Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 18 Oct 20, 15:07
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Bilder Diskussion - Image Discussion
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(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1602866573.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1602866573.jpg)
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Hallo Heiko,
Also ich will Dir ja hier nicht Deine Illusion nehmen, aber die Kristalle sehen meiner Meinung nach wie ganz normaler Calcit (Kanonenspat) aus. Auch die Paragenese mit Galenit passt überhaupt
nicht zum Apophyllit. Diese ist mit Quarz, Chlorit und Stilbit alpinotyp.
Glück Auf,
Uwe
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Das sieht verdächtig danach aus, als seien da ein paar Etiketten durcheinander geraten...
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Glück Auf!
Die Diagnose des hauptsächlich sichtbaren Minerals als Calcit erhält meine Zustimmung. Der Besitzer der Stufe kann die Calcitdiagnose wahrscheinlich leicht überprüfen. Die Prismen der Kristalle zeigen wohl eine sechszählige oder dreizählige Symmetrie, die sich als Sechseck darstellt. Im Falle einer dreizähligen Symmetrie sind von den Prismaflächen drei Flächen größer und dann die dazwischen liegenden anderen drei Flächen kleiner. Bei den Kristallzeichnungen auf https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Calcit sind für Flächenkombination {012}, {100}; Kristall Nr. C024bv; Kristall Nr. C024bk; Kristall Nr. C024bi von U. Baumgärtl das sechsseitige Prisma gleichseitig (sechszählige Symmetrie). Die Endflächen werden durch Rhomboederflächen {012} gebildet.
Die Interpretation zum Kanonenspat hingegen sehe ich aufgrund der Ermangelung dafür für mich eindeutiger Merkmale mit Vorbehalt. Meiner Ansicht nach dominieren hier die Rhomboederflächen den Habitus der Calcite. Eventuell könnten die kleinen langgestreckten Kristalle im unteren rechten Quadranten des Abbilds der Stufe den Anforderungen für einen Kanonenspat genügen.
Ein HCl Test an einem Krümel aus einer unbedeutenden Ecke könnte die Diagnose als Calcit noch untermauern.
Apophyllit hat eine vierzählige Symmetrie mit dem quadratichen Prisma. Die Spitzen sind häufig durch Pyramidenflächen und/oder Basispinakoid ausgebildet. Kristalle mit vierzähliger Symmetrie oder rechteckigem Prismaquerschnitt suche ich vergebens.
Der Galenit auf der Stufe wiedersetzt sich mir der Sichtbarkeit. Bei den anderen genannten Mineralen scheitere ich ebenfalls mit einer zweifelsfreien Zuordnung anhand des Fotos und den darauf sichtbaren Kristallen. Die genannten Minerale bedürfen daher einer Beschreibung, wo man diese auf dem Bild denn erkennen kann. Oder die Beschriftung is auf die tatsächlich erkennbaren Minerale anzupassen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Markus,
Es gibt noch ein zweites Foto (1602787010) vom selben Stück, wo der Galenit ersichtlich ist. Da ich im übrigen einen echten Apophyllit von E-Dorf besitze, weiß ich wie der auszusehen hat...
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Es gibt noch ein zweites Foto (1602787010) vom selben Stück, wo der Galenit ersichtlich ist.
Wieder einmal ein Grund für mich, darauf hinzuweisen, dass doch bitte Fotos der selben Stufe einander zugeordnet werden sollten (wenn sie dem gleichen Mineral zugeordnet sind) - das machts für die Betrachter leichter ...
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Glück Auf!
Für alle, die das zweite Bild suchen:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1602787010.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1602787010.jpg)
Dabei sind mir noch folgende Dinge aufgefallen, die aber womöglich hier im Konkreten ohnehin anders gelöst werden, wenn die fragliche Apophyllitdiagnose vom Tisch ist. Sie haben aber durchaus verallgemeinernden Charakter, wie mit solchen Situationen umgegangen werden kann oder wie man sie vermeiden könnte.
Beide Bilder sind der Fundstelle Sauberg zugeordnet - soweit alles in Ordnung. Bei der Mineralzuordnung wurde die Apophyllit-Gruppe gewählt. Das kann ich nachvollziehen, da man meist nicht die Analysemöglichkeiten hat, mit der man eine genauere Zuordnung vornehmen könnte, wenn denn kein Mischglied vorliegt. In der Mineralienliste für die Fundstelle ist nur der Fluorapophyllit gelistet, die Apophyllit-Gruppe ist nicht in der Mineralliste geführt. Der in der Mineralliste geführte Fluorapophyllit hat nun keinen Link zu dem Apophyllitbild (weil es womöglich auch gar kein Fluorapophyllit ist) und der gezeigte Apophyllit hat keinen Link zur Mineralliste, da dort die allgemeine Apophyllit-Gruppe nicht gelistet ist.
Nun liegt es wohl im Ermessen und dem Wissen desjenigen, der die Zuordnungen erstellt, ob er sich traut eine nur visuell bestimmte Mineralgruppe einem konkreten Mineral der Gruppe zuzuordnen, weil dieses von anderer Stelle (ggf. sogar mit Referenz oder Analyseangaben) schon eingetragen wurde.
Ab wann (wieviel Analysen mit welcher Repräsentativität) kann es als gesetztes Wissen gelten, dass eine visuell bestimmte Mineralgruppe für eine Fundstelle einem konkreten Gruppenmitglied zugeordnet werden kann. Und umgekehrt, bis wann sollte die Mineralgruppe in der Mineralliste geführt werden? Das Ganze ist für manchen Laien zusätzlich kompliziert, da Mineralgruppenname und Minerale völlig verschiedene Namen haben können. Das sollte aber auch für Laien als Ansporn genommen werden, sich mit der Materie zu befassen und dazuzulernen. Die ggf. angeforderte Hilfsbereitschaft ist hier ja bei den erfahreneren Freunden schöner Steine weithin gegeben.
Da der vermeindliche und in der Bildbeschriftung erwähnte Apophyllit sich aber wohl als Calcit bestätigen wird, wäre die Diskussion hier im konkreten überflüssig. Sie wird aber sicherlich an anderer Stelle wieder aufploppen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo Zusammen, Expertenmeinungen sind mir immer willkommen. Ich lade mal noch ein paar Detailbilder hoch. Sind übrigens zwei Stufen aus der gleichen Druse.
Der Bleiglanz ist für mich auch noch nicht sicher bestimmt, wie eigentlich beide Stufen in ihrer gesamten Paragenese. Nie gesehen!! Sind aber absolut und zweifelsfrei Ehdorf.
Aber: HCI schlägt doch auch auf Apophyllit an?
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Da ich im übrigen einen echten Apophyllit von E-Dorf besitze,
hallo Uwe,
ich sehe gerade, dass der Apo bei der Grube Sauberg noch gar nicht gelistet ist - wäre also fein, wenn du ein Foto von deiner Stufe einstellen könntest und den Mineraleintrag vornehmen würdest!
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Hallo Heiko,
Calcit als Karbonat braust gleich mit Salzsäure, Apophyllit wird als Silikat langsam zu gallertartiger Masse zersetzt.
Oliver:
Im Forum existiert schon ein Foto vom Sauberg als Fluorapophyllit-(K). Im Übrigen müsste ich erst mal eine öffentlichkeitstaugliche Aufnahme meines Stückes anfertigen...
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danke für die Info! ich hab natürlich nur unter "Apophyllit" geschaut ... ::)
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Details von Stufe 1:
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Nochmals Stufe 1
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Stufe 2:
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Den HCI Test versuche ich, ist nur leider nicht ganz so einfach, da ist kein Krümel...
Wie auch immer, für Expertenmeinungen bin ich dankbar.
Die kleinen lang-prismatischen wasserklaren xx sind kein Quarz. das ganze sitzt auf mikrokristallinen Quarz.
Der Habitus des Bleiglanzes ist zu mindestens sehr selten, nie in dieser Form vom Sauberg gesehen.
Die eine Stufe hat Rückseitig etwas Molybdänit eingesprengt in Gilbertit / Quarz.
Alpinotyp ist schon klar, Chlorit muss aber nicht zwangsläufig vorhanden sein. Ich habe Stufen aus der gleichen alpinotypen Druse Revier Vierung (alle Ursula Tägl), bei denen der Chlorit auf 4 Stufen vorhanden ist, mal mehr, mal weniger. Auf einer fehlt er komplett... Lage in der Druse.
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Hallo,
ich erkenne auf beiden Stufen ebenfalls eindeutig Calcit und definitiv keinen Apophyllit.
Welcher, am Rande bemerkt, nicht zu den Zeolithen gezählt wird.
Grüße,
Stefan
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Die Stufe mag durchaus aus der Grube Sauberg stammen. Die Kristallform ist jedoch eindeutig für Calcit.
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Den HCI Test führe ich noch irgendwie durch, Calcit erscheint mir aber mittlerweile plausibel. Auch wenn er in dieser Form auf dem Sauberg eigentlich nicht vorkam.. Aber einmal ist immer das erste Mal.
Bevor ich die Zuordnung ändere, könnt Ihr bitte @ Sachsenerz und @ felsenmammut nochmals zu den anderen beiden Mineralien auf den Detailbildern etwas sagen?
Danke! :-)
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Die kleinen durchsichtigen Kristalle sind auch 6-seitig, ich kann aber die Kopfflächen nicht richtig erkennen. Wenn es auch nur drei Kopfflächen sind wie bei den großen Kristallen, dann würde ich auch Calcit als erstes vermuten. Sieht aber auch nicht nach Apophyllit aus, der müsste, wie schon andere geschrieben haben, 4-seitig sein.
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Ist ebenfalls dreiseitig. Dann schaut das wie zwei Generationen Calcit aus. Danke!
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Hallo Heiko,
Das mit dem Calcit dürfte wohl mittlerweile klar sein, aber bei dem "Galenit" möchte ich keine Ferndiagnose stellen. Würde ich mir bei Gelegenheit das gute Stück mal in Natura ansehen um die Kristallform etc. genauer beurteilen zu können, ist ja nicht so weit nach E-Dorf...(Kontakt per PN)
Was sind eigentlich die gelben Kristalle unter dem Calcit... Fluorit ?
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Glück Auf Uwe, sehr gerne
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PS: ja, Fluorit .-) Mit feinen Quarzüberzug
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Der "Galenit" passt vom Habitus und auch von der Paragenese wunderbar nach Freiberg, Freieslebenit...nur gesponnen :-) Aber die Ähnlichkeit mit den entsprechenden Freiberger Belegen ist schon frappierend...
Wobei, die Geologin (eigentlich ein Geologen-Ehepaar) war wohl auch in Freiberg tätig, die Sammlung enthielt auch ein paar Freiberger Stufen....
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Galenit passt schon, Freieslebenit kommt in anderer Paragenese in Freiberg vor.
Was sagt die Marrix, Glimmerschiefer oder Gneis.
Gruß Sebastian
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Glück Auf!
bei dem bleigrauen Erzmineral wollte ich mich eigentlich zurückhalten. Da aber explizit um eine Meinung gebeten wurde, möchte ich diese gerne geben, damit kein unnötiges, vergebliches Warten das Vorankommen bei der Bestimmung verzögert. Wie schon andere Beiträge zeigen, so spekuliere auch ich mit Möglichkeiten anderer Sulfosalze, z.B. ein flächenreiches Bournonitaggregat oder Akanthit par. nach Argentit. Galenit wäre sicherlich vor allem wegen seiner Häufigkeit naheliegender.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Danke für eure Meinungen, weiß ich zu schätzen!! :-)