Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Artefakte - Fundstücke / artifact - findings / artefactes - objeto hallado => Thema gestartet von: JoeXD am 14 Jun 19, 16:20
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Bei einer Exkursion zum Fichtelberg konnte ich beide Steinkugeln in einem neu aufgeschlossenen Marmorbruch bei Hammerunterwiesenthal / ErzgebirgefoTographieren. Mich würde ihre Entstehung bzw. Herkunft interessieren. Die Kugeln haben etwa einen Durchmesser von 80-100cm.
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Hallo,
sind das tatsächlich Steinkugeln?
Normalerweise sind solche Kugeln aus Stahl und sie werden benutzt um größere Brocken im Haufwerk zu zerschlagen.
Kann natürlich sein dass für die Bearbeitung von Marmor/Kalk auch Kugeln aus z.B. Tertiär-Quarzit geeignet sind.
Grüße,
Michael
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Glück Auf!
ich habe diese Kugeln auch schon aus Beton gesehen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Auch mein erster Gedanke war "Abrissbirne"...
Günter
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Hallo,
ich halte es für ausgeschlossen daß solche Kugeln (die zum Zertrümmern großer Felsbrocken verwendet werden) aus einem anderen Werkstoff als Stahl bestehen. Beton, Quarzit u.ä. wären möglicherweise ausreichend hart, aber sicher nicht zäh genug um dieser Belastung auf Dauer standzuhalten . @ JoeXD: Beim nächsten Besuch im Steinbruch einfach mal einen Magnet mitnehmen, dieser schafft sicher sofort Klarheit.
Gruß und Glück auf!
Uwe
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Da braucht man keinen Magnet. Die Kugeln sind definitiv aus Eisen (nicht aus Stahl) und dienen zum Zerschlagen größerer Felsbrocken, welche beim Abbau aus der Wand brechen. Solche Kugeln findet man in fast jeden Steinbruch. Die Kugeln werden von einer Baggerschaufel gehoben und über den Felsbrocken geschwenkt. Dann öffnet sich die Baggerschaufel und die Kugel zertrümmert den Brocken. Im Video über den Richterbruch in HUW sieht man den Einsatz einer solchen Kugel. Durch den ständigen intensiven Kontakt mit dem Gestein sieht die Oberfläche der Kugel durch eingepreßte Steinchen (Eisen ist relativ weich) wie aus Stein aus.
Gruß
Uwe
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Hallo,
Stahl - nicht Eisen! Eisen ist spröde und bricht. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Eisen und https://de.wikipedia.org/wiki/Stahl
Gruß und Glück auf!
Uwe
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Eisen ist spröde und bricht.
jein - Gusseisen (hoher C-Gehalt) ist spröde und nicht plastisch verformbar, Schmiedeeisen (sehr niedriger C-Gehalt) hingegen ist elastisch und gut verformbar.
ich habe diese Kugeln auch schon aus Beton gesehen.
Besonders am 2. Bild ist anhand der Schrammen bis scharfkantigen linearen Schnitte deutlich zu erkennen, dass es sich um ein "weiches", also plastisch verformbares Metall handelt.
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Hallo,
ich habe auch schon eine gebrochene Kugel gesehen.
Ob Eisen oder Stahl weis ich nicht, wenn man mit dem Hammer anschlägt klingt es hell.
Man sollte auch noch erwähnen, dass eine Kugel mit nur 1 Meter Durchmesser schon über 4 Tonnen wiegt. Weniger dichte, oder spröde Materialien wie Beton sind für diese Anwendung ungeeignet.
Grüße Josef
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gibts eigentlich einen Fachausdruck für diese Dinger?
sie werden ja nicht nur "Kugel" heißen - oder doch?
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gibts eigentlich einen Fachausdruck für diese Dinger?
Abrisskugel(n)
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Nee die haben ne Öse zum anhängen ....
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gibts eigentlich einen Fachausdruck für diese Dinger?
sie werden ja nicht nur "Kugel" heißen - oder doch?
...ja, Fallkugel, Knäpperkugel, die Dinger sind übrigens aus Stahlguss.
Grüße,
Michael
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Eben - Abrisskugel, Abrissbirne (sh. oben guefz) hängen ja an der Kette und werden geschwungen.
Diese hier werden ja einfach "fallen gelassen" -
sind also für Abrißarbeiten nicht geeignet, nur zum Zerschmettern / Zertrümmern
(außer man ließe sie vom Kran runterfallen - was nun doch ein wenig umständlich wäre ;D).
edit: ups, hat sich überschnitten - meine Antwort bezog sich ja auf Roberts Beitrag.
Fallkugel klingt einleuchtend - Knäpperkugel wäre interessant, wo das etymologisch herkpmmt - hat das evtl. mit "Knappe" (Bergbau) zu tun ?
Oder vom englichen "knapping" - klopfen, auch in der Steinbearbeitung: (Silex) schlagen (flint knapping) - was ja wiederum miteinander zusammenhängen könnte ...
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Wenn's auch keiner glaubt, dann siehe
https://www.renomag.cz/s85611-koule-demolicni?lang=de
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Guss ist net gleich Guss ,Grauguss würde bestimmt brechen ,aber Stahlguss ist ja schweiß/schmiedbar -gleich nachm gießen nicht aber nach entsprechenden Wärmebehandlungen schon ,von daher sollte das passen .
Gibt da ne Doku wo der Herr Krupp recht ungehalten ist weil ein kleiner Stahlfabrikant schmiedbaren Gussstahl hergestellt hat ,Was Krupp nicht geschafft hat .
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Als Knäpper werden im Gesteinsabbau Steine bezeichnet welche durch Sprengung oder Nachfall an Rändern zu groß sind um direkt dem Ersten Brecher zugeführt zu werden . demnach kann man unter Umständen schon von Knäpperkugel reden.
In der Regel sind das Fallkugeln .
sind allesamt aus Stahlguss
Zerbrochene Kugeln gibt es auch , was dann Garantiefälle sind , da ist Beim Guss irgendwas schiefgelaufen , Kugeln zu gießen ist nicht die einfachste Arbeit auf grund der Auskühlung von außen bis in den Kern .
Ich arbeite Mit Fallkugel aus vorher hier eingesetzten Link ,CZ. Produktion 1,40 m Durchmesser 6,8 Tonnen Gewicht
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danke Mario - das ist eine informative Mitteilung!
:)