Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Lexikon Diskussionen Mineralien / Encyclopedia Discussion Minerals => Thema gestartet von: Lexikon am 05 Apr 21, 22:02
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Lexikonseiten Diskussion - Encyclopedia Discussions (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineralid=2566)
Moissanit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineralid=2566)
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laut Beschreibungstext
"Moissanit wurde als winzige Kristalle in einigen Metoriten und Kimberliten gefunden und ist das natürlich auftretende Siliziumcarbid (SiC)."
bezeichnet Moissanit nur natürliches SiC.
Die meisten (bzw. wohl alle) auf der Seite zugeordneten Bilder zeigen aber industrielles/anthropogenes SiC.
Ist da eine Zuordnung zum Moissanit gerechtfertigt??
Oder seh ich das jetzt zu eng?
Wie ist da der aktuelle Stand der Definition?
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Hallo Oliver,
der Name "Moissanit" erscheint automatisch in diesem Feld. Es ist keine diesbezügliche Zuodnung von mir vorgenommen worden.
LG Lia
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hallo Lia,
es ging ja nicht konkret um dein Bild (das war nur der Anlass), sondern um die grundsätzliche Frage der Definition:
jeder Moissanit ist Siliziumkarbid - aber ist deswegen jedes Siliziumkarbid auch ein Moissanit (per definitionem)?
Eventuell würde es helfen, hier zwischen dem Mineral (SiC) und der chemischen Verbindung (SiC) zu unterscheiden -
aber wahrscheinlich ist das einfach nur zu spitzfindig .... oder haarspalterisch ...
lg
oliver
edit:
siehe dazu auch wikipedia:
"1904 konnte Moissan eine größere Menge des Meteoriten untersuchen und erkannte dabei an den typischen hexagonalen Kristallen, dass der Meteorit Siliciumcarbid enthält. Das neue Mineral wurde nach dem Entdecker Moissanit genannt. "
SiC an sich war also schon zuvor bekannt (lt. wp erstmals 1891 hergestellt), das aus SiC bestehende Mineral wurde aber erst etwas später beschrieben.
Man hat also offenbar schon damals eine klare Unterscheidung zwischen der chemischen Verbindung SiC und dem Mineral SiC (Moissantit) vollzogen.
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Hi hi,
Moissanit (transparent, klar) wird auch als Diamantersatz verkauft.
Der Name wurde also schon für handelsübliche Diamantimitate gekapert.
(Und bevor ich meine SiCs fotografiert habe hätte ich sie mal entstauben sollen. Man sieht es erst in Vergrößerung...)
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Moissanit ist der Mineralname. Künstliches SiC ist kein Mineral, kann daher auch nicht als Moissanit bezeichnet werden!
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Moissanit ist der Mineralname. Künstliches SiC ist kein Mineral, kann daher auch nicht als Moissanit bezeichnet werden!
Dachte ich mir fast so - dann sollten wir das im Lexikon irgendwie trennen .....
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Hallo,
obwohl ich den gezüchteten sehr wohlwollend gegenüber stehe, ja hier gehört es getrennt.
SiC natürlich ist Moissanit
SiC synthetisch ist z.B. Carborundum
Siliciumcarbid als Name der chemischen Verbindung ist beides.
HTH + LG
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Hallo,
wie wäre es mit Moissanit und synthetischem Moissanit.
Es wird auch nur der synthetische Moissanit als Diamantersatz verwendet. Der natürliche erreicht ja nur eine Größe von etwa 5 mm und ist somit als Diamantersatz nicht geeignet.
Leider wird in der Edelsteinindustrie der synthetische Moissanit fälschlicherweise als Moissanit bezeichnet. Dies dürfte nicht so sein.
Gruß
Gerdchen
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Hoi Oliver
Das Problem ist doch allgemeiner. Korund und synth. Korund. Spinelle, Granate etc.
z.B. (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1441900660.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1441900660.jpg)
Da stört es mich überhaupt nicht! Solange eben "synth." oder äquivalentes dabeisteht....
Oder bei Schlacken - Korund in Schlacke=Al2O3 synth?
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1616600003.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1616600003.jpg)
Nee! Solange "Schlacke" dabeisteht.
Weil "Moissanit" selten genannt wird, ist die Bezeichnung nicht geläufig und deshalb das schlechte Bauchgefühl. Ist aber unlogisch, oder?
Grüße
Martin
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Hallo zusammen,
hab den Lexikoneintrag noch etwas ergänzt. Bitte schaut es auch an und ändert es ggf. nochmals.
Grüße, Martin
P.S: so eine Ergänzung könnte auch anderswo hilfreich sein, falls es Verwirrung wegen synthetischen Materials geben könnte.
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Hallo,Sammlergemeinde...
Ich werde wohl nie verstehen,warum man stringent (würde leiber das Wort mit m verwenden) unterscheiden will und soll,wobei doch beide Ent-stehungsformen auf Naturgesetzen beruhen.Nur hat der Mensch eben einen Weg gefunden,der Natur es gleich zumachen.Gut,mehr will ich dazu nicht sagen.
Eine Synthese ist doch aber eben eine bewußte Herbeiführung von Stoffgemischen,zwecks der ,unter Umständen,billigeren Nachahmung von z.B. Halb- und Edelsteinen.Wie soll man jetzt aber mit,mehr oder weniger, zufällig entstandenen Stoffgemischen,wie z.B. Moissanit und "Korund in Schlacken" umgehen?
Soviel wie ich weiss,kommt Korundschlacke bei der Aluminiumproduktion vor.Zum Bild von Herrn Knoll (ist so völlig in Ordnung): auf der Krug-hütte fand keine Aluminium-produktion statt.Es soll und sollte auch nie eine Korundschlacke bei der Erzeugung von Kupfer entstehen,um den Edelsteinmarkt aufzumischen.
Die feuerfeste Ausmauerung der Schmelzöfen enthielt durchaus Al2O3.Bei fehlerhaftem Fahren der Schmelzöfen,ist es durchaus zu Situationen gekommen,bei den die Temperaturen der Mauerwerk zusetzten und es zur Korundbildung kommen konnte.Auch heute entsteht noch Korund in der Schmelze.Schwimmt aber nicht wie Schlacke auf,bleibt auf dem Grund,da die Schmelztemperatur weit unter der Ent-stehungstemperatur vom Korund(>= 1500°C) liegt.Der Al2O3-Gehalt des verwendeten Mauerwerks liegt irgendwo bei 60%.Zum Moissanit:Ich habe selber in sogenannten Heizstäben(hohle Heizelemente für Rinnen) Moissanit in körniger Form in Masse und freistehende Kristalle im Röhreninneren gefunden.Da diese unbenutzt waren,kann der Moissanit nur beim Sinterprozess in der Herstellung entstanden sein. - Der Hersteller gab nie Antworten auf Anfragen -
So,Frage : Was nun ? Soll das wirklich alles unnütz verkompliziert werden? Sollte nicht und letztendlich der Vorscherdrang in Fokus stehen? Haben denn nicht auch und letztendlich alle Forscher mal als Laien angefangen.
Hau,ich wollte das mal los werden !
Bitte nicht Böse sein!!
MfG
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Hallo,
Ja, ich habe auch wunderbare SiC-Kristallrosetten in einem Graphitsuszeptor eines Glasfaser-Ofens gefunden. Moissanit würde ich das nie nennen. Ich habe synthetische Bi12(Si,Ge,Ti)O20 Kristalle gesehen, wie wurden die genannt? Kristalle mit Sillenit-Struktur...
Korund scheint echt durch den Markt dank des Herrn Verneiulle versaut zu sein. Meinen KCl-Czochralski Kristall würde ich nie Sylvin nennen.
Also einen synthetischen Kristall mit einem Natur-Mineral-Namen zu versehen, finde ich bedenklich. Mineralien stammen aus der Natur und haben Namen. Gezüchtete oder synthetisierte Kristalle kommen aus dem Labor/der Industrie und sind was anderes und sollten als solche gekennzeichnet werden.
Meine Meinung
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Hallo zusammen,
Hm. Namen sind irgendwo immer Menschenwerk und verfolgen ein Ziel...
Ich sehe das Problem tatsächlich eher in der Frage, wie das in der Datenbank des MA ohne großen Mehraufwand abgebildet werden könnte. Jeweils neue eigenständige Bezeichnungen (also "Moissanit" ein Eintrag, aber ohne Bilder, weil keiner von uns was beisteuern kann PLUS neu der Eintrag "SiC synth" voll mit Bilder synthetischer Kristalle, in den Daten aber im wesentlichen Teil identisch zu Moissanit bis auf "Information für Sammler " vielleicht und den "Vorkommen") einzuführen, dafür zu sorgen, dass jeweils die richtigen Beiträge sortiert werden (also gezielt enstandenen Korund zur Synthese, ungewollt entstandenes Kupfer zu - was nun? "Kupfer - synth." oder "Kupfer- nat."?), dazu genug Hinweise und Literatur beifügen, damit .... was denn eigentlich?
Deshalb obige Frage: welches Ziel soll erreicht werden?
Es müssten auch ganz viele andere Einträge gedoppelt werde: Churchit - YPO4 (glaub, das lag bei mir mal synthetisch rum) - Apatite (achja: Odontholit: am steinzeitliches Mammut-Grill der Frühmenschen aus dem im Zahn enthaltenen Carboxyapatit umgewandelt in blauen, Mn5+-haltigen Fluorapatit [Reiche, 2000] - ist das nun natürlich oder doch eine Umwandlungssynthese?) - Gold in Schlacken (nicht gezielt, sonst wäre es ja ein Armutszeugnis - erst herstellen wollen und den Erfolg dann liegenlassen) - Granat (LED-Rest?) - Quarz etc
Und dann besteht auch die Gefahr, dass - weil es den Eintrag ja gibt - das auf Halde gefundene Bohrerbruchstück (ggf. historisch), mangels anderer Möglichkeit unter "Eisen, synth." abgelegt wird.
Eigentlich eröffnet das ja ganz viele Perspektiven ;D
Meiner Meinung nach reicht es absolut aus, wenn aus dem Bild, seiner Beschreibung und auch ggf. dem Kontext klar wird, was nun vorliegt. Das ist dann auch in jedem Fall präziser, weil es genau diesen Fund, dieses Bild beschreibt.
Ehrlich - es wäre viel Arbeit, eine Doppelstruktur für synth. Material anzulegen und zu pflegen, damit...? Und hier fehlt mir der Mehrwert (didaktisch, datenbanktechnisch, dokumentarisch oder was auch immer), der das rechtfertigen würde.
Grüße
Martin
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Reiche, I., et al. "Comparative analysis of odontolite, heated fossil ivory and blue fluorapatite by PIXE/PIGE and TEM." Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Atoms 161 (2000): 737-742.
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Mineralogen und Geologen beschäftigen sich mit irgendwelchen Phänomenen in der Natur und benutzen zur Benennung eine Konvention, damit man weiß, wovon man spricht.
In der Natur vorkommende Substanz xy mit der bestimmten Zusammensetzung und Struktur heißt dann z.B. Calcit.
Mit der Einschränkung "durch geologische Prozesse gebildet etc." für Mineralien erreicht man, dass man sich nicht um alles kümmern muss.
Das ist auch schon alles.
Es ist doch im Gegenteil begrüßenswert, wenn die Namen allgemeine Verwendung finden und Mineralogie nicht nur in ihrer eigenen "Blase" stattfindet.
Verbieten kann man es sowieso nicht.
Für alles weitere gibt es Adjektive (synthetisch, natürlich, behandelt, etc.).
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jo, Amir, so seh ich das auch.
Wenn es darum geht, was hier im Atlas zu finden ist, reicht meiner Meinung nach die Aussage:
Bitte schreibt zum Bild dazu, ob es natürlich oder synthetisch oder Schlackenbildung ist.
Dann weiss jeder was los ist.
Der Rest ist dann eine Diskussion die man führen kann -.
Gruß, Martin
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Hallo,
Vorschlag: Ein Text-Feld "Anthropogen" bei den Mineralien einfügen.
Z.B.:
Wismut/Bismut der Text: Kommt natürlich vor, wird aber synthetisch oft in Form von dreieickigen, bunt schillernden Hohlformen angeboten.
Schwefel: Zumeist natürlich, in letzter Zeit häufig Stufen mit einigen cm-großen Kristallen aus dem Labor.
Calcit: Immer natürlich, Züchtung im Labor zu schwierig.
Schlackenmineral: Bildet sich in Schlacken der menschlichen Metallverarbeitung
Haldenmineral: Enstand in einer vom Menschen geschaffenen Umgebung.
Sonderfälle wie meinen KCl oder Bi12TiO20 braucht keiner ;-) da könnte das Feld leer bleiben.
LG
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Hoi
Hallo,
Vorschlag: Ein Text-Feld "Anthropogen" bei den Mineralien einfügen.
Jo, könnte ich mir vorstellen. Sowas ähnliches hab ich beim Moissinit im Feld "Zusatzangaben" untergebracht. Beim "Anthropogenen Kontext" liesse sich natürlich auch vieles an weiteret interessanter Beschreibung einpflegen, was z.B. Nutzung des synthetischen Analogons oder ggf. auch das Thema "Fakes" ansprechen könnte.
Aufwendigere Alternative: Direkt bei der Bildbeschreibung ein Feld analog zu "Mineral zuordnen" quasi "Anthropogen zuordnen" einführen, das dann eben ausgefüllt wird und ein ausgefülltes Feld vielleicht(?) ein Symbol "A"- für "anthropogener Kontext"- nach sich zieht, das wie "R" -"Analysiert mit RAMAN Spektroskopie" angezeigt wird. Das würde dann jedem Bild individuell den Kontext geben, wäre auch suchbar. Ist aber Aufwand, auch beim Ausfüllen.
Grüße, Martin
P.S. Calcit: Als Verkalkung in Kaffeemaschine und Rohrleitung, zum Teil Richung Siderit ;D
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Ja, klar. Struvit ist in einigen Industrien auch ein Problem... Irgendwo liegt auch noch ein glitzer-Gips aus einem Reaktor, kantenlänge 100x kleiner als der kleinste aus Borken.
Ich würde aber, da einfacher, bei den Mineralien ansetzen und nicht direkt bei den 20x mehr Bildern.
LG
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Jo.
Hab Deinen Vorschlag zum Testen (noch im Feld "Zusatzangaben/Zusammenfassung) hier umgesetzt:
Moissanit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Moissanit)
Cuprit (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Cuprit)
Schwefel (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Schwefel)
Grüße
Martin
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Hallo zusammen,
wie wäre es, das “Anthropogen“ farblich hervorzuheben, damit es gleich ins Auge springt (für Schnellscroller)?
Ein Gegenstück dazu, das recht bizarr anmutet, aber eine Variante der natürlichen Wuchsform von Pyrit darstellt, wirkt auf den ersten Blick wie künstlich erschaffen.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1617884974.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1617884974.jpg)
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Hallo!
Martin,deine Spalte mit den Zusatzangaben für z.B. bei der Metallverarbeitung ist doch ok!! WUNDERBAR !! Kann man aber nicht das übermäßig groß dargestellte Anthropogän weglassen? Die dort hinterlegten Hinweise sind doch selbsterklärend.
Ich muß jetzt aber auch zu meiner Schande gestehen,daß ich etwas falsch verstanden hatte: Bei den ,bei den Fundorten hinterlegten Mineralbildern, sollte doch jedem klar sein ob Verhüttung,Bergbau,Steinbruch ect..
So wie es der Martin versucht hat,das leidige Problem mit der Künstlichkeit umzusetzen,sollte doch auch den härtesten' Hardliner ' befriedigen.Da kann ja alles Wissenswerte zur Künstlichkeit angegeben werden.
Friedenspfeife ??
Ich mag die Schlacken trotzdem.
Bleibt Corona-Frei !!!
MfG
Klaus