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Gesteine / Rocks / Rocas => Lexikon Diskussionen Gesteine => Thema gestartet von: Lexikon am 17 Aug 20, 20:09
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Lexikonseiten Diskussion - Encyclopedia Discussions (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=962)
Quarz-Feldspatisch Migmatisch Nicht-lagiger Gneis (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=962)
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ich denke, da sollte man auch eine andere deutsche Übersetzung überlegen .....
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Wer ist denn der Schöpfer dieses Wortungetüms? Otto Volger?
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Ja, hört sich grausam an. Sollte aber jemand formulieren, der sich mit Gesteinsbezeichnungen besser auskennt...
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ich bring das nochmal nach oben - bei mir besteht da beim lesen Magengeschwür-Gefahr. ;D
Daher die Bitte an die im MA vertretenen Geologen:
Kann da jemand eine bessere Bezeichnung / treffendere Übersetzung beisteuern?
ga
oli
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Mir ist sowieso schleierhaft, was ein "nicht-lagiger Gneis" sein soll. Um ein Gestein als Gneis zu bezeichnen, gehört eine Schieferung bzw. Lagenbau wohl definitionsgemäß dazu, oder habe ich in meiner Ausbildung etwas verschlafen? So, wie dieser abstruse Titel klingt, wird es sich wohl um einen Migmatit handeln, und ein Migmatit ist nun mal kein Gneis.
Mir kommt generell diese fast schon absurde Gesteinsnomenklatur im MA spanisch vor. Sowas findet man in keinem renommierten Fachbuch. Ich bin Geologe, aber bei solchen Gliederungen hätte ich wahrscheinlich schon vor fast 50 Jahren das Handtuch geschmissen!
Volkmar
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Glück auf,
Bin zwar kein Geologe, nur Mineraloge, und noch nicht einmal aus der petrographischen Richtung, versuche aber trotzdem eine Einordnung.
Gemeint ist hier möglicherweise ein quarz-/feldspatbetonter Gneis mit migmatitischen (also nicht durch Festkörperreaktionen/Metamorphose, sondern durch Teilaufschmelzung entstandenen) Anteilen, wobei letztere nicht durch eine Lagentextur, also z.B. durch Festkörpersegregation, erkennbar sind. Ein reiner Regionalmetamorphit ist das dann nicht mehr, und wenn keine Einregelung der Mineralien feststellbar ist, ebenso kein Gneis, da bin ich bei Volkmar. Ansonsten wäre quarz ... ... migmatitischer Gneis ohne Lagentextur m.E. ein Ansatz.
Aber ohne Bildmaterial und Primärquellen sehe ich das Ding hier als unrettbar an.
Man kann ja nicht mal nicht-lagig guten Gewissens in ohne Lagentextur oder vielleicht homogen umformulieren, weil man nichts sieht.
Ist die Übersetzung migmatitic > migmatisch korrekt? Bin da jetzt nicht mehr so drin.
Viele Grüße Uwe
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> Ist die Übersetzung migmatitic > migmatisch korrekt?
Nein, es muss migmatitisch heißen.
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Hallo,
der ganze Begriff (und im Lexikon auch viele andere übergeordnete) sind recht verwirrend.
Vielleicht kurz etwas zur Definition der Begriffe nach IUGS. Die SCMR gibt in Fettes, D.J., Desmons, J., & Árkai, P. (2011). Metamorphic rocks : a classification and glossary of terms : recommendations of the International Union of Geological Sciences Subcommission on the Systematics of Metamorphic Rocks. umfassende Angaben, wie denn nun metamorphe Gesteine benannt werden sollten.
Der Begriff Gneis ist demnach nur noch textureller Natur und bezeichnet ein Gestein, welches entweder nur eine schlecht ausgebildete Schieferung aufweist oder gut geschieferte Zonen im cm-Abstand (interpretiere ich also als Bänderung). Migmatit ist definiert als silikatisches metamorphes Gestein, welches auf meso- oder makroskopischer Ebene heterogen ist und üblicherweise aus dunklen und hellen Anteilen besteht. Die dunklen Bereiche haben dabei metamorphe und die hellen magmatische Eigenschaften.
Von daher würde ich nicht ausschließen, dass ein Migmatit auch ein Gneis sein kann und umgekehrt (zumindest nach IUGS).
Im Nomenklatur-Schema wird der Begriff Migmatit dem des Gneises voran gestellt. Also ist hier die bessere Bezeichnung wohl einfach nur Quarz-Feldspat Migmatit.
Zudem frage ich mich, warum Hälleflinta dem "Quarz-Feldspatisch Migmatisch Nicht-lagigen Gneis" zugeordnet ist? Dabei handelt es sich definitiv nicht um einen Migmatit.
Thomas
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Glück auf,
Hallo,
der ganze Begriff (und im Lexikon auch viele andere übergeordnete) sind recht verwirrend.
Vielleicht kurz etwas zur Definition der Begriffe nach IUGS. Die SCMR gibt in Fettes, D.J., Desmons, J., & Árkai, P. (2011). Metamorphic rocks : a classification and glossary of terms : recommendations of the International Union of Geological Sciences Subcommission on the Systematics of Metamorphic Rocks. umfassende Angaben, wie denn nun metamorphe Gesteine benannt werden sollten.
Der Begriff Gneis ist demnach nur noch textureller Natur und bezeichnet ein Gestein, welches entweder nur eine schlecht ausgebildete Schieferung aufweist oder gut geschieferte Zonen im cm-Abstand (interpretiere ich also als Bänderung). Migmatit ist definiert als silikatisches metamorphes Gestein, welches auf meso- oder makroskopischer Ebene heterogen ist und üblicherweise aus dunklen und hellen Anteilen besteht. Die dunklen Bereiche haben dabei metamorphe und die hellen magmatische Eigenschaften.
Von daher würde ich nicht ausschließen, dass ein Migmatit auch ein Gneis sein kann und umgekehrt (zumindest nach IUGS).
Im Nomenklatur-Schema wird der Begriff Migmatit dem des Gneises voran gestellt. Also ist hier die bessere Bezeichnung wohl einfach nur Quarz-Feldspat Migmatit..
Bei einer (schlechten) Schieferung oder gut geschieferten Bereichen (ich schrieb oben von Einregelung), würde ich zur Abgrenzung gegen ungeschieferte Migmatite Migmatitischer Gneis (untergeordnet bei Migmatiten) vorschlagen.
Es bleibt aber noch die Angabe nicht-lagig. Ist hier anzunehmen, dass damit die Art der Verteilung/Anordnung von magmatischen und metamorphen Bereichen gemeint ist? Das wäre m.E. zu klären.
Viele Grüße Uwe