Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: uwe am 02 Nov 19, 11:19

Titel: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 02 Nov 19, 11:19
Hallo,

ich bin zu faul, alle 14 Seiten dieses threads durchzustudieren (bitte um Entschuldigung). Meine Frage: Kann mir jemand ein Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv für eine Nikon empfehlen?

Ich habe schon allerhand probiert, sei es mit Zwischenringen, Umkehradapter oder Adapter für's Bino und natürlich stacking. Ich habe u.a. eine Nikon 3200 mit Liveview und hatte gedacht, damit kann ich die aktuelle Einstellung auf den PC-Bildschirm übertragen. Dann wäre alles sehr einfach mittels Bildschirmschnappschuß.

Bisher erkennt man die betreffenden Minerale im kleiner als 1 mm Bereich, aber eine befriedigende Bildschärfe kann ich auch bei intensiver Bearbeitund nicht erreichen. Ich will es über den kommenden Winter mal mit einem anderen Objektiv versuchen. Kameragestell mit Schlitten und Ringleuchte habe ich mir bereits seit längerem gebaut.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 02 Nov 19, 12:25
Hallo Uwe,
ich versuche mal deine Anforderungen zu lesen und dann zu interpretieren.
Du möchtest Microbilder mittels Stacking erreichen.
Du hast eine Nikon D3200, das heißt deine Kamera hat keine Möglichkeit einen elektronischen ersten Verschluss zu aktivieren.
Damit bekommst du ganz sicher Verwacklungen rein (Tödlich für die Schärfe).
Du verbindest die Kamera mit dem Computer und bekommst ein Bild. Ist das Scharf? Wenn nein, dann ist verutlich dein Objektiv nicht
hochauflösend genug für die kleinen Details die du sehen willst.
Wie klein soll es denn werden? Für 1 mm Bildbreite musst du ungefähr 20x Vergrößern bei deiner Aps-C Kamera. Für 2,3 mm 10x. FÜr solche extremen Vergrößerungen empfehlen sich Mikroskopobjektive.
Darunter wird es einfacher. Die Rechnung ist übrigens einfach: Bildbreite des Sensors ~23 mm/Vergrößerung= Bildbreite
Im Bereich um 5x gibt es schon günstige Alternativen.
Im Moment denke ich dein größtes Problem ist die Kamera. Denn ohne elektronischen Verschlussvorhang geht es ohne langzeitbelichtung oder Blitz nicht. Ich habe mich in den letzten Jahren recht intensiv damit auseindaergestzt, wenn du willst kann man ja mal telefonieren oder sich treffen (ich kann dir meinen Aufbau zeigen und die Optik die ich verwende erklären und warum).
Viele Grüße,
Sebastian
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: phakolith am 02 Nov 19, 15:13
Hallo Uwe,

ich kann Dich verstehen. Ich stand vor einigen Jahren vor dem selben Problem.
Für unter  € 100,--kannst Du eine Canon EOS 450D auf Ebay ersteigern oder evtl. sofort kaufen, dazu brauchst du noch ein Makro Objektiv zb. Canon EFS60 mm und ein Stacking Programm ( Anfangs als Jahres Abo). Ein recht einfache und relativ preisgünstige Lösung.
Alles zusammen für ca. € 600,--

Anbei ein paar Bilder.

Beste Grüße
Phakolith
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: phakolith am 02 Nov 19, 15:17
hier noch ein Bild
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: guefz am 02 Nov 19, 16:16
Hallo Peter,

bei den Motiven deiner beiden Fotos vermute ich mal, dass die Bildbreite deutlich größer als 1mm ist. Mit solchen Bildbreiten hat Uwe ja keine Schwierigkeiten. Dein Setup dürfte aber für die von Uwe geforderten Bildbreiten keinen Fortschritt bringen.

Günter
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: phakolith am 02 Nov 19, 17:17
beim ersten Bild ist die Skorodit Kugel ca. 3 mm groß, mit einem Zwischenring und einer Vorsatzlinse 4 - 10 fach ist das dann kein Problem.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: UlrichW am 07 Nov 19, 21:38
Hallo Uwe,

wenn Du Mineralien im Berech von um 1mm abbilden willst. brauchst Du, wie schon geschrieben wurde, ein Mikroskop-Objektiv.
Ich verwende für Bildbreiten von c.a 2-4mm das

AMSCOPE 4X Plan Achromatic Objective Lens with Knurled Ring,  Preis: ca. 30 Euro mit Einfuhrsteuer und Transportkosten
Zu beziehen via AMSCOPE (US) https://www.amscope.com/accessories/objective/plan/4x-planachromatic-compound-microscope-objective-lens-1.html

Das Ampscope macht sehr scharfe Bilder in diesem Bereich und hat einen Arbeitsabstand von irgend etwas um 5mm. Ich habe das Objektiv gegen das Nikon-Plan 4x getestet, und da hatte das Ampscope die Nase leicht vorne. Gegenüber einem Mitutuyo 5x hat es leicht nachgelassen, aber eben nur so wenig, das ich mit die 6-700 Euro gerne gespart habe. Dieses Objektiv ist mein Arbeitspferd. Die Schrittdifferenz beim Stacking sollte so bei ca. 15-10um liegen.

Um noch kleiner Bildbreiten zu erzielen, also etwa von ca. 1.5-2.5mm benutze ich das NIKON CFI PLAN 10x (ca. 200-450 Euro). Das Objektiv hat einen Arbeitsabstand von ca. 4-5mm. Es zeigt ebenfalls eine sehr gute Schärfe, benötigt aber deutlich feinere Schritte beim Stacking, optimalerweise so alles unterhalb 5um, je nach Vergrößerung.

Beide Objektive arbeiten perfekt an einem Balgengerät im gesamten Bereich, also Balgen ganz geschlossen bis Balgen ganz ausgefahren. Das Nikon ist ein Unendlich-Objektiv, es braucht aber keine Tubuslinse. Warum ist mir nicht bekannt, aber es braucht keine. Eine Raynox-DCR-250 Vergrößerungslinse in Retro-Stellung kann aber als sehr gute Tubuslinse dienen. Die Qualitätsunterschied in den Bildern mit und ohne Raynos-Tubuslinse ist marginal.
Achtung, beide Objektive haben unterschiedliche Einschraubgewinde, das Ampscope hat ein RMS-Gewinde während dasNikon ein 25mm Gewinde hat. Man braucht also zwei verschiedene Adapter.

Ich hoffe das hilft Dir ein bischen weiter!

Viele Grüße
Ulrich Wagner


Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 08 Nov 19, 09:30
Hallo,
das empfohlene 4x Objektiv ist tatsächlich einer der besten Preis/Leistungs-objektive die man finden kann.
https://www.ebay.de/itm/AmScope-4X-Plan-Achromatic-Compound-Microscope-Objective-Lens/401076450071?epid=1663194275&hash=item5d6204f317:g:ltEAAOSwJ3RcFJUD
Hier ist es direkt verfügbar wenn man sich dafür entscheiden sollte.
Das Nikon 10x ist auch eine gute Empfehlung für den Bereich. Allerdings. sollte erstmal der Bereich 1-5x gemeistert werden bevor es immer kleiner wird. Die wenigsten Sachen sind in den sehr kleinen Bereichen noch interessant genug um den Aufwand zu rechtfertigen. Die meisten Motive sind bei mir 3 mm und aufwärts.
Gruß Sebastian
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: gladhammar am 08 Nov 19, 11:11
Hallo Sebastian und Ulrich,
diese Objektive sind für Durchlicht und Deckglas von 0,17mm korrigiert. Welchen Einfluss hat das für die Fotografie?
GA Detlef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 08 Nov 19, 11:17
Hallo Detlef,
Das Nikon ist nicht für Deckgläser optimiert (Nikon CFI 10x Na 0.25 Wd 10.5 unendlich)
Keine Probleme.
Die Probleme mit der Deckglaskorrektur gehen einher mit wachsender Numerischer apertur.
Unter einer Apertur von 0,25 sieht man keine Unterschiede. Bei höher auflösenden Objektiven sollte man
dann darauf achten keine Deckglaskorrektur im Objektiv zu haben. (Infos von photomacrography.com)

Viele Grüße,
Sebastian
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: gladhammar am 08 Nov 19, 11:55
Hallo Sebastian,
danke für die Aufklärung.
GA Detlef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 08 Nov 19, 15:05
Hallo Ukrich und Sebastian,

jetzt werden die Antworten konkret und für mich sehr hilfreich - danke. @Sebastian: Allerdings ist das mit der Größe der zu fotografierenden Objektes so eine Sache. Ich hänge mal ein Bild eines Argentopyritkristalles an. Der Kristalldurchmesse beträgt weniger als 1 mm. Das Bild ist mir zufällig (!) mit einer am Binookular befestigten Kamera gelungen. Natürlich möchte ich bewußt und geplant solche bzw. bessere Bilder meiner Mikros machen.

Ich stelle mal demnächst ein Bild meiner Selbstbau-Ausrüstung in diesen thread und bitte Euch dann Eure Meinung zu sagen, ob das was wird oder ob ich es lassen soll. Erst mal danke.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 08 Nov 19, 17:10
Hallo Uwe,
Konkrete Hilfe kann man meistens am besten geben wenn man die konkreten Anforderungen
Kennt. Das ist meist sehr komplex (Geld, Voraussetzung, Zielsetzung...). Das wollte ich vor einer
Empfehlung abklären. Das Bild was du zeigst hat eine bildbreite von ungefähr 3-4 mm.
Das ist eine Vergrößerung auf sensorseite ~8x-7x. Der Bereich ist schon nicht ganz einfach, denn gute Objektive kosten
Da schon Geld. Eine Empfehlung wäre das Zeiss 6,3x Semiplan. Das sollte für vernünftiges Geld zu bekommen sein.
Das Lomo 8x wäre auch eine günstige Option. Damit würde ich anfangen. Aufrüsten geht dann schnell...
Lupenobjektive wie Photar 25 oder Luminar 25 würden auch gehen, sind aber deutlich teuerer.
Für den Bereich 1x-4x empfehle ich günstige Vergrösserungsobjektive neben dem genannt Amscope Objektiv.
Schneider Componon 50 f2.8 ist ein solider Performer.
Aber meistens gibt es noch ganz andere Hürden. Ein Bild vom setup und eines beispielbildes was nicht geklappt hat
Wäre hilfreich um die Grundvoraussetzungen zu verbessern das die objektive auch liefern können.
Viele Grüße,
Sebastian
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: gladhammar am 08 Nov 19, 17:43
Hallo Uwe,
interessant wäre auch zu wissen wie du die Kamera auslöst, weißabgleich wie, welche Beleuchtung - Leuchtmittel, wie kommen die Ebenen zustande - bewegst du Objekt oder Objektiv, Belichtungszeiten, eventuell Blende, wie stabil ist der ganze Aufbau? Da habe ich sicher noch einiges vergessen.
Die Unschärfe rührt sicher vom Spiegel her - Erschütterungsunschärfe. Warum das Bild so flau ist können sicher andere Tipps geben.
GA Detlef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 08 Nov 19, 18:30
Hallo,

ich füge mal ein Bild meiner Ausrüstung bei mit welcher ich Aufnahmen im Bereich ab 5 mm mache. Normalerweise nutze ich nicht alle 4 Zwischenringe und ich schalte sonst auch nicht mein Objektiv mit Festbrennweite vor. (Mein normales brauchte ich zur Aufnahme.)

Die Vibration (Spiegelschlag) ist sicher ein Problem. Deshalb habe ich das Objektiv, wie zu sehen, abgestützt. Aus diesem Grund hatte ich an ein Mikroskopobjektiv gedacht, um so einen  langen instabilen Rüssel zu vermeiden. Die Ausrüstung ist ziemlich schwer, die Grundplatte besteht aus massivem Stahl. Also aus dieser Richtung werden keine Schwingungen übertragen.

Das etwas flaue Bild rührt sicher von der Nachbearbeitung her. Ich schärfe mit ViewNX2 und bearbeite (weißabgleich usw.) mit GIMP. Manchmal entrausche ich mit NeatImage v8.

Akruell beleuchte ich, wie auf dem Foto zu sehen, mit eine Eigenbau-LED-Leuchtring mit zwei Reihen. Das reicht auch für die lange Brennweite mit den Zwischenringen.

Also was denkt Ihr, nachdem Ihr mein Fotogestell gesehen habt?

Ich werde mal die zahlreichen Objektivempfehlungen, die Ihr mir genant habt studieren. Das Mikroobjektiv sollte allerdings mit der Niko-technik kompatibel sein.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 08 Nov 19, 18:51
Hallo Uwe,
Danke für das Bild. Ein paar Anmerkungen möchte ich da anbringen.
Vibrationen in der Kamera kommen durch: Spiegelschlag, Mechanischer Auslöser, 2. mechanischer Auslöser.
Spiegel und 1. Auslöser ruinieren dein Bild bei auslösezeiten zwischen  1/250 und 1 Sekunden ungefähr (grober Bereich)

Lösungen:
2. mechanischer Auslöser lässt sich durch Pausen zwischen den Bildern eliminieren.
Spiegel: Spiegelvorauslösung/liveview
1. Auslöser: leider ist Nikon in dem Bereich rückschrittlich und bietet keinen elektronischen ersten Verschluss an.
Also bleibt nur Blitz oder sehr lange belichtungszeiten

Leider hilft das Abstützen dagegen nicht wirklich.
Diesen Rüssel wirst du kaum vermeiden, denn gerade Mikroskopobjektive brauchen Auszug (160 mm das Amscope).
Trotz massivem Stahl wirst du entsetzt sein was sich an Schwingungen da überträgt.

Soweit erstmal meine Anregungen.
Gruß Sebastian


Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: gladhammar am 08 Nov 19, 19:25
Hallo Uwe,
mit Weißabgleich meine ich eigentlich das du deine Beleuchtung für die Kamera als "weiß"licht definierst.
Am einfachsten ist es mit einem weißen Blatt Papier und dem von dir verwendeten Licht ein Bild machst (muss nicht scharf sein) und dieses Bild in der Kamera als "weiß" hinterlegt/eingebunden wird.
Das hat zur Folge das das deine Beleuchtung von der Farbtemperatur her = weiß ist.
Kann schon eine Ursache fürs flaue Bild sein.
Nein deine Montage verhindert auf keinen Fall Vibrationsunschärfe.
Ich habe meine auf einem schweren Makroschlitten aus Eisen fest/ wirklich sehr fest auf einem 80kg Schreibtisch montiert - trotzdem Vibrationsunschärfe.
Wenn du mit Mikroskopobjektiven anfängst solltest du dich fürs 1. entscheiden ob endlich oder unendlich Objektiv.
Unendliche benötigen in der Regel noch eine Tubuslinse zusätzlich.
Bei endlichen steht die erforderliche Tubuslänge drauf und die sollte auch eingehalten werden um das Objektiv optimal aus zu nutzen. Deshalb macht es Sinn einen Balgen zu benutzen.
Zur Fernsteuerung der Nikon benutze ich das kostenlose Programm digiCamContrerol. Das kann recht viele Funktionen der Kamera fernsteuern. Allerdings empfehle ich die Version 1.2.0.0, da neuere Versionen nicht recht mit meiner Kamera kommunizieren.
GA Detlef

Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: UlrichW am 08 Nov 19, 21:26
Hallo Uwe,
ich habe so das Gefühl das hier ganz schnell ein Glaubenskrieg ausbrechen würde wenn ich zuviel zu den Objektiven schreibe. Aber allen "endlich korrigierten" Objektiven die ich getestet habe, und das sind schon eine ganze Reihe gewesen, ist es egal gewesen on ich 120mm oder 200mm Auszug hatte. Die Abnahme der Bildqualität ist zumindest beim Amscope-Objektiv so marginal, das andere Fehler weitaus auschlaggebender sind. Einen Balgen brauchst Du als "Zoom".
Zu deiner Vollmetallmechanik. Du weist schon, das sich Schwingungen in Stahl besonders gut verbreiten, reflektieren und sehr lange im System erhalten bleiben. Ich benutze eine sehr einfache Konstruktion aus 20mm MDF-Platten. Eine Bodenplatte, eine senkrecht darauf geschraubte Rückenplatte sowie zwei senkrechet Versteifungen jeweils links und rechts um den Aufbau zu stabilisieren.Also vereinfacht von der Seite gesehen:

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Die Bodenplatte wird mit einer Schraubzwinge auf dem Tisch fixiert und auf der senkrechten Rückenplatte wird der Makroschlitten und die Kamera montiert. Die Kamera ist dabei immer fest, bewegt wird das Objekt! Schwingungen durch Spiegelschlag sind binnen 0.5sek. abgeklungen und wenn man mit Spiegelvorauslösung arbeitet, sind Schwingungen kein Problem mehr. Wenn Du mir deine eMail-Adresse zukommen lässt, dass schicke ich die eine Aufbauanleitung.
Nur noch eines zum Licht: Reflekriertes oder sehr diffuses Licht vermeidet harte Kontraste und damit Schwierigkeiten mit überstrahlten Flächen, Flares etw. Dazu einfach ordentlich Watte vor die Lampen basteln und nie den Lichtstrahl direkt auf das Objekt richten. Als Lichtquelle empfehle ich LED-Lampen "neutralweiß" mit farbtemperaturen um 3500-4000K. Höhere Kelvinzahlen bedeutet mehr blauen Lichtanteil, und den mag die Kamera nicht und vor allem Du nicht bei der Bildbearbeitung. Blaustiche sind extrem schwer zu entfernen, Gelbstiche hingegen einfach. Nebenbei bemerkt, Belichtungszeiten von bis zu einer Sekunde sind mit meinem Setup nun überhaupt kein Problem.

Hier kurz den Text meiner Bauanleitung, ich weiss einfach nicht wie man hier Bilder einblenden kann ohne sie zuerst auf meien Seite hochzuladen...und wegen neuem PC hab ich noch kein FTP-Programm installiert.

  alles aus MDF-Platte 18mm
      1)   50*60 cm, 1 Stück
  Preis: Ca. 15 Euro

 
Die beiden Platten 4 zuerst zusammenleimen und mit einer Schraubzwinge verpresst trocknen lassen.
Die Platten dann wie gezeigt zusammenleimen
und anschließend verschrauben. Die Platten 2 hochkant montieren!
Achtung: MDF-Platte muss vor dem verschrauben vorgebohrt werden.
Schrauben: 3.5*30 (oder 3.5*35) mit
2mm vorbohren
An den Platten 4 wird später das Balgengerät befestigt. Die Platten 2 dienen zur Stabilisierung und zur Reduzierung von Vibrationen.

 
Kamera-Setup

 
CANON EOS 1100D (1200D,1300D) gebraucht ca. 150-200Euro
Neu (1300D) ca. 450 Euro
Bei den Kameras ist die Softwar EOS UTILITY dabei, die die Fernsteuerung der Kamera erlaubt und mit der Stacking-Unit zusammen arbeitet!

 
Adapter EF auf FD
EF (moderner Anschluss kameraseitig)
FD (alter Anschluss objektivseitig)
Ebay: ca. 10 Euro
ACHTUNG: Der Adapter darf KEINE Linse enthalten!!!!
Balgengerät, CANON BELLOWS FL Ebay: 60-100 Euro gebraucht
Das Balgengerät hat den FD-Anschluss zu beiden Seiten und ist extrem robust und stabil. Andere, preiswertere Balgengeräte führen oft zu Instabilitäten!


Adapter FD auf M42
Ebay: ca. 20 Euro
z.B. Hama-Adapter M42 — Canon FD
FD kameraseitig wird an das Balgengerät geschraubt und M42 dient zur Aufnahme der Optiken
ACHTTUNG: Die Bezeichnung bei Ebay ist of verwirrend, unbedingt darauf Achten das kameraseitig der FD-Adapter vorhanden ist.

 
Adapter M42 to RMS
Ebay: ca. 10 Euro
Der Adapter kann in den obigen Adapter eingeschraubt werden und nimmt nacher alle Mikroskop-Objektive mit RMS-Gewinde auf.
ACHTUNG: Die NIKON CFI-Pbjektive haben ein M25-Gewinde. Adapter von M42 auf M25 sind aber auch bei Ebay zu bekommen.


Objektive:

 
NIKON CFI PLAN 10x
ca. 200-450 Euro

 
Das Objektiv ist schwer zu bekommen, aber excellent. Bildbreiten bis 1.3mm formatfüllend und ohne Randverzeichnung sind ohne Weiteres möglich. Der Farbfehler ist vernachlässigbar und nur schwer zu erkennen (nur an extremen Kontrasten tritt ein wenig Farbsaum auf).
Die Schärfe ist über den gesamten Bereich (Bildbreite ca. 3-1.5mm, je nach Auszug des Balgengerätes) ausgezeichnet und steht extrem teuren MITUTOYO-Objektiven (Preis oberhalb 900 Euro gebraucht) nur wenig nach. ACHTUNG: Ein Adapter M25 (innen) auf M42 (aussen) ist erforderlich!
Es gibt unter dem Namen NIKON CFI verschiedene Objektive. NUR für dieses bronzefarbene Objektiv liegen Erfahrungswerte vor. Andere können gut sein, müssen es aber nicht!

 

 
AMSCOPE 4X Plan Achromatic Objective Lens with Knurled Ring
Preis: ca. 30 Euro mit Einfuhrsteuer und Transportkosten
Zu beziehen via AMSCOPE (US) https://www.amscope.com/accessories/objective/plan/4x-plan-achromatic-compound-microscope-objective-lens-1.html (https://www.amscope.com/accessories/objective/plan/4x-plan-achromatic-compound-microscope-objective-lens-1.html)
Bei AMSCOPE gibt es verschiedene 4x-Objektive! NUR dieses ist getestet und es ist mit Abstand das beste 4-fach-Objektiv das ich je gesehen habe. Es ist extrem scharf und bildet einen Bereich von ca. 3-5mm, je nach Balgenauszug, ohne jeden Fehler ab. Obwohl das Objektiv ein Achromat ist, ist ein Farbfehler nur extrem schwer nachzuweisen. Das Bild zeigt keine Randunschärfen oder Bildwölbungen. Die moderate Tiefenschärfe lässt ein einfaches arbeiten zu.
Ohne wenn und aber: MEIN TIP!

 

 

 
Stacking-Unit
Obwohl es verschieden Systeme zum serstellen von Mehrschichtaufnahmen gibt, hat sich doch als preiswerteste und völlig ausreichende Variante folgendes ergeben:
 WeMacro rail (100mm typewith battery box for outside) Preis: 249 US$ + Transport und Zoll (ca. 280 Euro)
Zu finden unter: www.wemacro.com (http://www.wemacro.com/)
Das Stacking-System tut alles was man benötig. Es wird komplett mit allen Kabeln und Software (downloadbar unter obiger Adresse) geliefert.
WICHTIG:
Als „shutter release cable“ den Typ C1 wählen!
Als „power supply“ EU auswählen!

Die Stacking-Unit wird wie dargestellt an die Rückwand des Korpus geschraubt (die Rückplatte des Units enthält dafür verschiedene Bohrungen).
Die untere Bodenplatte des Units muss Kontakt mit der Bodenplatte haben um Vibrationen vorzubeugen.
Auf die bewegliche Platte wird normalerweise die Kamera aufgeschraubt. Dies erzeugt aber durch den Spiegelschlag zu viele Vibrationen, so das wir die Kamera samt Balgengerät auf die Platten 4 schrauben und die Stüfchen mittels der Stacking-Unit bewegen. Dazu muss an der beweglichen Platte ein Winkel mit einer Tragplatte etc. befestigt werden. Hier kann auch ein Kreuztisch angeschraubt werden. Kreuztische sind von alten Mikroskopen manchmal preiswert zu bekommen.

 
Software

 
Als Software für das stacken der einzelnen Bilder gibt es verschiedene Produkte. Kostenlos ist Combine Z (siehe unter: https://alan-hadley.software.informer.com/ (https://alan-hadley.software.informer.com/)). Combine Z ist relativ langsam aber die Ergebnisse sind durchaus gut.

 
Für bessere Ergebnisse, einfachere Bedienung und schnellere Bearbeitung ist Helicon Focus (siehe: https://www.heliconsoft.com/heliconsoft-products/helicon-focus/ (https://www.heliconsoft.com/heliconsoft-products/helicon-focus/)) mein Programm der Wahl. Es kostet ca. 115US$ für eine lebenslange Lizenz (Lite-Version) und macht alles was man braucht. Vor allem die intuitive Bedienung und das sehr gute Ergebnis lassen für mich das Programm als unverzichtbar erscheinen. Und: die Ergebnisse sprechen für sich!
Die Fachwelt streitet sich, ob nun Helicon Focus oder andere Programme wie Zerene Stacker oder Picolay bessere Ergebnisse erzielen. Ich habe alle getestet und finde die Bedienung z.T. extrem schwierig oder kompliziert und die Ergebnisse sind bei Weitem nicht so akzeptabel wie die von CombineZ und Helicon Focus.
Man darf dabei nicht vergessen, die Software kann nur die Bilder stacken, die man ihr vorlegt. Und in den Bildern liegen 95% der Endqualität begründet, nicht in der Stacking-Software!
Diese ganzen Einstellmöglichkeiten (die auch z.B. CombineZ hat) benötigt man nicht. Daher möchte ich keine weitere Empfehlung für andere Produkte abgeben.

 
Licht
Die Beleuchtung kann jeder nach eigenen Gutdünken basteln. Einzig auf die Farbe des Lichtes sollte geachtet werden. Bitte KEIN „tageslichweissen“ Farbton (5300K und höher) verwenden. Dieser Farbton enthält zuviel blaues Licht, was wiederum die Digitalkameras irritiert. Man kann den Farbton des Bildes einerseits in der Kamera justieren (die können das am Besten, die haben die Dinger ja gebaut) oder später in der Bildbearbeitung.
Bewährt hat sich der sogenannte „neutralweisse“ Farbton mit 3500-5300K. Am Besten ist es dort einen Zwischenwert zu finden. Zu gelbes Licht (< = 3500K) verursacht Probleme, da der gelbe Farbton in der Kamera berechnet wird und somit zu Farbverfälschungen führt, die nachher nicht mehr korrigierbar sind.


Viel Spaß
Ulrich

 
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 08 Nov 19, 21:52
Danke Ulrich für Deine recht ausführliche Auskunft. Danke auch an die anderen, welche konstruktiv geantwortet haben. Ich habe jetzt erst mal viel zu tun, alle Informationen in den vorherigen Beiträgen auszuwerten und zu verinnerlichen. Deshalb werde ich erst mal zu diesem Thema schweigen und mich später wieder melden und von meinen Ergebnissen berichten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: gladhammar am 09 Nov 19, 18:14
Hallo Uwe,
wenn sich hier 50 Fotografen beteiligt hätten hättest du sicherlich 50 verschiedene Aufbauten beschrieben bekommen.
Das hält jeder nach seinen persönlichen Vorlieben und nicht zuletzt nach seinen finanziellen Möglichkeiten.
Es kann sich sicher nicht jeder ein Objektiv oder Ausrüstungsteile für 200 Teuros und aufwärts leisten.
Uwe aus deiner Beleuchtung lässt sich sicher ganz gut ein Lichtzelt basteln. Übrigens wirst du nicht umhin kommen dir auch die anderen Forenbeiträge durch zu lesen bzw in anderen Quellen nach zu lesen. So wirst du sicher für dich das Passende zusammenstellen und damit bessere Aufnamen hinkriegen.
Und ja die Objektive sind eine Philosophie für sich. Danke Ulrich für den Tipp mit dem Amscope.
GA Detlef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 09 Nov 19, 21:44
Kurze Zwischenreaktion von mir: Erst mal Dank an Detlef für den link digiCamControl 1.2.0. Jetzt kann ich endlich die Bilder, die der Sensor meiner Kamera sieht, live auf den Bildschirm sehen. Damit läßt sich weiter arbeiten.

Außerdem bin ich zu der Erkenntnis gekommen, daß mein Gestell supercool aussieht aber für Fotos bullshit ist.  Daß Eisen stark schwingt hätte ich auch vorher schon wissen sollen und können. Jetzt baue iich erst mal so ein Gestell aus Holz wie Ulrich eins hat. Dann sehen wir weiter.

Mit einem schwingungsarmen Gestell und digiCamControl kann man vielleich auch schon mit einem Retroring etwas machen. Die Beschaffung eines  Amscope bleibt aber auf meiner Agenta.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Sebastian am 09 Nov 19, 22:02
Hallo Uwe,
Ich möchte nur einen anderen Vorschlag anbringen:
Kaufe ein gebrauchtes Mikroskopstativ. Damit lässt sich sehr komfortabel arbeiten, Sind schon super stabil,
 (Von der Konstruktion her schon) und erweiterbar wie man mag.
Gute Modelle kosten schon um 30-100€ bei eBay. Vorteil: damit kannst du schon Ultra feine Schritte einstellen und händisch stacken.
Und mit folgendem Gerät günstig automatisieren, sodass die teuren linearschlitten nicht nötig sind.
https://www.wemacro.com/?product=micromate
Gruß Sebastian
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 22 Nov 19, 15:21
Hallo,

die Ausrüstung nach den Angaben von Ulrich ist im werden. Einen Teil der Ausrüstung einschließlich Amscope habe ich beschafft. Bevor ich das Gestell in Angriff nehme noch eine Frage:

Genügt es, wenn man die Kamera fei an das Balgengerät nur mit dem Bajonettverschluß befestigt, oder sollte die Kamera noch zus#tzlich am Gestell fixiert werden? Wie sind dazu Eure Erfahrungen? Das Gestell wird aus MDF-Platten zusammengesetzt werden, sollte also von Haus aus schwingsgedämpft sein.

Danke und Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: ankerit am 22 Nov 19, 17:01
Hallo Uwe,

da ich deinen Stackingeinrichtungsbau verfolge, erinnert mich das an meine erste selbstgebaute Einrichtung. Sie steht jetzt auf dem Dachboden und wird nicht mehr benötigt. Wenn du möchtest, schicke ich dir gerne Fotos davon. Bei Interesse gebe ich sie auch günstig ab.
Antwort bitte per Email.

Gruß
Günther
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 24 Nov 19, 08:28
Danke Güther für Dein Angebot. Da ich aber in meine im Aufbau befindliche Ausrüstng bereits einiges investiert habe, mache ich auf diesem Weg weiter. Mich hat lediglich interessiert, ob man die Kamera auf einem Balgengerät bzw. einem Tubuis extra am Gestell fixieren sollte.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: ankerit am 24 Nov 19, 11:03
Hallo Uwe,

Fixierung ist zu empfehlen.

Gruß und schönen Sonntag
Günther
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: cmd.powell am 27 Nov 19, 01:37
Moin

Ich möchte an dieser Stelle noch das Zeiss Luminar 63mm in den Raum werfen (nur bildlich natürlich). Ist leider recht teuer, aber auch ziemlich der Hammer was Auflösung und Arbeitsabstand betrifft.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: geni am 27 Nov 19, 19:36
Es gibt auch das Lomo 3,7 / 0,11.
Das habe ich in von einem Mitglied des MA bekommen und damit dieses Bild gemacht.

Körniger weißer Fluorit überwächst Villiaumit und teilweise Tuperssuatsiait, Stbr. Aris BB 4 mm

Herzlichen Dank an Josef 84,85

Gerhard Niceus (geni 8))
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: cmd.powell am 28 Nov 19, 02:53
Danke Güther für Dein Angebot. Da ich aber in meine im Aufbau befindliche Ausrüstng bereits einiges investiert habe, mache ich auf diesem Weg weiter. Mich hat lediglich interessiert, ob man die Kamera auf einem Balgengerät bzw. einem Tubuis extra am Gestell fixieren sollte.

Gruß
Uwe

Hier scheinen die Meinungen auseinander zu gehen. Ich befestige meine Kamera nicht zusätzlich, das geht in meinem Aufbau auch nicht. Nach meiner Einschätzung macht es auch wenig bis keinen Sinn. Das Balgengerät ist ziemlich stabil und wenn dieses schwingt, nutzt auch eine zusätzliche Fixierung der Kamera nichts. Im Zweifelsfall macht Versuch kluch. Außerdem kann ich bei meinem Balgengerät (ich meine das müsste das besagte Canon-FD-Balgengerät sein) kann man die Kamera zusätzlich um 90° drehen. Das nutze ich recht oft und eine zusätzliche Fixierung würde eine Drehung unmöglich machen.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Josef 84,55 am 28 Nov 19, 07:51
Hallo,

Gutes Argument, ich schätze es auch sehr, die Kamera drehen zu können. Das ist viel einfacher als das Licht um die Stufe zu drehen, um eine passende Beleuchtung zu finden.

Bei den Objektiven versuche ich immer einen möglichst großen Bildkreis zu eizustellen, um die Auflösung best möglich auszunutzen. Das Lomo 3,7/0.11 schafft 9 mm Bildbreite bei meinem MFT-Sensor ohne Probleme in den Ecken. Bei endlichen Objektiven geht das mit kürzeren Abstand im Balgen und bei den unendlichen durch eine kürzere Brennweite der Tubuslinse (z.B. Ranox DCR 250).

Bei 5 mm Bildbreite nehme ich das 25mm Luminar.

Grüße Josef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 28 Nov 19, 08:04
Danke für Eure letzten Antworten. Ich bin der Meinung (rein theoretisch), daß die Schwingungen in meiner alten, verworfenen Ausrüstung durch das Gewicht von Zwischnringen und Objektiv verstärkt wurden. Eine Fixierung der Kamera muß also zum Glück nicht sein.

Anfang Dezember laufen die letzten Bauteile (aus aller Welt) bei mir ein. Ich werde vom Ergebnis berichten.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: cmd.powell am 10 Dec 19, 02:45
Moin Uwe

Das Problem mit dem Wackeln durch die Kameraauslösung kenne ich - leider - nur zu gut. Ich hatte mir relativ blauäugig die Canon EOD 60D gekauft, primär wegen dem klappbaren Display, nur um dann festzustellen, das gerade diese das für Mikrofotografie denkbar ungünstigste Modell ist. Der Verschluß ist dermaßen stark, das es zu massiven Erschütterungen kommt. Bei niedrigen Vergrößerungen macht das nichts, aber wenn ich mit einem 10mm Objektiv fotografiere, sieht man die Schwingungen doch schon recht deutlich.
Meine Lösung ist leider nicht ganz leicht zu realisieren gewesen, aber denkbar einfach in der Grundidee: Nicht die Belichtung mittels des Kameraverschluß sondern über die Beleuchtung realisieren. Glücklicherweise leben wir im LED-Zeitalter und diese lassen sich mit sehr kurzen Anstiegs- und Abfallzeiten ansteueren, welche Belichtungen bis runter zu 1/1000 oder gar noch weniger ermöglicht, was nach meiner bisherigen Erfahrung gar nicht mehr nötig ist. Die Kamera auf "B", also Unendliche Belichtung stellen, den Verschluß auslösen, ein paar Sekunden warten und dann den entsprechenden Lichtimpuls auf die Stufe geben. Funktioniert 1A. Natürlich muß die Kamera in einer Dunkelbox stehen und man benötigt eine Elektronik, die man irgendwie mit in die Steuerung einarbeiten kann. Da ich mir alles selber zusammenfrickele war das dass "kleiner" Problem. Und da ich ziemlich Oldschool mit CMOS/TTL-Logik arbeite sollte ein versierterer Bastler mit Microcontroller ware Wunder bewirken können. Der Vorteil liegt auf jeden Fall klar auf der Hand: Schwingungen werden so absolut irrelevant!

Das nur mal als Anregung, um Deinem Schwingungsproblem entgegen zu treten.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: harzgeist am 10 Dec 19, 03:31
Hallo Markus

Mein Eigenbau Steuergerät weist einen solchen Modus auf, hatte ich damals "vosichtshalber" mit programmiert, aber noch nicht wirklich benötigt. Ich arbeite mit einer spiegllosen Systemkamera Olympus EP-1, die jedoch einen mechanischen Verschuss besitzt, ich aber (ohne Objektive) gebraucht für günstige 80 Euronen erworben habe. Die von mir meistbenötigten Bildbreiten sind 1,5 und 0,5 mm und ich habe damit keine Probleme mit Vibrationen feststellen können.

Ein sich bewegender Spiegel (wozu braucht man den heute noch) ist natürlich eine gaaanz andere Sache...

Thomas

Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 10 Dec 19, 08:08
Gute Idee. Markus. Werd' ich auf jeden Fall mal probieren.

Zur Zeit ist meine Staking-Vorrichtung in der Entstehung. Da ich den Korpus mattschwarz gespritzt habe, dürfte das Abdunkeln kein Problem sein.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Fabian99 am 10 Dec 19, 08:53
Glücklicherweise leben wir im LED-Zeitalter und diese lassen sich mit sehr kurzen Anstiegs- und Abfallzeiten ansteueren, welche Belichtungen bis runter zu 1/1000 oder gar noch weniger ermöglicht, was nach meiner bisherigen Erfahrung gar nicht mehr nötig ist.

Naja - nicht bei weissen LEDs. Der Lumineszenzkonverter ist teilweise relativ träge.

LG
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Josef 84,55 am 10 Dec 19, 20:05
Hallo,

nehmt doch einfach einen Blitz mit Einstell-Licht den ihr mit dem Mittenkontakt der Kamera auslösen könnt (z.B. mit BRESSER JM-20 Blitzschuh-Adapter + Kabel). Zusätzlich ist es auch noch ein weitgehend thermisch erzeugtes Licht, das nicht aus Banden konstruiert ist.
Die Nachteile die beim normalen Knipsen stören sind hier nicht gegeben. Immer gleiche Richtung und viel zu harte Beleuchtung. Der Diffusor legt die Lichtrichtung fest.
Die Feinregelung vom meinem einfachen Studio-Blitz habe ich mit einer Blende am Blitz aus der Bühnentechnik gelöst.

Grüße Josef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: cmd.powell am 11 Dec 19, 04:48
Glücklicherweise leben wir im LED-Zeitalter und diese lassen sich mit sehr kurzen Anstiegs- und Abfallzeiten ansteueren, welche Belichtungen bis runter zu 1/1000 oder gar noch weniger ermöglicht, was nach meiner bisherigen Erfahrung gar nicht mehr nötig ist.

Naja - nicht bei weissen LEDs. Der Lumineszenzkonverter ist teilweise relativ träge.

LG

Naja, da beißen sich sich Deine Aussage und meine Erfahrung. Nur nochmal klargestellt: Ich mache auf diese Art und Weise bereits erfolgreich Aufnahmen!! Es gibt sicherlich weiße LED's, die längere Zeit nachleuchten. In meinem Badezimmer habe ich z.B. solche "Patienten". Aber die LED's, welche ich für meine Beleuchtung verwende, leuchten nicht in einer Weise nach, das sie die Belichtungszeiten beeinflussen.
Ich weiß jetzt natürlich auch nicht, mit welchen Belichtungszeiten ihr normalerweise arbeitet, bei mir sind es zwischen 1/100 bis rauf deutlich über eine Sekunde, je nach Vergrößerung. Gerade bei hohen Vergrößerungen sind die Belichtungszeiten länger. Die eigentliche Belichtungszeit stelle ich "herkömmlich" über meine Kamera fest, dann stelle ich diese auf "B", also unendliche Belichtungzeit, und an meiner Belichtungssteuerung eben jene über die Kamera gemessene Zeitdauer ein. Danach ein Testfoto, ob auch alles passt und dann geht es los.
Ich denke mal, wenn Anstiegszeit des Leuchtstoffs identisch oder sehr ählich der Abfallszeit sind ist es auch kein Problem, solange der Leuchtstoff seine Plateauhelligkeit erreicht. In dem Falle würde der verlängerte Helligkeitsanstieg durch das Nachglimmen kompensiert, was sich mit meinen Ergebnissen deckt. Rein visuell kann ich ohnehin keinerlei Nachleuchten feststellen, weder bei Ein-Chip- noch bei COB-LEDs mit mehreren Einzelchips in Reihe.
Aber vielleicht gibt es LEDs, die wirklich völlig ungeeignet sind. In dem Fall muß man auf ein anderes Modell zurückgreifen.

Einen klassischen Blitz halte ich für problematisch: Man kann nicht die Lichtverhältnisse auf den Kristallflächen beeinflussen, da man nicht mit dem Blitz beleuchten kann. Mit LEDs kann man alles vorher in Ruhe einstellen und evtl. Reflexionen abschwächen, betonen, was auch immer. Wie soll das mit einem Blitz gehen. Da hat man irgendein Ergebniss oder macht erstmal hunderte von Testaufnahmen, nur um die richtigen Beleuchtungsverhältnisse hin zu bekommen.

@Uwe: Wenn eh alles in Entstehung ist, ist das auch der richtige Zeitpunkt, solche Eventualitäten gleich mit einzubetten. Ist bei mir genau das Gleiche: Ich baue zur Zeit auch noch auf und die Konstruktion wächst wie eine Pflanze und wird immer ausgefeilter. Zwischendurch gibt es dann immer wieder Phase der ausgiebigen Testung, dann werden wieder Ideen ausprobiert und umgesetzt... ist schon fast ein organischer Prozess, eine kleine Evolution. Macht einen Heidenspass - vor allem, wenn denn auch mal was funktioniert.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Josef 84,55 am 11 Dec 19, 08:02
Guten Morgen

mein Blitz hat ein Einstell-Licht, dass in etwa die gleiche Richtung hat wie die Blitzröhre. Ich stelle das Motiv unterm Stemi grob ein und stelle es danach unter den Foto-Aufbau, der eine ähnliche Lichtrichtung hat. Dort mache ich mit dem Licht am Blitz die Feineinstellung. Grob überstrahlende Reflexe dämpfe ich mit einem Stückchen Isolierband am Diffusor, der die eigentliche Lichtrichtung vorgibt. Die Möglichkeit zum Einstellen des Lichtes ist meiner meinach nach notwendig. Ein Licht welches bei allen Motiven gut ausschaut, kenne ich für Mineralien nicht, bei Insekten ist dass ein wenig einfacher.
Für mich funktioniert diese Abfolge und ich hatte so nie Bewegungsunschärfen, selbst mit meinem wackligen Vergrößerrer-Stativ und 50x/0.55 Objektiv.
Ein netzbetriebener Studio-Blitz mit niedriger Blitzzahl hat sich bewährt. Akkubetriebene gehen immer dann aus, wenn man es nicht braucht und ein Umbau eines solchen alten Blitzes auf Netzbetrieb ist gescheitert.

Grüße Josef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 11 Dec 19, 09:59
Ich will ja auf keinem Fall die Erfahrungen anderer user klein reden, aber meiner Erfahrung nach geht Blitz bei Mineralaufnahmen überhaupt nicht. OK, ich habe noch keine Mikros "geblitzt", aber bei Stufen normaler Größe wirken Blitzaufnahmen immer flach. Bei Mineralen spielt nicht nur die Farbe, sondern auch die Struktur eine große Rolle. Bei Blitzlichtaufnahmen kommt das Licht aus einer Richtung und damit werden nur die direkt angeleuchteten Flächen sichtbar (von Spiegelungen mal abgesehen). Es sei denn, man setzt wie bei Profiaufnahmen mehrere ferngesteuerte Blitze aus verschiedenen Richtungen ein. Aber ehe ich hier größere Summen investiere kaufe ich mir lieber eine neue Stufe. Ich bin halt ein low-budget Fan.

Gruß
Uwe

Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Fabian99 am 11 Dec 19, 10:59
Hallo Uwe,

ich habe gerne im Bereich 0.2 bis 0.5s belichtet. Da kann ein Blitz helfen um Akzente zu setzen. Als Hauptlichtquelle sehe ich den Blitz auvch nicht.

@Markus:
Nee, eigentlich nicht. Das Nachleuchten ist vermutlich eher die Elektronik im Badezimmer. Mal schauen, vielleicht schaffe ich ein Oskar an eine Photodiode zu hängen. Die 1ms an und Abstieg gleube ich bei weiss nicht - 10ms schon. Wobei das Ganze extrem temperaturabhängig, also von der Geschichte der LED abhängt.

LG
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Lynx am 11 Dec 19, 12:05
Hoi

Weißlicht-LED sind blaue LEDs mit einem Farbkonversionselement. Der primäre Konverter lässt sich blau anregen und emittiert gelb, was zusammen ein kaltes Weiß ergibt. Für warmweiße LEDs wird noch ein rot leuchtender  Leuchtstoff dazugegeben. Wegen der thermischen und photochemischen Belastung sind diese Konverterleuchtstoffe keramische Pigmente.

Gängige Weißlicht-LED haben typischerweise einen YAG-Ce oder LuAG-Ce (d.h. einen Setenerdgranat dotiert mit Cer)  als farbkonvertierendes Element. Die Lumineszenzlebensdauer von Ce in diesen Stoffen liegt deutlich unter 1 µs (etwa 0.2-0.4µs). Manche Hersteller nutzen  meines Wissens mittlerweile auch andere Konverterstoffe, die allerdings ebenfalls sehr schnell sind.

Dass typischerweise der primäre Konverter schnell ist,  liegt daran, dass aus Effizienzgründen solche Stoffe gewählt werden, in denen der entsprechende strahlende Übergang quantenmechanisch erlaubt ist, also eine hohe Übergangswahrscheinlichkeit und deshalb eine kurze Lebensdauer hat. 

In der Anwendung führt das dann dazu, dass diese LEDs flackern, wenn sie am üblichen 50Hz Netz angeschlossen sind. Um dieses durchaus deutlich sichtbare Flackern zu verringern, werden gezielt nachleuchtende Komponente mit in das Konverterelement eingebracht. Die Einschalt-Dynamik wird üblicherweise vom schnellen Konverter dominiert  - beim Abschalten kann man manchmal recht lange noch die nachleuchtende Komponente sehen, zum Teil auch mit Farbwechsel nach grün.

Allerdings bezieht sich oben gesagtes auf die Leuchtmittel für z.B. Raumbeleuchtung. LED Chips, wie sie z.B. für Instrumentenbeleuchtung etc benutzt werden, hängen nicht an Wechselspannung, benötigen daher keinen Zusatz von nachleuchtendem Pigment, was natürlich billiger und einfacher in der Herstellung ist.

Grüße, Martin


P.S.: LEDs mit Schaltflanken im µs-Bereich bzw. Puldauern im µs-Bereich zu betreiben, ist an sich kein Problem - wenn man entsprechend schnelle Treiberelektronik hat.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 11 Dec 19, 13:42
Ja Fabian, den Blitz neben der anderen Beleuchtung zusätzlich oben drauf setzen werde ich mal probieren.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: cmd.powell am 12 Dec 19, 02:44
P.S.: LEDs mit Schaltflanken im µs-Bereich bzw. Puldauern im µs-Bereich zu betreiben, ist an sich kein Problem - wenn man entsprechend schnelle Treiberelektronik hat.

Ich habe in meiner Eigenbauschaltung als kürzeste Belichtungsdauer 1/8000 Sekunde realisiert (nur pro forma, da meine Kamera diesen Wert als kürzeste Belichtungszeit kennt. Für Mineralienfotografie wahrscheinlich unsinnig, außer man belichtet mit einem Atomblitz...) und kann diese kurze Leuchtdauer visuell wahrnehmen. Natürlich kann ich nicht sagen, ob die LED ihre maximale Helligkeit erreicht, dafür fehlt mir die nötige Messtechnik. Auf jeden Fall spricht das für die Aussage von Martin, das die Leuchtstoffe sehr schnell reagieren.

@uwe: In meinen Augen lassen sich LEDs deutlich leichter ansteuern als z.B. ein Blitzgerät. Der Vorteil der LED ist, das man letztlich nur einen MOSFET o.ä. als "Schalter" in den Stromkreis der LED einbauen muss. Die meisten MOSFETs lassen sich schon mit einem einfache 5V TTL-Signal voll aufsteuern, so das praktisch jede beliebige Schaltung bis hin zum PC zum Ansteuern genutzt werden kann. Leistungs-MOSFETs können dabei locker Ströme über 20A schalten, was weit mehr als nötig ist. Für eine echte Blitzröhre muss man einen Hochspannungsimpuls schalten oder irgendeinen Adapter auf das vorhandene Blitzgerät basteln. Aber probier ruhig mal aus, bin auch auf die Ergebnisse gespannt.
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: harzgeist am 12 Dec 19, 06:35
Hallo,

Ich stimme Markus völlig zu. LEDs bieten den zusätzlichen Vorteil, dass man in aller Ruhe die Beleuchtung so justieren kann, bis man glaubt das Optimum gefunden zu haben.
Was die Vibrationen betrifft, denke ich, dass es eine Überlegung wert ist -wenn andere Maßnahmen wie Spiegelvorauslösung nicht greifen- auf eine Systemkamera ohne Spiegel umzusteigen, die von haus aus schon kaum Vibrationen verursacht. Der finanzielle Aufwand hat sich bei mir jedenfalls mit 80 Euro in Grenzen gehalten (gebraucht, nur der Body, ebay Sofortkauf vom Fachhandel).

Thomas
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Josef 84,55 am 12 Dec 19, 07:52
Hallo

um einen Blitz auszulösen muss man nur den Kreis zum Mittenkontakt schließen und das kann die Kamera mit Synkronzeit z.B. 1 Sekunde erledigen.
Blitz und LEDs zu mischen ist keine gute Idee, die Farbe passt nicht zusammen.

Uwe, falls die Abneigung gegen einen Blitz Dich vom fotografieren abhalten würde, nimm auf jeden Fall eine andere Lösung.

Alle meine Mineralien-Bilder sind mit Blitz beleuchtet. Geht garnicht würde ich nicht behaupten. Ich finde sie gar nicht so schlimm.

Grüße Josef
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Fabian99 am 12 Dec 19, 10:10
Blitz und LEDs zu mischen ist keine gute Idee, die Farbe passt nicht zusammen.

Hallo Josef,

da stimme ich dir nicht unbedingt zu. Harjo zeigte hier mal einen Epidot(?) der die Flächen mit unterschiedlichen Lichtreflexen hervorhob.
https://de.wikipedia.org/wiki/Yttrium-Eisen-Granat#/media/Datei:Wiki-YIG.jpg (https://de.wikipedia.org/wiki/Yttrium-Eisen-Granat#/media/Datei:Wiki-YIG.jpg)
Das Bild ist auch im Mischlicht entstanden. Es hängt meiner Meinung nach vom Verhältnis der Lichtmengen ab.

LG
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 12 Dec 19, 12:27
Das Farbempfinden ist subjektiv. Insofern kann man nicht beurteilen, ob für einen andere eine Farbe natürlich wirkt, welche für einen selbst unnatürlich erscheint. Das Farbempfinden hängt erstaunlicherweise auch vom Alter des Betrachters ab. Ich habe mir mit 70 neue Linsen einsetzen lassen (in die Augen, nicht in die Kamera). Als ich danach meine Minerale angesehen habe war es ein Farberlebnis.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Fabian99 am 12 Dec 19, 14:50
Ja, stimmt. Augenlinsen werden grau/gelb.

Und der Farbeindruck (was das Gehirn aus der Information vom Auge mach) hat nichts mit der Stoffeigenschaft Remissionsgrad(Wellenlänge) zu tun.

Aber wer hat schon einen kalibierten Monitor oder geht um seine Stufe zu betrachten bei bedecktem Hiommel auf die Nordseite des Gebäudes...

Ein "Foto" ist immer eine Kette aus Objekt + Licht + Kamera + Wiedergabegerät + Betrachter.

LG
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: uwe am 28 Dec 19, 11:18
Dank der vielen guten Ratschläge habe ich mir nun eine entsprechende Mikro-Stacking-Ausrüstung zusammengestellt (mit Lieferungen aus Japan, USA Taiwan und Südkorea). Aus Geiz habe ich auf eine automatische Stackingeinrichtung verzichtet, bin aber nach ersten Versuchen ganz zufrieden. Ich hänge mal ein Bild an. Der Argetopyritkristall ist wirklich winzig - der Quarz rechts daneben ist 1,5 mm lang. Allerings ist alles bei so einer Vergrößerung der Vibrationseinfluß enorm. Allein der Mausklick auf dem Tisch neben der Ausrustung hat sich bemerkbar gemacht.

Immerhin Dank an alle. Hat mich einen Schritt nach vorn gebracht.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: guefz am 28 Dec 19, 11:28
Allein der Mausklick auf dem Tisch neben der Ausrustung hat sich bemerkbar gemacht.

Deshalb haben z. B. Elektronenmikroskope und ähnliche Geräte üblicherweise einen separaten Tisch für die Bedienelemente...

Günter
Titel: Re: Mikroskop- bzw. Lupenobjektiv
Beitrag von: Fabian99 am 28 Dec 19, 20:12
Hallo,

fangen wir mal  für ein high-resolution REM an:
Dämpfungstisch um Vibrationen auszukoppeln.
Schallschutz! z.B. Vorhänge etc. Gesprochen wird nicht am REM während der Aufnahme.
Die Zuleitungen sind entkoppelt.
Pumpen etc andere Seite vom Flur
Türen sind auf der Etage sanft eingestellt.
Die Magnetfelder werden aktiv kompensiert.
Das Ding wiegt massig...
Meist steht es noch auf Zusatzdämpdern und wird intern speziell gedämpft :-)

Anpusten gilt nicht!

LG

Frank - Vater von Fabian.