Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: Marianka am 04 Jul 20, 08:08
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Guten Morgen
Ein Stein auf den ich buchstäblich mit der Nase gestoßen bin. ;D
Fundort: Kiesgrube Landkreis Oder-Spree
Länge: 1,4 cm
Höhe: 0,8 cm
Max. Breite: 0,8 cm
Orangefarbenes Kristall umgeben
von schwarzem Material dass das Innere leicht durchscheinen lässt.
Der Säuretest auf Calcit war negativ. Nicht ein Blubberbläschen. Die Härte würde ich hier mit 5 angeben.
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https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide/Fragen%20zur%20Bestimmung
Im konkreten Fall Säure- und Härtetest.
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Keine Reaktion auf Säure. Den Härtegrad würde ich hier mit 5 angeben. Lässt sich nicht mit dem Messer ritzen.
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Was spricht gegen ein Quarzband?
LG
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Gute Frage. Ich bin absoluter Laie. Der Stein sieht für mich aus als ob er mit seinem Wachstum die schwarze "Hülle" gesprengt hat. Da ich keine Stahlfeile habe, musste es jetzt die Diamant Nagelfeile tun. Man muss schon ganz genau hinschauen um auf der "Hülle" Spuren zu entdecken.
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Hallo,
kennst du die Seite Kristallin.de (http://Kristallin.de) ?
Über
https://www.kristallin.de/bilder.htm#Anker1 (https://www.kristallin.de/bilder.htm#Anker1)
fand ich
https://www.kristallin.de/suedliche/lydit.htm#Anker1 (https://www.kristallin.de/suedliche/lydit.htm#Anker1)
der kommt deinem schon sehr nahe - Bild zu Bild Bestimmung, also raten.
LG
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Ja kenne ich. ;D Ich schau nachher mal. Krauche schon wieder auf dem Boden rum. Immer auf der Suche. ;D
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Hej Marianka,
es ist schwierig, das schwarze Gestein nach den Bildern sicher zu bestimmen. Das Gelbe sieht, wie Florian es schon meinte, nach Quarz aus, und ich meine, dass es auch Quarz ist..
Ich denke, dass Du hier einen zerbrochenen und durch Quarz geheilten Stein vor Dir hast, den ich als Brekzie bezeichnen würde. Der schwarze Teil könnte Basalt oder auch Amphibolid sein. Vielleicht noch etwas anderes? Bei mir liegen viele Lydite/Radiolarite mit weißen Quarzbändern in der Landschaft, aber für einen solchen halte ich Deinen Stein nicht
Hier mal ein Link zu Brekzien: https://strand-und-steine.de/gesteine/metamorphite/brekzie/brekzie.htm
Ich hoffe, dass doch noch jemand etwas mehr zum schwarzen Material sagen kann.
Besten Gruß
Eckard
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Hallo Eckhard.
Vielen Dank für den Tipp. Das basaltische Magma sieht dem schon sehr ähnlich.
Schon beachtlich was die Natur so hervorbringt. LG Marianka ;D
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Hallo Fabian. Radiolarit habe ich auch gefunden.
Es ist wahrlich schwer etwas anhand eines Fotos und ein paar Eckdaten zu bestimmen. Vielen Dank. LG Marianka
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Das ist ein Lyditgeröll mit Derbquarzbändern.
Gruß aus der Niederlausitz
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Hallo Bernd-Kurt
Vielen Dank für deine Antwort. Ich schaue mir das gleich mal an.
LG aus der Stahlstadt Hütte
Marianka
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Zitat: Das ist ein Lyditgeröll mit Derbquarzbändern.
Hallo Bernd-Kurt,
Du sagst das mit einer solchen Sicherheit, als habest Du den Stein schon in der Hand gehabt. Eine Bestimmung nur nach einem Foto ist in der Regel eher etwas schwierig.
Du hast jedoch einen interessanten Terminus genannt: Derbquarzbänder.
Ich muss gestehen, dieses Wort ist mir unbekannt und bisher in der Fachliteratur noch nie begegnet. Auch aus der Niederlausitz hörte ich dieses Wort bisher nicht. - Sage mir doch bitte, wo ich darüber etwas finde. Vielleicht ist es mir ja entgangen, habe es überlesen; wie auch immer.
Dazu habe ich aber nun schon gleich eine Frage: Bei wie vielen Millimetern beginnt denn ‚derb’? - Die Lydite hier haben Bänder im Zehntelmillimeterbereich bis zu ein paar Millimetern Stärke. Mit wenigen Ausnahmen sind sie schwarz mit +/- weißen Bändern.
Und noch etwas: Die Lydite, die ich kenne, sind nie rund sondern eckig. Haben Kanten und kantige Brüche. Mit rund abrollen ist da eigentlich nix.
Wenn ich mir ähnliche Steine (ähnlich dem von Marianka) aus der Lausitz anschaue, dazu solche, wie ich sie auch in meiner Umgebung gefunden habe, ebenfalls mit dickeren Quarzbändern, dann denke ich, dass es sich bei Mariankas Stein auch um eine Sandsteinbrekzie handeln könnte. Aber in Schwarz? Ist nur mal so ein Gedanke.
Ich hoffe, dass der Stein einmal sicher bestimmt werden kann, denn noch ist er es aus meiner Sicht nicht.
Besten Gruß
Eckard
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hallo Eckard,
derbquarz wird als Synonym zu Gangquarz verwendet, also massiger, nicht frei auskristallisierter Quarz. Das hat nichts mit der Stärke der Bänder zu tun.
Und stark abgerollte Lydite kenne ich sehr wohl, sind in Niederösterreich in Schottern unterschiedlichen Alters keine Seltenheit - wie das in deiner Gegend aussieht, kann ich natürlich nicht beantworten.
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Nur ganz kurz Eckart, wieviel Dutzend abgerollte Lydite soll ich jetzt hier einstellen? Ich kenne dieses Material aus Kiesgruben und von Feldern der Lausitz, deshalb meine Selbstsicherheit oben.
Freundliche Grüße
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Hej Oliver und Bernd-Kurt,
danke für Eure Erläuterungen.
Wenn also ‚Derbquarz’ ein Synonym ist, dann sollte man es tunlichst nicht verwenden. Ich habe mich einige Jahrzehnte mit Synonymen befassen müssen; auf einem anderen Gebiet. (Oliver, ich denke, Du weißt wovon ich rede.) War nicht immer lustig, viel Zeit wurde vertan. Ist nun aber für mich Geschichte. - In meiner Datei stehen neben 12.000 - 15.000 gültigen Namen mindestens 30.000 Synonyme
Die Lyditgerölle, die ich hier finde, ebenfalls auf Äckern und in Kiesgruben, sind nie rund sondern immer so, wie ich es geschrieben habe. Jetzt habt Ihr mich wirklich neugierig gemacht.
Schönen Sonntag noch.
Eckard
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Bei Wkipedia ist die Diagenese und Entstehung sehr gut dargestellt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Radiolarit#:~:text=Das%20Material%20tritt%20im%20Bramscher,Radiolarit%2C%20wird%20als%20Probierstein%20verwendet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Radiolarit#:~:text=Das%20Material%20tritt%20im%20Bramscher,Radiolarit%2C%20wird%20als%20Probierstein%20verwendet.)
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Danke, Noah, für den Link.
Immer brauchbar, denn ich lerne noch. ;) Und immer wieder gern.
(Schade, dass es hier als Smileys nur Köppe gibt.)
Besten Gruß
Eckard
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Wenn also ‚Derbquarz’ ein Synonym ist, dann sollte man es tunlichst nicht verwenden. Ich habe mich einige Jahrzehnte mit Synonymen befassen müssen; auf einem anderen Gebiet. (Oliver, ich denke, Du weißt wovon ich rede.) War nicht immer lustig, viel Zeit wurde vertan. Ist nun aber für mich Geschichte. - In meiner Datei stehen neben 12.000 - 15.000 gültigen Namen mindestens 30.000 Synonyme
hallo Eckard,
ja ich weiß was du meinst. ;)
Mit Gang- und Derbquarz ist das allerdings etwas anders - das sind ja keine "offiziellen" wissenschaftlichen Bezeichnungen (denn die ist für alles was Quarz ist schlicht und einfach Quarz), sondern einfach erklärende Zusatzbezeichnungen - also keine Synonyme im eng gefassten Sinn. War vielleicht auch etwas unglücklich von mir formuliert - Derbquarz ist der etwas allgemeinere Begriff, Gangquarz bezieht sich eben konkret auf gangförmige Ausprägungen, trotzdem werden die Begriffe oft gleichgesetzt.
p.s.: ein ganz ähnliches Stück (sogar noch charakteristischer) hatten wir schon mal: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,40607.msg291280.html#msg291280
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Das schwarze Material ist so dünn, dass das orange durchleuchtet. :)
Ich besorge mir Morgen mal eine Feinwaage und schaue wie viel "Kilo" er wiegt. Vielleicht hilft es weiter.
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Guck mal Fotos PF 8e-10 und die darauf folgenden:
https://www.gdgh.de/bildarchiv/galerie_008e_lesesteine/portfolio_008e.htm (https://www.gdgh.de/bildarchiv/galerie_008e_lesesteine/portfolio_008e.htm)
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Hallo Leute,
wir diskutieren hier Gesteinsbestimmung anhand von Fotos - kein Schliff, keine exakte Beschreibung (sry - ist nicht böse gemeint!), keine Parameter.
Das Gewicht hilft nicht, die Dichte auch kaum. Der Stein ist inhomogen und selbst Gesteine sind in der Regel keine homogenen Festkörper.
Mein Vorschlag: Wir lassen die Diskussion und Marianka beschriftet mit "Lydit (?) mit Quarzgang (?), Fundort xyz".
Genauer wird es kaum gehen.
LG
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Mein Vorschlag: Wir lassen die Diskussion und Marianka beschriftet mit "Lydit (?) mit Quarzgang (?), Fundort xyz".
Genauer wird es kaum gehen.
guter Vorschlag - von mir aus angenommen! :D
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Dann danke ich für die Antworten. ;D
Wieder was dazu gelernt. :)
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Hallo Oliver,
danke für Deine Erklärung. Wieder etwas hinzu gelernt. Beim nächsten Mal werde ich verstehen, wovon man spricht. Etwas mehr Wissen passt noch rein in den alten Schädel. ;D
Besten Gruß nach felix Austria
Eckard
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Moinmoin,
die Bezeichnung Lydit ist an eine bestimmte Gesteinsgenese gebunden, dass es nämlich in der Hauptsache aus Radiolarien aufgebaut ist (Lydit = paläozoischer Radiolarit). Dies ist hier aber nicht erkennbar. Besser wäre die allgemeinere Bezeichnung Hornstein oder Chert für dichte, massige und quarzreiche Gesteine mit scherbigem Bruch. Landläufig werden solche schwarzen Gesteine, die mit Milchquarz verheilte Risse aufweisen, trotzdem als Lydit bezeichnet, weil sie hnen sehr ähnlich werden können.
Hast Du denn mal die Körnigkeit untersucht? Ist das Gestein dicht oder sind mit der Lupe einzelne Körner unterscheidbar? Es könnte sich dann auch um ein verkieseltes, von Quarzadern duchzogenes Sedimentgestein handeln, wie es ebenfalls in paläozoischen Schichten (z. B. Ordovizium) nicht selten vorkommt (südliche Herkunft des Fundes vorausgesetzt).
Grüße,
karlov
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Hallo Karlov.
Mit der Lupe sind keine Körnchen zu erkennen. Ich habe ihn jetzt angebohrt. :-[
Es ist sehr feines, weißes bis leicht rosa farbenes Material. Wenn es jetzt kein Abrieb vom Bohrer war, dann glitzert es auch minimal. Ein Säuretest verlief negativ.
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Glück Auf!
Was war das für ein Bohrer? Ein Diamantbohrer? Das führt mich auch wieder zum Anfang der ganzen Diskussion. Warum gibst Du die Härte mit 5 an, wenn es sich nicht mit dem Messer ritzen lässt? Wenn es sich nicht mit dem Messer ritzen lässt, wäre man bei mindestens Mohshärte 6 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%C3%A4rte?redirectfrom=Mohsh%C3%A4rte&memberid=). Zur Kontrolle sollte dann (üblicherweise) aber etwas metallischer Abrieb vom Messer zu finden sein (zumindest mit der Lupe). Aber ich will den Härteangabe nicht überbewerten. Härtebestimmung an Gesteinen ist immer eine zwiespältige Angelegenheit. Gesteine enthalten oft verschiedenen Minerale und die Bindung zwischen den einzelnen Mineralkörnern spielt auch mit rein.
Diamantbohrer bohren Quarz und hinterlassen ein weißes oder halt farblich pigmentiertes Pulver. Diverse Hartmetallbohrer wären auch in der Lage Quarz zu bohren, aber wohl nicht im Dauerbetrieb, da eine scharfe Schneide erhalten bleiben muss. Erheblich länger bohren sie aber beim Schlagbohrbetrieb. Der Abrieb wäre wieder ein weißes Pulver + eventuelle farbliche Pigmentierung.
Vom Aussehen her hätte ich den auch in die Lydit/Radiolarit-Schublade gelegt. Die Angabe "nicht mit dem Messer ritzbar" spricht dafür und die sich im Bild 20200704_074508 abzeichnenden halbkreis- bis kreisförmigen Schlagnarben passen auch dazu. In der nördlichen Oberlausitz sind rundgelutschte Lydite/Radiolarite Massenware. Diese Gesteine haben üblicherweise keine nennenswert magnetisierbaren Bestandteile. Es gibt also keine Reaktion auf einen Magneten. Alternativen wie Amphibolith, Basalt, Diabas können Quarzbänder enthalten, enthalten aber häufig auch Bestandteile, die mehr oder weniger deutlich auf einen Magneten reagieren. Da Lydit/Radiolarit fast nur aus Quarz besteht, ist deren Dichte dem Quarz sehr ähnlich. Der ganze Stein sollte also eine Dichte von etwa 2,65 kg/l bis 2,7 kg/l haben. Amphibol/Diabas, Basalt liegen über 3,0 kg/l. Mit den Quarzgängen im diskutierten Fundobjekt wird es etwas weniger. Geschätzt sinkt die Gesamtdichte vielleicht auf 2,9 kg/l. Ob der Unterschied signifikant ist, hängt an der verfügbaren Messgenauigkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Felsenmammut
Ich beschäftige mich seit 2 Wochen mit dem Thema Steine, Mineralien und Fossilien. Es ist momentan noch nicht so einfach alles präzise anzugeben.
Nun zum Stein.
Er lässt sich nicht mit einem Messer ritzen. Bei dem Versuch blieb ein metallischer Abrieb zurück.
Ebenso reagiert er nicht auf einen Magneten.
Am Stein (im orangefarbigen Bereich) war eine Vertiefung, die ich gleich mal ::)zum bohren nutzte. Aber nur angebohrt und ein sehr kleines Loch. Werkzeug war ein Steinbohrer. Vielleicht war es nicht tief genug. Es ließ sich aufgrund der Größe des Steines schwer händeln.
Für eine genaue Bestimmung müsste ich den Stein durchschneiden. Doch dafür ist er mir zu schön. 8)
LG