Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 31 Dec 19, 18:17
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Bilder Diskussion - Image Discussion
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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1196412464.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1196412464.jpg)
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Was sitzt da orangebraunes drauf ? Ist das Siderit?
Sollte m.E. zumindest in die Beschreibung mit rein ...
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Da musst Du Manfred direkt fragen, er wird die Diskussion sonst nicht mitbekommen.
Viele Grüße
Stefan
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ok, mach ich - danke für den Hinweis!
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Das ist Dolomit.
Johannesschacht würde ich aber ausschließen.
Eher Grube Cäcilia oder Erika!
waldi
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hallo Waldi,
danke - Dolomit (bzw. schwach Fe-hältiger Dolomit) war auch meine erste spontane Vermutung, da aber der bei der angegebenen Fundstelle (Johannesschacht) nicht gelistet ist, habe ich für die Anfrage dann den Siderit gewählt ...
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Hallo,
ich habe mir die Stufe angeschaut und erst mal eine Ergänzung zum Text gemacht.
Ich habe vor dieses Mineral analysieren zu lassen, Frage Dolomit oder Siderit.
Ich habe sehr oft im Wölsendorfer Revier gesammelt und dabei immer Siderit und keinen Dolomit gefunden.
Vielleicht auch den Dolomit nicht erkannt.
Gutes neues Jahr euch allen
Manfred
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hallo Manfred,
besten Dank!
ich bin schon neugierig, was die Analyse ergibt.
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Hallo,
nachdem die berechtigte Frage aufkam, Dolomit oder Siderit auf Fluorit, habe ich dieses Mineral mit EDX analysieren lassen.
Ergenis, es ist Ankerit. Bild und Fundstelle akualisiert. Ankerit ist somit neu für diese Fundstelle.
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Servus,
das ist ja ein interessantes Ergebnis !
Waere es moeglich, die Analysendaten hier einzustellen ? Ankerit ist (zumindest nach der Neudefinition der IMA) ein eher seltenes Mineral. Zudem ist die schluessige Unterscheidung zwischen eisenhaltigem Dolomit und echtem Ankerit oft nicht einfach.
Da ich schon viele derartige Proben untersucht habe, wuerde mich das Vorgehen sehr interessieren.
Danke (gerne auch per PM),
Harald
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Hallo,
nachdem die berechtigte Frage aufkam, Dolomit oder Siderit auf Fluorit, habe ich dieses Mineral mit EDX analysieren lassen.
Ergenis, es ist Ankerit. Bild und Fundstelle akualisiert. Ankerit ist somit neu für diese Fundstelle.
Hallo Manfred
Endlich mal ein 'echter' analysierter Ankerit!
Kannst du genauere Angaben zum Verhältnis Fe/Mg machen? Ich denke das wäre nicht nur für mich interessant.
Danke und GA
Thomas
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Hallo,
hier die Analysdaten.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1589214051.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1589214051.jpg)
und
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1589214293.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1589214293.jpg)
Gruß Manfred
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Hallo Manfred
Wenn ich das richtig interpretiere, ist Magnesium mit knapp 25 Atomprozent gegenüber gut 19 At% Fe in der Überzahl. Damit sollte es doch nach aktueller Definition noch Dolomit sein, oder?
Thomas
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Hallo Thomas,
aber Dolomit enthält doch kein Fe und Mn.
Ich verstehen aber kaum etwas davon.
Gruß Manfred
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Hallo Manfred,
Dolomit als reines Endglied enthält nur Ca und Mg, während Ankerit nur Ca und Fe enthält und Kutnahorit nur Ca und Mn.
Die 50% - Regel (der IMA Nomenklatur) besagt dass bei Mg>Fe eisenhaltiger Dolomit und bei Mg<Fe magnesiumhaltiger Ankerit vorliegt.
Bei mehr als zwei Kationen (oder Anionen) ist das meistvertretene namensgebend.
Es müssten also mehr Eisen- als Magnesiumatome vorliegen, wenn es Ankerit wäre.
Soweit mein Verständnis. Liege ich damit falsch?
Thomas
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Ja, so sehe ich das auch. Bei diesen Analysedaten ist es Dolomit mit einem recht starken Fe-Gehalt.
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Servus Manfred & Thomas,
erst einmal vielen Dank fuer die prompte Bereitstellung der Analysenergebnisse !
Thomas hat recht - ich habe das Ganze auch noch einmal kurz nachgerechnet. Bezogen auf die (fuer mich etwas gewoehnungsbeduerftige) Darstellung ohne C und O muessten mehr als 25 at% Fe vorliegen, damit man von Ankerit sprechen koennte.
Es handelt sich also um einen eisen- und manganhaltigen Dolomit, keinen Ankerit. Ich habe einige recht aehnliche quantitative Analysen von eisenhaltigen Dolomiten - das sieht alles plausibel aus.
Manfred, bitte verstehe unsere Nachfragen nicht als Kritik, sondern als wirkliches Interesse. Frueher wurden alle eisenhaltigen Dolomite als Ankerite bezeichnet. Dies ist aber nicht mehr zulaessig.
GA,
Harald
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Hallo,
im Rahmen der Analysen ist 4%Mn + 21%Fe + 25%Mg = 50% Ca ;-) Ca ist mit 51% gut, aber leicht zuviel - aber locker im Rahmen!!!!
also nahezu gut Ankerit, oder?
LG
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Servus zusammen,
Ich würde mich dem Walter voll und ganz anschließen.
Grube Johannesschacht ist eig auszuschließen. Eher Erika oder Cäcilia.
Angeboten werden diese Stücke fast immer als Dolomit auf Fluorit.
Glück Auf,
Felix
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Hallo,
im Rahmen der Analysen ist 4%Mn + 21%Fe + 25%Mg = 50% Ca ;-) Ca ist mit 51% gut, aber leicht zuviel - aber locker im Rahmen!!!!
also nahezu gut Ankerit, oder?
LG
Hallo,
Ich denke man kann nicht einfach die Summe von Fe und Mn dem Mg gegenüberstellen.
Von den dreien ist Mg dennoch am meisten vertreten, womit klar Dolomit vorliegen dürfte.
Im theoretischen Fall von 16/16/18 % würden zwei Prozent entscheiden, ob Dolomit, Kutnakorit oder Ankerit vorliegen.
Gibt es hierzu eine Regelung der IMA, wie die Benennung in solchen Fällen zu erfolgen hat?
Thomas
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M. W. zählt in den Fällen, in denen sich 3 Elemente um eine Position streiten, die einfache Mehrheit. Bei nur zwei Elementen die von dir bereits genannte 50%-Regel.
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M. W. zählt in den Fällen, in denen sich 3 Elemente um eine Position streiten, die einfache Mehrheit. Bei nur zwei Elementen die von dir bereits genannte 50%-Regel.
Danke! Das bestätigt meine Annahme.
Etwas off-topic und zum Nachdenken:
Ich finde es immer wieder interessant, dass teils erbitterte Diskussionen geführt werden um Dolomit vs. Ankerit oder um Pyromorphit vs. Mimetesit oder andere Serien.
Aber kaum jemand interessiert sich dafür ob sein 'Wolfamit' nun Ferberit oder doch Hübnerit ist.
Ich denke, hier spielt die Psychologie eine große Rolle. Wolframit und Olivin klingen einfach besser als z.B. "Pyromorphit-Mimetesit-Mischkristall", sind aber tatsächlich ebenso ungenau.
Thomas
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Hallo,
im Rahmen der Analysen ist 4%Mn + 21%Fe + 25%Mg = 50% Ca ;-) Ca ist mit 51% gut, aber leicht zuviel - aber locker im Rahmen!!!!
also nahezu gut Ankerit, oder?
LG
Servus,
nahezu gut, aber knapp daneben ist auch vorbei, oder ;D ? Von der Belastbarkeit und Aussagekraft eines Messpunktes wollen wir gar nicht reden.
Fazit: nach Datenlage und IMA liegt kein Ankerit, sondern eisenhaltiger Dolomit vor.
Dies ist eine wertfreie Feststellung, die lediglich bestaetigt, dass Ankerit (gemaess IMA-Kriterien) doch ein eher seltenes Mineral zu sein scheint.
Nochmals Danke an Manfred fuer die Bereitstellung der Daten.
GA,
Harald
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Hallo,
danke für die interessante Disskusion.
Ich habe wieder dazugelernt und werde meine Daten, Bilder dann auf Dolomit (eisenreich) umändern.
Gruß Manfred
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Hallo,
danke für die interessante Disskusion.
Ich habe wieder dazugelernt und werde meine Daten, Bilder dann auf Dolomit (eisenreich) umändern.
Gruß Manfred
und den FO am besten mit einem "?" versehen ;D
wie bereits gesagt, Johannesschacht kann ausgeschlossen werden.
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Hallo,
Die Stufe würde ich auch eher dem Gebiet um Stulln zuordnen, Cäcilia oder evtl. noch Hermine oder Erika.
Zur Analyse: Habe ich eben mal über die Molmasse berechnet und sog. Molenbrüche der drei Endglieder berechnet. Dabei liegen Dolomit und Ankerit mit 0,44 gleichauf (44 Mol-%), 12 % sind Kutnahorit. Allerdings ist zu beachten, dass angesichts der Analysemethode keine genaue Aussage dazu möglich ist, ob nun Ankerit oder (Fe-reicher) Dolomit vorliegt. Dazu bräuchte es eine quantitative WDX mit der Mikrosonde.
Glück Auf!
Sebastian
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Allerdings ist zu beachten, dass angesichts der Analysemethode keine genaue Aussage dazu möglich ist, ob nun Ankerit oder (Fe-reicher) Dolomit vorliegt. Dazu bräuchte es eine quantitative WDX mit der Mikrosonde.
Servus,
so ist es - EDX ist eine semi-quantitative Methode. WDX-Messungen erfordern einen hohen Aufwand zur Probenpraeparation, bilden dabei nur ein kleines Probenvolumen ab.
Derartiger Aufwand ist sicher fuer neue oder seltene Minerale gerechtfertigt.
Im vorliegenden Fall waere einer klassischen, nasschemischen, quantitativen Bestimmung von Ca, Mg, Fe und C eindeutig der Vorzug zu geben, zumal die Ergebnisse der Bestimmungen voneinander unabhaengig sind.
GA
Harald