Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Manfrid am 12 Nov 20, 20:53
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Hallo,
dieses Stück - Höhe in der Perspektive des ersten Bildes: 13cm - fand ich in dem an sich sehr fossilarmen Weißjura-Kalk von Westerstetten (Ostalb). Es stammte anscheinend aus dem Bereich einer kleinen, teils mit Lehm gefüllten Höhle/Schlotte in der Abbauwand und lag unterhalb derselben zusammen mit einem Stück schalig aufgebauter Konkretion ohne solche Röhren. Kennt jemand dergleichen?
Freundliche Grüße!
Manfrid
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hallo,
Bryozoen würde ich da eher nicht vermuten -
tendiere auf den ersten Blick mehr in Richtung Korallenstock.
Sind in den Hohlräumen der Röhren evtl. Ansätze von Septen (Scheidewänden) zu erkennen?
Obwohl manche Schwämme auch ähnlich aussehen können ....
Eine Konkretion ist es jedenfalls nicht, sondern schon ein Fossil!
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Vielen Dank schon mal, Oliver! - Von Septen ist keine Spur zu sehen. Ich zeige mal noch das Stück Konkretion, das daneben lag - Breite 18cm. (Ich traue den Konkretionen mittlerweile ziemlich viel Potenzial zu, Fossilien vorzutäuschen...)
Freundliche Grüße!
Manfrid
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Warum ist das zweite eine Konkretion?
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Meines Erachtens wegen der kuppeligen Schichtung, der runden Außenform (im Bild nicht zu sehen) und der Herkunft aus einer Schlotte.
Manfrid
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konkretion würde ich das auch nicht nennen
wegen der kuppeligen Schichtung
könnte diese evtl. biogenen Ursprungs sein? (Kalkalgen, "Bioherm", etc.)?
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könnte diese evtl. biogenen Ursprungs sein? (Kalkalgen, "Bioherm", etc.)?
Genau an das habe ich auch gedacht.
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Nun, ich war bei der Entstehung nicht dabei. Der kristallgefüllte Schrumpfungsspalt (unten Mitte) käme aber m. E. auch noch als Indiz für eine Konkretion zu dem schon Genannten hinzu.
Ich besuchte diesen Steinbruch übrigens, um nach eventuellen "Verwandten" des "Rätselsteins von Westerstetten" (der in Stuttgart vor dem Löwentormuseum liegt und nach dem man auch googlen kann) Ausschau zu halten. Der sieht ebenfalls recht organisch aus und ist es wohl nicht.
Manfrid
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Der kristallgefüllte Schrumpfungsspalt (unten Mitte)
Schrumpfungsriss sehe ich hier auch keinen - nur einen (wodurch auch immer entstandenen) Hohlraum, der mit vermutlichen (da ist das Foto nicht scharf genug) Calcit-xx ausgekleidet ist - im Jurakalk absilut nix Ungewöhnliches ...
Und die Wetterstettener Strukturen sehen doch recht anders aus - nämlich eben nicht biogen/organisch.
Die Wetterstettener erinnern mich am ehesten an "Buch`sche Kieselringe", also rein anorganische Bildungen ....
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die Wetterstettener Strukturen sehen doch recht anders aus - nämlich eben nicht biogen/organisch.
Eben weil die Westerstetten-Muster nicht biogen/organisch zu sein scheinen und das oben gezeigte Stück im Querschnitt ähnlich geschichtete Strukturen zeigt wie die Wülste des "Rätselsteins von Westerstetten", schloss ich auf nicht-organischen Ursprung.
Die "Verwandtschaft" zu den Buch'schen Kieselringen dürfte tatsächlich bestehen, auch wenn es sich hier um Kalk handelt.
Mit Calcitkristallen gefüllte Höhlungen finden sich im Jurakalk natürlich vielfach, wobei ich geneigt bin, ihnen oftmals auch den Charakter von geschrumpften Konkretionen zuzuschreiben - Konkretionsbildungen im noch weichen Kalkschlamm selbst, statt, wie später, im Lehm. Die im Lehm der Schlotten gebildeten Konkretionen zeigen aber - neben den Zuwachswülsten - das Prinzip der Schrumpfung und Kristallfüllung mitunter besonders schön:
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jup, das sind wirklich schöne (und eindeutige) Konkretionen !
Das oben gezeigte Stück würde ich trotzdem anders interpretieren.