Mineralienatlas - Fossilienatlas

Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Rheinland-Pfalz/Saarland => Thema gestartet von: Lexikon am 21 Sep 18, 20:49

Titel: kein Farn (Pteridopsida), dondern "Samenfarn" (Pteridospermophyta)
Beitrag von: Lexikon am 21 Sep 18, 20:49
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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1306075700.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1306075700.jpg)
Titel: Farn (Pteridopsida)
Beitrag von: Fliegenklatsche am 21 Sep 18, 20:49
Hallo,

das sehr schöne Stück aus der Ziegeleigrube Eimer, Bad Sobernheim zeigt eindeutig keinen "Echten Farn" (Pteridopsida) sondern einen "Samenfarn" (Pteridospermophyta). (Nur die beiden kleinen, ca. 3cm langen, pecopteridisch befiederten Fragmente (rechts über der Mitte) sind "Farne" - die sind hier aber gewiss nicht gemeint.)

Genauer zeigt das Foto einen "Callipteriden". Doppelt gefiedert, mit Zwischenfiederchen an der Rhachis. Etwa die Hälfte eines ca. 50cm langen Wedels.  Ob es sich dabei um Autunia conferta oder um Rhachiphyllum schenkii handelt, lässt sich streng genommen nur an der Nervatur festmachen. Was zumindest noch ein gutes Makrofoto erfordern würde. An der Übersichtsaufnahme ist eine sichere "Ferndiagnose" eigentlich nicht möglich!   ..da es sich hier aber um DIE klassische Fundlokalität von Rhachiphyllum handelt und alle Merkmale für R. schenkii sprechen - ist es wohl auch eine : 
- die Fiederchen sind lobiert, stumpfer runder Gipfel und zeigen den typischen basiscopen "Lappen" (so sehen Autunia conferta-Fiederchen nur ganz selten aus),
- die Fiedern laufen an der Rhachis deutlich herab,
- im Vollbild sieht man u.r. in den Loben, durch den Schattenwurf, einen gebogenen "Knick" - ein Hinweis auf die Nervatur ..die in den Loben der Nervatur eigenständiger Fiederchen (mit kurzer gebogener Mittelader!) entspricht - der Übergang zur dreifachen Fiederung und damit ein Merkmal von Rhachiphyllum schenkii.
..also ich bin zu 90% überzeugt das es Rhachiphyllum ist! :)

..eine gute Nahaufnahme wäre natürlich trotzdem toll.


Für die User des Fossilienatlas - die sich hier vermutlich Hilfe bei der Bestimmung eigener Funde erhoffen - dürfte sehr verwirrend sein, dass unter den 6 zuerst angezeigten Fotos auf der Seite Pteridopsida gleich 3 Fotos auftauchen die eindeutig keine echten Farne sind!   ..und ein viertes Foto (1201083190 von Bernd-Kurt J.) - tatsächlich ein Farn - ist zumindest seltsam beschriftet, weil es unmöglich "kreidezeitlich" sein kann und auch kein "Königsfarn" ist - seit wann haben die Stämme mit Luftwurzelmantel?

Glück Auf!
Stephan
Titel: Re: Farn (Pteridopsida)
Beitrag von: Sargentodoxa am 22 Sep 18, 11:14
Hallo Stephan
Vorab möchte ich erstmal einen Dank aussprechen für die Mühe und Arbeit, die du dir machst, um zumindest in die Funde der Karbon/Perm - Zeit etwas Ordnung hineinzubringen!
Zumindest aber bei dem Fund von Lausitz (B-K.J.) liegst du aber nicht richtig. Es ist ein Osmunda - Fund. Er lag zur Begutachtung in Chemnitz. Was du als Wurzelmantel deutest sind die Querschnitte der Wedel. Etwas undeutlich auf dem Foto, doch kann man bei einem Wedel das C-förmige Bündel gut erkennen. Über Kreidezeit lässt sich streiten, ich würde das Stück auch eher im Tertiär sehen, aber bei Flussgerölle eh nicht sicher einzuordnen. Werner aus der Lausitz
Titel: Re: Farn (Pteridopsida)
Beitrag von: Fliegenklatsche am 23 Sep 18, 00:24
Hallo Werner,

vielen Dank für Deinen wertvollen Hinweis!  Ich hatte das J.-Foto nur flüchtig angeschaut und die, in dem Fall irreführende, Bildunterschrift "Stammquerschnitt" gelesen.
In der Tat ein instruktives Stück!  Da wäre eine präzisere Beschreibung was man auf dem Foto sieht aufschlussreich für alle Besucher!

..sonst wundert sich bald der Nächste darüber was der vermeintliche "Psaronius" da zu suchen hat. ;)

Nochmals Vielen Dank!!

Gruß
Stephan
Titel: Re: Farn (Pteridopsida)
Beitrag von: Lausitz am 24 Sep 18, 17:38
 ..sonst wundert sich bald der Nächste darüber was der vermeintliche "Psaronius" da zu suchen hat. ;)

Hallo Fliegenklatsche, das Foto dieses Stückes mag nicht das beste sein, aber im rechten Bildteil sind m.M. die nach innen gewandten C-förmigen Leitbündel gut erkennbar und haben keine Ähnlichkeit mit dem Luwo-Querschnitt einer Psaronie.

Gruß Bernd J / Niederlausitz