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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 19 Jul 05, 08:32

Titel: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Stefan am 19 Jul 05, 08:32
Hallo,

ich habe eine Nachricht über unser Kontaktformular bekommen mir folgender Frage:

Zitat
SEHR WICHTIG!!!

Hi ich studiere Chemie und habe ein kleines Kristallproblem.

Ich habe metallisch glänzende Kristalle die je nach Lichteinfall violett oder auch blau, teilweise leicht grün glänzen. Das besondere an Ihnen ist jedoch, das sie in kochenden säuren jeder Art unlöslich sind (Salz, Salpeter, Schwefelsäure, Königswasser) und auch NICHT aufgeschlossen werden können. Da ich mich mit Mineralien nicht so gut auskenne, könnt ihr mir vielleicht sagen, in welche Richtung ich suchen soll.

WEgen der Unlöslichkeit, konnte ich bisjetzt nur Spuren von Eisen nachweisen

danke im Voraus

Cédric

Vielleicht kann jemand weiter helfen ...

Gruß Stefan
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Krizu am 19 Jul 05, 08:33
Hallo,

eine EDX könnte helfen!
Das hört sich aber eher nach Verbindungen wie Carbide an.


MfG

Frank
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Stefan am 19 Jul 05, 10:04
Das würde es sicher, wird aber unserem Fragesteller wohl nichts helfen ..

Gruß Stefan :D
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: osito am 19 Jul 05, 10:31
Also ich würde sagen, dass sich das sehr nach einem Carbid anhört.
@ Stefan: Vielleicht kannst du ja ein Foto auftreiben
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Collector am 19 Jul 05, 10:39
foto von SiC unter

www.geo-ag-kiel.de/foto_siliziumcarbid_index.htm

ich tippe auch auf Siliziumcarbid ( Carborundum)

gruß
collector
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: berthold am 19 Jul 05, 10:53
Hallo,

ja, SiC sieht genauso wie beschrieben aus, da beissen sich die Chemiker schon mal die Zähne dran aus (so auch mein alter Chemielehrer  ;) ).  Einfach mal die Härte und das spez. Gewicht bestimmen, dann dürfte die Sache 100%ig klar sein.

Gruß

Berthold
Titel: Re: Söurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Stefan am 19 Jul 05, 11:48
Ich habe Cédric den Thread mitgeteilt und hoffe dass er mit den Antworten zufrieden ist.

Ich danke Euch
Gruß Stefan :D
Titel: Re: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: proyect am 19 Jul 05, 16:59
Hallo,
mit ner Bruchkante eines Kristalles (frisch gebrochen, muss nicht groß sein) ein stück normales Glas ritzen. Mit Siliziumkarbid lassen sich mit faszinierender Leichtigkeit ohne druckanwendung tiefe Kerben in Glas ritzen.
Gruß
proyect
Titel: Re: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Hg am 19 Jul 05, 17:13
Ich tippe auch mal auf SiC (Fe3C ist laut Holleman-Wiberg dunkelgrau und luftempfindlich). Mich macht nur das in Spuren nachgewiesene Eisen ein wenig stutzig. Aber die Carbide sind chemisch gesehen relativ tot, daher kann man da realtiv lange mit Säuren drauf herumkochen  ;)   (wird von Sauerstoff erst oberhalb von 1000 °C in Abwesenheit von Basen oxidiert, von den meisten Säuren nicht angegriffen, einschließlich HF).
Die bereits erwähnte sehr hohe Härte kann dadurch erklärt werden, dass SiC in einem diamantartigen Gitter kristallisiert (--> fast so hart wie Diamant)
Grüße
Hg
Titel: Re: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Collector am 19 Jul 05, 17:31
Können beim Produktionsprozess zur Herstellung des SiC nicht evtl. Fe-Spuren an die Schmelze abgegeben worden sein ? ( Aus welchem Material besteht der Schmelzbehälter ??  Besonderer Stahl ?? )
Kann es sein, daß der verwendete Quarz mit Fe verunreinigt war ?

Es gibt ja sehr viele Reinheitsgrade bei Carborundum, insofern muß ja das Ausgangsmaterial nicht immer chemisch rein sein.

Ist nur ein Gedanke.

collector
Titel: Re: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 19 Jul 05, 17:35
Das Fe in SiC kommt nach meiner Erinnerung aus dem Mahlprozess (Stahlkugeln).
Titel: Re: Säurefestes Mineral was ist das?
Beitrag von: Hg am 19 Jul 05, 17:45
ja, kann wohl nicht anders sein, weil (Zitat Römpp):
....das techn. Prod. durch Erhitzen eines Gemisches aus Quarzsand u. Koks in elektr. Öfen auf ca. 2500°......
ich denke nicht, dass ein Schmelzbehälter aus Eisen oder Stahl solche Temperaturen auf Dauer aushalten würde.
Weiter wird im Römpp zum Aufschluss folgendes geschrieben:
....SiC widersteht auch bei höheren Temp. den Angriffen von Chlor, Schwefel, Sauerstoff u. starken Säuren (es ist sogar unlösl. in einem Gemisch aus Rauchender Salpetersäure u. Flußsäure), dagegen wird es beim Glühen mit Bleichromat oxidiert u. beim Erhitzen mit Ätzalkalien unter Luftzutritt in Silicat u. Carbonat umgewandelt......
Vielleicht mal mit dem Aufschluss versuchen  ???
Grüße
Hg