Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: Krizu am 15 Jul 05, 16:15
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Hallo,
ein Kollege kam mit einem Stein aus Norwegen, Rogaland, 40km südlich von Egersund, an. Farbe grünlich, vielleicht etwas heller als auf dem Bild.
Im REM zeigten sich wiederum kleine Blasen und Einschlüsse von Mangansulfiden (helle Punkte)
Eine nicht sehr genaue Analyse ergab grob in Atomprozent:
O 60
Na 0.8
Mg 4
Al 10
Si 13
S 0.4
K 0.8
Ca 8
Mn 3
Ba 0.2
Na + K kann auch Kontamination sein, Cl habe ich nicht gesehen (Hautschweiss).
Das Zeug enthält kein Eisen !!! ???
Ideen?
MfG
Frank
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Auf Grund der Fotos tippe ich auf irgendeine Art von Schlacke. Aber ohne Gewaehr. :)
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Servus
Das sieht nach Schlacke aus. Vor circa 30 Jahren konnte man solche Gebilde, allerdings in Kobaltblau, auf vielen geschotterten Waldwegen im pfälzisch- saarländisch- elsäßischen Grenzgebiet finden. Diese Schlacken stammten meist von Glasverhüttungsprozzesen, aus den Hütten im Nordelsaß.
Ursprung dieser vermutlichen Schlacke vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Ich meine mich auch zu erinnern das vor ein paar Wochen das hier schon mal Thema war . Gabs auch ein Bildchen dazu und Diskussion ob Schlacke oder nicht. Muß mal sehen ob ich es nochmal finde.
MfG Inschala
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Hab den Beitrag gefunden.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5090.0.html
MfG Inschala
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Eindeutig eine Schlacke.
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Eindeutig eine Schlacke.
Hallo,
Dachte ich auch erst, aber mit dem Mangangehalt und zusammen mit dem fehlenden Eisen?
Der Rest würde passen. Mangang bildet gerne Sulfide (zum Leidwesen der Metallurgen). #
Aber bei Gläsern würde ich kein Mg erwarten. Dafür aber Natrium in Massen ???
Komisch ist der schon ;D
MfG
Frank
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Ich habe irgendwo mal gelesen, dass Magnesit und Dolomit (beide waeren eine Mg-Quelle) zur Herstellung von Glas in Einzelfaellen benutzt wird und auch fuer Feuerfestmaterialien. Vielleicht hat die Schlacke damit was zu tun. Eisen dagegen ist in der Herstellung oft unerwuenscht, u.a. wegen seines oft stark faerbenden Einflusses. Somit waere das fehlende Eisen vielleicht zu erklaeren.
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Ich habe irgendwo mal gelesen, dass Magnesit und Dolomit (beide waeren eine Mg-Quelle) zur Herstellung von Glas in Einzelfaellen benutzt wird und auch fuer Feuerfestmaterialien. Vielleicht hat die Schlacke damit was zu tun. Eisen dagegen ist in der Herstellung oft unerwuenscht, u.a. wegen seines oft stark faerbenden Einflusses. Somit waere das fehlende Eisen vielleicht zu erklaeren.
Hallo,
ein "normales" Glas ist ein Ca-Na-Si-Oxid. Aluminium eher nicht. Mitdem Eisen hast du recht, das färbt das Glas. Allerdings sind hier einige % Mangan im Spiel, daher vermutlich die Farbe.
Der Begriff Glasschlacken bezieht sich meines Wissens im wesentlichen nicht auf Gläser und deren Herstellung, sondern auf eine Hochofenprodukt der Eisenverhüttung. Das ist glasartig und amporh erstarrt.
Aber an die Schlacke glaube ich auch langsam. :-\
MfG
Frank
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hi :)
mit sischerheit ist nicht immer eine Schlacke!!
ich habe öfter in deutschland und italien in mehreren flüssen solche funde gemacht ;)
und es kann nicht sein das es überal mit glashütten zu tun hatte ;D
auf jeden fall es handelt sich um ein kalter abgang des vulkaniten!
mit wenigen wörtern der grüner-grauer,bläulicher, oxidian/niten
oki ciao..... :o
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Ok,
man ist immer schnell voreingenommen.
Aber Vulkanmaterial in Südnorwegen??
Es sind - auch wenn es Glasschlacke heisst - meist keine Glashütten. Das Material ist auch teilweise im Hochofenprozess das Ergebnis.
Mfg
Frank
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Hi Frank,
sowas ähnliches nur halt in Blau gibt es auch in meiner Gegend...der sogenannte "Bodeachat".
Is`ne Schlacke aus der Verhüttung.
Optisch machts (trotz Schlacke) doch aber etwas her...würds nich entsorgen...
Grüße vom Schatten
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Das ist ne Schlacke, nur was für eine? Irgendwie ist die chemische Analyse schon ungewöhnlich..
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Moin,
ich sehe zwar, dass das Thema schon 15 Jahre alt ist, allerdings ist ja nach wie vor ungeklärt worum es sich hierbei genau handelt. Und da ich glaube, dazu etwas beitragen zu können, dachte ich mir, dass mal antworte.
Von den Bildern her handelt es sich akker Wahrscheinlichkeit nach um eine Schlacke aus dem Schmelzwerk in Sauda im nördlichen Rogaland. Dort wird Ferromanganerz verhüttet und die Schlacke endet dann zum Teil in Schottermischungen für Wege und dergleichen.
Meine Einschätzung basiert sich alleine auf dem Aussehen, ich habe keine Ahnung, wie sich die Ferromanganschlacke chemisch zusammensetzt.
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Hallo,
ein guter Tip, würde in etwa passen. Aber 40km südlich von Egersund wäre eine Ecke von Sauda. Aber nichts ist unmöglich.
LG
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Hallo ,
Der hier und auch an anderer Stelle verwendete Begriff Glasschlacke ist unglücklich gewählt worden . Diese Art Schlacken haben nichts mit der Glasherstellung zu tun . Die an Glas (sehr hart , muscheliger Bruch , spröde ; sehr scharfe Kanten !! ) erinnernde und farblich sehr vielfältig auftretende Schlacke entsteht durch sehr rasche Abkühlung . Wenn Schlacke sehr viel Zeit hat abzukühlen , entstehen kristalline Strukturen von feinkörnig bis Kristalle im cm-Bereich . Beispiel : Die Augit-Schlacken der Kochhütte . Hier : https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Sachsen-Anhalt/Mansfeld-S%C3%BCdharz%2C%20Landkreis/Helbra/Kochh%C3%BCtte%20%28August-Bebel-H%C3%BCtte%29 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Sachsen-Anhalt/Mansfeld-S%C3%BCdharz%2C%20Landkreis/Helbra/Kochh%C3%BCtte%20%28August-Bebel-H%C3%BCtte%29) .
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Hallo Frank,
ich vermute hier auch eine Schlacke aus der Herstellung von Zuschlagstoffen wie Ferromangan, Ferrosilit, Ferrochrom, Ferromolybdän, Ferrowolfram usw.
Hier bei uns in Eschweiler b. Aachen gab eine Hütte die solche Sachen für die Stahlindustrie herstellte. Die dabei anfallenden glasigen Schlacken zeigten vielfältige Farben von Blau. Rosa, Grün bis Gelb. Wunderschön, teilweise sogar mit winzigen farbigen Kristallen. Hier wurden damit alte, aufgelassene Kalksteinbrüche aufgefüllt und massenhaft Waldwege geschottert.
MfG u. GA
Günter Blaß