Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: loismin am 27 Jun 21, 07:26
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Hallo.
Habe mal versucht zu zeigen, wie man mit einem Salzsäuretest einen Malachit ausschließen kann.
Dazu möchte ich hier mal anhand eines Bildes die Reaktion zu zeigen wenns kein Karbonat ist .
Ein Tropfen verdünnte Salzsäure in einen Döschendeckel, ein kleines abgebrochenes Stück des zu testenden Minerals mit einer Nadel in den Tropfen schieben und das Lösungsverhalten im Stereomikroskop anschauen.
Hier sieht man ganz deutlich ,nur ganz leichte Bläschen, die sich sehr langsam bilden und die Salzsäure sehr schnell gelb färben .
Das Mineral löst sich zwar auf, aber sehr langsam und bildet sehr langsam entstehende Luft oder Gasblasen.
Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, daß es eben kein Malachit ist, der sofort ganz schnell aufschäumt.
Würde hier von der Paragenese her dann eher ein Sulfatmineral vermuten .
Loismin
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Hallo
Kleiner Hinweis noch .
Natürlich den Test nur mit Brille, Bauhelm und Abzugshaube machen um Unfälle zu vermeiden >:D
Und dem Stereomikroskop tuts auch nicht gut, wenn man nicht eine schützende Vorsatzlinse vor dem Objektiv hat .
Loismin
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Wenn Du sowas mit einem Smithsonit machst, sieht das auch so aus, eher noch weniger Bläschen.
Das kann bei verdünnter Säure so langsam gehen, dass das CO2 aus der Lösung diffundiert, bevor es Bläschen bildet. Manche Carbonate lösen sich schnell, manche langsam.
Malachit löst sich in der Tat schnell und mit viel Bläschen auf, mit gelber Farbe übrigens, denn Cu2+ sieht in Salzsäure gelb - gelbgrün aus, nicht blau oder grün.
Die Bläschen würden bei einem Sulfat, Phosphat, Chlorid etc. etc. nicht auftreten. Luft geht auch nicht freiwillig in Lösung, nur um als Bläschen wieder auszutreten, erst recht nicht wenn da etwas anderes drin gelöst ist.
Mögliche Alternativen zu Carbonaten wären z.B. Sulfite (SO2) oder Sulfide (H2S, das hätte man gerochen), unedle Metalle. Alles sehr unwahrscheinlich.
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Hallo Amir.
Beim Brochantit sieht das Lösungsverhalten genauso aus und das ist zweifelsfrei ein Sulfat .
Oder täusch ich mich da.
Loismin
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Moin Alois
Das kann schon hinkommen mit dem Brochantit.
Eine Sache sollte allgemein noch erwähnt werden: Abbildungen in Bücher und im Internet können massiv in die Irre führen, auch wenn sie mit noch so guten Absichten gemacht wurden. Für chemische Test empfiehlt sich daher immer der Bildtest mit bekannten Proben! Das ist, wenn man entsprechend gründlich arbeiten möchte, sogar zwingend, da, wie Amir schon gesagt hat, manche Minerale für ihre Gruppe eher untypsiches Verhalten zeigen, Smithsonit ist da so ein Beispiel. Noch schlimmer ist Rhodochrosit, der in Salzsäure überhaupt keine Reaktion zeigen kann. Auch Cerussit zeigt sich von Salzsäure unbeeindruckt. Beide sprudeln aber in konz. Salpetersäure!
Also, beim Rumhantieren mit Chemie immer Vergleichsproben parallel zur Probe machen. Auch könnten die Testchemikalien verunreinigt oder sonstwie beeinträchtigt sein. Ich hatte z.B. mal wahrscheinlich uralte Salzsäure für eine CO2-Probe in der Hand, mit der hat noch nicht einmal Aragonit (als Blindprobe) geschäumt.
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Hallo Amir.
Beim Brochantit sieht das Lösungsverhalten genauso aus und das ist zweifelsfrei ein Sulfat .
Oder täusch ich mich da.
Loismin
Mit Bläschen? Kann nicht sein.
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Vielleicht ein kleiner Tip: Man kann eine ganze Menge mit Hausmittelchen aus dem Baumarkt machen, aber ein paar Dinge sollte man sich in kleinen Mengen besorgen oder herstellen.
BaCl2 ist z.B. ein sehr nützliches Reagenz, das man sich irgendwo in kleinen Mengen besorgen oder z.B. aus BaCO3 herstellen sollte (Witherit + Salzsäure, Reinigen durch langsame Kristallisation). Damit ließe sich Sulfat und Phosphat leicht nachweisen. Ba3(PO4)2 ist in Essigsäure löslich, BaSO4 nicht.
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... kleine Bemerkung am Rande: Ba2+ in Lösung ist ziemlich giftig (Nervengift).... also Vorsicht (auch mit BaCl2).
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Hallo Amir.
Dann probiers halt mal aus ;)
Loismin
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Ich habe nur einen hübschen selbstgefundenen, den ich nicht für ein überflüssiges Experiment opfern muss.
Wenn er Bläschen produziert, ist er mit Carbonaten verunreinigt oder es ist kein Brochantit.
Es ist defnitiv ausgeschlossen, dass Brochantit mit Salzsäure Bläschen gibt. Wo sollen die Blasen herkommen bzw. was soll das sein?
Cu4(OH)6SO4 + 8 HCl → 4 CuCl2 + 6 H2O + H2SO4
Ist natürlich in Lösung alles dissoziiert, aber so sieht man, dass da nichts Blubberndes rauskommt.
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Hallo
Kleiner Hinweis noch .
Natürlich den Test nur mit Brille, Bauhelm und Abzugshaube machen um Unfälle zu vermeiden >:D
Und Mundschutzmaske wegen Coronadit.
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Bläschen können auch dann entstehen, wenn ein poröses Kristallaggregat aufgelöst wird und eingeschlossene Luftbläschen freiwerden.
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Im Zweifel also vorher pulverisieren.
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La moindre impureté peut également perturber le test. Je remarque sur la photo que, indépendamment du cristal vert il y a des parties brunes...
La chimie est très capricieuse et, à cette échelle, il faut du matériel très pur. J'ai également souvent effectué des tests sous microscope, en veillant toujours à n'introduire dans le réactif que du matériel homogène. J'ai donc un doute sur la fiabilité de l'analyse proposée. Les bulles viennent-elles du cristal vert ou des "débris" aux alentours car il y a également formation de bulles là où il n'y a pas de cristal vert... Si vous avez encore du matériel, refaire le test en isolant un cristal sans résidus de poussières de la gangue, ce sera plus indicatif. Important aussi, la morphologie du cristal analysé avant de le dissoudre, Ce sont des indices précieux. Bon courage
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Bonsoir Bruno,
merci pour tes observations et ton commentaire.
Je vais rajouter une traduction des tes constats essentiels.
Minéralogiquement,
Harald
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Servus,
fuer alle, deren Franzoesisch schon etwas eingerostet ist, eine kurze, freie Uebersetzung von Brunos Beitrag.
Bruno schreibt: [...] Schon die geringste Verunreinigung kann den Test stoeren. Bruno weist darauf hin, dass das Probenmaterial offensichtlich nicht homogen ist und sowohl gruene und als auch braune Bestandteile aufweist, was seiner Meinung nach die Verlaesslichkeit des Tests in Frage stellt.
Bruno schlaegt daher vor, den Test an einem isolierten Kristall (ohne Matrix) zu wiederholen, sofern noch genug Material vorhanden ist.[...]
GA
Harald
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Herzlichen Dank für die Übersetzung !!!
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Avec grand plaisir :).
Harald
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Servus,
fuer alle, deren Franzoesisch schon etwas eingerostet ist
Eingerostet? Ich hatte nie Französisch in der Schule. ::) (90er Jahre) (Nein, auch kein Russisch oder Latein)
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Schade !
Dann hast Du dank Uebersetzung doch etwas lernen koennen ;D
GA Harald