Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralienbilder / Mineral Pictures => Mikroskop- und Makroaufnahmen => Thema gestartet von: Nikonudo am 09 Nov 20, 19:11
-
Hallo zusammen,
möchte euch hier einige Bilder meiner ersten Dünnschliffe zeigen.
Natürlich sind Kommentare zu den Dünnschliffen und deren Qualität erwünscht.
Ich bin kein Geologe. Ich mache das nur aus Spaß, lerne aber dabei.
Der Granit kommt aus der Schlossmauer eines Schlosses in Oberösterreich.
Er wurde vor 400 Jahren dort verbaut. Woher er letztendlich herkommt,
habe ich nicht in Erfahrung bringen können.
LG Udo
Foto 1 zeigt eine Makro Aufnahme 21 x 14mm
Foto 2 zeigt ein Pano bestehend aus 8 Aufnahmen in linear Stellung mit einer Größe von 4 x 1mm
Foto 3 zeigt ein Pano bestehend 8 Aufnahmen in XPol Stellung mit einer Größe von 4 x 1mm
Aufgenommen mit dem Olympus Mikroskop BH-2 Polarisation und dem
10x Objektiv DPlan PO in Kombi mit Nikon Kamera D850.
Im Original hat das Foto eine Größe von 16905 x 5915 = 723,35 MB
Die Belichtungszeit betrug 1/8 Sekunde bei ISO 100
Bearbeitet mit Smart Shooter 4, Panorama Studio 3.4.5 Pro und PS
-
Bei den DS-Aufnahmen wäre noch ein Maßstab (Kantenlänge des Bildausschnittes oder Mikrometerbalken) von Vorteil!
-
Hallo Udo
vielen Dank fürs Zeigen, gerne mehr davon! Vielleicht kannst Du die Bilder auch noch erklären? Was ist zu sehen? Woher kommt der Granit?
Vielleicht wäre es auch interessant, das ins Lexikon zu bringen?
Gruß, Martin
-
Hallo zusammen,
ich habe nochmal nachgelegt.
Wie erwähne ich hier nachfolgend:
Es ist immer noch ein Granit Biotit vom Schloss in Oberösterreich.
Alle Fotos mit Olympus BH-2 Polarisation. Objektiv DPlan 4 PO. Kamera Nikon D850
Die Fotos haben eine Größe von 2,7 x 1,8mm
Die Einstellungen am Mikroskop waren wie folgt:
Foto 1 Oben 0, Teller 0, unten 0
Foto 2 Oben 45, Teller 0, unten 0
Foto 3 Oben 45, Teller 45, unten 0
Foto 4 Oben 45 , Teller 45, unten -45 ( oder 315° ),
LG Udo
-
Hallo Udo,
wie machst Du den Weißabgleich?
Müsste 4 nicht 45, 45, -45 sein?
Wenn oben was auslöscht, dann sollte das bei so vielen Körnern auch auf dem 4. Bild passieren, es sei denn 1 ist gekreuzt und 4 ist parallel.
-
Hallo Udo,
wie machst Du den Weißabgleich?
Müsste 4 nicht 45, 45, -45 sein?
Wenn oben was auslöscht, dann sollte das bei so vielen Körnern auch auf dem 4. Bild passieren, es sei denn 1 ist gekreuzt und 4 ist parallel.
Guten Morgen Amir,
den Weißabgleich stelle ich über Smart Shooter 4 ein.
Und du hast Recht, es muß -45 sein. Das erste Foto ist gekreuzt.
LG Udo
-
Der Granit kommt aus der Schlossmauer eines Schlosses in Oberösterreich.
Er wurde vor 400 Jahren dort verbaut. Woher er letztendlich herkommt,
habe ich nicht in Erfahrung bringen können.
Nun, in OÖ bestehen aus Granit v.a. das Mühlviertel (der Teil nördlich der Donau) und der Sauwald (der von der Donau abgetrennte Teil der Böhmischen Masse südlich des Stroms) - sowie einige kleinere/unbedeutende abgeschnittene Bereiche direkt an der Donau.
Für die Schlossmauer wird das Material nicht von weit her kommen - Stein-Baumaterial wurde im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit nur für Prunk- und Sakralbauten über weitere Strecken transportiert. In der Schlosskapelle könnten also durchaus Säulen aus Adneter oder Untersberger "Marmor" verbaut und Kehlheimer Platten verlegt worden sein - die Schlossmauer besteht (da trau ich mir meinen Kopf drauf zu verwetten ;D) sicher aus lokalem bis maximal regionalem (wenn in der unmittelbaren Umgebung kein brauchbares Material vorhanden ist) Gestein.
Wenn du uns verrätst, wo das Schloss steht, könnte man das also wohl schon ein wenig näher eingrenzen .....
-
Der Granit kommt aus der Schlossmauer eines Schlosses in Oberösterreich.
Er wurde vor 400 Jahren dort verbaut. Woher er letztendlich herkommt,
habe ich nicht in Erfahrung bringen können.
Nun, in OÖ bestehen aus Granit v.a. das Mühlviertel (der Teil nördlich der Donau) und der Sauwald (der von der Donau abgetrennte Teil der Böhmischen Masse südlich des Stroms) - sowie einige kleinere/unbedeutende abgeschnittene Bereiche direkt an der Donau.
Für die Schlossmauer wird das Material nicht von weit her kommen - Stein-Baumaterial wurde im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit nur für Prunk- und Sakralbauten über weitere Strecken transportiert. In der Schlosskapelle könnten also durchaus Säulen aus Adneter oder Untersberger "Marmor" verbaut und Kehlheimer Platten verlegt worden sein - die Schlossmauer besteht (da trau ich mir meinen Kopf drauf zu verwetten ;D) sicher aus lokalem bis maximal regionalem (wenn in der unmittelbaren Umgebung kein brauchbares Material vorhanden ist) Gestein.
Wenn du uns verrätst, wo das Schloss steht, könnte man das also wohl schon ein wenig näher eingrenzen .....
Hallo Oliver,
das Schloß steht in Kefermarkt und heißt " Schloß Weinberg ".
Hier hat man im Sommer Kernbohrungen vorgenommen. Da
habe ich auch die Proben her. Im Schloß bin ich 2x im Jahr.
Hier treffe ich mich mit Gerhard Zimmert aus Wien und vielen
anderen Mikroskop Freunden um auszutauschen und zu lernen.
LG Udo
-
danke für die Info - nun, dann wird der Granit wohl aus Kefermarkt (oder unmittelbarer Umgebung) stammen.
Enthält das Gestein überdurchschnittlich große (Kali-)Feldspäte?
Dann könnte es sich um den sog. "Weinsberger Granit" handeln (nicht nach diesem Weinberg, sondern nach dem Weinsberger Wald benannt ;D), der im Gebiet häufig auftritt, und dessen Glimmeranteil (überwiegend/nur?) aus "Biotit" besteht.
sh. z.B.:
https://link.springer.com/article/10.1007/BF01128085
-
danke für die Info - nun, dann wird der Granit wohl aus Kefermarkt (oder unmittelbarer Umgebung) stammen.
Enthält das Gestein überdurchschnittlich große (Kali-)Feldspäte?
Dann könnte es sich um den sog. "Weinsberger Granit" handeln (nicht nach diesem Weinberg, sondern nach dem Weinsberger Wald benannt ;D), der im Gebiet häufig auftritt, und dessen Glimmeranteil (überwiegend/nur?) aus "Biotit" besteht.
sh. z.B.:
https://link.springer.com/article/10.1007/BF01128085
Hallo Oliver,
ein Mitglied ( Fachmann ) aus einem anderen Forum meint das:
"ich erkenne im Anschliff ca. 15% Quarz (graue Körner), ca. 70% Feldspat (weiss), der Rest mag überwiegend Biotit sein"
LG Udo
-
ja, wenns ein "Weinsberger" ist/wäre, zeigt der Dünnschliff vmtl. die "Grundmasse" zwischen den großen Kalifeldspäten.
Meine Frage nach diesen bezog sich daher nicht auf die Dünnschliffe, sondern auf das makroskopische Aussehen des Gesteins, von dem die Proben genommen wurden.
-
ja, wenns ein "Weinsberger" ist/wäre, zeigt der Dünnschliff vmtl. die "Grundmasse" zwischen den großen Kalifeldspäten.
Meine Frage nach diesen bezog sich daher nicht auf die Dünnschliffe, sondern auf das makroskopische Aussehen des Gesteins, von dem die Proben genommen wurden.
Hallo Oliver,
das erste Foto ganz oben zeigt einen Makro Ausschnitt.
LG Udo
-
ja, aber bei einem Auschnitt von 21 x 14 mm lässt es trotzdem zwei Interpretationsmöglichkeiten zu:
es könnte einerseits die "Grundmasse" zwischen großen Feldspatkristallen zeigen, andererseits könnte es sich aber überhaupt um einen (sehr) feinkörnigen Granit handeln - dann wärs kein "Weinsberger" ....
In letzterem Fall könnte es ein sog. "Mauthausener" Granit sein, der ebenfalls ein Biotit-Granit ist, bzw. in der Glimmerkomponente einen deutlich überwiegenden "Biotit"-Anteil aufweist.
sh. z.B.
https://www.biowin.at/all/Geologie/Gesteine/magmatische/Plutonite/Mauthausener%20Granit/mauthausener%20granit.htm
oder auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Mauthausner_Granit
-
ja, aber bei einem Auschnitt von 21 x 14 mm lässt es trotzdem zwei Interpretationsmöglichkeiten zu:
es könnte einerseits die "Grundmasse" zwischen großen Feldspatkristallen zeigen, andererseits könnte es sich aber überhaupt um einen (sehr) feinkörnigen Granit handeln - dann wärs kein "Weinsberger" ....
In letzterem Fall könnte es ein sog. "Mauthausener" Granit sein, der ebenfalls ein Biotit-Granit ist, bzw. in der Glimmerkomponente einen deutlich überwiegenden "Biotit"-Anteil aufweist.
sh. z.B.
https://www.biowin.at/all/Geologie/Gesteine/magmatische/Plutonite/Mauthausener%20Granit/mauthausener%20granit.htm
oder auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Mauthausner_Granit
Hallo Oliver,
wenn man die Geschichte verfolgt, glaube ich auch an Mauthausener Granit.
Die anderen Abbaugebiete waren doch alle später zum Abbau freigegeben. Oder?
LG Udo
-
den Weißabgleich stelle ich über Smart Shooter 4 ein.
Ich mache das so: ich mache eine Aufnahme mit parallelen Polarisatoren durch das Glas des Objektträgers (also explizit nicht durch den Dünnschliff) und nutze das Ergebnis als Referenz bei den Aufnahmen der Dünnschliffe. So habe ich die Farbtemperatur der Lichtquelle und die leichte Farbstichigkeit der Polarisatoren berücksichtigt. Wenn man die Dünnschlifffotos individuell abgleicht, sind die Farben oft völlig daneben.
Man könnte mit der o.g. Methode auch auf der D800/850 einen Custom-Weißabgleich erstellen und für weitere Aufnahmen auf der Kamera speichern.
Gruß
Amir
-
hallo Uwe,
wenn man die Geschichte verfolgt, glaube ich auch an Mauthausener Granit.
Die anderen Abbaugebiete waren doch alle später zum Abbau freigegeben. Oder?
Würd ich nicht unbedingt so sehen - die "regulären" (Bau-)Steinbruchbetriebe hier sind ohnehin alle jünger (wenn die Schlossmauer 400 J alt ist), also kaum vor Mitte 17. Jh, überwiegend erst ab dem 18. Jh.
Und kleine "Bedarfssteinbrüche" gabs davor natürlich so ziemlich überall -
daraus würde ich keine Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen wollen.
Der feinkörnigere "Mauthausener" ist ja eher im südlichen Mühlviertel verbreitet - aber eben nicht nur. Obs auch in der Kefermarkter Gegend irgendwo den feinkörnigen Typ gibt, kann ich nicht sagen - möglich wärs schon.
-
hallo Uwe,
wenn man die Geschichte verfolgt, glaube ich auch an Mauthausener Granit.
Die anderen Abbaugebiete waren doch alle später zum Abbau freigegeben. Oder?
Würd ich nicht unbedingt so sehen - die "regulären" (Bau-)Steinbruchbetriebe hier sind ohnehin alle jünger (wenn die Schlossmauer 400 J alt ist), also kaum vor Mitte 17. Jh, überwiegend erst ab dem 18. Jh.
Und kleine "Bedarfssteinbrüche" gabs davor natürlich so ziemlich überall -
daraus würde ich keine Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen wollen.
Der feinkörnigere "Mauthausener" ist ja eher im südlichen Mühlviertel verbreitet - aber eben nicht nur. Obs auch in der Kefermarkter Gegend irgendwo den feinkörnigen Typ gibt, kann ich nicht sagen - möglich wärs schon.
Guten Morgen Oliver,
ich denke, ich werde mal weiter recherchieren, wo der Granit
vom Schloss herkommt. Vielleicht können mir Mitarbeiter des
Schlosses weiter helfen.
LG Udo der sich für die sachliche Diskussion bedankt