Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Talha am 28 Jul 18, 23:16
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Hey, bin neu hier. Hoffe jemand kann mir weiterhelfen.
Ich interessiere mich seit langer Zeit für Minerale und seit neustem schneide/schleife und polier ich diese mit sehr viel Spaß. Es geht in meiner Frage sowohl um die Bestimmung und Eigenschaft zweier Steine, als auch Allgemeines. Hoffe es ist an richtiger Stelle und alles nach Vorschrift :D
Nun, zu meiner Frage: Woran kann es liegen, dass manche meiner Ergebnisse(trotz sehr ähnlicher Bearbeitung - denke ich), deutlich glattere Oberflächen erhalten am Ende? Ich hab mal Bilder angehangen von einem nach meiner Ansicht nach enttäuschendem Ergebnis(der Grüne, 3Bilder) und einem wo ich sehr zufrieden war am Ende (2farbig,1Bild)
Ich benutz zum Schleifen verschiedene Korundkörnungen an einer Flex(Ja, sehr unprofessionell, aber mir machts Spaß :D)
Zur Frage zurück - woran liegt es nun ? Gibt es Minerale, die einfach eine solch glatte Oberfläche nicht erreichen können? Muss ich evtl jedes mal ein ganz neues Korundblatt verwenden ? Hab ich vielleicht doch etwas anders gemacht, wie zum Beispiel zu früh zur nächst feineren Körnung gewechselt? Ist die durch die Reibung entstandene Wärme vielleicht für manche Minerale "ungesund" ? Könnte mir jemand bei der Gelegenheit, falls wer durch ein Bild ermitteln kann, sagen was das für Steine sind ? (Gekauft hab ich sie als 1kg Rohmischung, mit der Bezeichnung Wassersteine)
Ich bedanke mich schon mal für die Antworten, falls welche kommen :D
MfG
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Hallo,
Nach meiner Erfahrung sind weichere Steine einfach schlechter zu schleifen und haben dann nicht den Glanz. Bei härteren Steinen ist der Abtrag viel geringer und können nicht so leicht wieder verkratzt werden. Bei weichen Materialen rächt sich jedes gröbere Korn im nächsten Schleifgang sofort.
Die Profis haben sicher noch einen Tip.
Viele Grüße
Stefan
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Wenn die Steine porös sind, so wie der "enttäuschende", dann musst du die Poren mit dünnflüssigen, wasserklaren 2K Kunstharz füllen.
Nach Aushärtung gibt es dann ein besseres Schleifergenis.
Ich bin mir aber nicht sicher ob das dann noch mit der Flex funktioniert (wird evtl. zu heiß) ich schleife nass.
Grüße,
Michael
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Danke euch erstmal für die Antworten.
Vorhin hab ich einen Bergkristall angefangen in Form zu bringen und zu schleifen.
Wieder ist die Fläche unglatt und ich hoffe jemand hat vielleicht nochmal Rat für mich
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Wassersteine (ein Begriff aus der Esoterikbranche) sind meistens Varietäten aus der Quarzgruppe und somit durchaus sehr gut als Anfängersteine zum Schleifen, Polieren und Facettieren gedacht. Das Grüne könnte Aventurinquarz sein. Kunstharzfüllungen zum Stabilisieren müssen da nicht herhalten.
Schleifen bringt meist nur matten Glanz. Polieren bringt dann das i-Tüpfelchen.
Schleifen und Polieren sind zwei verschiedene aufeinander folgende Arbeitsschritte.
Während dem Schleifblattwechsel den Stein immer wieder gründlich abwaschen um Schleifstaubreste zu entfernen. Mit der Größe der Körnung wird übriges nur die Stärke des Abriebs bestimmt.
Welche Schleifkörnungen verwendest Du?
Grobe Faustregel: 80-220 dient dem Vorschleifen (Ebouchieren), 400-600 dient dem Schleifen und 800-1000 verwendet man zum Feinschleifen und Polieren. Zwischen Pulver und Paste gibt es auch Unterschiede. Zuviel von dem kann auch zu viel des Guten sein. Und Schleifscheiben mussen auch erst abgerieben/eingeschliffen werden, damit sich Pulver/Paste fein verteilen können
Aber mit einer Flex kenne ich mich gar nicht aus, ... da gilt wohl das Motto: probieren geht über studieren .... ;)
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Danke für deine Antwort erstmal.
Ich verwende 40er/80er/240er/400er/600er und 1000er, zum polieren nehm ich Diamantpaste, glaub 10000er ist das.
Aber der Stein vom letzten Bild, hab ich bereits bei 240er Körnung abgebrochen, weil er wieder verkratzt/ verschliert ist. Am Anfanf hats so wunderbar geklappt, ich denke ich wechsel einfach mal wieder alles aus, vielleicht liegts ja auch am verdreckten Wasser, wo ich den Stein reinhalte nach jeder geschliffenen Seite
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Hiee nochmal eine andere Perspektive vom Bergkristall von heute.
Wieso entstehen diese Kratzer/Schlieren?
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Betreffs der Schlieren: Ich wage mich mal weit vor und könnte mir vorstellen, daß der entspechende Quarz unterschiedlich dicht gewachsen ist. Es gibt ja Quarze (Richtung Calzedon) welche im Naturzustand weiß sind, aber nach Tränken mit Zuckerlösung und anschließender konz. Schwefelsäurebehandlung eine onyxartige Bänderrung zeigen.
Gruß
Uwe
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Danke dir. Ich weiss es nicht genau. Leider hält mich auch genau das davon ab, an besseren Steinen zu üben. Kann es an meiner Diamanttrennscheibe liegen? An der Kante entlang schleif ich grob schon mal Unebenheiten aus und würde es was bringen vor Nutzung der Korundscheiben diese abzuwaschen?
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Hallo,
da das Bild mega unscharf ist: Vermutlich zuviel Druck und so eine Orangenhaut
LG
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Fabian hat recht, auf dem Bild ist leider nix zu sehn :-\
Deshalb nur paar allgemeine Hinweise. Wie ich das verstanden habe, weißt da gar nicht mal welche Steine du genau hast. Davon hängt aber wesentlich der Erfolg und die Art der Behandlung ab. Steine mit guter Spaltbarkeit sind für Anfänger weniger gut geeignet: Calcit, Fluorit, Feldspat, Sphalerit. Die neigen zum Ausbrechen entlang der Spaltbarkeit. Hier muss die Abstufung der Körnungen feiner erfolgen. Auch ist dann oft Arbeiten mit gebundenem Korn günstiger. Liegen gleichzeitig unterschiedliche Härten vor, ist der Schwierigkeitsgrad auch höher. Die 'Königsdisziplin' ist das Schleifen von Achaten mit Calcitfüllung. Hier kommt die Spaltbarkeit noch erschwerend hinzu.
Wegen der Kratzer ist es extrem wichtig, dass keine groben Körner auf die feineren Scheiben verschleppt werden. Also 'wie im Operationssal' arbeiten! Bei mehreren Stücken an besten erst alle mit dem einen Arbeitsgang abarbeiten, bevor man ALLES peinlist genau reinigt und den nächsten Arbeitsgang beginnt.
Wenn der Stein zu heiß wird, kann es zu Trübungen, und Ausplatzungen kommen (Opal ist besonders anfällig) oder der Stein auch ganz durchreißen (Fluorit aber auch Quarz). Achat/Chalcedon ist in dieser Beziehung recht gutmütig und auch sonst gut für Anfänger geeignet.
Ich hoffe die allgemmeinen Tips waren etwas hilfreich, auch wenn vieles schon gesagt war. Ansonsten hilft nur Probieren und wie immer gilt "Übung macht den Meister"
Thomas
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Hiee nochmal eine andere Perspektive vom Bergkristall von heute.
Wieso entstehen diese Kratzer/Schlieren?
...weil eine Flex zum Schleifen ungeeignet ist.
Die läuft viel zu schnell und entweder "verbrennt" der Stein oder der Schleifkörper. Das gibt dann diese Schlieren.
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Sorry, das mit der Flex hatte ich überlesen. Michael hat natürlich recht. Drehzahl vieeel zu hoch und wahrscheinlich trocken => keine Kühlung.
Es gibt auch Geräte für Nasschliff, damit kenne ich mich aber nicht aus. Wenn die Drehzahl nicht zu hoch ist, könnte das eventuell(!) gehen. Stelle ich mir aber schwierig vom Handling vor. ::)
Thomas
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Viel hilfreiches, danke euch allen.
Ja, die Flex hab ich vorerst gewählt, weil ich sie auch anderweitig nutzen kann. Sie ist regulierbar, ich nutze sie natürlich auf Minimalstufe, glaub 2500 oder 3000u/min sind das.
Kann echt sein, dass es mit der Sauberkeit zutun hat. Jedes mal als ich mit den Ergebnissen unzufrieden war, hab ich eigentlich auf die Schnelle gearbeitet. Ich werde das alles berücksichtigen und mit Vorsicht weiter arbeiten. Ich hatte geplant als Nächstes mich an Amethyst zu wagen, aber ich denke vorher überarbeite ich nochmal mein Setup ein wenig.
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Ja, das hat in der Tat auch was mit der Sauberkeit zu tun. Nach jedem Scheibenwechsel bzw. nach jedem Körnerwechsel muß der Stein gründlich abgewaschen werden, um die Schleifstaubreste zu entfernen.
Hopplahopp-Arbeiten gibt Hopplahopp-Steine.
Eine Flex für den Anfang um zu sehen, ob einem das Hobby Spaß macht ist das Eine, sich bei tatsächlichem Interesse und um gute Schleifergebnisse zu erzielen, eine Schleif-Grundausrüstung zuzulegen, eine Andere.
Nochmals: Wassersteine sind aus der Esoterikbranche sind eventuell vergleichbar mit Trommelsteinqualität was auch der Qualität für (einfache) Freeforms entspricht). Dann kennen Schleifer Rohware für Cabochonqualität und wer dann noch Feiner werden will besorgt sich Rohware in Facettiertqualität. Trommelsteinqualität ist nichts Schlechtes, aber spätestens bei durchsichtigen Materialien würde ich mit der Zeit auch auf besseres Material Wert legen.
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Hallo,
da Steine unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften haben wie z.B. Härte Spaltbarkeit, Zähigkeit usw. ist es nicht ganz einfach einen Stein zu schleifen. Dazu kommen dann noch die unterschiedlichen Einschlüsse wie Fremdminerale, Hohlräume, Risse etc.. Dann kommt es in diesem Fall natürlich auch noch auf das Werkzeug an. Ich denke kaum jemand würde eine Beule im Auto mit einem Vorschlaghammer ausbeulen und dann mit einem Pinsel Farbe auftragen. Vielleicht geht so etwas aber das Ergebnis wäre nicht das Selbe wie das von einem Karrosariebauer.
Natürlich kann das Arbeiten mit einer Flex am Stein Spaß machen und ich möchte es auch niemand vermiesen, aber man sollte kein Ergebnis erwarten wie wenn ein Edelsteinschleifer den Stein bearbeitet hätte. Immerhin handelt es sich um eine dreijährige Ausbildung.
PS ich spreche nicht von der Herstellung von Trommelware.
Weiterhin viel Spaß und Geduld
Gruß
Gerdchen
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Ein Aspekt ist bis jetzt noch gar nicht erwähnt worden: der Staub beim Trockenschnitt. Die Gesundheitsgefahr durch Staub (selbst bei Nasschnitt durch staubhaltige Aerosole) ist nicht zu unterschätzen. Normalerweise sehe ich das nicht so eng, aber in diesem Fall schon. Eine übliche Staubmaske wird da kaum reichen, eher schon eine dicht schließende Atemschutzmaske.
Gelegentlich benutze ich auch eine Flex, allerdings nur zur Formatierung und nur wenn Knacke oder Hammer nicht anwendbar. Weil das eine bärische Sauerei ist, mache ich das nur draußen und gegen den Wind und nicht bei Windstille. Drinnen würde das aus gesundheitlichen Gründen niemals tun. Nicht mal so sehr wegen der lanfristigen Wirkung des Staubes sondern ganz unmittelbar wegen meiner Frau ;D ;D ;D