Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Tom67 am 05 Jun 20, 22:24
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Hallo liebes Forum.
Wie kriege ich dieses "doofe weiße Zeug" weg, und was ist das überhaupt?
Die Bilder zeigen eine für mich sehr interessante Stufe mit vielen Sachen drin - die aber auf fast allen Seiten mit dem deutlich sichtbaren, weißlichen Belag überzogen ist, viele Kristalle verschwinden darin sogar komplett oder sind vollständig umhüllt. Sieht man vermutlich Bildern ganz gut. Wie schön die Stufe wohl erst wäre, wenn sich das entfernen ließe...
Die Stufe ist vulkanisch aus dem Siebengebirge. Der Belag ist recht weich, man kann ihn abschaben (mit Nadel, aber auch eine Zahnbürste scheint schon zu helfen), aber da es alles sehr klein (nur wenige Kristalle sind >1mm groß), zerfasert und uneben ist, und auch dünne Biotite und feine, nadlige Kristalle enthalten sind, komme ich damit nicht weit.
Es sieht weitgehend wie Schnee aus... ist es aber leider nicht ;-)
Ich bin sehr dankbar über Ideen und Hinweise, um was es sich vermutlich handelt und was ich versuchen kann, es wegzukriegen!
Ich habe einen kleinen Brocken abgeschlagen, an dem ich ausprobieren kann.
P.S.: Die ersten beiden Bilder mit den nadelig-langprismatischen Kristallen hab ich noch nicht bestimmt... könnten das nadelige Sanidine sein? Oder Apatit? Mit Nephelin hab ich keine Erfahrungen..? Auch hier bin ich für Tipps dankbar.
Danke!!
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Hallo Thomas,
Der Belag ist recht weich, man kann ihn abschaben
Dann wäre meine erste Wahl für einen Versuch eine Farbsprühpistole, eine Ultraschallwanne und der Test mit HCl.
Grüße,
Stefan
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Hallo Stefan. Ultraschallbad und HCl scheiden wohl aus, da viele feine, dünne, weiche Blättchen- und Nafel-Kristalle z.B. Biotit, und ansonsten viele Zeolithe, die HCl nicht mögen...
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Hallo Thomas,
testen würde ich es an unbedeutenden Krümeln dennoch. HCl allein schon um zu sehen ob es Calcit ist oder ein Tonmineral. Die Säure kann man ja zur Anwendung auch verdünnen oder dann etwas weniger aggressives nutzen, falls Karbonat...
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Das sieht nach einem Tonmineral aus. Ultraschall oder Wasserstoffperoxyd sollten helfen.
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Hallo,
Carbonate lösen sich relativ früh, uneter pH 4.
Rein rechnerisch hast du dann 10-3mol HCl/Liter. Das sind 38mg/L, wenn ich keinen Hauer drin habe.
Also würde ich die 30%ige HCl (=30g/100ml) mal 1:60 mit Regenwasser/VE-Wasser verdünnen, dann hast ich immer noch 5g/L oder 0.5%ig.
Falls ich mich vor dem zweiten Kaffee verhauen habe - bitte korrigieren!
LG
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Danke schon mal an Alle.
Werde später an einem kleinen Stück auf Carbonat testen; Tonminerale sind aber schon wahrscheinlich, da an dem Standort ansonsten auch Smektit, Montmorillonit etc. auftreten, aber in farbigen und typischen Strukturen und eigeiginentlich in einem anderen Bereich. Ich wusste nicht, dass so ein schäumig-weißer Überzug auch auf Tonmineralien zurückgehen kann.
Schaun mer mal, ich hab jetzt Anhaltspunkte und werde daran orientiert probieren.
Vielen Dank!
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Da hilft u.U. Muttis Pflanzen-Handspritze, bei der man die "Härte" des Sprühnebels durch Drehen an der Düse einstellen kann; das geht dann stufenlos von feinstem Nebel bis hin zum dickem Strahl. Und: Natürlich mit dem Zeug, was in jeder Wohnung aus der Wand kommt ;)
Kluftknacker