Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: stonehengst am 29 Aug 18, 22:49

Titel: Chrysopras konservieren
Beitrag von: stonehengst am 29 Aug 18, 22:49
Hallo,

Ich habe vor kurzem einige Chrysoprasstufen gefunden (Zabkowice Frankenstein/Niederschlesien) und mich daher ein wenig mit diesem Mineral beschäftigt. Scheinbar verliert es mit der Zeit, besonders am Sonnenlicht, an Farbe und Transparenz (sofern vorhanden). Es verliert wohl Wasser (was im Krisrtallgitter gebunden ist?!).
Kennt jemand Methoden, um diese Austrocknung mit diesen negativen Folgen zu verhindern? Und wie verhält es sich denn mit den (z.B. in Museen ausgestellten Exponaten) Schmuckstücken/Cabochons etc. Sind die durchs Poliermittel quasi mitgeschützt oder unterliegen sie auch einer langsamen Veränderung mit den üblichen Phänomenen (Verlust des Glanzes und der Farbintensität).
Im Internet findet sich zu diesem Mineral überwiegend esoterischer Schwachsinn; daneben noch historische Fakten, aber nichts zur Präparation. Hat da jemand Erfahrungen? Besten Dank schon einmal.

Glück Auf,
stonehengst
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: oliverOliver am 30 Aug 18, 12:17
hallo
interessant - höre das aber zum ersten mal.
Als Varietät von Chalzedon sollte es da beim Chrysopras eigentlich kein Problem geben -
im Gegensatz zum Opal, bei dem ja H2O-Moleküle eingebaut sind ...
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: heli am 30 Aug 18, 12:49
Chrysopras enthält auch Wasser.

Dazu ein Auszug aus Mindat: Chalcedony contains small amounts of water, both as molecular water and bound in silanole (Si-OH) groups (Frondel, 1982).
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: Harzsammler am 30 Aug 18, 13:06
...oder geht es hier vielleicht um Chrysokoll?

Um solches Material für Schmuck verwenden zu können wird es sehr gerne in  transparentes, dünnflüssiges 2K-Harz eingelegt und damit stabilisiert.

Grüße,
Michael
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: dendrocopos am 30 Aug 18, 15:23
An der benannten Fundstelle ist mir Chrysokoll nicht bekannt. Ich habe Chrysoprase von der Fundstelle seit Jahrzehnten (noch von meinem Großvater) ohne Farbveränderungen in  der Sammlung. Dieses Phänomen wäre mir neu. Habe auch noch nie gehört, dass Chrysoprase behandelt wurden.  Woher stammen diese Erkenntnisse?
Glück auf!
Frank
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: stonehengst am 01 Sep 18, 10:11
Vielen Dank schon mal für die Antworten.

@Michael: Ja, handelt sich um Chrysopras, begleitet von weiteren z.T. recht weichen Nickelsilikaten, die früher unter dem Namen Garnierit zusammengefasst wurden (heute Pimelit, Kerolit,Willemseit etc).
@Frank: Die Info hab ich tatsächlich aus dem Internet, da kursieren ja mittlerweile viele "alternative Fakten". Ich gucke nochmal nach der konkreten Seite.  Andererseits haben alle Leute vor Ort (Mir wurden von zwei Leuten Chrysoprasstufen angeboten) die Stücke unter Wasser aufbewahrt. Und wenn es stimmt, daß Chrysopras H2O eingelagert hat, wäre es ja nicht ganz unwahrscheinlich. Ein älterer Sammlerfreund meinte allerdings auch, daß Chrysopras durch Wasserverlust sich nicht verändert. Vielleicht sind es ja die weichen Begleitminerale (s.o.) die sich u.U. verändern. Je reiner (kristalliner) der Chrysopras ist desto stabiler?!
Vielleicht ist es ja auch vorteilhaft (?) den Chrysopras mit Kunstharz (wie empfohlen) oder feinem Öl, Haarspray o.ä. zu behandeln um den Eindruck der Farbtiefe zu verstärken (nun gut, darüber mag man streiten); und der Eindruck der Veränderbarkeit rührt daher.
Ich werde mal ein paar Fotos machen, dann kann ich nach längerer Lagerung einen Vergleich machen.

Glück Auf,
Thomas
Titel: Re: Chrysopras konservieren
Beitrag von: stonehengst am 04 Sep 18, 18:49
Zum Thema Wasserverlust:
zit. aus: pico  spezielle Mineralogie :

Allgemeines zu Chrysopras.

Der Chrysopras gilt als einer der seltensten und daher wertvollsten Quarze, er ist eine faserig strukturierte, farbige, nicht gebänderte Chalcedonvarietät.

Er verdankt seine apfelgrüne, homogene Farbe dem Element Nickel und tritt als Verwitterungsprodukt auf Nickelerz-Lagerstätten auf.
Die Farbe kann durch Wasserverlust der Nickelsilikate etwas verbleichen, sie lässt sich aber durch feuchte Aufbewahrung wieder regenerieren.

Chrysopras ist also ein Gemenge von Chalcedon (SiO2) und Nickelsilikat (1% NiO).

Hier ist in die Chalcedon-Grundmasse ein grünfärbendes Nickelsilikat eingelagert - und zwar nicht wie ein Einschluß
von sichtbarem Rutil in einem Bergkristall, sondern eben
wie in einem feinkörnigen Gemenge in "Krypto-Dimension".

Eine bedeutende historische Fundstelle war Frankenstein in Schlesien, die vergessen und 1740 wieder entdeckt wurde.

Chrysopras ist ein sehr alter Name, doch ist unklar, welcher Stein im Altertum mit Chrysopras (= Gold-Lauch-Stein) bezeichnet wurde.
Er wird von Plinius als Abart des Berylls genannt und an
anderer Stelle dem Prasius (Prasem) angegliedert (nach LUSCHEN, 1979).
HOFFMANN übertrug 1812 den Namen Chrysopras auf den grünen Stein von Frankenstein, Kosemitz und Gläsendorf
in Schlesien.