Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Schneiden, Spalten, Schleifen, Polieren / Cutting, Grinding, Polishing => Thema gestartet von: S-C-H-U-B-E-R-T am 05 Jun 21, 09:32

Titel: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 05 Jun 21, 09:32
Liebe Sammler,

seit eingen Wochen bearbeite ich meine Achate selbst. Ausschlaggebend waren für mich einige Videos auf Youtube. Wenn man dort ein wenig sich umschaut, bekommt man das Gefühl, dass das Sägen, Schleifen und Polieren von Steinen vor allem in den USA so eine Art Volkssport ist: Es gibt etliche Kanäle - teils mit einer erstaunlichen Anzahl an Abonnenten -, die sich dem Thema widmen.

Ich bin kein "hauptberuflicher" Achatesammler - das wisst Ihr ja auch aus meinen Beiträgen. Aber vor ein paar Wochen dachte ich mir: Wenn ich meine Schneekopfkugeln/Achate für 50 Euro schneiden kann (Fliesenschneider) und für 70 Euro schleifen und polieren kann (regelbare Flex + Diamantschleifpads) - Warum nicht einfach mal probieren?

Die Grundlagen für das Schleifen/Polieren habe ich mir aus diesem Video abgeschaut:

https://www.youtube.com/watch?v=c70T9IPk7MU

Was ich anders gemacht habe als der australische Kollege in dem Video: Ich habe meine regelbare Flex auf Stufe 3 von 6 eingestellt. Außerdem platziere ich die Flex auf einem Tisch vor mir, sitze nah an der Tischkante und kann somit auch mehr Druck auf den Stein von oben ausüben. 4 kleinere Achate bzw. Achathälften kann ich somit in unter einer Stunde bearbeiten. Auch um einen extra Poliergang habe ich mich nicht bemüht: Denn wenn ich bei dem 3000er-Pad angekommen bin und bei den Körnungen vorher sauber gearbeitet habe, ist der Glanz perfekt; ein Spiegelglanz, in dem man alles Kleingedruckte lesen kann, was man davor hält. Bei meinen Schleifpadset ist sogar ein 6000er-Pad dabei. Aber m. E. bringt dieses nicht noch mehr Glanz als das 3000er.

Einen bearbeiteten Achat habe ich ja neulich hier schon gezeigt:

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14911.msg133932.html#msg133932

Ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden und es macht wahnsinnig Spaß, die Strukturen aus dem Stein herauszuarbeiten und spätestens ab dem 800er-Pad den "Zauber" in den Steinen zu sehen  ;)

Aber sicher gibt es noch Verbessungspotenzial. Mal einige bearbeitete Steine gezeigt und kommentiert:

1: eine sehr kleine halbe Kugel (2x3cm) vom Regenberg/Friedrichroda
2: eine halbe Kugel (6x6 cm) vom Seebachfelsen/Friedrichroda; beim Rand haben die Schleifpads nicht gegriffen - kennt Ihr das Problem auch bei vor allem nahezu perfekt runden Stücken? Im MA, aber auch auf Ebay habe ich einige Schneekopfkugeln mit diesen kleinen "Macken" gesehen.
3: Amethystgangstück (3x4cm) aus Brotterode; der Kratzer unten rechts stammt vom Sägen...
4: Goethit, Pyrit, Quarz (6x4cm) vom Steinbruch Loitsch/Hohenleuben; hier ist das Stück bis in die Kanten hinein sauber geschliffen/poliert.

Vielleicht gibt es ja noch andere, die auch so ihre Achate bearbeiten und wir können uns hier austauschen. Meine erste Frage in die Runde ist auf jeden Fall, ob ihr auch das Problem mit den runden Stücken kennt, die an den Rändern nicht perfekt werden und warum eigentlich - nach meine Erfahrung zumindest - eckige Stufen so sehr viel leichter zu bearbeiten sind. (?)

Gruß,
Benedikt
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Hydrobora89 am 06 Jun 21, 09:13
Hallo Benedikt
ich Schleife und poliere genau so wie du allerdings keine Achate sonder nur Gips Anhydrit Gestein mit allen möglichen an Mineralien drin von unterschiedlichen Härten, und dies funktioniert so gut das man sogar unter dem Mikroskop kaum ein Kratzer sieht der vom Schleifen kommt. .
Allerdings wenn man nicht ordentlich sauber arbeitet und ein Korn sich verirrt dann darf mann noch mal Schleifen  :-X
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: pseudonym am 06 Jun 21, 09:19
Zeigt doch bitte mal eure Ausrüstung .
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Fabian99 am 06 Jun 21, 10:33
Hallo,

das kann die Schleifgeometrie sein. So kenne ich das vom Läppen.

Ist die Schleifscheibe "W"-Förmig abgenutzt schleifst du eine konvexe Fläche, also nach außen gewölbt wie eine Sammellinse.
Ist dann die nächste Körnung plan oder "M"-Förmig hast du dieses Schleifbild. Bei eckigen Stücken kann es dann nur die Ecken treffen.

Oder du kippelst? Ich habe früher immer angedrückt, 90° gedreht, angedrückt usw.

LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Jun 21, 10:39
Hallo Benedikt
ich Schleife und poliere genau so wie du allerdings keine Achate sonder nur Gips Anhydrit Gestein mit allen möglichen an Mineralien drin von unterschiedlichen Härten, und dies funktioniert so gut das man sogar unter dem Mikroskop kaum ein Kratzer sieht der vom Schleifen kommt. .
Allerdings wenn man nicht ordentlich sauber arbeitet und ein Korn sich verirrt dann darf mann noch mal Schleifen  :-X

Hallo Christian,

schön zu hören, dass noch jemand auf diese Art seine Steine bearbeitet. Die Sauberkeit der Schliffe kann ich bestätigen; ich schaue zwar nicht unterm Mikroskop auf die Anschliffe - aber auch mit einer 10-fach-Lupe ist nichts zu sehen. Um die Anregung von Robert ("pseudonym") aufzugreifen: ich mache heute/morgen mal Fotos von meiner Ausrüstung. Vielleicht kannst du ja auch Fotos von deinem "Arbeitsplatz" machen. Mich würde auch vor allem interessieren, welche Pads du benutzt. Bei mir ist ein 50er-Pad vom Schleifen von ca. 15 kleinen bis max. mittelgroßen Achaten/Quarzen schon hinüber. Man merkt, dass die Körnung keinen "Biss" mehr hat; zudem sind einige Segmente an der Außenseite schon porös geworden. Ob das eine normale Standzeit für so ein Pad ist, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen. In meine Set gab es aber praktischerweise 4 50er- und 2 100er-Pads. Also die Pads, mit denen man ohnehin am längsten schleifen muss. Alles weitere dann von meiner Seite aus mit Fotos...

Gruß,
Benedikt
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Jun 21, 10:52
Hallo,

das kann die Schleifgeometrie sein. So kenne ich das vom Läppen.

Ist die Schleifscheibe "W"-Förmig abgenutzt schleifst du eine konvexe Fläche, also nach außen gewölbt wie eine Sammellinse.
Ist dann die nächste Körnung plan oder "M"-Förmig hast du dieses Schleifbild. Bei eckigen Stücken kann es dann nur die Ecken treffen.

Oder du kippelst? Ich habe früher immer angedrückt, 90° gedreht, angedrückt usw.

LG

Hallo Fabian,

das hört sich interessant an, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich es verstanden habe: Dass - aus welchem Grund auch immer - mein Schleifpad nach außen gewölbt ist, würde ja den stumpfen Rand perfekt erklären.

Kurz zu meiner Motorik bei Schleifen: An sich führe ich den Stein immer entgegen der Drehrichtung meiner Maschine, also in ständig kreisenden Bewegungen über mein Schleifpad. Aber pass auf, mir fällt was ein: Könnte es sein, dass ich dadurch die Pads ohnehin in der Tendenz wölbe? Sollte ich den Stein einfach mal länger in der Mitte (über der Bohreinsparung) halten und eventuell dort nur ein paar Grad um die eigene Achse drehen?

LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Fabian99 am 06 Jun 21, 11:39
Bei der Schleifscheibe hat jeder einen Lieblings Radius. Da wird die Scheibe abgenutzt. Das sollte das W im Querschnitt sein. Also den Rand der Scheibe mehr nutzen. Dann wird die Scheibe etwas Planer.

Ich habe immer an einer Position die Probe gehalten. Angedrückt 10s und dann die Probe um 90 gedreht. Und immer so weiter. Dann sind die Schrammen auch nicht so tief und der Mensch Faktor war geringer.

Lg

Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: pseudonym am 06 Jun 21, 11:57
Vor allem dacht ich man schleift damit nass ? Aber der Australier schleift trocken ???

Deswegen die Bitte eure Ausrtüstung zu zeigen ,ich wollte mir sowas holen : https://de.aliexpress.com/item/1005002603218754.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.875370bdkjN9dh&algo_pvid=ed26cd18-7d40-41c1-b49d-9b4a4e85b84a&algo_expid=ed26cd18-7d40-41c1-b49d-9b4a4e85b84a-33&btsid=2100bddf16229734659075363e551e&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_,searchweb201603_

Allerdings mehr um Macken in Natursteinfensterbänken auszubessern primär.
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Andreas- am 06 Jun 21, 12:03
Ich schleife nunmehr ausschließlich mit Sic auf einem Drehteller. Das ist zwar aufwendiger und langwieriger als Schleifen mit Diamant, aber das Ergebnis ist deutlich besser.

Meine Versuche mit Diamant (Flex mit Wasser + Diamantpads bzw Metallscheiben mit Diamant am Drehteller) waren leider ernüchternd. Es gab stets Kratzer und das Ergebnis (Glanz) hat mich auch nicht überzeugt.

Dass die Ränder (leicht) gewölbt sind, ist wohl unvermeidlich. Das ist bei verschiedensten Schleifern, die Diamant verwenden, zu beobachten.
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Jun 21, 12:06


Ich habe immer an einer Position die Probe gehalten. Angedrückt 10s und dann die Probe um 90 gedreht. Und immer so weiter. Dann sind die Schrammen auch nicht so tief und der Mensch Faktor war geringer.



Das werde ich ausprobieren! Ist ja auch wohl viel angenehmer als ständig in einer Bewegung zu sein, als ob man einen Eintopf umrührt (kreisende Bewegungen) :-)
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Jun 21, 16:12
Nachtrag mit kommentierten Fotos:

1: Die gestern gezeigte Schneekopfkugel (siehe oben) nun noch mal geschliffen mit der Methode von Fabian: an einer Stelle den Stein halten, nach 10 Sekunden um 90 Grad drehen usw. usw. --> die Ränder sind nun glatt und glänzend! Der optische Eindruck von "nass"/"trocken" auf dem Foto täuscht: die äußere Schicht der Ryolithkugel ist an sich heller, als der dunklere Kern. Man sieht es an der Spiegelung im oberen Bereich der Kugel.

2: Mein Schleifpadset; gab es für 25 Euro bei Amazon - kann mir nicht vorstellen, dass es bei dieser Preisklasse riesige Qualitätsunterschiede gibt. Insofern dürfte es wohl auch egal sein, welche der billigen Pads man benutzt. Hat den jemand Erfahrung mit etwas teureren Pads?

FFP2-Maske, Schutzbrille und Gehörschutz sind selbstverständlich.

3: Der regelbare Winkleschleifer stammt von der mir vollkommen unbekannten Marke "Bort". Für 47 Euro bei Amazon gekauft. Über Zuverlässigkeit nach Wochen/Monaten kann ich nichts sagen. Ich habe ihn ja erst seit 3 Wochen.

4: Die Arbeitssituation: Ich mit Maske, Brille, Gehörschutz, Regenponcho, und Einmalhandschuhen - letztere sind optional, doch wenn man den Staub nicht in den Poren der Haut haben will...

Die Kiste verhindert ein wenig das Schleudern des Staub-Wasser-Gemisches in alle Himmelsrichtungen, der Regenponcho hält es vom Körper fern. Und dennoch: der Raum - in meinem Fall ein ungenutzter Raum unserer Gartenlaube - staubt langsam zu. Also empfiehlt es sich nach jedem zweiten Schleifeinsatz auch den Boden, den Tisch etc. zu reinigen. Das Schleifen in geschlossenen Räumen hat neben diesem Nachteil den Vorteil, dass ich es auch - wie heute - an einem Sonntag machen kann  ;)
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: helgesteen am 06 Jun 21, 16:15
Hallo Benedikt,
ich habe schon hunderte Jaspisse, Achate und Gangstücke mit den Diamantpads geschliffen, mache aber ein paar Details anders:


Unter diesen Voraussetzungen habe ich ein Schleifbild, an dem die Ränder nicht geschliffen sind, noch nie erlebt. Im Gegenteil: Durch die weiche Klettschicht und den tendenziell höheren Anpressdruck an den Rändern des Stückes (z.B. durch unbeabsichtigtes, leichtes Kippeln des Stücks) werden die Schliffe bei mir fast immer minimal konvex, d.h. die Ränder sind etwas stärker abgeschliffen.

Wenn die Ränder nicht ausreichend geschliffen werden hätte ich sofort den Verdacht, dass das Pad entweder (wie bereits genannt) ungleichmäßig abgenutzt wurde, oder die Unterlage des Pads nicht eben, sondern selbst etwas konvex ist. Ich würde definitiv feucht arbeiten, um die Abnutzung zu minimieren, und die Ebenheit der Padoberfläche auf dem Teller einmal ganz genau mit einem Lineal und einem untergelegten Papierstreifen prüfen.

Jedenfalls bin auch ich mit den Ergebnisse dieser Schleifmethode absolut zufrieden. In manchen Fällen (abhängig vom Schleifgut) ist der Glanz auch nach dem 3000er-Pad nicht perfekt, dann poliere ich wenige Sekunden mit Aluminiumoxid und habe Hochglanz. Kratzer gibts nur, wenn unterschiedlich harte, "bröselnde" Mineralien auf dem Stück sind, obwohl ich das Schleifgut zwischen den einzelnen Körnungen nicht wasche.

Viele Grüße,
Helge
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: pseudonym am 06 Jun 21, 19:12
Nachtrag mit kommentierten Fotos:

1: Die gestern gezeigte Schneekopfkugel (siehe oben) nun noch mal geschliffen mit der Methode von Fabian: an einer Stelle den Stein halten, nach 10 Sekunden um 90 Grad drehen usw. usw. --> die Ränder sind nun glatt und glänzend! Der optische Eindruck von "nass"/"trocken" auf dem Foto täuscht: die äußere Schicht der Ryolithkugel ist an sich heller, als der dunklere Kern. Man sieht es an der Spiegelung im oberen Bereich der Kugel.

2: Mein Schleifpadset; gab es für 25 Euro bei Amazon - kann mir nicht vorstellen, dass es bei dieser Preisklasse riesige Qualitätsunterschiede gibt. Insofern dürfte es wohl auch egal sein, welche der billigen Pads man benutzt. Hat den jemand Erfahrung mit etwas teureren Pads?

FFP2-Maske, Schutzbrille und Gehörschutz sind selbstverständlich.

3: Der regelbare Winkleschleifer stammt von der mir vollkommen unbekannten Marke "Bort". Für 47 Euro bei Amazon gekauft. Über Zuverlässigkeit nach Wochen/Monaten kann ich nichts sagen. Ich habe ihn ja erst seit 3 Wochen.

4: Die Arbeitssituation: Ich mit Maske, Brille, Gehörschutz, Regenponcho, und Einmalhandschuhen - letztere sind optional, doch wenn man den Staub nicht in den Poren der Haut haben will...

Die Kiste verhindert ein wenig das Schleudern des Staub-Wasser-Gemisches in alle Himmelsrichtungen, der Regenponcho hält es vom Körper fern. Und dennoch: der Raum - in meinem Fall ein ungenutzter Raum unserer Gartenlaube - staubt langsam zu. Also empfiehlt es sich nach jedem zweiten Schleifeinsatz auch den Boden, den Tisch etc. zu reinigen. Das Schleifen in geschlossenen Räumen hat neben diesem Nachteil den Vorteil, dass ich es auch - wie heute - an einem Sonntag machen kann  ;)

Das wär mir nun wieder zu heiß mit den 240 V und Wasser ??? Oder seh ich das falsch ?

Ich dachte an nen alten Bohrmaschinenständer und einen dünnen Wasserstrahl von unten (Scheibenwischerpumpe) und quasi den Achat von unten ran halten ....

Es gibt ja auch so Trenntrafos ob die für sowas geeignet sind ?
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Jun 21, 19:28

Das wär mir nun wieder zu heiß mit den 240 V und Wasser ??? Oder seh ich das falsch ?


Gut, dass du nachfragst, sonst wird es falsch bzw. gefährlich verstanden: Ich mache es 1:1 wie der Australier im Video: Achat in Wasser getaucht, 10-20 Sekunden auf das Pad gehalten, Achat in Wasser, 10-20 Sekunden auf das Pad etc. etc.

Es ist also, wenn man so will, ein "halbnasses" Schleifen. Wenn Du auf dem Foto die Spuren in der Kiste betrachtest, sieht man auch, dass das Wasser-Staub-Gemisch einen deutlichen Streifen erzeugt hat. Wasser kommt somit nicht in/an die Maschine. Von einem echten Wasserstrahl rate ich selbstverständlich bei einem solchen Winkelschleifer ab! Dafür gibt es ja Nasswinkelschleifer. Diese sind dann aber auch deutlich teuer...
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Fabian99 am 06 Jun 21, 19:45

Unter diesen Voraussetzungen habe ich ein Schleifbild, an dem die Ränder nicht geschliffen sind, noch nie erlebt. Im Gegenteil: Durch die weiche Klettschicht und den tendenziell höheren Anpressdruck an den Rändern des Stückes (z.B. durch unbeabsichtigtes, leichtes Kippeln des Stücks) werden die Schliffe bei mir fast immer minimal konvex, d.h. die Ränder sind etwas stärker abgeschliffen.

Wenn die Ränder nicht ausreichend geschliffen werden hätte ich sofort den Verdacht, dass das Pad entweder (wie bereits genannt) ungleichmäßig abgenutzt wurde, oder die Unterlage des Pads nicht eben, sondern selbst etwas konvex ist. Ich würde definitiv feucht arbeiten, um die Abnutzung zu minimieren, und die Ebenheit der Padoberfläche auf dem Teller einmal ganz genau mit einem Lineal und einem untergelegten Papierstreifen prüfen.

Hallo Helge,

nach meiner Erfahrung wird der konvexe Stein, von der konkaven ersten Schleifscheibe, gemacht und fällt dann auf der nächsten Stufe, der "planen" Polierscheibe auf. Der Rand wurde zu sehr abgetragen und der Stein liegt nur mittig auf der Polierscheibe auf.

War dann bei mir immer der Tag, an dem die Scheiben abgerichtet wurden.

LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: helgesteen am 06 Jun 21, 21:34
Hallo Fabian,

das kann bei mir eigentlich nicht der Grund sein. Zum einen habe ich das gerade gecheckt: Keine der Scheiben ist irgendwie konkav abgenutzt, die sind alle topfeben. Außerdem fange ich nicht immer mit der ersten an, manchmal steige ich erst bei der dritten oder vierten ein, da ich die gesägten Stücke vorher auf einer groben Telum-Scheibe (ohne Klettlage) vorbereitet habe. Diese sehr teuren Scheiben ergeben übrigens völlig ebene Schliffe, sind allerdings bei mir für quarzreiche Stücke wie Achate oder Jaspisse überhaupt nicht geeignet, da aufgrund dieser völlig gleichmäßigen Auflage nicht genug Schleifdruck und damit Abtrag erreicht werden kann. Da sind die etwas "flexiblen" Pads wesentlich effizienter.

Viele Grüße,
Helge

 

 
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Fabian99 am 06 Jun 21, 22:20
Ok, so war es bei mir und mit der Mikrometeruhr messbar - und wurde korrigiert. War aber anderes Material und läppen!
Immer wenn der Glanz nicht gleichmäßig kam, war eine Scheibe ballig.

LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: pseudonym am 06 Jun 21, 23:07

Das wär mir nun wieder zu heiß mit den 240 V und Wasser ??? Oder seh ich das falsch ?


Gut, dass du nachfragst, sonst wird es falsch bzw. gefährlich verstanden: Ich mache es 1:1 wie der Australier im Video: Achat in Wasser getaucht, 10-20 Sekunden auf das Pad gehalten, Achat in Wasser, 10-20 Sekunden auf das Pad etc. etc.

Es ist also, wenn man so will, ein "halbnasses" Schleifen. Wenn Du auf dem Foto die Spuren in der Kiste betrachtest, sieht man auch, dass das Wasser-Staub-Gemisch einen deutlichen Streifen erzeugt hat. Wasser kommt somit nicht in/an die Maschine. Von einem echten Wasserstrahl rate ich selbstverständlich bei einem solchen Winkelschleifer ab! Dafür gibt es ja Nasswinkelschleifer. Diese sind dann aber auch deutlich teuer...

Das ist nat. auch ne Möglichkeit , so teuer sind die gar nicht unbedingt :

https://de.aliexpress.com/item/4000741997853.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.a1a93ddaqp9mRC&algo_pvid=75be1761-3eb5-431e-8fe4-911ac6da67ac&algo_expid=75be1761-3eb5-431e-8fe4-911ac6da67ac-8&btsid=2100bdd716230130622848860e25e9&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_,searchweb201603_

 ... oder ne billige Akkuflex und ein Infusionsdingens aus der Apotheke fürs Wasser ,18 Vollt krabbeln ja höchstens aber sollten noch ungefährlich sein :

https://de.aliexpress.com/item/1005001302481063.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.a1a93ddaqp9mRC&algo_pvid=3d15a94b-b46f-4799-bdcc-1c70de531da8&algo_expid=3d15a94b-b46f-4799-bdcc-1c70de531da8-7&btsid=2100bdd716230135002954417e25e9&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_,searchweb201603_

gibt ja noch den alten Trick wo man die Achate eingipst und dann durchsägt ,wenn man das in nen Kasten macht hat man nen 4eckigen Block und könnte mit der Flex von oben her arbeiten .
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 07 Jun 21, 07:55


... so teuer sind die gar nicht unbedingt :

https://de.aliexpress.com/item/4000741997853.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.a1a93ddaqp9mRC&algo_pvid=75be1761-3eb5-431e-8fe4-911ac6da67ac&algo_expid=75be1761-3eb5-431e-8fe4-911ac6da67ac-8&btsid=2100bdd716230130622848860e25e9&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_,searchweb201603_

 ... oder ne billige Akkuflex und ein Infusionsdingens aus der Apotheke fürs Wasser ,18 Vollt krabbeln ja höchstens aber sollten noch ungefährlich sein :

https://de.aliexpress.com/item/1005001302481063.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.a1a93ddaqp9mRC&algo_pvid=3d15a94b-b46f-4799-bdcc-1c70de531da8&algo_expid=3d15a94b-b46f-4799-bdcc-1c70de531da8-7&btsid=2100bdd716230135002954417e25e9&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_,searchweb201603_

gibt ja noch den alten Trick wo man die Achate eingipst und dann durchsägt ,wenn man das in nen Kasten macht hat man nen 4eckigen Block und könnte mit der Flex von oben her arbeiten .

Stimmt, preislich gibt es da auch günstige Produkte, aber dann hat man, hätte ich, das Problem, wo ich es aufstelle - in geschlossenen Räumen wohl eine ziemliche Sauerei. Die zweite von dir gepostete Flex hat keine Dehzahlregulierung. Die läuft also ständig mit ihren max 11000 rpm viel zu schnell.
Die Methode mit den Infusionstropfen klingt interessant, könnte mir aber vorstellen, dass die Tropfen sogleich von der Scheibe geschleudert werden. Aber das ließe sich ja auch vorher testweise simulieren.
Grundsätzlich scheint mir jedoch schon die Methode des australischen Kollegen für "Gelegenheitsachatsammler" sehr brauchbar. Man lernt eben am Anfang viel dazu durch die Praxis - und durch den Austausch. 
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: pseudonym am 07 Jun 21, 22:05
Nee,nee den hab ich schon der geht in Stufen runter zu regeln ,per Knopfdruck .
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: loparit am 08 Jun 21, 09:18
Kennt ihr die Schleifbox von Stonemaster?
 
https://www.stonemaster-onlineshop.de/steinbearbeitung/schleifen/trockenschleifbox/#cc-m-product-12829123896

Da wird auch mit solchen Pads gearbeitet und alles befindet sich in einer Box, Staub etc. bleibt alles im Gerät. Kein Atemschutz etc.

Bin selbst kein Achatsammler, habe es aber einmal ausprobiert und war überrascht über das Ergebnis und wie einfach es funktioniert hat.

Gruß
loparit
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 08 Jun 21, 13:40
Kennt ihr die Schleifbox von Stonemaster?
 
https://www.stonemaster-onlineshop.de/steinbearbeitung/schleifen/trockenschleifbox/#cc-m-product-12829123896

Da wird auch mit solchen Pads gearbeitet und alles befindet sich in einer Box, Staub etc. bleibt alles im Gerät. Kein Atemschutz etc.

Bin selbst kein Achatsammler, habe es aber einmal ausprobiert und war überrascht über das Ergebnis und wie einfach es funktioniert hat.

Gruß
loparit

Interessant, komplett trockener Schleifgang! Mich würde zusätzlich brennend interessieren, als Ergänzung zu deiner Frage, wer denn schon mal Erfahrung mit etwas hochwertigeren Pads gemacht hat und aus der Praxis den Unterschied zwischen Billigpads (mein Set: 25 Euro; bei Stonemastre JE (!) Körnung 35 Euro) und weniger billigen Pads kennt.
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Wetterstoa am 09 Jun 21, 07:18
Hallo Benedikt! Ich arbeite mit einer Nassflex und dementsprechend Schleifpads für den Nass-Schliff. Ich hatte hier schon teure Schleifpads und auch Günstige in Gebrauch. Meine Erfahrung ist, dass die teureren Pads eine längere Standzeit hatten. Aus den günstigen Schleifpads habe ich mir auch Schleiftöpfe für das Schleifen von Kugeln hergestellt. Ich habe bislang ca. 180 Kugeln geschliffen und immer noch die ersten Schleiftöpfe in Gebrauch. Die Standzeit ist also auch bei den günstigeren Pads nicht ohne. Kommt natürlich auf das Material an, dass man damit schleift. Die einzelnen Körnungen sind absolut "sauber", d. h. auch in den feineren Körnungen sind keine groben Körner vorhanden, die den Schliff wieder ruinieren könnten. Meine günstigen Pads habe ich von Rich on Tools aus Hongkong. Dort gibt es Schleifpads von 3 bis 7 Zoll Durchmesser. Das 10er Set mit 4 Zoll Durchmesser kostet 29,90 US-Dollar inkl. Versand.
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Wetterstoa am 09 Jun 21, 07:24
Eine meiner Meinung nach auch sehr interessante Methode wenn es darum geht, möglichst günstig Steine zu schleifen:

https://www.youtube.com/watch?v=SQx1CzjvPgY&t=10s
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 09 Jun 21, 13:13
Hallo Thomas,

danke für dein Erfahrungsbericht mit den Pads. Ja, wenn es nur die Standzeit ist, welche die Preisunterschiede ausmacht, müsste man mal gegenrechnen: Inwieweit die teureren Pads dann doch sich auszahlen oder eben nicht. Auch wenn ich erst Neuling beim Steinbearbeiten bin, würde ich aber auch sagen, dass die Billigpads erst einmal an sich "sauber" sind. Das Problem eines Verkratzens bei feinerer Körnung hatte ich noch nicht.

Zu dem Video: das kenn ich auch schon  ;)

Habe in letzter Zeit viel in dieser Richtung recherchiert. Wenn man das Resultat des amerikanischen Sammlerkollegens sich genau anschaut (gegen Ende des Videos), würde ich aber mal sagen - bei der hochauflösenden Filmqualität -, dass der Stein eher in Richtung "Seidenglanz" tendiert und nicht den gewünschten "Spiegelglanz" hat. Vielleicht liegt es ja am nur trockenen Schleifen.

Gruß
Benedikt
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: helgesteen am 09 Jun 21, 13:25
Hallo zusammen,

die Billig-Pads sind definitiv für Feucht- bzw. Nassschleifen gemacht und haben dann eine wirklich gute Standzeit. Bei Trockenschleifen nutzen sie sich dagegen sehr schnell ab. Ich würde eher eine technische Lösung suchen, um feucht schleifen zu können, statt zu teureren Trockenscheiben zu wechseln. Zumal dann potentiell immer noch die Staubproblematik besteht.

Die Billig-Pads werden übrigens auch sehr gerne mit Exzenterschleifern eingesetzt, offenbar mit sehr ordentlichen Resultaten und guter Standzeit (feucht). Allerdings ergibt sich auch hier das Problem 230V vs. Feuchtigkeit. Das lässt sich offenbar in den Griff bekoimmen, indem man den Stein fixiert und dann "von oben" mit Minimalfeuchte schleift. Das wäre allerdings nicht so mein Ding.

Viele Grüße,
Helge

Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 19 Jun 21, 14:41
Liebe Achatfreunde,

noch mal ein kleines Update: Ich berichtete ja am Anfang von dem Problem, dass gerade die Ränder von runden Steinen nicht so gut erfasst wurden von den Pads bwz. von meiner Schleiftechnik. Dann habe ich den Tip von Fabian ausprobiert: den Stein einfach für 10 Sekunden auf einer Stelle halten, dann 90° drehen, 10 Sekunden halten usw. Das Resultat (zumindest von einer ovalen halben Achatkugel) sieht jetzt so aus: nun sind Rände super geworden, aber die Mitte es Steins ist eher matt. Das heißt: grundsätzlich ist der 90°-Trick effektiv; nur sollte man es nicht übertreiben  ;)

Mein nächster Versuch wird so aussehen:

50/100/200/400-Pads in der 90°-Haltung und mit höherem Anpressdruck --> ist ja bei der statischen Methode und den groben Körnungen auch einfacher zu bewältigen und ohnehin wird dabei das meiste Material abgetragen.

800/1500/3000-Pads mit schellen kreisenden Bewegungen auf dem Schleifpad und weniger Druck. 

Direkt ins Lexikon habe ich übrigens einige Bilder eingefügt von selbst bearbeiteten Achaten:

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=3214,4561,1

Viele Grüße
Benedikt
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: Fabian99 am 19 Jun 21, 15:59
Hallo Benedikt,

deine Schleifscheiben sind vermutlich nicht alle gleich plan.
Der Schritt vor der Politur macht einen Hohlschliff, also ist der Rand zu stark abgenutzt.

Meine Meinung + LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 19 Jun 21, 17:25
Hallo Fabian,

das ist gut möglich, da ich ja auf den Rand der Pads bisher ohnehin mit dem Stein während des Schleifens gedrückt habe. Ich versuche mal gegenzusteuern und mehr im Innenbereich zu schleifen. Ich freue mich auf nächste Woche, da soll es kühler werden. Dann schleife ich auch wieder. Bei der aktuellen Hitze setze ich mich doch nicht mit Poncho, Maske und Brille vor das Schleifgerät  ;D

LG
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: fassi am 23 Jun 21, 21:45
mit einen exenterschleifer werden die feinen Körnungen deutlich besser . da macht man mit 6000 er Diamantpad Spiegelpolitur ;)
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 05 Mar 22, 21:17
Hallo zusammen,

mal wieder ein kleiner Beitrag aus der improvisierten Achatwerkstatt: Angehängt zwei Bilder einer ca. 5,5 cm großen Schneekopfkugel von Friedrichroda.

Ich hatte euch ja von den Problemen einer nicht ganz gleichmäßigen polierten Oberfläche erzählt. Das konnte ich doch mittlerweile korrigieren mit einer einfachen - wenngleich kräftezehrenden - Modifikation: ich übe einfach mehr Druck auf den Stein beim Schleifen aus  ;) Der gezeigte Achat hat einen tollen Spiegelglanz und das Lesen der Schrift auf einer alten Glühbirne (der klassische Test) funktioniert ohne Probleme.

Nun aber noch ein paar Fragen und Beobachtungen - vielleicht können wir da etwas an Erfahrung zusammentragen:

1.) Ich verwende mittlerweile die Pads von "Stonecraft". Auch sehr günstig, aber auch nicht so spottbillig wie das, was ich vorher hatte. Kosten, wenn ich mich recht erinnere, ca. 60/70 Euro für alle Pads von 50-6000er Körnung. Ich habe bei denen beim Schleifen ein besseres Gefühl, einen besseren "Grip".
2.) Da ich mich der einen Hand den Winkelschleifer halte und mit der anderen den Stein auf die Pads drücke, kann ich auch nicht so enorm viel Druck aufbauen. Aber lasst und mal vergleichen: Ich habe den Schleifvorgang vorhin mal auf einer Personenwaage simuliert: es sind so etwa 6 bis max. 8 kg Druck, den ich beim Schleifen auf den Stein bringe. Wie ist das bei euch? Wie ist das bei einer professionellen Schleifvorrichtung, bei der man ja mit beiden Händen den Stein halten kann?
3.) Den Schleifstaub, der sich ggf. in Drusen/Rissen festsetzt, entferne ich mühelos mit Ultraschall.
4.) Ein m. E. recht bekanntes Problem (las ich schon mal im Forum): Der Ryolith, aber auch der Achatrand in dem gezeigten Stück sind auf Hochglanz geschliffen, der Quarzkern jedoch nicht - dieser ist sogar beim Spiegeln im Licht ziemlich stumpf. Ich kann damit leben - aber warum ist das so?
5.) Drei Steine in der gezeigten Größe schaffe ich in ca. einer Stunde (50/100/200/400/800/1600/3000-Körnung). Das ist ja kein Schnelligkeitswettbewerb. Aber ist das nun flott, normal oder langsam??

So, das war es erst mal...viele Infos und einige Fragen  ;)

Grüße
Benedikt
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: felsenmammut am 06 Mar 22, 07:54
Glück Auf!

Vielen Dank für die Zusammenfassung.

Nur zwei Anmerkungen zu dem stumpfen Quarz:
1. Quarz ist nicht gleich Quarz, wenn es ums Polieren geht. Es gibt Quarz, der nur sehr schwer Politur annimmt. Solch schwer polierbarer Quarz ist meist hornsteinartig, oft im Mikrometerbereich porös und in vielfältigen Bildungsmileaus anzutreffen. Solch ein Quarz scheint hier aber als Ausfüllung im Zentrum nicht vorzuliegen, da es wohl makrokristalliner Quarz ist.
2. Der Unterschied in der Schleifhärte zwischen Chalcedon/Achat und andere richtig kryptokristalline Quarzvarietäten auf der einen Seite und Quarz auf der anderen Seite ist noch recht enorm. Ein grober Schleifgang hinterlässt noch genug Rauigkeit im Quarz, die mit dem nächsten Schleifgang weggeschliffen werden muss. Da der Quarz weicher ist, ist die Rauigkeit tiefgreifender. Wenn der feinere Schleifgang dann zu kurz durchgeführt wird, wird nur der widerstandsfähige Chalcedon auf die geringere Rauigkeit gebracht. Im tiefer ausgeschliffenen Quarz bleibt die grobe Rauigkeit erhalten. Schleifpads mit weicher Unterlage und Schleifen mit losem Korn verstärken den Effekt. Schleifen mit Schleifpads auf harter Unterlage und Schleifscheiben mit gebundenem Korn mindern den Effekt. Das ist dann alles etwas relativ: Weich ist nicht gleich weich und der Eine hat Zeit und übt sehr gleichmäßigen Druck auf den Stein aus, der andere hat das Feingefühl einer Dampfwalze kombiniert mit der Hektik eines Hauptbahnhofs.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
Titel: Re: Schleifen/Polieren mit Winkelschleifer und Diamantschleifpads - Tips & Tricks
Beitrag von: S-C-H-U-B-E-R-T am 06 Mar 22, 19:32
Danke dir, Felsenmammut!

In deinen Anmerkungen habe ich mich entdeckt: Ich schleife auf Pads auf zwangsläufig weicher Unterlage, da die Pads ja mit Klettverschluss auf dem Padhalter angebracht werden und der Padhalter - bwz. die Schicht zwischen Klettauflage und Halterung - weich ist. Auch bin ich immer ziemlich fix mit den feineren Schleifvorgängen durch. Ich werde der Sache beim nächsten Schleifen mal auf den Grund gehen...

Nun bin ich aber noch gespannt auf weitere Anmerkungen. Es gibt doch einige Achatsammler hier, die auch selbst schleifen - mit Sicherheit.