Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Sonstige Lokationen / Other Locations => Thema gestartet von: Lothar Schuh am 21 Mar 21, 11:35
-
Hallo,
ich hab diesen Stein bei einem Steinmetz gefunden. Weiss nicht woher der kommt. Sieht aber nach Mantelgestein (Olivin, Pyroxen und Granat ) aus.
Bildgröße: ca. 3 auf 4 cm
Liege ich da halbwegs richtig?
Lothar
-
Sind da nicht auch Feldspäte (Plagioklas) drin?
Plagioklas in Peridotit ist nichts Verbotenes, ich frag nur...
-
Hallo,
da komm ich eben auch nicht weiter. Plagioklas und Granat passen bezüglich der pT-Bedingungen nicht !? Da gibts Granat-Lherzolith, Spinell-Lherzolith und Plagioklas-Lherzolith. Und das passt nicht, wenn Granat und Plag. zusammen drin sind....
Oder lieg ich da falsch?
Ist Peridotit vielleicht falsch, dann wäre das Grüne kein Olivin...
Gruß
Lothar
-
Glück Auf!
Nur anhand von Bildern, bei denen entweder die Minerale nicht zu identifizieren sind oder andere charakteristische und eindeutige Merkmale fehlen, eine Geteinsbestimmung vorzunehmen, die zudem noch einen gewissen Anspruch an Zuverlässigkeit haben soll, stellt die Hoffnung über die Erwartung.
Eine Dichtemessung könnte etwas Klarheit schaffen. Wenn der Großteil der Masse Quarz und Feldspat ist mit dem sichtbaren Anteil an rotem Granat und vielleicht noch diversen anderen Mineralen mit höherer Dichte, würde wohl die Gesamtdichte trotzdem unter 3 g/cm3 liegen. Bei Peridotit oder Ähnlichem sollte sie deutlich über 3 g/cm3 liegen.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Dichte
Olivin ist in konzentrierter Salzsäure langsam löslich während Quarz und Feldspat stabil sind. Bei Quarz und Feldpst kann die Säure vollständig verdunsten und es bleiben die gleichen Quarz- und Feldspatkrümel zurück, die man für den Test verwendet hat. Bei Olivin bleibt beim Eintrocknen ein gelartiger Anteil übrig, der nicht so richtig eintrocknen will. Die Reaktion ist nicht besonders schnell, so dass gegebenenfalls noch ein Teil des Olivinkorns übrig bleibt. In der Regel reichen ein paar kleine Krümel und ein paar Tropfen für den Test.
Wenn man das Stück selber schleift und poliert und Erfahrung mit Quarz, Feldspat und Olivin hat, dann wird man merken, dass Olivin deutlich langsamer eine gute Politur annimmt. Allerdings ist dieses Argument weniger zuverlässig, da Quarz unter einigen Bildungsbedingungen (z.B. manchmal hornsteinartige Bildungen in Hydrothermalsystemen) ebenfalls schwer polierbar wird. Feldspat hat auch so seine Problemzonen (Rhyolithe, Alteration). Mit als Körner sichtbarem Quarz und Feldspat (ohne Alteration) in magmatischen Gesteinen hatte ich bisher keine Schwierigkeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
-
Danke für die ausführliche Antwort.
Dichte werde ich bestimmen... Den HCl-Test mach ich auch.
Gruß
Lothar
-
Hallo,
Erstmal ein granatführender Gneis, ich sehe da Quarzschlieren (grau) und weiße Feldspäte. Könnte in Richtung Granulit (Hochtemperaturgestein) gehen, mit rekristallisierendem Feldspat und stark plattig bzw.linsenförmig angeordnetem Quarz. Es gibt derartige Gesteine als Fassadenplatten, kommen meines Wissens aus Indien.
Glück Auf!
Sebastian
-
Hallo,
ich hab ein Wenig von dem vermeintlichen grünen Material in konz. Salzsäure getan. Unter Mikroskop wars zu Beginn grünlich und nach 3 h war das Grünliche weg. Mechanische Veränderungen oder gallertartige Masse konnte ich nicht sehen. Vielleicht hängt das ja davon ab, wie Forsterit un Fayalit gemischt sind??
Lothar
-
Glück Auf!
Forsterit und Fayalit gehen beide in Salzsäure in die Knie. Die Salzsäure ist generell sehr agressiv, mobil und löst viele farbgebende Bestandteile. Auch aus eigentlich in Salzsäure stabilen Silikaten kann sie farbgebende Metallionen herauslösen oder zumindest deren Farbwirkung unterbinden.
Mit dem Ergebnis ist es wahrscheinlich Quarz oder Feldspat und damit ist das Gestein ganz weit weg von Mantelgestein.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
-
Danke an alle!!!!