Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Thema gestartet von: Lexikon am 19 Dec 20, 13:14
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Bilder Diskussion - Image Discussion
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Obiges Foto zeigt keinen Zykling
Im Moment arbeite ich mich gerade durch die Diamanten in meiner Sammlung. Zwillinge beim Diamant haben als Zwillingsebene (111) - sie bilden Zwillinge also nach der Oktaederfläche. Dies sind dann meist dreieckige, abgeflachte Kristalle. Zyklinge können daher nicht vorkommen.
Bei dem hier gezeigten Kristall dürfte es sich um einen nicht verzwillingten würfligen Diamanten handeln, bei dem durch Lösungsvorgänge die Würfelflächen (3-Punkt) vertieft sind. Hierdurch treten die Ecken (4-Punkt) hervor. Eine weitere Möglichkeit zur Bildung solch einer Formen wäre ein Penetrationszwilling nach (111) zweier tetraedrischer Individuen. Da ich aber bislang solch einen Zwilling noch nicht gesehen habe, nehme ich meinen ersten Vorschlag aufgrund der Häufigkeit des Vorkommens angelöster Kristalle als wahrscheinlicher an.
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In meiner Sammlung findet sich ein ähnlicher Diamant, allerdings sind hier rund um die vertiefte Würfelfläche flache, nicht gestreifte Tetrakishexaederflächen mit einem negativen Wachstumsvektor angeordnet (resp. positiver Anlösungsvektor).
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1608469634.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1608469634.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1608469733.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1608469733.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1608469815.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1608469815.jpg)
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Hallo Klaus,
es gibt beim Spinell Mehrfachzwillinge nach (111), nach dem fünften Kristall bleibt ein Restwinkel von ca. 7,35°, beim Eingangsbild währen es aber sechs Kristalle außerden sind keine typischen Zwillingsnähte erkennbar. Ich denke, genau wie Du, dass es sich hier um einen angelösten Einkristall handelt, vielleicht ein Rhombendodekaeder als Ausgangsform.
Der Mythos der Diamant-Zwillingen mit sich durchdringenden Tetraedern stammt aus einer Zeit in der man noch keine Möglichkeit zur Strukturbestimmung kannte. Ein solcher Zwilling mit (100) als Symmetrieelement, ist beim Diamant nicht möglich und eine Strukturvariante mit geringerer Symmetrie währe sicher schon aufgefallen. ;)
Also auch hier, eine durch Lösungsvorgänge entstandene Laune der Natur.
Grüße Josef