Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: unox am 09 Dec 20, 20:13
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Hallo, ich habe diesen Stein aus einen alten Anhänger meiner Oma, es ist nur noch der stein übrig und ich habe keine weiteren infos von der oma bekommen. Hier Bilder von dem ding normal und unter UV.
Evtl. kann mir ja jemand weiterhelfen? Danke!
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Glück Auf!
das wird wohl schwierig bis unmöglich mittels Ferndiagnose eine brauchbare Aussage zu bekommen. Einige wichtige Bestimmungsmethoden, die man selber machen könnte, scheiden aus, da vermutlich nur zerstörungsfreie Methoden zur Anwendung kommen sollen. Eine natürliche Kristallform oder das Erscheinungsbild, das Bruchbild oder die Paragenese fehlen, die sonst bei guten Bildern in den Anfragen zur Bestimmung von Steinfunden per Ferndiagnose wichige Hinweise liefern. Glas und noch häufiger Kunststoff sind die Standardimitatwerkstoffe für Schmuck. Natürlich gibt es eine große Vielfalt an Mineralien, die facettiert werden können. Das am weitesten verbreitete Mineral bei farblosen, transparenten, facettierten, größeren Steinen ist Quarz/Berkristall.
Wenn man als Arbeitshypothese annimmt, dass nur Kunststoff, Glas oder Bergkristall in Frage kommen, könnte man mit einigen Tests weiterkommen:
Dichte: Einfache Kunststoffe liegen mit der Dichte von knapp unter 1 bis um 2 kg/l. Einfaches Glas liegt so um 2,5 kg/l. Allerdings kann durch Zugabe von Metallen, um den Brechungsindex zu erhöhen, die Dichte auf über 4 kg/l steigen. Bergkristall liegt sehr konstant nahe bei 2,65 kg/l. Wenn man also die Dichte mit ausreichender Genauigkeit bestimmen kann, könnten hiermit Aussagen getroffen werden. Eine Anleitung gibt es hier: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Dichte Die Messung sollte mehrfach durchgeführt werden.
UV: Welche Wellenlänge wurde benutzt? Erscheint die rötliche Fluoreszenzu nur an der Oberfläche oder kommt sie eher aus dem Inneren. Hinweis: Beim Arbeiten mit UV-Licht immer UV undurchlässigen Augenschutz tragen.
Härte: Es lässt sich folgende Reihenfolge der drei Kandidaten der Härte nach aufstellen: Kunststoff < Glas < Bergkristall. Wenn man das geringe Restrisiko einer Beschädigung auf sich nimmt, wäre der Stein mit einer Ecke über eine Glasfläche zu ziehen. Die richtige Anpresskraft ist mit Worten schwer zu beschreiben, kann aber mit einem scharfen Cuttermesser verglichen werden, mit dem in einem Zug stärkere Pappe geschnitten wird. Ein Bergkristall hinterlässt auf Glas einen Kratzer. Glas und Kunststoff erzeugen keine Kratzer auf Glas.
Thermische Beständigkeit: (im Fall von Kunststoff nicht zerstörungsfrei) Man drückt eine heiße Nadel auf die Oberfläche. Bei Glas und Bergkristall passiert nichts. Bei Kunststoff erzeugt man eine kleine Delle, ggf. entsteht ein Rauchwölkchen und ein brezliges Düftchen. Da Kunststoffe (vor allem kristalline Kunststoffe und Duroplaste - beide zeichnen sich in der Regel durch eine hohe Steifigkeit und Kratzfestigkeit aus) recht temperaturbeständig sein können und vermutlich wenig Erfahrung mit dieser Testmethode besteht, wären Vergleichstests erforderlich.
Beim Juwelier des Vertrauens sollte man eine zuverlässigere Antwort erhalten, da dieser vermutlich Analysemethoden zur Verfügung hat, die schneller zum Ziel führen. Ein Blick durch eine Lupe oder Mikroskop kann z.B. schnell Fluideinschlüsse aufzeigen, die eine Zuordnung zu etwas Synthetischem oder etwas Natürlichem erlauben. Winzige Spuren an der Oberfläche lassen Rückschlüsse auf das Herstellungsverfahren zu. Bergkristall wird geschliffen. Glas und Kunststoff werden häufig in Formen gepresst. Die Naht liegt üblicherweise auf der Rundiste und wird weggeschliffen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo zusammen,
Erscheint die rötliche Fluoreszenzu nur an der Oberfläche oder kommt sie eher aus dem Inneren
Ich sehe da keine Lumineszenz. Die rötlich-violette Farbe ist wohl der reflektierte Anteil des Anregungslichtes. Da offensichtlich emissionsseitig nicht gefiltert wurde, und der Kamerasensor in diesem Spektralbereich noch sensitiv ist, erscheint das als rotvioletter Anteil im Bild. Hilft also wohl nicht weiter...
Grüße Markus
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Da bleibt wohl nur der Weg zum Juwelier oder Gemmologen um das Stück eindeutig zu bestimmen.
Grüße Michael
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Hallo,
Hier kann dir zuverlässig geholfen werden:
https://www.dsef.de/service/unser-service.html (https://www.dsef.de/service/unser-service.html)
Grüsse,
Stefan