich sieht das syntetisch aus. Mach doch mal ein Bild von der Unterseite.

Grüße Michael
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Conny3 am 05 Jun 18, 20:30
Hallo Enrico,

synthetisches Eisensilikat - eine Art Schlacke? Unter Vorbehalt. Ich glaube so etwas schon einmal gesehen zu haben.
Ist auf jeden Fall künstlich und kein Pyrit, wie Du schon sagtest. Die Unterseite bitte einmal fotografieren hilft vielleicht auch weiter.

Gruß Conny
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 07 Jun 18, 09:37
Danke erstmal für die Antworten. Aufgrund der Hohlkehlen hab ich mr schon gedacht, dass es sich um eine Synthese handeln könnte. Einzig die Matrixreste gaben mir zu denken
Ich bin erst am Wochenende zu Hause. Dann stelle ich noch ein Bild davon ein.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Roadrunner am 07 Jun 18, 20:35
Hallo,
also Pyrit glaub ich nicht, da die Farbe und vor allem die Kristallform nicht passt. Pyrit ist eher gelblich bis grünlich und hat Kristallformen hauptsächlich nach dem Würfel und die Kombinationen daraus. Das hier sind eindeutig Tetraeder und dazu noch perfekt orientiert verwachsen. Meiner Meinung nach auch zu perfekt verwachsen um natürlichen Ursprungs zu sein, aber da kann man sich täuschen. Ich werfe mal einfach mal Tedraedrit in den Raum.
Nur hab ich den auch so orientiert verwachsen auch noch nicht gesehen.
Wenn die Stufe wirklich echt sein sollte, ist sie etwas besonderes.
Mach doch einfach mal einen Strichtest, das kann die ganze Sache schon eingrenzen und beschädigt die Stufe auch nicht wirklich.
Bis dann
Mark
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: harzgeist am 07 Jun 18, 21:33
Ein Foto der Rückseite könnte auch weiter helfen!

Kann man mit einem Eisendraht(Büroklammer)/Cutter-Messer/Glasscherbe/Quarz einen Kratzer erzeugen? 

Wenn ja, wie verhält sich das Material dabei: entsteht eine Wulst (wie in Butter) oder nur Staub, und fliegt der Staub mit knirschendem Geräusch davon oder bleibt er neben dem Kratzer liegen?
Wenn nicht, kann man dann Glas damit ritzen?

Leitet es den elektrischen Strom?  Falls du selbst kein Multimeter oder Durchgangsprüfer hast, kann das jeder Elektriker oder Kfz-Werkstatt feststellen

Bist du sicher, dass da wirklich Matrix dabei ist?  Wenn das komplette Stück aus den gleichen Material bestehen würde, macht auch eine Dichtebestimmung Sinn (bitte nach dem Auftriebsprinzip! ) Falls nicht, bitte ein Foto der Matrix machen.

Für mich sieht das Stück künstlich, wie aus einer Schmelze erstarrt aus, ich hoffe ich irre mich. Pyrit keinesfalls!

Thomas
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Fabian99 am 07 Jun 18, 22:17
Hallo,

für mich sieht es sehr synthetisch aus.
Daher Rückseite und Seiten bitte

LG
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: loismin am 08 Jun 18, 06:51
Hallo.

Mensch das ist eindeutig was künstliches .
Man sieht ja rundrum die Abdrücke vom runden Topf in dem es entstanden ist !
Am wahrscheinlichsten ist Fayalith von der Kristallform her.

Loismin
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Fabian99 am 08 Jun 18, 08:25
Einfacher ist Bismut - wenn sich einer Mühe gibt und nicht nur die offenen Dreiecke züchtet, könnte es passen. Beim Fe2SiO4 liegt der Schmelzpunkt bei 1150°C. Da sind so kleine Tiegelchen unwahrscheinlich.

LG
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 10 Jun 18, 19:58
Hallo zusammen.
Erst mal Danke für die vielen Rückmeldungen. Ich konnte heute noch einige Bilder und Tests machen. Die Farbe erinnert an Arsenopyrit, die Strichfarbe konnte ich leider nicht bestimmen. Das Material ist härter als Messing und weicher als Glas, etwa so hart wie Stahl. Ich konnte mt einer Stahlnadel keinen sichtbaren Kratzer erzeugen. Es leitet Strom sehr gut und die Dichte beträgt 6,2725 g/cm3.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 10 Jun 18, 20:13
Hier noch ein Bild vom Bruch. Sieht spröde und unregelmäßig aus.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 10 Jun 18, 21:24
Eindeutig synthetisch.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: harzgeist am 10 Jun 18, 21:25
Ich bleibe dabei: aus einer Schmelze erstarrt. Dabei schwammen die Quarz(?)splitter auf der Schmelze und täuschen eine Matrix vor. Das Stück dürfte durch Abkühlung von der Oberfläche her entstanden sein - wie die Haut auf heißer Milch.
Ich kenne mich mit metallurgiscchen Produkten nicht aus, werfe wegen der relativ geringen Dichte einfach mal Ferrosilizium in den Raum ...
Oder evtl eine Legierung von Al oder Mg, weiß allerdings nicht ob und mit welchen Partnern die Eutektika (um ein solches muss es sich handeln) bilden, geschweige denn deren Dichte.

Thomas
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Fabian99 am 10 Jun 18, 22:24
Hallo,

ich dachte eher an eine Sandform. Ferrosilicium ist dunkler und freinkörniger. Ohne die Dichte würde ich für Bi stimmen. Form und Farbe passen. Härte und Dichte nicht
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Harzsammler am 10 Jun 18, 22:43
Hat man schon mal einen Magnet an das Stück gehalten?
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 11 Jun 18, 07:26
Es wird von einem Magnet etwa so stark angezogen wie Magnetit.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 11 Jun 18, 10:08
Ich konnte die Dichte heute noch etwas genauer bestimmen.
Sie liegt bei 6,2915 g/ cm3. Ich habe auch noch ein Reflexionsspektrum der Oberfläche erstellt. Vielleich hilft das noch ein bisschen weiter.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: harzgeist am 11 Jun 18, 10:27
Irgendwas in dieser Richtung, wobei vieles wegen der Dichte schon ausgeschlossen werden kann

http://www.amperealloys.com/de/produkte-2/ferro-legierungen/
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Roadrunner am 11 Jun 18, 18:17
Hat man schon mal einen Magnet an das Stück gehalten?

Eine sehr gute Frage wie ich finde. Den Fotos nach zu urteilen bin ich mir auch zu 99% sicher das es synthetisch ist und aus einer Schmelze erstarrt ist. Nur um welche Legierung es sich nun handelt, kann man sicher nur über eine Analyse erfahren. Ungewöhnlich sind schon mal die dreieckigen Kristallbildungen. Als Mineral wohl eher uninteressant, aber nichtsdestotrotz eine sehr interessante Phase.
Bis dann
Roadrunner
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: mineraliker am 21 Jun 18, 08:53
Als Erstes möchte ich mich für die Hilfe bedanken, einige Beiträge haben mir weitergeholfen. Ich hatte gerade die Möglichkeit, die Radioaktivität des Stücks zu messen. Es ist nicht radioakriv.
Ich glabe nicht, dass es sich um eine reine Metall-Legierung handelt. Dafür ist mir der Bruch einfach zu spröde. Da es sich von der Dichte, Härte und Farbe her um Arsenopyrit handeln könnte, nehme ich an dass es sich um ein Nebenprodukt der Eisenverhüttung handelt, so ähnlich wie die polnischen Zinkite.
Titel: Re: Hilfe bei Bestimmung
Beitrag von: Harzsammler am 21 Jun 18, 09:26
Ich glabe nicht, dass es sich um eine reine Metall-Legierung handelt. Dafür ist mir der Bruch einfach zu spröde. Da es sich von der Dichte, Härte und Farbe her um Arsenopyrit handeln könnte, nehme ich an dass es sich um ein Nebenprodukt der Eisenverhüttung handelt, so ähnlich wie die polnischen Zinkite.
... jetzt kommst du auf den Holzweg  ;)
Diese angesprochenen Ferro-Legierungen sind sehr spröde. Sie werden beim Herstellungsprozess in flache Wannen gegossen und nach dem Erstarren in verschiedene Körnungen gebrochen.
Dafür spricht auch die elektrische Leitfähigkeit und das Ansprechen auf einen Magnet.