Mineralienatlas - Fossilienatlas
Fossilien / Fossils / Fósiles => Deutschland / Germany / Alemania => Paläobotanik (fossile Pflanzen / fossil plants) => Nordrhein-Westfalen => Thema gestartet von: Andreas K am 17 Mar 21, 12:24
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Hallo zusammen)))
Ich habe ein paar Stücke aus Bonn (nähere Infos zum Fundpunkt habe ich nicht), die den ungarischen sehr ähnlich sind. Unterschiedlich opalisiert, manche Äste sind in einem Wirwar aus kleinen Wurzeln... Kennt jemand diese Hölzer oder Fundstelle? Scheint wenig bekannt zu sein. In der Literatur sind ein paar Stellen in Bonner raum erwähnt, wo sich Kieselhözer und opalisierte Süßwassermuschel finden...
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ein paar wietere Bilder.
Grüße, Andrej
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und noch ein paar...
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@Andrej,
Ich hab mal solch Material aus der Nähe von Witterschlick-Buschhoven gesehen. Da gibt es ein paar Kiesgruben.
Lange her, kann mich auch irren.
VG
Marcus
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Hab noch nie was gehört oder gesehen von Opalholz aus der Gegend um Bonn.
Entweder wirklich eine SEHR unbekannt Fundstelle, oder eine falsche Angabe.
Erinnert mich einerseits an Material aus der Slowakei, andererseits an die Funde aus Montenegro, und auch zum österreichischen Csaterberg-Material sind Ähnlichkeiten vorhanden. Würde es auf den ersten Blick als allgemein ostmitteleuropäisch bzw. südost-mitteleuropäisch einschätzen ...
Sollte sich die Angabe "Bonn" verifizieren lassen, fande ich das allerdings mehr als spannend ..... ;)
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Doch, in Bonn und Umfeld, auf beiden Rheinufern gibt es zahlreiche Fundstellen für Kieselholz. Das kenne ich aus Literatur und war dort sogar vor 13 Jahren suchen. Andere Sache, dass es dort fast ausschließlich nur Bruchstücke zu finden sind, dazu noch - recht selten. Manche sind richtig schön opalisiert, so wie slowakische Opalhölzer. Der Sammler, von dem ich die Stücke bekommen habe, hat mir viel Fotos geschickt.Wenn es passt, kann ich hier einige zeigen, und zwar mit ziemlich genauer Fundortangabe (selbstverständlich, wenn Sammler nichts dagegen haben würde). Aber diese Stücke, mit Wurzelboden (?) und Ästen sind wirklich was besonderes... Leider vorerst ohne genaue Angabe.
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Hallo,
es gibt in der Gegend, die Andrej beschreibt, tätsächlich kleine Vorkommen von Limnoquarziten, die den ungarischen, slowakischen, österreichischen sehr ähnlich sind.
Ich habe hellbraune, opalisierte Holzbruchstücke und opalisierte Cherts mit kleinsten Pflanzenachsen von dort in meiner Sammlung.
Grüße
Marian
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wow, Bonner Opalholz - ist mir tatsächlich neu.
Die Kiesgruben-/Rheinschotter-Kieslholzfunde sind ja bekannt, aber in-situ-Limnosilizit - "Wurzelböden" -- ich staune! Bestens!
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@Oli :
Kanntest Du die Funde vom Wintermühlenhof nicht ? und anderen Orten im Bonner Raum.
Im Siebengebirge gab/gibt es noch sehr erstaunliche "Dinge" ;)
Hier mal ein Bsp.:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/K%C3%B6ln%2C%20Bezirk/Rhein-Sieg-Kreis/K%C3%B6nigswinter/Petersberg/Winterm%C3%BChlenhof/Umgebung
VG
Marcus
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@Oli :
Kanntest Du die Funde vom Wintermühlenhof nicht ? und anderen Orten im Bonner Raum.
Im Siebengebirge gab/gibt es noch sehr erstaunliche "Dinge" ;)
Doch, die Wintermühlenhof-Seite kenn ich - und hab bei den Fotos schon oft gegrübelt, was davon jetzt "Holzopal" (also holzartig aussehender Opal) und was Opalholz (also fossiles, opalisiertes Holz) ist. Ein zwei Stücke sehen schon "holzig" aus, bei den meisten würde ich aber auf "anorganischen" Opal tippen.
Aber da ist der Opal ja im direkten Kontakt mit dem Trachyt/Vulkangestein, wie z.B. auch hier : https://www.mineralienatlas.de/?l=41929 (mit Basanit/"Basalt") und auch bei weiteren deutschen Basalt/Vulkanit-Vorkommen, z.B. die wunderbaren Stücke von Hohenzell (Vogelsberg-Vulkanismus), die ich aber schon eher als allgemein "silifiziert" und nicht wirklich "opalisiert" bezeichnen würde.
Und vom Siebengebirge hab ich auch schon interessante Stücke gesehen (zumindest Fotos davon).
Aber die von Andrej gezeigten Stücks sind da eben eindeutig anders - eben Limnosilizit-"Wurzelböden", und auch von der Erhaltung/Überlieferung her von den genannten Beispielen abweichend.
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@Oli : Hätte mich auch schwer gewundert ;)
bei mindat sind ein paar Fotos raufgeladen
https://www.mindat.org/gallery.php?loc=132243&min=3004
Die kennst Du bestimmt auch.
"Holzopal" vs "Opalholz"
Das überlass ich Euch, den Fachleuten zu diesem Thema.
Bin gerade im Anatas-Fieber. Da die Eifel bzw. deutsche Anatas-Fundstellen noch zu weit weg sind, muss ich halt mal wieder in´s Sakar Gebirge fahren und meinen ( bewusst dort abgelagerten ) Abraum wegschaufeln, um diesem schönen Laster zu fröhnen.
und natürlich Material zu sichern. ;D
VG
Marcus
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Danke für den mindat-Link - dort bin ich recht selten zu Besuch!
Von den Quegstein-Opalen würde ich keinen als Holz ansprechen, obwohl beim ersten ockerbraunen Stück evtl. eine kleine Achse/Wurzel durchgehen könnte - ist dann aber in der vergrößerung zu unscharf/pixelig, um das zu entscheiden - bzw. vmtl. überhaupt auch in natura zu uneindeutig. ( https://www.mindat.org/photo-571998.html )
Das Foto von dem Stück vom Wintermühlenhof ist allerdings mehr als eindeutig ... ;D
https://www.mindat.org/photo-765143.html
Weil ich oben schrieb, dass ich vom Siebengebirge schon öfters Pflanzenfossilien-Fotos gesehen habe - soweit ich mich erinnere, waren da auch mal Blätterttfloren dabei (bei irgendeinem schon lange zurückliegenden ebay-Angebot) - nur weiß ich nicht mehr ob das auch "opalig" war, oder (eher, wie ich vermute) eine andere Erhaltung/Fossilisation.
Alles in allem aber recht spannend .....
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Hallo zusammen!
mit dem Opal aus Bonn ist es wirklich so, dass häufig unter dem opalisierten Holz das holzaussehende Opal gemeint wird. Das sieht manchmal sehr ähnlich aus. Ich würde ein paar Stückchen, wo ich skeptisch bin, extra dafür kaufen um näher anzuschauen.
Aber es gibt dort wirklich Opalholz auch. Im Unterschied zu den ungarischen Stücken ist der Opal sehr leicht und weich. Hat gelblich-rötliche bis rosa Färbung und etwas poröser. Die meisten Stücke sind gerade beim Schleifer. ich habe zwei kleine Stückchen anpoliert und zeige hier. Auch ein Astfragment vom dortigen Sammler.
Die Fundstelle sollte irgendwo im Wald sein. Ziemlich klein. Das sind offenbar Lesefunde.
Viele Grüße
Andrej
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Das sind offenbar Lesefunde.
Falls die Stücke wirklich aus dem Siebengebirge (und nicht anderswo her aus der Umgebung von Bonn) sein sollten, ist das ja aufgrund des Naturschutzgebietes wohl nicht anders möglich - umso beachtlicher!
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Hallo
Es gibt eine (Doktorarbeit) von H. Winterscheid: Oligozäne und untermiozäne Floren in der Umgebung des Siebengebirges; Documenta naturae No. 158 Teil 1+2, München 2006
In erster Linie werden hier die einzelnen Taxa der Karpo- und Blätterfloren (Hauptanteil die "Blätterkohlen" von Rott) und deren Fundorte und Fundschichten besprochen. Eine Bearbeitung der Altfunde aus Museen (u.a. Bonn) aber auch die Funde der jahrelangen intensiven und systematischen Sammeltätigkeit des Autors. Auch die (Kiesel-) Holzfunde der Silizitklastika- und Chert-Fazies und deren Lokalitäten sind erwähnt worden. Zumindest zählt der Autor einige Fundstellen mit Opal- und verkieselten Hölzer auf. Interessant u.a. Zitat: Nördlich von Rott fand der Verfasser ... auf den ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Äcker verkieselte Hölzer (bis 80cm Länge und 30cm Breite).
Werner aus der Lausitz
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Danke Werner, sehr interessant!
Zumindest abstract + expose der Arbeit sind ja im www zu finden (link kann ich keinen einstellen, weil beim Anklicken des Suchergebnisses gleich das pdf öffnet - also selber googeln!).
Sollten die Fundstücke von Andrej wirklich zu einer der oligozänen Florengesellschaften gehören, wäre es wohl vermutlich die jüngste postvulkanisch-lakustrine Floren-Gesellschaft 3, vermute ich mal.
Aber mein Verdacht geht dahin, dass die Opal-/Chert-Fazies deutlich jünger ist (weiß leider nicht, was Winterscheid dazu schreibt) - die jüngsten vulkanischen Aktivitäten im Siebengebirge sind ja angeblich "nur" ca. 15 Mio. Jahre alt.
Das würde mir zu Andrejs Angabe passen, dass die Opalhölzer "weicher" als z.B. die ungarischen sind - und anscheinend ist es ja wirklich so (wobei ich da früher sehr skeptisch war), dass bei einer "Reifung" der SiO2-Gesteine/-Varietäten der Chalzedon- bzw. schließlich Quarzanteil zunimmt. Allerdings gibt es natürlich auch deutlich ältere Opalhölzer (z.B. Springsure/Australien - aber da stellt sich mir schon die Frage: ist das wirklich noch Opal? - auch wenn die Hölzer manchmal - evtl. nur "verkaufsfördernd" - so bezeichnet werden). Mit dem jüngsten Siebengebirgs-Vulkanismus würden hingegen als sehr bekanntes Beispiel die Opalhölzer der Virgin Valley Formation (16-14 ma) geochronologisch recht gut zusammenpassen ......
Bzw. rein nach Bauchgefühl (und ohne mich in die Problematik entsprechend eingelesen zu haben), würd ich die Stücke sogar noch jünger - also ab 13 bis 10/9 mio??? - einschätzen ... aber das ist jetzt reine Spekulation ....
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Das sind offenbar Lesefunde.
Falls die Stücke wirklich aus dem Siebengebirge (und nicht anderswo her aus der Umgebung von Bonn) sein sollten, ist das ja aufgrund des Naturschutzgebietes wohl nicht anders möglich - umso beachtlicher!
laut Sammler sind die Stücke nicht aus Siebengebirge, weil das Naturschutzgebiet ist. Auch nicht aus Königswinter, Siegburg, Wintermüllenhof und linkem Rheinufer. Ich glaube, wenn die Fundstelle gründlich abgesucht wird, bekomme ich genaue Fundortangaben. Das ist nachvollziehbar...
Obwohl ich selbst die Angabe direkt gemacht hätte. Dann kommt definitiv keine dorthin suchen ;D. Das kenne ich von "meiner" Fundstelle am Buschtunnel für Aachener Oberkreide...
Die Fundstelle sollte irgendwo im Wald liegen. Das sind oberflächliche Funde, zT recht ausgewittert.
Ich habe noch ein Paket mit mehreren Stufen bestellt. Zeige diese Woche ein paar größere Stücke hier.
Grüße
Andrej
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danke für die näheren Angaben - und ich bin schon sehr neugierig auf die neuen Fotos!
;D
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Hallo zusammen,
ein paar neue Stücke sind angekommen. Allerdings noch nicht geschnitten, genauso wie vorherigen. Man sieht aber, dass manche Hölzer mehr oder weiniger durchwurzelt sind. So wie ich das von turkischen und ungarischen Stücken kenne. Die Zellerhaltung ist eher von schlecht bis mäßig. Auf jeden Fall vom Stück zum Stück unterschiedlich. manche, sehr stark opalisierte Stellen haben gar keine Struktur erhalten (ähnlich wie bei Hölzern aus Königswinter oder anderen Fundorten um Bonn).
Es gibt auch ein paar Laubhölzchen dabei. Ich denke, wenn ich alles geschnitten bekomme, findet sich mehr davon.
Schöne Grüße, Andrej
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ich bin schon sehr neugierig auf die neuen Fotos!
;D
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Das größere Holz in der Stufe oben ist ca 7 x 3 cm stark. Es sind mehrere drinnen.
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wow, super Stücke dabei!
Du hast wirklich Talent dafür, immer völlige Raritäten aufzutreiben! :D
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Ich bin da geradezufällig über etwas gestolpert: Bonn - Muffendorf "Marienforster Steinweg"
Geologie (angeblich) (unter-)miozäne verkieselte Süßwasserkalke über Trachyt-Tuff, mit fossilhältigen (z.B. Gastropoda) "Chalzedonen" und Opalen - also Limnosilizit.
Klingt in diesem Zusammenhang ja mal sehr spannend, finde ich ........
Und laut Luftbild führt der Marienforster Steinweg im Ostteil über einen bewaldeten Hügel! (Westteil verbaut)
Ist leider zu weit weg von mir, um da schnell mal am Nachmittag hinzufahren und mir das anzusehen ….. ;D
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Genau))). Das habe ich mal in der Bibliothek in einem Buch für Geologie dieser Region gelesen, kann die Kopien aber nicht finden. Deswegen besteht es bei mir kein großer Zweifel, dass diese Hölzer ungefähr von dort stammen könnten.
Das liegt zwar fast um die Ecke, habe bis jetzt aber dort richtig nicht gesucht.
Schöne Grüße aus Aachen,
Andrej
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Das liegt zwar fast um die Ecke, habe bis jetzt aber dort richtig nicht gesucht.
na dann - nichts wie hin! ;D
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Hallo Oliver
Auch diesen Fundort mit dem "Muffendorfer Süßwasser-Hornstein" gibt H.Winterscheid in dieser Publikation an.
... Zustand 2005: Vorkommen nur noch als Lesesteine...
Chronostratigraphie: Ober-Oligozän, Chattium
LG Werner
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hallo Werner,
nochmals danke für die Zusatzinfo!
Nur noch als Lesesteine bzw. "anscheinend anstehend, aber nicht mehr wirklich anstehend / keine gesicherte Stratigraphie" (also offenbar Erosionsreste bzw. "Residuals") gab auch meine spärliche/stichwortartige Quelle (s.u.) an (sinngemäß), daher war dort das Untermiozän (also etwas abweichend zu/jünger als bei Winterscheid) sozusagen mit Fragezeichen versehen (wörtlich: "Schwierigkeit der Datierung auf Grund fehlender primärer Zuweisung").
Weißt du, ob die Oberoligozän-Datierung irgendwie abgesichert ist - evt. durch die Gastropoden-Biostratigrafie ???
lg + ga
oliver
Quelle: http://www.praehistorische-lithothek.de/page6.php und das dort verlinkte pdf
(zumindest im pdf werden unter "Fossilien" auch ganz allgemein "Pflanzen" vermerkt)