Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Bernd G am 12 Jul 05, 17:56
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Wäre das möglich ?
Oder was genau spricht dagegen ?
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Hallo Bernd
Ohne jetzt im Net rumzuschnüffeln, meine ich gelesen zu haben, dass der einzige europäische Diamant in Tschechien gefunden wurde.
Gruß aus dem Sauerland
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nein - !
collector
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ich habe ja auch noch nie was gehört das in europa welche gefunden wurden. deshalb diese nachfrage.
aber warum gibt es keine ?
wenn man vom urkontinent ausgeht wäre es doch warscheinlich ,das es welche geben könnte. oder was spricht dagegen ?
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Hallo Peter
was? nein!?
ich meine doch nur "gelesen zu haben"!
Gibt es welche oder gab es NIE welche?
Gruß Wilhelm
P. S. habe dir was getextet........
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also in china wurde auch erst 1969 was gefunden laut .
http://de.wikipedia.org/wiki/Diamant#Weitere_Erstfunde
@Wilhelm
werde mal im netz nachsehen ob ich noch was finde über Tschechien
gruß bernd
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Wie definiert man Vulkanschlot ? Falls Kimberliteruptionen als Vulkanschlote gelten - und warum sollten sie das nicht ? - so gibt es sehr wohl Diamanten in europäischen Vulkanschloten : in Schweden und Finnland und zur Zeit wird ganz heftig danach exploriert !
Glück Auf
Thomas
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Hab mal irgendwo gelesen, daß es im Nördlinger Ries Diamanten gibt. Sollen sogar ne ganze Menge sein, allerdings viel zu klein um irgend eine Bedeutung zu haben.
Ralf
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Hab sogar nen Link dazu
http://www.museum.hu-berlin.de/min/mitarbeiter/mitarb/ralf/diamant.html
Gruß
Ralf
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So....
habe mal ein wenig rumgeschnööft.
Der Peter hat sicher recht.
1740 glaubte man, einen Diamanten gefunden zu haben. Es handelte sich um den s. g. Braganza- Diamanten.
Das Teil wurde in die portugiesische Königskrone eingearbeitet.
War aber kein Diamant. War ein Topas.
Topase wurden wohl vor einigen Jahrhunderten öfters mal mit Diamanten verwechselt.
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Hallo,
und ich bin mir sogar sicher das mit den böhmischen Diamanten gelesen zu haben. Ich suche noch nach der Literaturquelle.
Gruß
Der Conny
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Hier habe ich es:
Sehr interessant ist die Geschichte des ersten Diamanten im Herbst 1869. Dieser Diamant wurde nämlich nicht direkt in den Ablagerungen gefunden, sondern beim Schleifen des Materials, aus den Gruben zwischen Chrastany und Podesedice. Der genaue Fundort ist also nicht bekannt, auch wenn er nach dem nächsten größeren Ort als "Diamant von Dlazkovice" bezeichnet wird. Dieser Diamant ist ein unvollkommen
entwickeltes Oktaeder, zitronengelb, mit den Abmessungen 4,13 x 2,62 mm und hat ein Gewicht von 0,0573 Gramm.
Also hat der Wilhelm doch richtig gelesen.
Literatur: Dr. sc. H. Prescher " Die edlen Steine der CSSR" in Führer durch die Sonderausstellung
S. 18, 1983
Dort ging es um die Beschreibung der böhmischen Granate. Es wird auch noch darüber berichtet, dass nach dem ersten Fund noch zwei weitere folgten. Auch das nach dem Studium der Pyropschotter und der Eruptivmassen des Böhmischen Mittelgebirges kein Zweifel mehr an eine Möglichkeit von Diamantvorkommen dort besteht.
Der Conny
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Hallo,
die meisten Diamanten die man finden kann, sind im Nördlinger ries zu finden, es sind Diamantren, die aus Graphiteinschlüssen in Graniten entstanden, als vor rd. 20 Millionen Jahren ein Meteoriteneinschlag das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken bildete. Eine Excursion der Humboldt-Uni zum Nördlinger ries brachte 2 bis 3 Stück, wenn ich mich richtig erinnere, hab sie persönlich gesehen, als ich dort mein Praktikum hatte. sind ca 1 mm groß und schwarz. Sie wurden aus nem Fluss gewaschen.
Weitere Zufallsfunde von Diamanten in Basalten sind nicht ausgeschlossen, werden aber sicher übersehen (bzw für was andres gehalten).
Gruß
proyect.
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Hallo
Hatte schon die Befürchtung, dass mich eine beginnende Alters- Demenz befällt :-\
In welcher Literatur ist mir nicht mehr geläufig, aber gelesen habe ich das ganz sicher. Braganza hin oder her. Das hatte damit nix zu tun.
Es war aber, auch ganz sicher, nur von EINEM Diamanten die Rede.
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Servus alle,
es ist ja sicherlich interessant, nach Diamanten zu waschen. Nur: Wie wäscht man die??? Sind ja irgendwie relativ leicht!!!
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hallo,
aber die sind immer noch schwerer als die normalen Bestandteile Quarz und Feldspat,... diamanten sammeln sich zusammen mit den schwermineralien (Vor allem Granat, Magnetit, aber auch Zirkon, Rutil, ect) dann muss man ein gutes Auge haben und sortieren. Ich glaube die von der Humbold-Uni haben sehr lange gebraucht.
Gruß
proyect
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Hallo,
ja, Diamant gehört zu den Schwermineralien (Diche um 3.5). Allerdings reicht die Anreicherung mit Sieben und Rotationswaschanlagen nicht aus, um den Diamant soweit zu konentrieren (da z.B. sehr viel mehr Granat mitgewonnen wird), dass man ihn schon auslesen könnte. Man macht sich die Eigenschaft des Diamant zu Nutze sehr gut an Fett zu haften. Man lässt das Konzentrat über fettbestrichene Bänder/Rinnen laufen, wobei man die Bänder wiederum mit Wasser überspült. Da Diamant nicht so gut mit Wasser zu benetzen ist, jedoch eine fettfreundliche Oberfläche hat, bleibt der Diamant im Fettband hängen. Das führt zu einer sehr guten Anreicherung. Allerdings kann es notwendig sein, vor dem Fettband die Diamanten (typischerweise bei Diamanten aus fossilen Seifen) chemisch vorzubehandeln um (fettfeindliche) Überkrustungen zu entfernen.
Siehe: http://www.diamant.de/foerderung.html (http://www.diamant.de/foerderung.html)
Gruß
Berthold (der im Waschkonzentrat leider noch keinen Diamanten gesehen hat)
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Ich habe mal gehört, daß in einem Institut Mikrodiamanten in Deutschland nachgewiesen wurden. Man hätte wohl das Gestein (Basalt ?) völlig in Flußsäure gelöst und es blieb ein Diamantstaub übrig.
Es wird viel geredet, wenn der Tag lang ist und ich kann mich natürlich für den Wahrheitsgehalt des Gehörten nicht verbürgen. Vielleich kennt jemand den Hintergrund dieses Gerüchtes besser ?
Glück Auf
Uwe
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Hallo Uwe,
das ist schon richtig, gemeint ist sicher das Nördlinger Ries, siehe den Link von Ralf.
Nachtrag:
Europa: Vorkommen in Finland, Norwegen und Schweden wären zu nennen. In Deutschland noch im Erzgebirge (mikroskopisch).
Gruß
Berthold
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Wenn ihr schon von Diamanten in Schloten in Deutschland sprecht, vergesst nicht den Granat-Kimberlit im Seufzergründel bei Hinterhermsdorf in der Sächsischen Schweiz. Dort waren ziemlich viele Schwermineralien im Verwitterungssand zu finden (Mini-Körnchen), einen Diamanten allerdings hat man wohl noch nicht gefunden. Nach meinem Kenntnisstand nimmt "man" an, dass ein Basalt die Sandsteindecke durchschlug um beim Erkalten zwar enorme Drücke nach innen erzeugte, diese aber nicht zur Diamantbildung reichten. Oder fehlte nur der Kohlenstoff?
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Ja, im Geografie-Kabinett der Hinterhermsdorfer Schule gab damals (sprich, in der DDR) auch Fundstücke (AFAIR unter anderem Granat, Spinell und Zirkon) von dort. Der Geo-Lehrer war sehr engagiert, was die einheimische Mineralogie betraf.
Heute sollte man jedoch von der Suche abstandnehmen: während das Seufzergründel damals "nur" Flächennaturdenkmal war und man bis Mitte der 70er Jahre bei entsprechender Begründung durchaus noch Klein(st)schürfungen genehmigte, ist das Gebiet heute Naturschutzgebiet und gehört überdies zum "Nationalpark Sächsische Schweiz". Die Parkranger reagieren überaus heftig, sollten sie dort jemanden a) abseits der Wanderwege, und b) dann auch noch beim Schürfen erwischen.
Viele Grüße,
Thomas
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Auch, wenn hier lange niemand mehr war, zur Vervollständigung:
Der erste Diamant in Tschechien wurde in der Nähe des Dorfes Dlažkovice im Jahr 1869 gefunden und hat eine Größe von 4,13 x 2,63 mm, 0,0573 Gramm ( 0,2865 Karat). Der zweite Diamant, in der Nähe des Dorfes Chrášťany 1927 gefunden, beträgt 3,00 x 2,60 mm. Beide Steine, aus quartiären Sedimenten im Böhmischen Mittelgebirge (České středohoří) , werden in den mineralogischen Sammlungen des Nationalmuseums in Prag aufbewahrt. Farblich gelblich-orange. Die lieben Russen haben dann in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (bin ich schon so alt?) intensivst, aber ergebnislos gesucht.
Also, wer´s denen doch noch zeigen will ... viel Spaß dabei ;-)
der finderlohn.