Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Aufbewahrung, Präsentation / Presentation, Keeping => Thema gestartet von: Stonebrother am 08 Mar 21, 10:30

Titel: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Stonebrother am 08 Mar 21, 10:30
Hallo zusammen,
Ich bin gerade dabei eine Vitrine mit hochwertigeren Exponaten zu bestücken.
Ich würde da gerne eine 20 cm breite Realgarstufe aus der Shimen Mine/Hunan/ China mit sehr schönen Kristallen einfügen. Leider habe ich da bisschen Bauchschmerzen dabei.
Bekanntlicher weise wandelt sich ja Realgar bei UV Einstrahlung in Auripigment um.
Kann man die an einem schattigen Platz gefahrlos ausstellen?
Ich habe die schon seit 12 Jahren in einem Karton im Keller und finde dass echt schade das Sie ihr Dasein im dunkeln fristen muss.
Wie lagert bzw. präsentiert Ihr solche Stücke?
Gruß Stefan
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 08 Mar 21, 11:12
Hoi

schau auch mal hier:
https://www.mindat.org/mesg-500513.html (https://www.mindat.org/mesg-500513.html)

https://www.mindat.org/mesg-200673.html (https://www.mindat.org/mesg-200673.html)
daraus ein Zitat von Alfredo Petrov:

"A bit off-topic: Experiments have shown that it is mainly the green wavelengths of light that destroy realgar's structure and turn it into pararealgar. So, if your realgar display case were illuminated with just red light, the realgars would survive much longer!"

Gruß, Martin (der dazu auch nicht wirklich eine gute Antwort hat :-/  )

EDIT:
Hm, es scheint das Sauerstoff eine Rolle spielt - und evtl der Ausschluß von Sauerstoff Realgar stabilisiert. Also ein gasdichtes Gefäß mit SChutzgas (N2 oder Ar) und darin den Realgar aufbewahren... Siehe Beiträge von Gareth Evans in "Getting real with realgar"
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Manfred Früchtl am 08 Mar 21, 11:16
Hallo Stefan,
ich habe auch so eine Stufe. Ich hatte die Absichtlich in einer dunklen Ecke in einer Vitrine stehen.
Nicht direkt der Sonne aber dem Tagelicht ausgesetzt.
Auf der Stufe waren Calcit und Pikropharmakolith, des halb habe ich sie aufgehoben.
Nach nunmehr 20 Jahren habe ich die Stufe zerkleinert und nur den Teil mit Pikropharmakolith aufgehoben, in einer Dose untergebracht.
Von den Realgarkristallen blieb nicht viel übrig, orangegelbes Pulver und Reste wo die Kristalle mal waren.
Also in einem dunklen Schrankfach aufbewahren und nur ab und zu anschauen.
Aus den Sammlerinfos zu Realgar hier: Realgar zerfällt bei Tageslicht langsam in ein gelbliches Pulver, das nicht das lange Zeit angenommene Auripigment ist. Es handelt sich hierbei um die selbstständige Mineralart namens Pararealgar. Realgar stets im Dunkeln aufbewahren! Dieses Mineral ist sehr giftig (arsenhaltig) und keineswegs für Kinderhände geeignet. Bei der Umwandlung von Realgar entsteht u.a. auch Auripigment.

Gruß Manfred
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: limbacher am 08 Mar 21, 12:35
Ich habe eine Realgar Stufe vor Jahren in eine Plastikdose vollkommen lichtundurchlässig untergebracht und außen ein Foto der Stufe aufgeklebt.
Die Stufe ist noch super erhalten und durch das Foto weiß jeder wie sie aussieht.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Philip Blümner am 08 Mar 21, 17:37
Kann es sein, dass Realgare fundortabhängig mal schnell, mal weniger schnell sich zersetzen? Oder liegt es an der Neuheit des Fundes und der damit verbundenen, im Vergleich zu älteren Funden, Dauer der Aussetzung an Sauerstoff und Tageslicht?

Angeblich seien ja die 2005er Realgarfunde aus Rumänien lichtstabiler, was ich aber für einen Verkaufstrick halte.
Ich selbst habe in meiner Sulfidsammlung deswegen keinen Realgar, um seinetwillen. Vereinzelt als Begleitmineral.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Stonebrother am 08 Mar 21, 22:21
Also kann man abschließend sagen, das Realgar unter Sauerstoff und Tageslicht langsam zerfällt.
Bei Sonneneinstrahlung wird der Prozess extrem beschleunigt.
Das ist wirklich sehr schade  :-[

@Manfred Früchtl: Da blutet einem doch das Herz wenn da nur noch orange gelber Staub übrig ist.
Ich werde meine wohl dann im dunkelen belassen, damit die nicht das gleiche Schicksal ereilt.

Danke an alle
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: alfredo am 08 Mar 21, 23:36
Da Realgar und Pararealgar die gleiche chemische Zusammensetzung haben, die sich nur in ihrer Struktur unterscheidet, und keiner von ihnen Sauerstoff enthält, fällt es mir schwer zu glauben, dass Sauerstoff mit dieser lichtempfindliche Veränderung etwas zu tun hat.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: michaelh am 09 Mar 21, 09:21
Kann es sein, dass Realgare fundortabhängig mal schnell, mal weniger schnell sich zersetzen? Oder liegt es an der Neuheit des Fundes und der damit verbundenen, im Vergleich zu älteren Funden, Dauer der Aussetzung an Sauerstoff und Tageslicht?

Angeblich seien ja die 2005er Realgarfunde aus Rumänien lichtstabiler, was ich aber für einen Verkaufstrick halte.
Ich selbst habe in meiner Sulfidsammlung deswegen keinen Realgar, um seinetwillen. Vereinzelt als Begleitmineral.

Da kann theortisch schon was dran sein. Mein Realgar aus Rumänien war ca. 10 Jahre im dunkeln gelagert und weiter 5 Jahre lichtgeschützt ohne direkte Einstrahlung. Bis dato sind keinerlei Umwandlungserscheinungen zu erkennen. Möglicherweise würde dies, unter den gleichen Lagerumständen auch für Realgare von anderen Fundstellen gelten, aber dazu fehlt mir der Vergleich
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 09 Mar 21, 11:47
Hallo Alfredo

schön, dass Du Dich hier persönlich zu Wort meldest! Im Mindat-thread hattest Du ja auch schon Deine Zweifel angebracht, dass Sauerstoff beteiligt ist... Andererseits schrieb Gareth Evans dort (https://www.mindat.org/mesg-500513.html (https://www.mindat.org/mesg-500513.html) 29th Dec 2019 21:05 UTC)"I was referring to a study that indicated oxygen was the main catalyst in the transformation of Realgar to pararealgar. If this is observation is valid then we have a solution to the problem of displaying Realgar. The study also claimed that Realgar under an atmosphere of nitrogen showed no signs of alteration after two weeks of being exposed to a strong source of light. Interesting!"

Gibt es da vielleicht schon Rechnungen, die den Energieunterschied zwischen Realgar und Pararealgar beschreiben (ich hab  selber noch nicht gesucht)? Reicht grünes Licht (etwa 2.3eV) allein aus - oder wirkt  da am Ende doch katalytisch Sauerstoff mit?
Mir selber scheint es (muss mich aber nochmals durch die Artikel lesen) dass Defekte (an der Licht-getriebenen Umwandlung - nicht an thermischen Phasenübergängen) beteiligt sein könnten. Das würde dann vielleicht auf ein fundortabhängiges Verhalten hindeuten... Gibt es dazu Information?

Grüße, Martin

P.S:
Noch Literatur aus https://www.mindat.org/mesg-200673.html, von K.Compton genannt:

Trentelman, K., Stodulski, L., Pavlosky, M. (1996) Characterization of Pararealgar and Other Light Induced Transformation Products from Realgar by Raman Microspectroscopy. Analytical Chemistry 68(10) 1755-1761.

Jovanovski, G., Makreski, P. (2020) Intriguing minerals: photoinduced solid-state transition of realgar to pararealgar—direct atomic scale observation and visualization. ChemTexts 6(5).

http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/realgar.htm

Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 09 Mar 21, 12:34
Literatur:
Douglass, D. L., Shing, C., & Wang, G. (1992). The light-induced alteration of realgar to pararealgar. American Mineralogist, 77(11-12), 1266-1274. (www.minsocam.org/ammin/AM77/AM77_1266.pdf)

Macchia, A., Campanella, L., Gazzoli, D., Gravagna, E., Maras, A., Nunziante, S., ... & Roscioli, G. (2013). Realgar and light. Procedia Chemistry, 8, 185-193. (.pdf via https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1876619613000259)

Bonazzi, P., Menchetti, S., Pratesi, G., Muniz-Miranda, M., & Sbrana, G. (1996). Light-induced variations in realgar and beta-As 4 S 4; X-ray diffraction and Raman studies. American Mineralogist, 81(7-8), 874-880.

Ballirano, P., & Maras, A. (2006). In-situ X-ray transmission powder diffraction study of the kinetics of the light induced alteration of realgar (α-As4S4). European Journal of Mineralogy, 18(5), 589-599.

Bonazzi, P., & Bindi, L. (2008). A crystallographic review of arsenic sulfides: effects of chemical variations and changes induced by exposure to light. Zeitschrift für Kristallographie-Crystalline Materials, 223(01-02), 132-147.

Feneis, C., & Steinbach, S. (2018). Untersuchungen zur Lichtschädigung an mineralischen Pigmenten–Farben im Laufe der Zeit. Bauphysik, 40(4), 214-219.

Bindi, L., & Bonazzi, P. (2007). Light-induced alteration of arsenic sulfides: A new product with an orthorhombic crystal structure. American mineralogist, 92(4), 617-620.

Pratesi, G., & Zoppi, M. (2015). An insight into the inverse transformation of realgar altered by light. American Mineralogist, 100(5-6), 1222-1229.

Bullen, H. A., Dorko, M. J., Oman, J. K., & Garrett, S. J. (2003). Valence and core-level binding energy shifts in realgar (As4S4) and pararealgar (As4S4) arsenic sulfides. Surface Science, 531(3), 319-328.

Naumov, P., Makreski, P., & Jovanovski, G. (2007). Direct atomic scale observation of linkage isomerization of As4S4 clusters during the photoinduced transition of realgar to pararealgar. Inorganic Chemistry, 46(25), 10624-10631.

Kyono, A., Kimata, M., & Hatta, T. (2005). Light-induced degradation dynamics in realgar: in situ structural investigation using single-crystal X-ray diffraction study and X-ray photoelectron spectroscopy. American Mineralogist, 90(10), 1563-1570.

KYONO, A. (2007). Light-Induced Phase Transformation Mechanism from Realgar to Pararealgar. Nihon Kessho Gakkaishi, 49(6), 321-327.

Zoppi, M., & Pratesi, G. (2012). The dual behavior of the β-As4S4 altered by light. American Mineralogist, 97(5-6), 890-896.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 09 Mar 21, 12:37
... nochmal

Zoppi (2012) beschreibt, dass zusätzlich zu Licht und Temperatur die Umwelt (Luft vs. Alkohol) die thermodynamischen Pfade beeinflußt und zu unterschiedlich Produkten führt.

Zoppi, M., & Pratesi, G. (2012). The dual behavior of the β-As4S4 altered by light. American Mineralogist, 97(5-6), 890-896.

...
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 09 Mar 21, 20:12
und...

Giovanni Pratesi and Matteo Zoppi: An insight into the inverse transformation of realgar altered by light. American Mineralogist, v. 100, no. 5-6 (2015) S. 1222-1229.

Leider habe ich da kein pdf gefunden. Kann mir das jemand zukommen lassen? Wäre nett...

Gruß, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Fabian99 am 09 Mar 21, 21:34
https://www.researchgate.net/publication/276465292_An_insight_into_the_inverse_transformation_of_realgar_altered_by_light

auf Anfrage ;-)

LG

Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 15 Jun 21, 01:48
Moin

Ob ein Kristall (hier Realgar) im Licht stabil bleibt oder nicht liegt auch daran, wie gut dieser Auskristallisiert ist bzw. wieviele Gitterdefekte dieser enthält: Ein Kristall mit vielen Gitterdefekten wird immer schneller zerfallen als einer mit wenigen. Eine bestätigende Beobachtung habe ich mit Chlorargyrit gemacht: Während gut ausgebildete, transparente Chlorargyritkristalle durchaus längere Zeit dem Licht ausgesetzt werden konnten ohne sich merklich zu verfärben, sind schlechter ausgebildete Kristalle oder polykristalline Krusten vergleichsweise schnell dunkelgrau geworden. Als Vergleichmaterial hatte ich bromhaltigen Chlorargyrit von Helgoland, alle zur selben Zeit im selben Brocken gefunden.
Von daher ist es schon plausibel, das es stabilere Realgare gibt und weniger stabile. Allerdings, und das bleibt immer Fazit, egal ob Realgar oder Chlorargyrit, egal ob perfekt auskristallisiert oder polykristallines Gemenge, diese Minerale sind im Licht instabil und wenn man lange Freude an ihnen haben will, muss man sie - leider - im Dunkel aufbewahren.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: vandendrieschen am 15 Jun 21, 12:33

Da kann theortisch schon was dran sein. Mein Realgar aus Rumänien war ca. 10 Jahre im dunkeln gelagert und weiter 5 Jahre lichtgeschützt ohne direkte Einstrahlung. Bis dato sind keinerlei Umwandlungserscheinungen zu erkennen.
Vielleicht ist deins ein Getchelit. Der zerfällt meines Wissens nicht. Oder zumindest nicht so schnell in Menschenjahren.

Ansonsten halte ich es mit solchen Stufen wie mit allem im Leben. Alles ist vergänglich und einfach ausstellen und sich daran erfreuen.
Alles andere wäre quatsch, wenn man unbedingt sowas sammeln will. (ist wie mit radioaktiven Mineralien im Keller. Ich will ja nicht ständig irgendwas öffnen, was ich sonst nicht sehe).
Da meine Mineralien in meiner Vitrine eher dunkel stehen und ich kein Licht drin habe, wäre der Umwandlungsprozess auch deutlich langsamer. bei solchen Mineralien. Wobei 20, 40 Jahre auch eine Lange Zeit sind. Und wenn der Realgar erst nach 50 Jahren sich umwandelt hat, ist das eben so. Einfach ein Foto vom Original Zustand der Stufe machen und daneben aufstellen und schon hat man, wies aussah und wie er heute (oder in 90 Jahren) aussieht, fertig. Hat doch auch was. Sonst ist die einzige Lösung noch, Dose schwarz lackieren und sich einen "hässlichen" schwarzen Würfel hinstellen. Da brauchste aber auch gleich nur noch das Foto aufzustellen.  ::)

Viele Grüße
Jule
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Stronkolo am 15 Jun 21, 17:48

Getchellit wurde dort noch nicht gefunden....
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 15 Jun 21, 22:57
Ansonsten halte ich es mit solchen Stufen wie mit allem im Leben. Alles ist vergänglich und einfach ausstellen und sich daran erfreuen.
Alles andere wäre quatsch, wenn man unbedingt sowas sammeln will. (ist wie mit radioaktiven Mineralien im Keller. Ich will ja nicht ständig irgendwas öffnen, was ich sonst nicht sehe).
Da meine Mineralien in meiner Vitrine eher dunkel stehen und ich kein Licht drin habe, wäre der Umwandlungsprozess auch deutlich langsamer. bei solchen Mineralien. Wobei 20, 40 Jahre auch eine Lange Zeit sind. Und wenn der Realgar erst nach 50 Jahren sich umwandelt hat, ist das eben so. Einfach ein Foto vom Original Zustand der Stufe machen und daneben aufstellen und schon hat man, wies aussah und wie er heute (oder in 90 Jahren) aussieht, fertig. Hat doch auch was. Sonst ist die einzige Lösung noch, Dose schwarz lackieren und sich einen "hässlichen" schwarzen Würfel hinstellen. Da brauchste aber auch gleich nur noch das Foto aufzustellen.  ::)

Viele Grüße
Jule

Ist auch meine Einstellung zu dem Thema. Allerdings muß ich gestehen, das ich damit nicht so gut fahre, da sich meine Realgare, obwohl ähnlich wie bei Dir gelagert (also in der Vitrine ohne direktes Licht, aber in einem normalen Wohnraum) nun im Laufe der Jahre (~20) mit einer feinen gelblichen Schicht überzogen haben. Dabei hat es die chinesischen Realgare schlimmer erwischt als die Rumänischen. Für mich lohnt es sich jetzt nicht mehr, die noch ins Dunkle zu verfrachten, aber jeder sollte sich gut überlegen, ob er seine - zum Teil - teuer bezahlten Schätze "vergammeln" lassen möchte. Ich würde es heute anders machen  :'(
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: vandendrieschen am 16 Jun 21, 00:19
Ich habe Realgar nur als Micromount für meine Systematik und die stehen eh im Sammelkasten. Arsen ist sonst nicht mein Sammelgebiet. Es war nur ein Vorschlag, wie ich vorgehen würde, wenn ich die Absicht hätte eine Realgarstufe zu kaufen. Mein Pararealgar mit Auripigment sieht trotzdem schön aus. Wenn die xx mit Sauerstoff reagieren, könnte man die ja noch mit Haarlack abdichten, oder in flüssiges Epoxidharz tauchen und aushärten lassen.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: loparit am 16 Jun 21, 09:21
Ich hatte von dem rumänischen Fund mehrere Kisten Material gekauft und habe tatsächlich Stücke normal in die Vitrine gelegt um zu schauen wie schnell es geht bis diese deutliche Anzeichen der Umwandlung zeigen.
Die Stücke waren nicht dem direkten Sonnenlicht (also gegenüber einem Fenster oder so) ausgesetzt. Bereits nach zwei Jahren war eine deutliche Farbveränderung zu sehen.
Die Stücke die ich in einem Lichtdichten Karton aufbewahre, sind heute noch wie am ersten Tag oder sagen wir mal fast so :-)

Gruß
Edgar Müller  -loparit-
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: vandendrieschen am 16 Jun 21, 10:02
Bereits nach zwei Jahren war eine deutliche Farbveränderung zu sehen.
Dann ist die bessere Lösung, sich preiswerte Realgar Stufen zu kaufen und die immer mal wieder nach paar Jahren zu ersetzen. (Was sollen Aquarianer sagen? ;) ).

Die Stücke die ich in einem Lichtdichten Karton aufbewahre, sind heute noch wie am ersten Tag oder sagen wir mal fast so :-)
Es gibt doch UV Abdunklungsfolie, von der man von der einen Seite aus dem Fenster gucken kann und von der anderen Seite nicht rein gucken kann. Wenn man die nun seitenverkehrt(mit der dunkeln Seite nach innen) um eine (oder ist es dann auf der Innenseite?) Dose beklebt, sollte doch weniger UV Strahlung durchdringen und man kann sich die Stufe trotzdem noch halbwegs gut angucken. Das wäre zumindest sinnvoller als ein Karton. Da sie beim rausholen und angucken der Sonne eh wieder ausgesetzt ist.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: smaragd123 am 16 Jun 21, 13:03
Gibt mittlerweile auch UV-Folie die komplett durchsichtig ist. Weiß nicht genau wie es sich da mit dem Realgar verhält, aber andere UV empfindliche Mineralien kann man damit gut schützen.

Grüße Noah
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 16 Jun 21, 13:08
Hallo zusammen,

muss ich nochmlas lesen, aber mir ist im Gedächtnis geblieben, dass Realgar wohl eher blau-grün empfindlich ist, als UV.
Allerdings muss ich mir die Literatur dazu (siehe mein Post weiter oben) nochmlas durchlesen. Kann dann (falls gewünscht) auch versuchen das hier ausführlicher darzustellen.

Gruß, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 17 Jun 21, 00:23
Moin

Also das der Realgar mit dem Luftsauerstoff unter gewöhnlichen Sammlungsbedingungen ohne Lichteinwirkung reagiert, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es könnte jedoch sein, das parallel zur Veränderung durch Licht auch eine Reaktion mit dem Luftsauerstoff stattfindet. Es ist sogar recht wahrscheinlich, das dem so ist, z.B. irgendwelche Bindungen an der Kristalloberfläche, die durch das Licht aufbrechen und wo sich die entstehenden Radikale mit dem Luftsauerstoff absättigen. Das müsste man - sofern es nicht schon jemand getan hat - mal ausführlich untersuchen: Realgar mit Licht unter Luftabschluß, Realgar mit Licht und Luft, Realgar mit Luft aber ohne Licht etc.. In meinen Augen spricht schon die Aussage von Edgar dafür, das Luft dem Realgar nicht weiter schadet.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: vandendrieschen am 17 Jun 21, 01:16
Es scheint dafür keine dauerhafte und zufriedenstellende Lösung zu geben. Man muss sich wohl damit abfinden, dass dieses Mineral ein Lebenszyklus hat, wenn man sich sowas in die Vitrine stellen möchte. Das gelbe Auripigment Pulver kann man aber abstreichen. Das hat mir auch so ähnlich ein Verkäufer auf einer Börse gesagt, wenn man den Realgar wieder schön rot haben möchte.

https://www.mindat.org/mesg-324751.html (https://www.mindat.org/mesg-324751.html)

Zitat
Same as Realgar, it's only light of 500–670 nm that causes degradation. 530-560 is reported to be the most damaging. These two publications are interesting reading in that respect: Amer. Min. 77 (1992) 1266 and Herit. Sci. 4 (2016) 10. So in theory having a filter for that green light would help, but it's not really practical.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 17 Jun 21, 07:35
Hallo zusammen

meiner Erinnerung nach wurden genau solche Experimente gemacht - spektral aufgelöst und unter Schutzgas, Luft, Feuchtigkeit (?) Vakuum (?) - bei den letzten beiden traue ich meiner Erinnerung nur bedingt. Die Aussage "grünes bis gelbes licht 530-580 nm) muss man mit Vorsicht genießen - da war wohl der Effekt am stärksten, aber bei anderen Wellenlängen geht auch was. Wie gesagt, wenn ich Zeit habe, arbeite ich mich nochmal durch die Literatur.

Grüße, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 19 Jun 21, 00:13
Moin

Grünes bis gelbes Licht ist natürlich äußerst suboptimal für Exponate in einer Vitrine. Da muss man sich dann doch mit der lichtdichten Schublade und gelegentlichem Ergötzen zufriedengeben. Ich wäre übrigens sehr an der Literatur interessiert!

@Jule: Das man das gelbe Pulver (übriges ist das Pararealgar, hat wir oben schon) runterputzen kann mag richtig sein, ggf. bringt das auch das eine oder andere mal noch etwas, nur irgendwann werden die Kristalle matt erscheinen, da die Oberfläche permanent angegriffen wird. Naja, nix ist für die Ewigkeit. Wäre nur schön, wenn wenigstens ich mich in meinen Lebenstagen dran erfreuen kann. Und wenn meine Erben - sofern sie daran Interesse/Freude haben - auch noch was davon haben, wäre natürlich auch nicht schlecht...
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: alfredo am 19 Jun 21, 01:04
Realgar sieht sehr gut aus unter rote Licht, und das schadet ihn nicht.   ;D
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 20 Jun 21, 12:25
Hallo zusammen

Hier eine kleine Zusammenfassung dessen, was ich in der Literatur gefunden habe.


Der Übergang Realgar->Pararealgar in Abhängigkeit von der Wellenlänge wurde untersucht an natürlichem (Getchell mine, Sacramb (Nagyag) und Hunan) sowie an synthetischem Realgar ohne und mit 2 mol% Sb  (1).
Die Autoren zeigten, dass weder UV noch IR in der Lage waren, diesen Übergang auszulösen:
„A UV-IR pass filter was used initially. This filter blocked out all of the visible spectrum and passed both UV and IR. No transformation occurred after two weeks. This result clearly showed that wavelengths in the visible spectrum were required." (1)
Die Autoren schlußfolgern aus ihren Experimenten, dass Licht einer Wellenlänge im Bereich 500nm- >610 nm in der Lage ist, den Übergang Realgar->Pararealgar auszulösen. Hierbei merken sie an, dass Realgar ab rund 575 m kaum noch absorbiert und der lichtinduzierte Übergang wegen der geringeren deponierten Energie oberhalb dieser 575 nm deutlich länger braucht. Interessanterweise spielte Sb dabei keinerlei Rolle.
Zudem finden die Autoren ein Zwischenphase sowie eine gewissen Reversibilität bei erhöhten Temperaturen.
Die Untersuchungen fanden allerdings in Standardatmosphäre statt, ein möglicher Einfluss von Sauerstoff oder Wasser wurde nicht betrachtet.

Pratesi und Zoppi (2) zeichnen ein deutlich komplexeres Bild. Sie untersuchen die lichtinduzierte Transformation von Realgar und Beta-As4S4 an Luft und in Alkohol, sowie die Weiterreaktion bei Wärmeeinwirkung.
An Luft verwandelt sich durch die Lichteinwirkung Realgar in eine Mischung aus Pararealgar, amorphem Arsenolith und Uzonit, was die Autoren über die Formel 9As4S4 + 3O2 → 7As4S4 + 4AsS2 + 2As2O3. beschreiben (2). Unter Alkohol, d.h. unter Ausschluss von Luftsauerstoff, geht Realgar in amorphen Pararealgar über. Diesen Unterschied verknüpfen die Autoren mit der fehlenden Wirkung von Sauerstoff.

Bindi et al (3) zeigen die Möglichkeit auf, wie durch die Präsenz von Sauerstoff die lichtinduzierte Umordnung von Schwefelatomen auch zum Übergang Realgar->Pararealgar beitragen könnte, wobei eben auch Arsenolith entsteht. Dabei wäre eine Reaktion des Typs 5As4S4 + 3O2 → 4As4S5 + 2 As2O3 involviert.

Fazit:

(i) Licht im Wellenlängenbereich 500 nm bis mindestens 610nm (vorallem im Bereich 500 nm-575nm) induziert die Transformation von Realgar.
(ii) An Luft geht Realgar unter Lichteinfluß in eine Mischung aus Pararealgar, Arsenolith und Uzonit über, unter Luftabschluss in
Pararealgar.

 

(1) Douglass, D. L., Shing, C., & Wang, G. (1992). The light-induced alteration of realgar to pararealgar. American Mineralogist, 77(11-12), 1266-1274. (www.minsocam.org/ammin/AM77/AM77_1266.pdf); Artikel (http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/realgar.htm)

(2) Pratesi, G., & Zoppi, M. (2015). An insight into the inverse transformation of realgar altered by light. American Mineralogist, 100(5-6), 1222-1229.

(3) Bindi, L., Popova, V., & Bonazzi, P. (2003). Uzonite, As4S5, from the type locality: single-crystal X-ray study and effects of exposure to light. The Canadian Mineralogist, 41(6), 1463-1468.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Klaus Schäfer am 20 Jun 21, 14:52
Hallo Freunde des "Rauschrot",

Die Mineralienfundstelle Lengenbach bietet des Öfteren die Gelegenheit, Realgar zu sammeln. Bei meinen Sammlungsstücken, die ich alle in Schubladen aufbewahre, konnte ich folgende Beobachtungen machen:

1. Die Bildung von Arsenolith kann vor dem Zersetzen zu Pararealgar und Uzonit erfolgen, oder wenn zeitgleich, kann mehr Arsenolith als Pararealgar gebildet werden.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1604834849.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1604834849.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1462257416.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1462257416.jpg)

2. Die strukturelle Homogenität scheint eine entscheidende Bedeutung für die Resilienz der jeweiligen Realgarkristalle zu sein. Es gibt Realgare vom Lengenbach mit einer sehr unregelmäßigen Oberfläche, die sich recht schnell mit einem gelben Pelz überziehen. Bei anderen, eher glatten Kristallen, geht die Umwandlung von Brüchen und Sprüngen aus. Gut kristallisierte Realgare schein deutlich stabiler zu sein.


(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1611567361.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1611567361.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1605545393.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1605545393.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1460615168.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1460615168.jpg)

3. In Quarzkristallen von der Grube Lengenbach bleibt Realgar als Einschlussmineral unverändert erhalten. Die gelben Phasen im Quarz sind amorphe Arsensulfidgläser.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1605635520.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1605635520.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1624193808.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1624193808.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1624193837.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1624193837.jpg)
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 20 Jun 21, 18:48
Hoi Klaus,

Den Einfluss von Licht und Sauerstoff hatte ich oben versucht zu beschreiben - Du fügst Beobachtungen zur Resilienz dazu, Merci vielmals!

In der von mir genannten Literatur wird Realgar von der Mina Alacrán/Chile erwähnt, der angeblich stabil sein soll. Die zugehörige Veröffentlichung ist

Clark, A.H. (1970) Alpha-arsenic sulfide from Mina Alacrán, Pampa Larga, Chile. American Mineralogist, 55, 1338-1344.

EDIT: Wie Uwe unten anmerkt, ist das von Clark angeführte Mineral jetzt Alacránit! (Dankesehr!).


Gibt es denn noch weitere Beobachtungen dazu?

Grüße, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 20 Jun 21, 19:00
> Clark, A.H. (1970) Alpha-arsenic sulfide from Mina Alacrán, Pampa Larga, Chile. American Mineralogist, 55, 1338-1344.

Daraus wurde später Alacránit.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 20 Jun 21, 19:02
Danke - sehr gut! Das erklärt mir einiges!
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 21 Jun 21, 17:33
Hallo zusammen

Zur Wirkung von Sauerstoff gibt es ein Modell, wonach im initialen Schritt durch Licht (500 nm -  710 nm) und der Präsenz von Sauerstoff eine  dann selbsterhaltende Reaktionskette gestartet wird, die schließlich über Uzonit und mit Arsenolit als Nebenprodukt zu Pararealgar führt (übernommen aus 4).

Die Licht (hν) getriebenen Schritte sind:

(i)    5 As4S4 (Realgar) + 3O2 + hν -> 4 As4S5 (Uzonit) + 2 As2O3 (Arsenolith)
(ii)    As4S5 (Uzonit)->As4S4 (Pararealgar) + S

Hier geht Sauerstoff ein und der Schwefel wird frei, der zur selbsterhaltenden Reaktion führt. Daneben entsteht Arsenolith.
Die selbsterhaltende Weiterreaktion wird beschrieben durch ein zyklisches Reaktionspaar

(iii)  As4S4 (Realgar) +S -> As4S5 (Uzonit)
(iv)  As4S5 (Uzonit) -> As4S4 (Pararealgar) + S

In Summe bedeutet dies, dass durch Licht und die Präsenz von Sauerstoff die Reaktion initiiert wird, und dann aber fortschreitet (4). Hierbei sehe ich durchaus den von Klaus und anderen gezeigten bzw. angesprochenen Einfluss der Kristallqualität. Ein hochgeordneter Kristall wird nur an der Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt kommen, und dort die Reaktion starten. Das führt dann zu einem entfernbaren Überzug mit Pararealgar und Arsenolith. Liegt ein Aggregat vor oder kann Sauerstoff durch die große (interne?) Oberfläche eines polykristallinen Gebildes oder durch andere Mechanismen weit ins innere eine Kristallaggregats eindringen, so wird dann auch dort die Reaktion photokatalytisch gestartet - das Material zerfällt "von innen" zu Pararealgar.

Für die Konservierung bedeutet das:
-Sauerstoffabschluss (damit zumindest die Reaktion nicht immer wieder von neuem gestartet wird, wenn wieder frische Realgar exponiert wird)
und
-Lichtausschluss. Da der sensitive Bereich türkis bis tiefrot umfasst (also insbesondere den Bereich um gelb, in dem unsere Auge besonders gut sehen; vgl auch Spektrum (https://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetisches_Spektrum)), ist gefiltertes Licht zur Betrachtung keine Option: Unter blauem Licht sieht Realgar - nun ja  - nicht interessant aus....
Also: in eine dunkle Box und nur kurz anschauen.



(4) Jovanovski, G., & Makreski, P. (2020). Intriguing minerals: photoinduced solid-state transition of realgar to pararealgar—direct atomic scale observation and visualization. ChemTexts, 6(1), 1-14.


Grüße, Martin

P.S.
Da fällt mir nochwas ein. Ist der Strich von Realgar wirklich gelborange? Oder passiert beim Abreiben genau die Transformation zu Pararealgar, wobei evtl. die Energie durch die Reibung zugeführt wird und Sauerstoff typischerweise präsent ist? Was passiert, wenn man Realgar in Öl (? Vorsicht - die Frabe kann dann auch anders erscheinen) zerreibt?
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Haubi am 21 Jun 21, 18:12
Tach jesacht,

dieses interessante Thema hat mich heute zu einem Fotovergleich animiert:

unten abgebildet eines meiner Realgar-Thumbnails von der Shimen Mine in China, erworben im Frühjahr 1993 auf einer Mineralienbörse habe ich dazumal das Stück umgehend in eine mit schwarzem Karton ausgekleidete Jousibox eingedost. Gelegentlich ans Licht geholt und unterm Bino betrachtet blieb es seitdem meist in diesem dunklen Milieu. Im Jahr 2013 habe ich es erstmalig fotografiert und zum Vergleich heute in 2021 nochmals etwa in der gleichen Ansicht. Mir fallen keine signifikanten Zerfallsschäden auf. Ich habe auch eine historische Realgarstufe aus den 1920er Jahren aus Nagyag/Rumänien, die sich wacker hält und nicht ans verwittern denkt. Möge es so bleiben...
Der chinesische Realgar ist ca. 15x15mm groß, der größte Kristall misst 1cm.

Glückauf von Haubi
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 21 Jun 21, 18:50
Da fällt mir nochwas ein. Ist der Strich von Realgar wirklich gelborange? Oder passiert beim Abreiben genau die Transformation zu Pararealgar, wobei evtl. die Energie durch die Reibung zugeführt wird und Sauerstpoff typischerweise präsent ist? Was passiert, wenn man Realgar in Öl (? Vorsicht - die Frabe kann dann auch anders erscheinen) zerreibt?

Gerade hab ich es mit Realgar in Silikonöl versucht. Der Strich ist auch gelborange.

Gruß, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 21 Jun 21, 21:23
Hallo Uwe,

da hat sich nichts getan in den Jahren seit 2013. Die Kristalle sind auch gut ausgebildet. Ich selber habe rumänischen Realgar, gekauft vor drei Jahren. Da sieht man schon deutliche Spuren, und das obwohl das Stück bei mir immer dunkel in einem Schrank gelagert war und ich es nicht oft ans Licht geholt habe.

Grüße, Martin
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 22 Jun 21, 20:26
Moin Martin

Ich denke, das Fazit, welches Du gezogen hast, ist schon sehr gut ausformuliert. Die Beschreibungen hier decken sich auch mit meinen Beobachtungen. Vielen Dank für die vielen Literaturlinks.
Ich denke auch, das die "innere Oberfläche", also z.B. Korngrenzen, Risse, Inklusen etc. eine wichtige Rolle spielen, da sie die Angriffsfläche vergrößen. Neben Realgar und den oben erwähnten Chlorargyrit habe ich auch regelmäßig die Beobachtung gemacht, das Markasitknollen aus dem Mergelgruben hier rund um Hannover besonders instabil sind, wenn sie sehr feinkörnig ausgebildet sind. Je gröber die Markasitkristalle, desto länger und besser halten sich die Stücke. Natürlich darf man hier nur Knollen aus einer Grube miteinander vergleichen, da es generell große Unterschiede in der Stabilität von Fundstelle zu Fundstelle gibt (Misburger und Wunstorf-Kolenfelder ziemlich stabil, Höveraner lässt man besser gleich in der Grube liegen - spart die Schlepperei).
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Tycho88 am 22 Jun 21, 22:26
Hallo Markus

>>...Höveraner... << Gehört die Kreidemergelgrube Höver zu Holcim, wo es Sammlertage gibt ??

Bei uns oben gibt es bei Itzehöhe eine Kreidegrube/Holcim wo man zu bestimmten Tagen rein darf
Auf der Fahrt in die kalte Heimat fahre ich immer daran vorbei, ( wo bei ich glaube das ich  da vonder A7 auf ne andere Grube schaue)
Also der dortige Pyrit/Markasit ist dort nicht sammelwürdig ??

Gruß Chris

P.S. Sorry, wenn mein Beitrag gerade von der Thematik abschweift
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: cmd.powell am 23 Jun 21, 19:28
Moin Chris

Puh, ich war jetzt zugegeben schon ewig nicht mehr in Höver. Aber es ist leider wirklich so, das die Markasite von dort durch die Bank weg nicht stabil sind. Ich habe in meiner Anfangszeit dort oft gesammelt und hatte etliche Markasite/Pyrite von dort. Hatte! Alle futsch. Misburg (liegt nur wenige Kilometer nördlich) hat zum einen deutlich größere und stabile Markasite geliefert. Lange Zeit war die Grube offengelassen, inzwischen wird dort wieder abgebaut und der Zugang ist eingeschränkt. Ich meine aber, die Betreiberfirma (Holcim ???) erteilt Genehmigungen. Alternativ gibt es noch besagten Bruch Wunstorf-Kolenfeld, die Markasite dort sind auch schöner als die von Höver und stabil, nur leider steht der schon ewig offen und gleicht inzwischen mehr dem Amazonasgebiet als einem Steinbruch. Die Markasitfundstellen sind zwar noch zugänglich, man muß allerdings wissen wo die Markasite sitzen, damit man fündig wird. Ich war 2016 das letzte Mal dort und hab noch einige Knollen und Aggregate gefunden.
Titel: Re: Aufbewahrung von Realgar
Beitrag von: Lynx am 05 Oct 21, 20:01
Hallo zusammen,

dieses Thema habe ich aufgearbeitet und im Mineraliensteckbrief zu Realgar (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Realgar) eingbaut damit die Diskussion nicht im Nirvana des Forums verschwindet.

Gruß, Martin

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