Mineralienatlas - Fossilienatlas

Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Erledigte Diskussionen - Bilder => Thema gestartet von: Lexikon am 01 Mar 20, 22:31

Titel: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Lexikon am 01 Mar 20, 22:31
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Titel: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 01 Mar 20, 22:31
Hallo,

zu dem Mineral hätte ich gerne einen Hinweis um was es sich handelt oder handeln könnte.

Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: oliverOliver am 01 Mar 20, 22:39
in der Grube wurde Eisen abgebaut ?? (reime ich mir nach den wenigen Angaben auf der Lex-Seite mal so zusammen)
und als Gestein - vmtl. irgend ein Sediment oder Metasediment?
Da fiele mir als erstes - die ehemalige Anwesenheit organischer Reste im Gestein vorausgesetzt - Vivianit ein, aber ich hab keine Ahnung, ob da das Kristallsystem passt. Ist auch nur so eine vage & spontane Nichteinmal-Vermutung aus dem Bauch heraus .....
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Sebastian am 01 Mar 20, 22:45
Brochantit fällt mir als erstes ein. Aber Analytik würde bei grünen Cu-Phasen nicht schaden.
Gruß Sebastian
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: loismin am 02 Mar 20, 08:04
Hi Stefan .

Hast du schonmal einen Säuretest gemacht ?
Könnte auch genausogut nur Malachit sein !
Brochantit meine ich , daß das nicht gut zur Paragenese passt !

Lois
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 02 Mar 20, 08:51
Florian hatte auch schon Malachit ins Spiel gebracht da dies dort beschrieben wurde. Das hab ich auch vor Ort gesehen. Bei den Kristallen und Farbe bin ich eher von was anderem ausgegangenchließen. Einen Säuretest kann ich heute Abend mal machen. Wenn es beständig ist, können wir Malachit ausschließen. Ein paar Brösel hab ich herum liegen.
Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 02 Mar 20, 09:57
Wenn ich mir die Kristallenden anschaue, würde ich auf Malachit tippen.
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: loismin am 02 Mar 20, 17:17
Hallo Stefan.

Säurebeständig ist aber der Brochantit auch nicht !
Aufpassen !
Der löst sich auch langsam auf , aber fast ohne Blasenbildung !

Lois
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: wolfi am 02 Mar 20, 18:07
Servus,
Malachit, vielleicht auch Spertiniit?
Servus + Glück auf
Wolfi
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 02 Mar 20, 18:23
Also ich habe einen Brösel mit zahlreichen grünen Kristallen in starken Industrie-Entkalker gelegt. Der Calcit so vermute ich hat sich vollständig und unter brausen aufgelöst. Das grüne Mineral hat sich von der Matrix gelöst da es wohl teils auf dem Calcit aufsaß ist evtl. teilweise etwas trüber geworden, zeigt aber sonst keine Auflösungserscheinungen. Ich lass es aber noch eine Zeit drin liegen um zu sehen wie die Langzeitwirkung ist.
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Axinit am 02 Mar 20, 18:31
Servus,

dann lassen sich Malachit (sowie andere Carbonate) offensichtlich ausschliessen.

Wolfi, nichts fuer ungut, aber Spertiniit ist nicht satt-gruen sondern blau (von blass-blau ueber himmel-blau zu gruen-blau - jedoch nicht gruen  ;)). Spertiniit ist ein Kupfer(II)hydroxid, das sich instantan in Saeure loesen wuerde, allerdings ohne Gasentwicklung.

GA,

Harald
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: loismin am 02 Mar 20, 18:41
Hallo.

Atacamit wäre auch noch ne Möglichkeit !
Hätte ich dort aber eher nicht erwartet .
Und da passen mir die Endflächen auch nicht so richtig !
Loismin
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 03 Mar 20, 08:31
So über Nacht hat sich das grüne Mineral nun auch vollends aufgelöst und zusammen mit dem Kalklöser schicke neue Kristalle in himmelblau gebildet. Der Kalklöser enthält meiens Wissens hohe Anteile an Zitronensäure.

Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: loismin am 03 Mar 20, 12:20
Hallo.

Nun, dann scheidet der Atacamit eher aus !
Also doch eher ein Sulfat .

Lois
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Axinit am 03 Mar 20, 12:36
Servus,

warum denn ? Atacamit ist mit Sicherheit saeureloeslich.

GA

Harald
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Axinit am 03 Mar 20, 13:51
Servus,

bist Du sicher, dass ein gewerblicher Entkalker Citronensaeure enthaelt ?

in starken Industrie-Entkalker gelegt.

Diese ist relativ teuer - ueblicherweise wird eher Amidosulfonsaeure o.ae. verwendet.

Dies koennte auch die Neubildung der "hellblauen Kristalle" erklaeren.

GA

Harald
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 03 Mar 20, 14:03
Hallo Harald,
ich habe nur noch Reste von dem Zeug und keine Beschreibung mehr. Der 5kg Kübel hat damals bestimmt 80 Mark gekostet. Ich denke es ist Zitronensäure mit dabei. Das war für Küchen zum entkalken von Boilern. Ganz sicher bin ich nicht hab das für mich so abgespeichert. Einige Reinigungskräfte waren nicht erfreut wenn das Zeug gestaubt hat und sie auf Zitronensäure allergisch reagiert haben. Entfernt auf jeden Fall höllisch gut Kalk.
Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: loismin am 03 Mar 20, 15:38
Hallo Harald.

Kann natürlich schon sein.
Langzeitversuche hab ich damit noch nicht gemacht.
Kurz im Salzsäurebad hat der Atacamit allerdings nichts getan !
Im Gegensatz zum Brochantit der doch auch in kurzer Zeit Auflösungserscheinungen mit einer Gelbfärbung der Säure , fast ohne Blasenbildung zeigt !
Diese von Stefan benutzte Säure kenn ich nicht direkt und hab ich auch keine Erfahrung wie die Reaktion der Mineralien darauf ist .

Loismin
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Stefan am 03 Mar 20, 15:48
Hallo Alois,

ich habe Christian Rewitzer dazu befragt und er sagte mir, dass alles was sie untersucht haben Malachit war. Insofern denke ich wir würden maximal mit einer Analyse weiter kommen.

Ich danke Euch für Eure Unterstützung.
Viele Grüße
Stefan
Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Fabian99 am 03 Mar 20, 17:48
Hallo,

gerade bei Boilern etc muss ich Harald recht geben.
http://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/19_06.htm
Zitronensäure kann kritisch sein, muss nicht - aber nicht wegen des Preises sondern wegen der Löslichkeit.

Eine einfache Recherche ergibt für die Preise (einfach einen Händler genommen der beides hatte und auf der ersten Seite bei Google war - ich war faul!): 5kg zitrönensäure 24Euro sowiw 5kg Amidosulfonsäure 24 Euro.

Also am Preis ist es nicht erkennbar.

LG

Titel: Re: unbestimmtes grünes Mineral
Beitrag von: Axinit am 03 Mar 20, 18:29
Servus,

Frank hat natuerlich recht - die Wasser-Loeslichkeit von Calciumcitrat (das sich beim Aufloesen des Kalks bildet) ist eine wichtige Groesse und fuer grossvolumige Anwendungen vermutlich unguenstig, da recht gering.

Was die Preise angeht, so ist Sulfaminsaeure (= Amidosulfonsaeure) im Grosshandel doch deutlich guenstiger (25 kg / 230 €) als Citronensaeure (25 kg / 300 €).

Der menschliche Koerper baut uebrigens im Lauf eines Tages einige Kilogramm Citronensaeure auf/ab - ein Allergieausloeser sollte das Produkt daher nicht sein. Beim Handhaben groesserer Mengen ohne Schutz koennen durch Staubentwicklung und die durchaus saure Wirkung des Produkts  Reizungen hervorgerufen werden.

Wie dem auch sei, falls sich die gruenen Kristalle  ohne jegliche Gasentwicklung in Saeure loesen lassen, kann das Vorliegen von Malachit ausgeschlossen werden. Alle Carbonate lassen sich prinzipiell in Saeuren unter Kohlendioxid-Entwicklung loesen, in einigen Faellen (Dolomit, Ankerit, Magnesit) muss man die Reaktion durch Erhitzen in Gang setzen/beschleunigen.

GA

Harald