Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: vandendrieschen am 26 Apr 21, 17:20
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Hallo,
vielleicht weiß jemand über so eine merkwürdige Lackierung, die im nassen Zustand bei Achatgeoden verschwindet, bescheid.
Ich habe von meiner Kollegin so eine typische brasilianische Achatknolle bekommen die mit Quarz ausgefüllt ist.
Die Quarzkristalle sehen aus wie von weißer Malerfarbe stümperhaft überpinselt, bei der auch manche Spitzen nicht richtig abgedeckt worden.
Ich bin der Überzeugung, dass es was besprühtes ist und habe 4 Stunden Acetonlösung einwirken lassen.
Es sah auch so aus, als hätte sich die Farbe abgelöst, der Hohlraum sieht naturbelassen grau glänzend aus, aber keine Restbestände in der Lösung. Nach einer viertel Stunde dachte ich, ich spinne. Die Druse sieht wieder wie vorher aus.
Ich habe sie ins Wasser gelegt und die weiße Beschichtung verschwindet. Geode abgetrocknet, immer noch grau glitzernd, die Kristalle sind sogar transparent, wo vorher die weiße Schicht drüber war, obwohl sie trocken ist.
Erst nach einer ganzen Weile kommt die weiße Beschichtung wieder zum Vorschein. Unten drunter kann es auch nicht sein. Hält man die Achatgeode ins Sonnenlicht, sieht man dass es darunter transparent ist und der weiße Belag wie draufgepinselt aussieht.
Hat jemand sowas schon mal gesehen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich um was natürliches handelt. Hier haben die Marokkaner wieder mit Trick 17 gearbeitet oder?
Viele Grüße
Jule
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eine typische brasilianische Achatknolle
Hier haben die Marokkaner wieder mit Trick 17 gearbeitet
na wer jetzt - die Marokkaner oder die Brasilianer ??? ;D
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Hallo Jule,
Die beschrieben Reaktion erinnert mich an Hydrophan - hier z.B. äthiopische Opale:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1497875295.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1497875295.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1497875277.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1497875277.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1497875410.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1497875410.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1497875598.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1497875598.jpg)
Der wechselnde Effekt hängt vom Feuchtigkeitsgehalt des Minerales ab. Trocken besitzt die stark poröse Masse (die Opale kleben an der Zunge !) viele Hohlräume, die Grenzflächen bilden, an denen das Licht reflektiert wird. Feuchtet man die Masse an, füllen sich die Hohlräume mit Wasser, die Grenzflächen verschwinden und das vorher weiße Material wird transparent.
Denkbar wäre, das deine Quarze eine dünne und stark poröse Chalcedon- oder Opalschicht tragen, die für den Wechsel von opak weiß im Trockenen zu transparent farblos im Nassen verantwortlich ist.
Mach doch mal Bilder !
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Hoi
..quasi analog zum index matching, wenn in der Mikroskopie eine Flüssigkeit (wie Kanadabalsam) als Immersionsflüssigkeit eingebracht wird, um Brechungsindizes anzupassen.
Quarz liegt unfegfähr bei 1.547 Wasser bei 1.33, Fluorit bei 1.43. Quarzglas bei ca. 1,46. Kunststoffe auch zwischen Wasser und Quarz.
Was sagt denn die Härte? Eher weicher als der Quarz? Oder eine heiße Nadel - hinterlässt das "Brandspuren" oder kannst Du die SChicht anschmelzen? Dann wäre es eher Lack.
Grüße, Martin
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na wer jetzt - die Marokkaner oder die Brasilianer ??? ;D
Den Polen würde ichs auch zutrauen ;D
Hier die Fotos. Trocken und einmal eingenässt und trocken gerieben.
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Hallo Jule,
Deine Druse stammt aus https://www.mineralienatlas.de/?l=53661
Die Schicht besteht aus dünnem Chalcedon. Diese Transparenzwechsel-Erscheinung ist von dem Fundort bekannt.
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Vielen Dank. Also nichts verfälschtes.
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Hallo,
wenn ich das recht verstehe, sollte es so etwas wie hier beschriebenes sein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dry-Hiding-Effekt
schon komisch, was Google manchmal auswirft...
LG
Natürlich