Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: Marianka am 07 Jul 20, 12:27
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Hallochen in die Runde
Diesen grünen Stein fand ich an einer Kiesgrube im Landkreis Oder-Spree.
Länge: 1,8 cm
Höhe und Breite: 1,2 cm
Gewicht: ca 5 g
Härtegrad: 5-6
Farbe: gelblich grün, etwas ins bräunliche,
Lichtundurchlässig
Speckig glänzend?
Ein Messer hinterlässt metallische Spuren. Mit einer Feile kann ich ihn bearbeiten.
Er ist etwas dunkler, als auf den Fotos dargestellt.
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"Steine, schöne Steine" >: ;D :P
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Hallo Marianka,
könnte ein durch grüne Minerale gefärbter Hornstein sein? Gibt es an dem Fundort Elbgerölle?
Das Gestein ähnelt vom Erscheinungsbild ein wenig den Pechsteinen, wie sie aus dem Triebischtal bei Meißen bekannt sind: der etwas fettige Glanz, die parallelen Bruchmarken (Bild 1), die rötlichen Partien (Bild 3). Allerdings erkenne ich auf den Bildern keine perlitische Struktur. Sind denn an irgendeiner Stelle Einsprenglinge von Quarz oder Feldspat erkennbar? Aussderm neigen Pechsteine doch mehr zur Verwitterung und sehen nicht so schön glatt aus?
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Pechstein (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Pechstein)
Und hier noch ein Bild eines grünen Pechsteins mit perlitischer Textur (die rundlichen und gitterartig angeordneten Risse), Aufnahme uner Wasser:
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Hallo Karlov.
Ich weiß nicht ob es hier Elbgerölle gibt, aber ich denke eher nicht.
Der Stein hat keine Einsprenglinge. Er besteht für mich aus einem einzigen Material. Und ja, er ist relativ glatt. Pechstein würde ich mal ausschließen. Gefunden an einer Kiesgrube bei Eisenhüttenstadt.
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Hallo,
dem optischen Eindruck nach ist es grünlich gefärbter Quarz, müsste dann Glas ritzen.
Jörg N.
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Hallo Jörg.
Ich habe mal mit einem Quarz und diesem Stein auf Glas geritzt. Quarz macht eine tiefe Rille, der Stein kratzt nur Minimal an der Oberfläche.
Ich würde auch sagen das der Stein weicher ist als Quarz.
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Hallo,
müsstest eine einigermaßen spitze Stelle nehmen.
Jörg N.
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Hatte ich gemacht Jörg. Auch habe ich beide Materialien mit einer Feile bearbeitet. Der Stein lässt sich leichter bearbeiten als der Quarz.
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Das ist ein ganz normaler Feuerstein. Dieser wurde mit detr letzten Eiszeit dort abgelagert.
Feuersteine oder Flint können unterschiedlich gefärbt sein. Die kann man in der Region tonnenweise finden.
Gruß Frank-Detlef Paul
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Hallo Detlef. Der Gedanke kam auch kurz bei mir auf. Feuersteine gibts hier in Hülle und Fülle und in vielen Farben. Nur grün war mir bisher nicht untergekommen. Der Test mit der Feile ist bei beiden gleich.
Er glänzt nicht nur speckig, sondern fasst sich auch so an.
Beste Grüße
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Hallo,
Feuerstein (Chalcedon) stimme ich zu, erreicht dann auch nicht die Härte von Quarz.
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@ Frank-Detlef Paul:
Das ist ein ganz normaler Feuerstein.
Das ist es mitnichten. Feuersteine können zwar grün gefärbt sein, aber ich kenne nur grün gerindete Feuersteine. Ich weiß nicht, was für Feuersteine es bei Dir in der Gegend gibt... :P
Weder zeigt das Fundstück die feuerstein-typischen muscheligen Bruchmarken, noch passt er farblich oder von seinem fettigen Glanz her zum Feuerstein.
Quarzreiches, durch ein grünes Mineral gefärbtes Gestein scheint mir die naheliegende Variante zu sein. Da offenbar keine Einzelkörner erkennbar sind und das Gestein weitgehend massig ausgebildet ist, kann man die ganz allgemeine Bezeichnung Hornstein wählen. Zerschlägt man das Gestein, und es zeigt sich ein scherbiger Bruch (wie er sich auch auf dem ersten Bild andeutet), könnte man in Richtung Metamorphit (Quarzit) weiterdenken. Aber ich verstehe, dass das kleine Stück komplett bleiben soll :)
karlov
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Hallo Marc,
ich bleibe bei Feuerstein. Dieser kommt bei uns im Raum Wolfsburg-Gifhorn-Braunschweig so gefärbt (durchgehend), so abgerollt und so glänzend sehr häufig vor. Feuerstein muß nicht immer zerschlagen (Splitter) oder mit mugeligen Kanten sein. Man findet hier sogar hin und wieder sehr schön als Windkanter abgeschliffene und natürlich polierte Stücke. Ein Transport im ablaufenden Wasser der schmelzenden Gletscher oder Wind mit kontinuirlicher Umlagerung kann wie eine Poliertrommel wirken. Feuerstein muß nicht immer eine Verwitterungskruste, grau sein oder eine zwiebelähnliche Zeichnung haben. Hornstein in der Fundregion müsste jemand weggeworfen haben.
Gruß Frank-Detlef Paul
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ich bin da eher auf karlov`s Seite -
ganz sicher ein SiO2-Gestein, aber als klassischen Feuerstein würde ich das auch nicht bezeichnen ...... v.a. wenn ich mir ansehe, wie die Risse / Bruchansätze in den Stein laufen ....
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Hallo Detlef,
stell´doch bitte mal ein Foto eines ähnlichen Feuersteins aus Deiner Region ein. Also ich habe schon Zehntausende Feuersteine gesehen, in allen möglichen Varianten...Hier ein Foto von umgelagerten, nach Norden zurück transportieten Feuersteinen aus dem Berliner Elbelauf mit Sekundärfarben (FO: Lindenberg/S Berlin):
Hornstein in der Fundregion müsste jemand weggeworfen haben.
Aha. Odergeröll, Neißegeröll? Alter Elbelauf oder Flussarm desselben?
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Hallo,
kannst du das Bild ins Lexikon laden, für den Einsteigerguide?
LG
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Das Ding ist ein Feuerstein. Genau in solcher Ausbildung, also mit der wie geschliffen wirkenden Oberfläche und dieser Gelbgrünen Farbe liegen solche Exemplare oberflächlich auf nördlich geprägten Feldern in der Lausitz.
Freundlichen Gruß aus der Niederlausitz
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Hallo Bernd-Kurt,
würde ich gerne glauben, müsste dann aber mal einen vergleichbaren Fund sehen. Verstehe allerdings nicht, wieso das unbedingt ein Feuerstein sein soll, zumal ich oben einige allgemeine Bedenken formuliert habe. Was schließt einen Quarzit oder einen Hornstein anderer Genese aus?
karlov