Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: giantcrystal am 30 Jul 21, 12:51
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Hallo aus Mittelfranken
Wer kennt sich mit dem Anfärben von Mineralien gut aus, bzw. mit der älteren Literatur dazu. Anfärbemethoden waren früher sehr verbreitet, geblieben ist davon heute noch Alizarin - S, um Dolomit und Magnesit von Calcit zu unterscheiden.
Konkret geht es um die Fragestellung, wie man dichten Pyrophyllit (Wonderstone, Agalmatolith) im Handstück von sehr ähnlich aussehenden Quarz unterscheiden kann
Mittels Härte geht das leider nur schlecht, weil dichter Pyrophyllit entgegen Literaturangaben verblüffend hart ist und dies in diesem Fall keine Option ist.
Danke und Glück Auf
Thomas
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Hallo Thomas
hier ein Auszug aus Rösler´s Lehrbuch der Mineralogie
Viele Grüße
Georg Bode
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Von Anfärbemethoden von Pyrophyllit hätte ich noch nie gehört, und ich kenne viele Anfärbemethoden aus eigener Erfahrung. Sollte es doch eine geben, ich lerne gerne dazu!
Volkmar
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Hallo Volkmar
danke für die Antwort : Hättest du gehört...? Oder hast du gehört ?
Ist ein schwieriges Thema, ich weiß. Gibt es eigentlich Anfärbemethoden für Quarz ? Das würde in diesem Fall auch helfen : Quarz wird angefärbt, Pyrophyllit bleibt farblos...
Glück Auf
Thomas
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Servus,
ein interessantes, aber heute weitgehend obsoletes Thema. Die Kosten der benoetigten Reagenzien (von Beschaffungsproblemen ganz zu schweigen) duerften in den meisten Faellen die von modernen instrumentellen Analysen uebersteigen.
Es gibt hierzu das Standardwerk von Feigl: Qualitative Analysis by Spot Tests: Inorganic and Organic Applications.
Im Allgemeinen setzen derartige Tuepfelmethoden immer eine chemische Reaktion zwischen Reagenz und Analyt voraus. Dies ist z. B. auch die Grundlage der Tuepfeltests mit Alizarin-S oder anderen Farbstoffen zur Unterscheidung von Carbonat-Mineralen.
Eine Tuepfelmethode zum Anfaerben von Quarz ist mir nicht bekannt, was nichts heissen will - allerdings gibt es Anfaerbetests fuer Feldspaete.
Vielleicht bemuehst Du noch einmal Google Scholar (Schlagwort: staining methods in geology) bzw. dann die oertliche Fernleihe.
Viel Erfolg,
Harald
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ein interessantes, aber heute weitgehend obsoletes Thema. Die Kosten der benoetigten Reagenzien (von Beschaffungsproblemen ganz zu schweigen) duerften in den meisten Faellen die von modernen instrumentellen Analysen uebersteigen.
Abgesehen von den Beschaffungsproblemen: Die Kosten für eine instrumentelle Analyse sind nur dann geringer, wenn man auch Zugang zu solcher hat. Ansonsten dürften die meisten modernen und halbmodernen Analysegeräte die Kosten von einigen Chemikalien weit in den Schatten stellen. Und auch eine Analyse mit EDX und Raman als Dienstleistung ist nicht ganz billig. Bei mehreren Proben summiert sich das ganz gut auf. Wenn man sich in die Tüpfelmethode eingearbeitet und die Hürde mit der Reagenzienbeschaffung genommen hat, kann man mit den entsprechenden Substanzen viele Proben durchführen: Da man meistens nur winzige Mengen benötigt liegt eine Tüpfelprobe im Schnitt wahrscheinlich im Cent-Bereich.
Zur eigentlichen Frage: Geht da nicht etwas mit dem guten alten Lötrohr? Ggf. kann man das Kristallwasser ausheizen und nachweisen. Wäre das eine Option?
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Servus,
warum habe ich nur den Eindruck, dass Sammlern in den letzten Jahren der Zugang zu preiswerter instrumenteller Analytik moeglich gemacht wurde ?
Ueberall kann man nun nachlesen, dass Mineral XY analysiert wurde - es fand hier offensichtlich eine echte Demokratisierung statt ;D.
Die Frage von Thomas bezog sich auf die (einmalige ?) Unterscheidung von Quarz/Pyrophyllit per Tuepfeltest. Von Reihenuntersuchungen war nicht die Rede.
Das Werk von Feigl (siehe meinen vorherigen) sollte die prinzipielle Frage (Unterscheidung per Test moeglich oder nicht) beantworten und laesst sich fuer ca. 30 Euro beschaffen (vielleicht umsonst per Fernleihe).
Chemikalien und simples Glasgeraet (z. B. Masskolben - nicht Messzylinder) schlagen sicher mit einem niedrigen dreistelligen Betrag zu Buche.
Eine analytische Dienstleistung setzt nicht den Erwerb eines Instruments voraus - keiner kauft eine Baeckerei um an einige Broetchen zu kommen.
Die Fragestellung von Thomas sollte sich per EDX, idealerweise per EDX und Pulverdiffraktometrie, relativ einfach und kostenguenstig beantworten lassen.
Soviel dazu - vielleicht kann sich Thomas noch einmal hierzu artikulieren.
GA,
Harald
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Konkret geht es um die Fragestellung, wie man dichten Pyrophyllit (Wonderstone, Agalmatolith) im Handstück von sehr ähnlich aussehenden Quarz unterscheiden kann
Ich mag da natürlich völlig daneben liegen, diese Frage kann jetzt nur noch Thomas erschöpfend klären, aber ich habe das so verstanden, das er einen einfachen Test sucht, denn man auch schnell mal im Gelände durchführen kann. Anfärben wäre da ähnlich geeignet wie ein Tropfen Salzsäure als Probe auf Calciumcarbonat und ähnlich säurelösliche Carbonate.
Mein Alternativvorschalg mit dem Lötrohr bezieht sich auf den Namen des gesuchten Minerals. Zitat Wikipedia:
"Erstmals entdeckt wurde Pyrophyllit in der Gold-Lagerstätte von Berezovskoye, in der Oblast Swerdlowsk (Ural) in Russland und beschrieben 1829 durch R. Hermann, der das Mineral aufgrund seines charakteristischen Verhaltens vor dem Lötrohr nach den griechischen Worten πυρο- pyro für Feuer und φύλλον phyllon für Blatt benannte."
Es gibt für wenige Euro kleine Taschengasbrenner als Feuerzeug, die eignen sich auch hervorragend als kleine Lötlampe (1mm Kupferdraht konnte ich damit erfolgreich an der Spitze schmelzen). Wenn färben nicht geht, dann liefert das charakteristische Aufblättern vor dem Lötrohr vielleicht das erwünsche Unterscheidungskriterium.