Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Sammlungszettel / Collection label => Thema gestartet von: HPLovecraft am 25 Nov 18, 10:01
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Liebe Forumsmitglieder
Vorab: ich bin kein Mineraliensammler, ich sammle antike geologie- und mikroskopiebezogene Geräte (Mikroskope, Polarisationsapparate, Goniometer, Spektroskope, ...). Trotzdem haben sich ein paar Mineralien als "Aufputz" in meine Gerätesammlung geschlichen.
Ein entfernter Bekannter löst seine Mineralisensammlung altersbedingt auf. Da sind auch ein paar wenige Stufen mit historischen Sammlungszetteln dabei, darunter eine Etikette von der Mineraliensammlung des Kronprinzen Erzherzog Rudolf und eine andere mit einem Originaletikett des Mineralogen Breithaupt mit Unterschrift.
Diese historischen Stufen würden mich als Aufputz für meine Gerätesammlung interessieren. Die dazugehörenden Stufen sind eher unscheinbar, mir geht es um die Etiketten.
Bevor ich ein Angebot für diese historischen Stufen abgebe würde ich gerne wissen wie denn solche Etiketten preisliche bewertet werden? Ich möchte dem Besitzer zwar ein faires Angebot unterbreiten, aber nicht astronomisch übers Ziel schiessen.
Könnt Ihr mir da helfen, wie wäre Eure Einschätzung?
Danke und beste Grüße
Joachim
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Hallo,
dazu hast du von mir eine PM.
Gruß Norbert
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Hallo Joachim
Auf den Münchener Mineralientagen ist mir ein Händler aufgefallen, der stufenlose Etiketten verschiedenen Alters für 20 Euro pro Stück anbot. Ansonsten ist der Wert des Etiketts natürlich auch vom Wert der Stufe abhängig. Und beides zu Trennen würde ich als Mineraliensammler nicht begrüßen...
Grüße
Stefan
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@Norbert: Danke für Deine Info!
@Stefan: ich will diese Stufen ja nur erwerben weil sie "prominente" Etiketten haben und sie dadurch ein interessanter Hingucker in meiner Sammlung antiker Instrumente wären.
Sollte ich besagte Etiketten um € 20.- das Stück bekommen, wäre ich sehr glücklich - ich befürchte nur, dass die Preise dafür in einer anderen Größenordnung liegen. Und klar, trennen kommt natürlich nicht in Frage, so ein historisches Stufen/Etikett-Duo muß beisammen bleiben.
beste Grüße
Joachim
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Kleiner Hinweis:
Da heutzutage alles gefälscht wird, was auch nur wenige Euros bringen könnte, würde ich als Käufer vom Verkäufer eine Echtsbestätigung (ggf. durch Dritte) verlangen. Insofern beleibt eine Etikette "an sich" solange wertlos; sie erhöht damit aber ggf. den Wert einer Stufe. Mit ein bisschen Geschick und Erfahrung kann jeder "historische" Etiketten herstellen.
Problematisch ist auch, die genaue Zuordnung zwischen Etikett und Stufe glaubhaft machen zu können. Wer garantiert denn, dass das vorliegende Etikett auch zur Originalstufe gehört? Vielleicht wurde diese durch eine 08/15-Belegstufe zwischenzeitlich ausgetauscht, wer weiß.
Kurz: Für mich ist das Papier "an sich" eigentlich wertlos, solange nicht Echtheit und genaue Zugehörigkeit zur Stufe lückenlos(!) nachgewiesen werden kann.
G'auf!
Peter
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Ob bewusst, oder unbewusst - über die Jahre verlieren Etiketten immer wieder mal ihr Mineral oder Mineralien ihre Etiketten.
Man muss schon in der eigenen Sammlung - wenn sie mal eine gewisse Größe erreicht - höllisch aufpassen, dass die Doku passt.
Und Mineralien gehen im Laufe der Zeit regelmäßig durch Hände, die absolut keine Ahnung oder ein Interesse daran haben. Und dies nicht nur im privaten Bereich sondern eben auch in Museen oder bei Händlern.
Die Qualität einer Stufe ist auch kein Kriterium, ob ein Fund zu einem alten Zettel passt. Der Mainstream / die Art und Weise wie sammeln gerade "in" ist, hat sich im Laufe der Jahre immer wieder einmal deutlich geändert. Für viele der heutigen "High-End"-Stufen hätte vor 50 oder 100 Jahren wohl kaum ein Sammler die verlangten Beträge hingelegt.
Was aber nicht bedeutet, dass einzelne Sammler nicht auch in der Vergangenheit enorme Beträge für einzelne Stufen bezahlt haben. Und manche davon würden heute wohl unter "Wgwerfit" laufen.
Da viele Zettel immer wieder mal eine Stufe "finden" (da die Kombination oft zu verrückten Preissteigerungen führt) wäre ich bei einem Kauf sehr vorsichtig.
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Zitat von Kluftknacker:
Kurz: Für mich ist das Papier "an sich" eigentlich wertlos, solange nicht Echtheit und genaue Zugehörigkeit zur Stufe lückenlos(!) nachgewiesen werden kann.
Zitat von Heli:
Da viele Zettel immer wieder mal eine Stufe "finden" (da die Kombination oft zu verrückten Preissteigerungen führt) wäre ich bei einem Kauf sehr vorsichtig.
Prinzipiell stimme ich mit Euch überein, aber in der Realität bei Stufen/Etiketten die weit über 100 Jahre, teilweise 150 Jahre alt sind, sehr schwierig umzusetzen - ich denke, nicht mal Museen können diese Bedingungen immer erfüllen.
Man wird wohl die Übereinstimmung der Mineralbeschreibung mit der Stufe kritisch prüfen und eventuell ob die Mineralparagenese der Stufe mit der Lokalität und eventuell dem Fundzeitraum plausibel erklärbar ist - aber einen echten Beweis, dass das Etikett und die Stufe zusammengehören - oder eben nicht - wird man wohl in 99% der Fälle nicht erbringen können.
Danke für Eure Meinungen.
beste Grüße
Joachim
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Hallo,
mit Preisen der alten Sammlungsetiketten kenen ich mich nicht aus. Der Preis richtet sich sicherlich auch nach dem Bekanntheitsgrad des ehemalingen Besitzers. Dazu kommt auch noch das Alter der Zettel.
In jedem Fall sollte aber die betreffende Stufe bei den Zetteln bleiben. Die Stufe muss auch optisch nicht unbedingt ansprechend sein aber der wissenschaftliche Wert kann dafür um so höher sein.
Wie bei allem kann es natürlich Fälschungen geben dennoch würde ich die Echtheit nicht gleich in Frage stellen. Wenn es sich, wie Skibbo geschrieben hat, um Preise so um 20,-€ dreht, dann ist die Frage nach Fälschungen denke ich auch nicht relevant (es sei denn es handelt sich um einfache Fotokopien).
Gruß
Gerdchen
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Hallo,
ab wann ist denn eine Stufe bereits historisch? Da wir schon im Jahr 2021 leben, dürften von 1960 bis 1980 bereits Stufen als historisch gelten, oder?
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Hallo,
ich würde schon auf jeden Fall sagen, dass das etwas mit dem Alter generell zu tun hat. Ich würde aber auch sagen, dass eine Stufe historisch ist, wenn die Fundstelle erloschen ist. Also wirklich erloschen z.B. überbaut oder soetwas.
Gruß Sascha
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Moin
Hallo,
ich würde schon auf jeden Fall sagen, dass das etwas mit dem Alter generell zu tun hat. Ich würde aber auch sagen, dass eine Stufe historisch ist, wenn die Fundstelle erloschen ist. Also wirklich erloschen z.B. überbaut oder soetwas.
Gruß Sascha
Halte ich für etwas problematisch, das es etliche vergleichsweise junge Fundstellen gibt, die bereits nach kurzer Zeit wieder erloschen sind und wieder andere, die auch nach Jahrhunderten noch Stufen liefern.
Für mich sind Stufen "historisch" wenn sie aus einer Zeit stammen (also der Fund), die deutlich vor meiner eigenen Geburt liegt. Je weiter davor, desto "historischer". Und richtig spannend wird es, wenn die Stücke älter als mein Großvater sind, also z.B. als Funddatum irgendetwas vor 1900 steht (nein, mein Opa ist nicht 121 Jahre alt, er ist "nur" 99 geworden - immerhin).
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Darum fragte ich, ob heutzutage auch Stufen aus den 60er, 70ern schon als historisch gelten oder nur die bis 1900. Erloschene Fundstellen zähle ich zu den Raritäten oder Klassikern.
Gruß
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hallo zusammen, was haltet Ihr davon:
Historisch ist eher etwas, das eine Veränderung in der Geschichte herbeigeführt hat,
z.B. die Goldfunde damals in Alaska, die hatten ja den großen Goldrausch ausgelöst mit den
bekannten Folgen und Veränderungen.
Ob nun jemand vor 100 Jahren einen Bergkristall an einer bestimmen Fundstelle entdeckt
hat und an derselben Fundstelle heute jemand einen Bergkristall findet, macht den ersten
Fund eben nicht historisch, wenn sonst weiter nichts passiert ist.
Vielleicht sollte man das Etikett eher als antik bezeichnen, da es aus einer vergangenen Epoche
stammt, auch ist das Etikett von Menschen gemacht.
Daher würde ich ein vor z.B. 100 Jahren gefundenes Mineral auch nicht als historisch oder antik
bezeichnen, sondern halt einfach als einen alten Fund und das zugehörige Etikett als antik.
Grüße
Axel
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Hallo Axel
Deiner Argumentation kann ich leider nicht folgen
Demzufolge wären auch alle historischen Briefmarken oder Bücher antik zu nennen ???
Glück Auf
Thomas
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hallo Thomas,
also im allgemeinen Sprachgebrauch vermischt sich das sicherlich, der eine sagt so, der andere so.
Ich persönlich würde eher von „antiken Büchern“ oder „antiken Möbeln“ sprechen, mit „historisch“
meint man eher ein bedeutsames Geschehen in der Vergangenheit.
Als „historische Briefmarke“ würde ich die allererste Briefmarke bezeichnen, die es gab.
Der Rest wäre für mich „antike Briefmarken“.
Glück Auf
Axel
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Antike Bauwerke = Bauwerke der Antike?
Historische Bauwerke = Bauwerke der Geschichte?
alte Bauwerke = alte Bauwerke beinhaltend anitke und zugleich historische Bauwerke?
Historische Antiquitäten = antike Sachen von geschichtlicher Dimension =Altlastem?
:-/
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Demzufolge wären auch alle historischen Briefmarken oder Bücher antik zu nennen ???
Glück Auf
Thomas
Briefmarken und Postkarten oder Bücher die Geschichte geschrieben, verändert haben. So meint er das vielleicht.
Als „historische Briefmarke“ würde ich die allererste Briefmarke bezeichnen, die es gab.
Der Rest wäre für mich „antike Briefmarken“.
Glück Auf
Axel
Dann gäbe es von jedem Mineral nur ein einziges historisches Mineral. Kein zweites und keine drittes. Nämlich nur das als allererstes gefunden wurde.
Das Wort historisch verbinde ich mit diesen Oldtimern (hässliche Autos übrigens). Irgendwann ist aber auch was 1990 oder 2000 gefunden wurde, historisch und alles davor antik oder urzeit. Oder nicht?
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Hallo Leute,
Historisch und antik sind relative Begrifflichkeiten (Attribute), die ohne Kontext nur einen missverständlichen Sinn ergeben. Das Wort "schnell" ist ebenfalls eine relative Begrifflichkeit, sie ruft nach einem Vergleich (schneller als ... , so schnell wie ...). Allerdings haben wir um "schnell" in absoluter Größe definieren zu können, das Substantiv "Geschwindigkeit". Bei "historisch" und "antik" bietet sich semantisch das Substantiv "Alter" an.
Man kann also im Kontext "historisch" und "antik" erklären oder mit der entsprechenden Kategorie absolut definieren. Alleine stehend sind diese Attribute nicht selbsterklärend, sondern im besten Fall Etiketten, deren Sinnhaftigkeit eine Klarstellung verlangt.
In diesem Thread wird um den Kontext gerungen und solange die Begrifflichkeiten mit dem Kontext zusammen genannt werden ist, ist ihnen ein Inhalt zu eigen. Nimmt man den Kontext wieder weg, bleibt die leere Worthülse.
Gruß von Klaus
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Ich teile Deine Meinung, Klaus.
Allerdings hat für mich das Attribut „antik“ hier überwiegend nichts verloren, da es sich i.d.R. auf durch Menschen hergestellte oder maßgeblich beeinflusste Dinge (Möbel etc.) bezieht. Insofern kann es eigentlich nur die antiken Schlacken (Laurion z.B.) betreffen.
Meine persönliche Abgrenzung für historische Minderalien sind Stufen, deren Fund kein lebender Mensch mehr miterlebt haben kann (>100 Jahre) oder aber einem besonderen, i.d.R. einmaligen Ereignis zugeordnet werden können (damit wäre der Fund des Samsonit in St. Andreasberg bereits 1910 (Schließung der Gruben) als historisch zu bezeichnen gewesen).
Burkhard
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Das ein Gegenstand antik, historisch oder eine Antiquität ist, wenn er mindestens 100 Jahre alt ist, ist so nicht richtig.
Diese Bezeichnung und Eingrenzung ist eigentlich nur steuer- und zollrechtlich von Bedeutung.
Die Formulierung wird aber heutzutage gerne im Kunst und Antiquitätenhandel verwendet, hat sich dort in jeder Sparte des Kunstbetriebs
festgesetzt und von dort den Weg in die Allgemeinheit genommen.
Aber irgendetwas muss man dem Kunden ja erzählen ;D
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Bei dem Alter, welches Mineralstufen oft haben, ist es eigentlich völlig egal, ob das Stück nun 100 Jahre früher oder später geborgen wurde :)
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Läuft die Diskussion hier nicht etwas an der ursprünglichen Frage vorbei, obwohl die Argumente, was historisch und antik ist schon stimmig sind.
Um auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen: Wenn ein Etikett aus einer bedeutenden Sammlung oder von einem in der Mineralogie bedeutenden Sammler stammt, oder auf Grund auf Grund von Papier, Tinte und Schriftbild sehr sehr alt ist, kann es schon einen gewissen Wert haben. Allerdings gibt es für alte, bedeutende Etiketten keinen Katalogpreis. Wie viel man zu zahlen bereits ist, hängt davon ab, ob man ein Etikett haben will oder nicht.
Man muß aber auch den Wert der Stufe zu einem historischen Etikett beachten. Ich habe z.B. mal einen durchaus günstigen Preis für eine Stufe Roselith vom Weißen Hirsch/Schneeberg bezahlt und bekam praktisch gratis dazu ein Etikett aus der Sammlung von Dr. C. Hintze.
Gruß
Uwe
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Um auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen: Wenn ein Etikett aus einer bedeutenden Sammlung oder von einem in der Mineralogie bedeutenden Sammler stammt, oder auf Grund auf Grund von Papier, Tinte und Schriftbild sehr sehr alt ist, kann es schon einen gewissen Wert haben. Allerdings gibt es für alte, bedeutende Etiketten keinen Katalogpreis. Wie viel man zu zahlen bereits ist, hängt davon ab, ob man ein Etikett haben will oder nicht.
Genau das ist der springende Punkt, wieviel irgendwer bereit ist dafür zu bezahlen; Der Dreh- und Angelpunkt bei aller Sammlerei, sei es bei Mineralien, Fossilien, Briefmarken, Bildern und Bierdeckeln. Solange man es nicht zur Sicherung des eigenen Überlebens direkt benötigt, hat alles nur einen imaginären Wert. Und manch einer wird gar ein altes Mineralienetikett höher bewerten als die dazugehörige Stufe.
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Und manch einer wird gar ein altes Mineralienetikett höher bewerten als die dazugehörige Stufe.
Unser Raritätenjäger.
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Hallo.
Was aber manchmal auch nicht schwer ist . >:D
Loismin
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Hallo.
Was aber manchmal auch nicht schwer ist . >:D
Loismin
Ha, manchmal aber auch schon: Ich hatte das Glück an eine alte Sammlung mit vielen alten Sammlungszetteln zu kommen, allerdings hatte der Vorbesitzer die Sammlung nicht gerade schonend aufbewahrt. Das hat den Stufen teilweise nicht gut getan und den Sammlungszetteln durch die Bank nicht. Die waren - leider - alle am auseinanderfallen und nach dem - teils - mühsamen Entziffern hab ich sie entsorgt. Sehr schade eigentlich, aber Papier reagiert unter bestimmten Bedingungen noch empfindlicher als manch Mineralstufe. Wer also Wert auf die Sammlungszettel legt, sollte diese auch entsprechend aufbewahren!