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Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Artefakte - Fundstücke / artifact - findings / artefactes - objeto hallado => Thema gestartet von: Wenzel am 18 Feb 21, 10:18
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Hallo Ihr lieben,
wir haben auf einem Feld bei Oberzwehren (Kassel) eine Bleiplombe mit Schlegel und Eisen gefunden. Der Schriftzug ist leider schlecht erhalten und es fehlen Teile im äußeren Bereich. Kann jemand hier Hinweise geben woher die Plombe stammt ? Für Hinweise und Info's wäre ich sehr dankbar.
Viele liebe Grüße und Glück Auf
Frank
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Hallo aus Mittelfranken
das könnte eine "Hundemarke"sein, wie sie im Bergbau üblich war und teilweise immer noch ist. Die hängen an einem Brett am Stollen- oder Schachteingang. Jeder Bergmann der einfährt nimmt seine Marke mit und hängt sie bei Ausfahrt wieder hin. Wenn eine Marke am Ende der Schicht fehlt, weiß der Steiger, das der betreffende Bergmann - aus welchen Gründen auch immer - noch in der Grube ist.
Da wo oben etwas fehlt, könnte die Öse fürs Aufhängen am Brett gewesen sein, die sind meistens etwas filigraner gestaltet als der Rest der Marke
Glück Auf
Thomas
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Hallo lieber Thomas,
Einfahrtsmarken aus Blei sind mir noch nicht bekannt gewesen. Die Plombe ist aus massiven Blei und denke das diese eher zum Verplomben einer Ware oder Post diente.
Historischer Bergbau in Nordhessen : Braunkohle, Ton und Alaun
Könnte aus diesem Umfeld stammen ??
Liebe Grüße und Danke
Frank
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Natürlich auch möglich. Wie groß ist die Plombe denn eigentlich ?
In Nordhessen gab es durchaus noch mehr Bergbau,zum Beispiel einen recht bedeuteden Manganbergbau in Hohenkirchen.
Glück Auf
Thomas
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Da findet sich PORT, möglicherweise sogar PORTL ...
Das würde für mich auf keinen "echten" Bergbau hinweisen, sondern auf Portland Zement.
Aus Wikipedia:
Die Namensgebung für den damals erfundenen Zement geht auf den englischen Maurer und Bauunternehmer Joseph Aspdin zurück. Der reichte 1824 das Patent für ein neues Bindemittel ein, das er hergestellt hatte, indem er Ton und Kalk gemischt und dann zusammen erhitzt hatte. Das Ergebnis nannte er Portlandzement.
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Nach Kontrastverstärkung des Bildes lese ich da von links nach rechts herum :
I (oder römisch I)...TH.I (oder römisch I)...PORTI. (? auj jeden Fall ist der letzte Buchstabe kein L)
Man sollte vielleicht mal einen Archäologen konsultieren. Römische Münze ?
Glück Auf
Thomas
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naja - ob die Römer Schägel und Eisen in der Form darstellten? Laut Wiki eher ab dem 16 Jahrhundert.
LG
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Hallo an Alle,
von Kassel bis zur "PORT" a Westfalica ist es gar nicht soweit.....
und dort gab (gibt?) es auch Bergbau.
Vielleicht ein Ansatzpunkt?????????????? ???
gruss aus de palz
Robert
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Hallo Ihr lieben,
danke für Eure Anregungen und Hinweise !! Das Stück hat einen Durchmesser von 20mm.
Glück Auf
Frank
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hallo Frank,
ich weiß leider auch nicht, wo das Teil hingehört, hätte aber eine Idee:
Könntest Du bitte mal nachschauen, ob hier im Bereich der roten Linie vielleicht ein kleines Loch o.Ä. vorhanden ist?
Oder ein Drahtüberrest?
Vielleicht hat man da etwas verplombt damit, wie man z.B. Stromzähler mit flachen Bleiplomben verplombt.
Grüße
Axel
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Früher wurde alles mögliche verplombt zum Bsp. Waren die irgendwelche Händler transportiert haben ,damals als alle 3 km ein neues Fürstentum anfing/aufhörte .Könnte ne Steuerplombe sein (Steuermarke )sein oder als Beweis das man Wege/Brückenzoll gezahlt hat ,Sondengänger kennen sich damit aus .
https://metalldetektorenvergleich.de/was-sind-bleiplomben/
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Hallo,
auffällig ist die recht ungewöhnliche Darstellung des Schlegel und Eisen-Symbols abweichend von der üblichen Weise (Schlegel nach links und Eisen nach rechts wobei die Spitze des Eisens nach aussen zeigt).
Ansonsten schließe ich mich der Meinung von Robert L. (pseudonym) an.
Bezüglich des Alters denke ich frühestens an das 18. Jahrhundert.
Auf jeden Fall ein schöner und interessanter Fund.
Gruß und Glück auf!
Uwe