Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: uwe p. am 10 Feb 04, 17:09
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servus :)
vor kurzem habe ich eine feine silberstufe erworben, die schon leicht anglaufen ist.
eigentlich kein problem, aber die matrix, auf der die silberlocken sitzen, ist vorwiegen carbonatischer art. ich denke, dass meine übliche reinigungsmethode für silbe, heisse zitronesäure, hier nicht angebracht wäre, wegen der carbonatmatrix.
was kann ich da machen ???
mfg
uwe
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Hallo Uwe p.,
da auch grüne Carbonatbeläge auf Kupferstufen durch Einlegen in 10%ige Citronensäurelösung beseitigt werden, sollte das eigentlich auch mit einer Silberstufe funktionieren.
Oder Du benutzt eine alkalische Seignette-Salzlösung (Kalium-Natrium-Tartrat). Hergestellt wird sie durch Auflösen von 15 g Seignettesalz und 5 g Ätznatron (Natriumhydroxid) in 100 ml Wasser.
Kupfermetall und Cuprit bleiben dabei unbeeinträchtigt. Ich denke Silber auch; kann aber dafür keine Garantie übernehmen.
Teste doch zuvor mal am besten die o.g. 'Prozedur' an einem 'Ag-Krümel' oder an einer entbehrlicheren Silberstufe.. ;)
Viel Glück.. :D
Gruß Peter
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Hallo uwe p.
hier mal ein Tipp, altes Hausmittel, wie man diese Beläge ohne viel Chemie schonend entfernen kann wenn sie nicht zu hartnäckig sind.
Lege deine Silberstufen zusammen mit einer Aluminiumfolie in ein Kochsalzlösungsbad, am Besten in einer Plastikschüssel.
Warte ca. 10 - 20 Stunden. Die Aluminium-Ionen haben, da Sie unedler sind als Silber-Ionen den Schmutz vom Silber "gelöst". Das NaCL im Wasser beschleunigt die Reaktion. Du kannst den Redox-Prozess beschleunigen, wenn du heißes Wasser verwendest.
Die Alufolie sollte das Silber berühren (kannst auch das Silber locker in die Folie einhüllen). Die Na+ und Cl- Ionen dienen dem Ladungsausgleich über die wässrige Phase wodurch der "Stromkreis" geschlossen wird. Das Silbersulfid bzw. -oxid auf dem ged. Silber wird zu Silber reduziert und das Aluminium der Folie oxidiert.
Zum Abschluss musst Du die Stufen in klarem Wasser lange spülen um das NaCl wieder aufzulösen damit es nicht an der Stufe auskristallisieren kann..
Viel Erfolg beim ausprobieren.
Gruß Jürgen
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Hallo geomüller,
gibt es da evtl. auch eine Quelle für (evtl. Duthaler und Weiss?) oder hast Du das schon selbst ausprobiert ..klingen tut's ja auch logisch und ist sicher besser als die damit im Vergleich agressivere 'Alternativ-Chemie'.. ;)
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erstmal danke an euch,
die reinugungsmethode mit der alufolie ist mir bekannt, das problem ist nur, dass sich dabei auch carbonatische verbindungen lösen können. einerseits die matrix, andererseits auch, eventuell vorhandene, carbonatische *verbindungsstücke* zwischen silber und matrix.
ich denke, ihr habt alle silberproben aus rudny, kasachstan. um eine solche handelt es sich bei mir. und wie ihr sicher auch wisst, ist die matrix sehr porös und, ich kann mir vorstellen, dass die matrix nach 10- 20 h im wasser sich in matsch verwandeln wird.
diese stück bereitet mir einiges kopfzerbrechen bezüglich der angebrachtesten reingung.
kann ich da eigentlich auch handelsüblichen silberreiniger verwenden, oder richte das mehr schaden als reinugunswirkung an?
mal schaun, ob ich ein bild anhängen kann, bisher hat es irgendwie noch nicht geklappt.
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Hallo uwe p...,
musst Du denn dieses Stück überhaupt unbedingt reinigen oder könntest Du es nicht auch so belassen, gerade wegen der carbonatischen Begleitmineralien..? Die Natur hat's ja so gewollt.. :D..und ich persönlich finde, dass die Ästhetik einer Mineralstufe gerade auch durch 'kontrastreiche Begleiter' bereichert werden kann.. ;)
Gruß Peter
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Ich muß ja nicht unbedingt Peter recht geben, aber er hat die Sache auf den Punkt gebracht. Silber sieht eben in der Natur nicht immer oder sogar ziemlich selten "silbern". Außerdem laufen die gereinigten Locken nach einiger Zeit wieder an.
Eine milde Reinigung in Wasser mit wenig (!) waschaktiver Substanz evtl. im Ultraschallbad sollte ausreichend sein.
Schlimm ist es nur, wenn auf den Locken häßliche Akantit-nadeln wachsen. Das ist oft die Folge allzu heftiger Reinigungsprozeduren.
Glück Auf
Uwe
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Hallo Peter,
nein eine richtige Quelle dafür gibt es eigentlich nicht, das ganze ist eigentlich allgemein bekannt und gehört genau genommen ins Gebiet der Galvanik. Es sei denn ich führe als Quelle meine Oma an, die hat nämlich so ihr Silberbesteck gereinigt ;) :D ;D.
An alle
Also ich habe schon zwei Silberstufen so gereinigt, die waren allerdings ziemlich massiv und ohne Carbonatmatrix. Aber ich habe gerade eine Silberstufe mit Carbonatmatrix rausgesucht und werde es mal probieren. Ich werde Euch über das Ergebnis in den nächsten Tagen informieren, mal sehen was rauskommt bzw. übrig bleibt ??? :o.
Gruß Jürgen
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Hallo,
ich habe wie versprochen eine Silberstufe mit Carbonatmatrix aus Pribram CZ mit der von mir vorgestellten Methode behandelt. Ich lege ein Vorher- und ein Nachherbild bei, damit ihr Euch vom Ergebnis selbst ein Bild machen könnt. Vor der Behandlung war das Silber totalschwarz angelaufen und die einzelnen Silberfäden mit einander verbacken. Ich habe die Stufe wie gesagt in gesättigter Kochsalzlösung zusammen mit einer Alufolie in einen Plastbecher gelegt. Schon nach ca. 30 min hat man eine deutliche Verbesserung gesehen. Nach ca. 6 Stunden habe ich die Stufe entnommen mit klarem Wasser gespült und noch mal ca. 10 Stunden in klares Wasser gelegt. Jetzt erkennt man erst einmal, daß es sich bei den Silberaggregaten nicht um Locken oder Draht sondern aus Silberfilz handelt. Das war vorher (siehe Bild) nicht zu erkennen. Also ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Ich muß aber auch gestehen, daß sich bei der Reinigung ein ganz kleines Silberaggregat gelöst hat, was aber in Relation zur Gesamtsilbermasse nicht ins Gewicht fällt. Aber sehr vorsichtig muß man bei der ganzen Prozedur schon sein. Hier noch das Vorherbild.
MfG Jürgen
[gelöscht durch Administrator]
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Hier noch das Nachherbild.
[gelöscht durch Administrator]
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Hallo
Ein Hoch auf die Omas. Die haben`s gewusst. Mit der Alufolie. Und geomüller hat das gut beschrieben. Wir Galvano-Freaks sprechen da von edel/unedel. Unedel, in diesem Fall die Folie, ist die "Opfer-Anode". Da fliesst Strom im µV-Bereich.
Ich hätte da auch ne Frage. Ich besitze eine Mords-Hübnerit-Stufe aus Peru, aus dem großen Fund der 80er. Leider sind die Kristalle nicht mehr rot-durchscheinend, sondern schwarz. Kann man da noch was machen?
Danke&Gruß Wilhelm
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Stand die Stufe irgendwo ohne Kästchen im Freien?
also ich habe auch eine dieser Stufen aber generell in Kunststoffkästchen; da scheint dann nix zu passieren.
Ob da noch was zu machen ist bezweifle ich sehr; evtl. hillft da nur Erhitzung auf ??? Grad C..muss ich mal recherchieren..
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Danke Peter.
Im Kästchen? Hmmmh....wie die Stufe vor dem Kauf gelagert wurde ist mir nicht bekannt und da waren die Hübnerite schon dunkel. Bei mir steht sie normal frei in der Vitrine.
Erhitzen? Das Ding besteht aus ca. 8 cm langen Nadelquarzen mit bis zu 6 cm langen Hübnerit-XX. Da lass ich wohl besser die Finger von. Die ganze Wolframit-Reihe ist ja wohl extrem Temperaturempfindlich.
der Sauerländer
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Hallo alle,
ich habe heute neu eingetauschte Silberstufen aus Hartenstein mit der hier beschriebenen Methode (Kochsalzlösung und Aluminiumfolie) gesäubert. Das Ergebnis ist wieder toll. Dabei habe ich festgestellt, daß sich auch die schwarzen Silbersulfidbeläge von Proustit und auch Oxidationsbeläge auf ged. Kupfer hervorragend beseitigen lassen ;D ;D.
Gruß Jürgen
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Hi ich habe ein problem ich muss morgen eine ganze mappe in chemie abgeben und ich brauche noch ein paar infos es wär cool wenn jemand mir helfen könnte es geht um strom zbs. storm fließt auch beim reinigen von silberbesteck , oder wie man die Oxidationszahlen raus bekommt .
danke euer andre
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Hi ich habe ein problem ich muss morgen eine ganze mappe in chemie abgeben und ich brauche noch ein paar infos es wär cool wenn jemand mir helfen könnte es geht um strom zbs. storm fließt auch beim reinigen von silberbesteck , oder wie man die Oxidationszahlen raus bekommt .
danke euer andre
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Alle Achtung !
Das mit dem Salz-Bad ist ja wirklich fein - danke für den "schonenden" Tipp. Sollte ich mal bei meinen Silberstufen ausprobieren.
Ducku