Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Dr Vogtländer am 16 Oct 20, 07:48
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Eine Frage an die Edelsteinexperten, kann es sein das ein Beryll , aus welchen Gründen auch immer, ( Schliffform, Farbe , Größe ) einen Brechungsindex von 1,54 aufweist. gemessen wurde mit einen Refraktometer.
Bei allen anderen Beryllen konnte ich 1,56 messen.
VG Thomas
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Hallo Thomas,
Bin zwar nicht wirklich ein Edelsteinexperte für Edelsteine aber der Wert von 1,54 ist für Beryll eigentlich zu niedrig. Die Werte für Beryll sind für ne= 1,562 - 1,593 und für no = 1,568 - 1,604
Wie hoch ist denn der zweite Wert bei der Messung (Doppelbrechung)?
Was für eine Beryllvarietät sollte es sein? Der Wert würde auch für keine Beryllsynthese passen (kann vielleicht ein Messfehler sein, wie hoch sind denn die anderen Werte?).
Gruß
Gerdchen
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Hallo,
Schließe mich Wolf-Gerd an. Zu niedrig.
Ist das evtl. Quarz (n ~ 1,55) oder Glas (keine Doppelbrechung, bleibt unter gekreuzten Polarisatoren (Polarisationsfolie reicht) dunkel).
Glück Auf!
Sebastian
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Um welche Beryllvarietät geht es bei RI 1,54?
Wurde eine Doublette (Smaragd/Quarz) ausgeschlossen?
Nachtrag: Smaragde beispielsweise aus Brasilien zeigen 1,566-1,575 und die höchsten Werte haben die Habachtaler Smaragde mit 1,584-1,591. Kommt also auch auf den Fundort/Mine an. Werte unter 1,56 sind mir allerdings nicht bekannt (sogar Flux- und Hydrothermalsynthesen beginnen bei 1,56).
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Es soll ein grüner Beryll sein ( Heliodor)
Ich bin da kein Fachmann , aber wie kann man die Doppelbrechung ablesen am Refraktometer, also den zweiten Wert.
Ich habe nur die Befürchtung das es eventuell ein Prasiolith sein könnte.
Die Messung hab ich einige male Durchgeführt immer das gleiche, die anderen Berylle liegen bei 1,56 und etwas darüber.
Dieser hier soll aus Brasilien stammen.
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Für den Zweitwert den Polfilter drüber legen , ich habs herausgefunden ( Google) ich werde heute diesen noch messen, mal sehen was da herauskommt.
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Nein,
wenn du durch das Okular siehst, solltest du auf der Skala bei doppelbrechenden Steinen zwei Werte ablesen können. Einer ist deutlich der zweite etwas schwächer.
Hast du die Kontaktflüssigkeit zwischen Stein und Auflage?
Wenn du beide Werte siehst, beide notieren und den Stein um 90° drehen und dann die Werte notieren. So weiter bis der Stein um 360° gedreht wurde. Dann sind schon erste Mutmaßungen möglich.
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Ok danke, werde ich heute gleich versuchen und meine Ergebnisse mitteilen,
Ich dachte der polfilter ist für den Zweitwert da, hab ich falsch verstanden.
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Härtetest verschafft auch gute Vergleichsergebnisse. Bei geschliffenen Steinen an der Unterseite leicht ritzen. Quarz hat Härte 5, Beryll 7,5-8.
Prasiolith verblasst bei starker Sonneneinstrahlung und wird daher auch scherzhaft Verblassiolith genannt. Aber solch ein Test würde wohl zu lange dauern. ;D
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Ein Polarisationsfilter erleichtert das Arbeiten. Beim Drehen des Polarisationsfilters während der Untersuchung wird bei doppelbrechenden Steinen immer ein Wert ausgelöscht und der andere ist sichtbar.
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Mein liebes Froilein, Quarz hat die Härte Sieben.
Gruß von Klaus
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Sorry, ist mir im Eifer des Gefechtes durchgerutscht. Logo, die Härte von Quarz ist 7.
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kann passieren, ja mit Härtetest ist hier nix zu machen,
eventuell könnte eine EDX Untersuchung Klarheit bringen,
Der Mineralienfreund von dem ich das Stück bezogen habe hatte diesen mit Chelsea Filter getestet und auch optisch geprüft aus seiner Erfahrung herraus und auch der Händler von dem er ihn wiederum bezogen hat , mit dem er schon jahrzehnte bekannt ist, meint er unumstößlich , es ist Beryll.
Er sammelt schon sehr viele Jahre speziell Edelsteine und ich kann mir einfach nicht vorstellen das er hier daneben liegt.
Wir werden sehen.
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eventuell könnte eine EDX Untersuchung Klarheit bringen,
Eher nicht, die EDX sieht kein Beryllium. Sauerstoff ist an der Grenze. Du bekommst also nur ein Al:Si Verhältnis 1:3.
Vielleicht Raman?
LG
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Aber man könnte mit EDX Quarz bestätigen oder Ausschließen , das müsste doch gehen ?
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Vielleicht versuchst es Du einfach mal mit XRD?
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Ja, aber positive Bestätigung Beryll geht nicht.
LG
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so ich habe noch einmal alle Berylle gemessen die ich habe die liegen alle be 1,580-85
nur der besagte liegt bei 1,545
Doppelbrechung 1,555
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Ja, aber positive Bestätigung Beryll geht nicht.
LG
Seit wann?
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Seit Beryllium eine K-\alpha Linie vor der Kohlenstoff k-\alpha hat. Kaum ein Detektor ist in dem Bereich empfindlich. Im realen Leben sind die sogar vereist und kein Be Signal kommt durch. Ich habe einmal an einem Detektor, der Be sehen können sollte reines Be analysiert. War echt hart die Bande zu finden. 108keV sind nicht viel, werden dafür aber von allen anderen Sachen absorbiert.
Ich bezog mich auf die Frage von Vogtländer zur EDX.
zur XRD: Es handelt sich um einen facettierten Stein vermutlich. XRD als Pulver oder Einkristall-XRD - wenn ja welche? ;-)
LG
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Ist es überhaut möglich das ein Edelberyll derartige Werte hat oder kann man das 100 % ig ausschließen.
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Nein, mit den Werten kein Beryll. Würde eher in Richtung Quarz gehen.
Hast du Kontaktmittel zwischen dem Stein und der Auflage gehabt? Wenn nicht führt dies zu Messfehlern.
Vielleicht kannst du mal ein Bild vom Stein einstellen.
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Ja , kotaktmittel hab ich verwendet, ich mache nachher mal ein Foto und stelle es ein
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hier mal paar Bilder auf die schnelle,
Kann dieser Wert auch entstehen wenn es keine glatten Flächen gibt , weil alle leicht gewölbt sind ?
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Hallo,
Schaut für mich wie Quarz (Bergkristall) aus, der oberflächlich bedampft wurde. Für einen Heliodor passt die Farbe nicht, für Smaragd viel zu hell.
Glück Auf!
Sebastian
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Hat zwar auf den Bildern eher eine bläuliche Farbe, aber es könnte auch ein heller Prasiolith sein. An den Kanten ist er schon grünlich. Denke Sebastian hat recht, dürfte ein Quarz sein.
Gruß
Gerdchen
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Da wird doch nur ein gemologe helfen,
Oder doch eine EDX, wenn diese wenigstens Al nachweist , kann es kein Quarz sein, oder ?
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Oder Raman?
LG
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Quarz ergibt mit Raman ein eindeutiges Bild, Beryll auch wenn er nicht zu stark fluoresziert. Wenn das allerdings bedampfter Quarz sein sollte, kann es evtl. auch da Fluoreszenz geben, die das Ramansignal stört. Von der Theorie her müsste Raman besser gehen, ob es das auch in der Praxis tut, weiß ich in diesem konkreten Fall nicht.
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Die Unterscheidung zwischen einem bedampften und einem durchgängig gefärbten Stein sollte zerstörungsfrei durch Test auf Dichroismus möglich sein - sofern das Material nicht isometrisch oder Glas ist.
Also vor dem LCD-Bildschirm oder Smartphone drehen und sehen ob sich der Farbton und/oder die Helligkeit dabei ändern. Prasiolith würde sich dann von olivgrün zu blaugrün ändern.
Sieht wie Prasiolith (wahrscheinlich behandelt) aus.
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Hallo,
Was pasiert bei Quarz? Aufgrund der optischen Aktivität auch konstant, oder?
Lg
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Also beim drehen vor neutralem Licht bleibt der grünton gleichmäßig erhalten, nur wird er etwas schwächer in der Mitte und stärker zu den Rändern
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Hab noch einen versuch unter Uv Licht gemacht und mit Prasiolith verglichen, der Prasiolith den ich habe wird dunkel unter UV ,das besagte Stück bleibt hell ähnlich wie die Aquamarine, Goshenit und Morganit, auch Amethyst und Citrin sind eher dunkel.
Ob das nun Aussagekräftig ist weiß ich auch nicht.
Zum Thema Raman , müsste man jemand finden der solche Untersuchungen durchführt.
VG
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Hallo,
Was pasiert bei Quarz? Aufgrund der optischen Aktivität auch konstant, oder?
Lg
Alle Quarzvarietäten mit in der Struktur eingebauten Spurenelementen sind dichroitisch (Rauchquarz, Amethyst, Citrin, Rosaquarz, Prasiolith), die optische Aktivität spielt dabei keine Rolle.
Wenn man entlang der c-Achse prüft, sieht man natürlich keine Änderung.
Gebrannter Amethyst ("Citrin") ist nicht dichroitisch, dagegen sind durch Eisen ind er Lösung gelb gefärbte Zuchtkristalle dichroitisch, allerdings ist die Polarisationsebene mit der intensiven Farbe gegenüber natürlichem Citrin um 90° gedreht.
Irgendwie ist die Farbverteilung auf den Steinen seltsam.
Wenn der Stein gleichmäßig durchfärbt ist, müsste er entlang der Längsachse am intensivsten grün sein und entlang dem dünnsten Querschnitt am hellsten. Wenn es keinen Unterschied gibt, ist die Färbung oberflächlich.
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Im Prinzip kann ich die Raman-Messung machen, aber du hast ja gelesen, dass da ein gewisses Restrisiko besteht, dass da nichts sinnvolles rauskommt. Entscheiden musst du...
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Weiß jemand welchen wert die RI Flüssigkeit im Refraktometer anzeigen müsste, oder würde da kein Wert gezeigt.
Ich frage , weil ich wissen möchte ob man die Geräte Kalibrieren muss
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ich kenne den Test mit Wasser. Wenn da eine 1.333 kommt, ist meist alles in Ordnung.
Aber sagtest du nicht zu Beginn, die anderen Berylle zeigen 1,56?
LG
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normalerweise musst du das Refraktometer nicht kalibrieren. Verwendet wird in der regel die Anderson Lösung nD= 1,79 (früher 1,81). Der Stein muss nach dem Auflegen nochmals angedrückt werden, damit der Kontakt richtig hergestellt wird (keine Luft mehr dazwischen). Beim Drehen des Steins diesen nicht mehr anheben.
Denke aber du wirst am Quarz nicht vorbeikommen. Wenn doch ist es wie Fabian schon andeutet hat so, dass deine anderen Messungen falsch sind.
Grüße
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Mit den messungen ist das so eine Sache , ich habe heute einen Zirkon mit 1,73 gemessen kann eigentlich nicht sein.
den besagten vermeintlichen Beryll noch einige male gemessen und da die Flächen nicht Plan aufliegen mit etwas mehr Lösung und siehe da 1,570 und diesmal konnte ich deutlich zwei Linien ausmachen, die zweite etwas über der ersten.
Hab auch Zirkon aus Tanzania gemessen, ebenfalls 1,73,
Mir fehlt natürlich auch eine gewisse Erfahrung mit diesem Gerät, .
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Also beim drehen vor neutralem Licht bleibt der grünton gleichmäßig erhalten, nur wird er etwas schwächer in der Mitte und stärker zu den Rändern
Sorry, habe ich jetzt erst gesehen...
Was ist den "neutrales Licht"?
Man muss schon polarisiertes Licht benutzen, sonst sieht man nicht viel (außer manchmal bei Amethyst). Also Computer-Monitor z.B. oder einen Pol-Filter benutzen.
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ich verstehe unter neutralem licht ,Tageslichtlampe,
Das mit dem LCD Bildschirm hab ich gemacht da ist sehr wehig farbe zu sehen bei der draufsicht, etwas mehr beim Seitlichen betrachten, der Farbton bleibt stabil leicht grün
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Mich würde noch interessieren wie das Ergebnis von den beiden Zirkonen einzuordnen ist. 1,73
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Wenn die Flächen nicht plan aufliegen ist die Messung falsch. Wieso eine Fläche nicht plan aufliegt weiß ich nicht. Musst die Kontaktflüssigkeit auftragen und dann den Stein mit einer Facette aufdrücken. Anderson Lösung (Sehr teuer) verwenden oder eine Lösung mit nD 1,79. Dann Klappe zu und mit monochromatischem gelbem Licht messen.
Auch bei Zirkon brauchst du mehrere Werte. Ist ein doppelbrechender Stein. Mehrere Messungen durchführen (zusätzlich mit Polfilter) dann kommst du der Sache näher.
Ein Wert, ist ein einfachbrechender Stein und kein Zirkon. Du musst mehrere Messungen durchführen sonst kommst du zu keinem wirklichen Ergebnis. Alles andere bringt nichts.
1,73 ist für Zirkon zu niedrig (etwas über 1,9..?). Aber er ist doppelbrechend!!!!
Wie sieht denn dein Refraktometer aus?
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Das Refraktometer ist mit integriertem Licht, hab ich bei Amazon für 89 Euro gekauft,
Bei dem vermeintlichen Beryll sind alle Flächen leicht gewölbt, weiterhin ist das Stück 2 cm lang, ich weiß nicht ob es eine optimale Größe für ein zu messendes Objekt gibt und Größen bei denen es etwas schwieriger ist ein Ergebnis zu bekommen.
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erst noch was zum Zirkon!
Da seine Werte über 1,79 nD liegen (Anderson Lösung) ist er nicht messbar.
Gebogene Flächen können nicht gemessen werden.
Ein Refraktometer für 89,- €? Neu? Dann ist es sicherlich kein Refraktometer für Steine.
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Ist kein besonderes,
Ich hab den Zirkon nochmals gemessen und es ist kein Wert ablesbar das war ein Fehler von mir, hatte den Stein nicht angedrückt und auch nicht genau positioniert.
Da hab ich noch einiges an Erfahrung zu sammeln.
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Wenn ich nur die Lösung auf das Prisma bringe, ist bei 1,73 eine schwache hell dunkel Grenze erkennbar
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Teste doch mal mit Wasser: sollte 1.333 raus kommen. Einfach, sauber und preiswert.
LG
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Ja wasser passt, Danke für den Tip.
Gibt es eine Alternative zur Anderson Lösung, oder kann man diese selbst herstellen, bei den Preisen denke ichzwar nicht ,aber wer weis
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Hallo,
da das meist jodierte Kohlenwasserstoffe und andere Sachen mit schweren Ionen sind, naja als sehr "nette Sachen".
Eine kurze Google Recherche ergibt die Stoffe, ein häufig genannter Stoff hat eine Brechzahl von 1.74 - ist aber alles andere als gesund.
Daher erfolgt hier keine Nennung.
LG
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Mich wüde noch interessiere welche Lichtquelle ihr für die Betrachtung durch den Chelsea Filter benutzt,
Welche Art von Beleuchtung , LED , Glühlampe oä.