Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Brodi69 am 28 Sep 20, 08:02
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Hallo Zusammen
Dieses Jahr fand ich eine kleine Kluft mit Hämatit, der jedoch teilweise in festem Chlorit eingewachsen ist :-\. Gerne würde ich nun natürlich die Chloritklumpen entfernen. Der Hämatit - als Eisenrosen - ist sehr feinblättrig und entsprechend empfindlich. Eine mechanische Präparation fällt daher ausser Betracht. Hat wer Erfahrung mit der Entfernung von festem Chlorit beziehungsweise hat jemand eine Idee, wie ich diesen "zermürben" kann, dass er sich abwaschen lässt?
Danke im voraus für Eure Tipps und Hinweise.
Grüessli
Christian
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Hallo Christian,
ich hatte mal eine Rutilkluft mit den gleichen Voraussetzungen. Aber alle Versuche führten ins Leere, weder Ultraschall, ausfrieren, noch Chemie brachten gute Ergebnisse. Ich habe heute noch nach über 40 Jahren solche Chloritbrocken im Garten liegen und diese sind immer noch fest und stabil. Am besten mal versuchen mit ausfrieren, vielleicht hilft es.
Grüße
Georg
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Danke, schon mal recht ernüchternd... ausfrieren ist zwar eine gute Idee, ich fürchte aber, dass dies mir auch die Hämatitblättchen sprengt...
Tja... gerne warte ich auf weitere Ideen... auch wenn mit wenig Hoffnung...
Danke
Grüessli
christian
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Ist Hematit in heisse Schwefelsäure löslich? Ich habe Chlorit mit Erfolg von Quarz entnommen mittels heisse Schwefelsaüre, aber ich weiss nicht ob dadurch auch Hematit sich auflöst.
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Ja, Hämatit ist in Schwefelsäure löslich.
LG
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Ich habe neulich festen Lehm aus einer miarolithischen "Tasche" entfernt, der zwischen Epidotnadeln saß.
Mit Ultraschall war nix zu wollen.
Ob sich das auf Chlorit übertragen lässt, kann ich nicht sagen.
Ansatz:
1. ein paar Tage Aufweichen in warmer Natronlauge (ca. 5-10%, 50-60°C)
2. nach Spülen mit konzentrierter Natron- oder Sodalösung beträufeln und trocknen lassen.
3. mit verdünnter (Salz-)säure beträufeln. Der Lehm schäumt dann oberflächlich auf. Wahrscheinlich lockern auch die im Lehm gewachsenen Sodakristalle den Verband etwas.
4. Abspülen, trocknen lassen.
Schritte 2, 3 und 4 wiederholen, bis sich alles gelöst hat.
Wiederholen kann 20 oder 30 mal bedeuten.
Das dauert alles ewig.
Z.T. habe ich auch mit einer dünnen Injektionsnadel mechanisch nachgeholfen.
Es ist bei der gesamten Prozedur auch etwas Epidot abgegangen, aber der Schaden hielt sich in Grenzen.
Chlorit kann vielleicht durch Wechselbäder aus Lauge und Säure mürbe gemacht werden.
Rutil oder Anatas sind sehr stabil, bei Hämatit würde ich eher Zitronen- als Salzsäure nehmen, der Effekt ist der gleiche.
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Danke für die Antworten und Hinweise... wusste nicht, dass Schwefelsäure für Hämatit kritisch ist...
Das mit der Natronlauge scheint mir ohnehin ein Gedanke, auf den ich noch nicht gekommen bin. Das könnte vielleicht sogar die Bindung um Chlorit grundsätzlich lösen … Wird ich dann demnächst mal ansetzen und hoffen...
Grüessli und Merci
Christian
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Danke für die Antworten und Hinweise... wusste nicht, dass Schwefelsäure für Hämatit kritisch ist...
Hallo,
vielleicht eine Frage von Stärke und Wärme, aber die Eisenoxide sind löslich.
LG
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Zwischenbericht
Natronlauge hilft nicht im geringsten... :-[
Grüessli
Christian
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War die Natronlauge heiß?
(dass einfaches Einlegen in NaOH ohne mechanische Reinigung was bringt, kann ich mir nicht vorstellen)
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Nach meine Erfahrung, hilft Natronlauge bei Silikate nur bei Tonminerale, und nicht bei Chlorit oder Glimmer.
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Muss ich in der Tat bestätigen: ich habe chloritbestäubte Kristalle, die ich als "Auffüller" in Reinigungsbädern nutze (u.a. NaOH), damit ich nicht soviel Lösung brauche. Die lagen schon wochenlang bei 60° in NaOH und der Chlorit ist nur etwas gebleicht.
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War die Natronlauge heiß?
(dass einfaches Einlegen in NaOH ohne mechanische Reinigung was bringt, kann ich mir nicht vorstellen)
Ich hab ein Teststück sogar letztendlich in Natronlauge gekocht... nicht ein Krümel hat sich gelöst... jetzt versuch ich weitere Mittel. .. mit wenig Hoffnung. ...
Danke für die Hinweise
Grüessli
Christian