Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: vandendrieschen am 01 Aug 21, 20:49
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Hallo,
ich komme bei dem Kristall ins schwanken ob es sich um Baryt oder Anglesit handelt.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1627843087.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1627843087.jpg)
Ich habe auf dem Stück noch die gleichen Kristalle die flacher sind und mit vorhanender spitzzulaufender Spitze, die eher dem Anglesit entsprechen dürften. Dieser Kristall ist aber dicker und hat eine stumpfzulaufende Spitze (orthorhombisch?), die genauso gut zu einen langgezogener Baryt passt.
(Beschreibung und alles ist im Foto)
Gruß
Jule
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Schreib Baryt dran, typischer geht's nicht. Anglesit gibt's vom Gegentrum nach meinen Erfahrungen nur direkt am Kontakt zu korrodiertem Bleiglanz...
Gruß Chrisch
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Danke.
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Anglésite ist langsam lösbar in Chlorsauer (etwas scneller mit Wärmte). Mit ein bischen KI Lösung komt ein PbI Präzipitat vor ....
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Servus,
da waere ich mir nicht so sicher. Zudem ist Bleichlorid, so sich dieses aus Anglesit (Bleisulfat) und Salzsaeure bildet, in Wasser sehr schwerloeslich.
GA,
Harald
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PbCl2 löst sich durchaus etwas, besonders in heißem Wasser (Jander/Blasius sagt: bei 20°C etwa 1%, bei 100°C etwa 3%).
In konzentrierten starken Säuren ist PbSO4 löslich.
In NaOH löst sich Bleisulfat auch, Bariumsulfat jedoch nicht.
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Servus,
Danke fuer den sachdienlichen Hinweis. Den Jander-Blasius habe ich auch in mehreren Ausgaben im Regal stehen, da ich das Buch ueberaus schaetze und auch noch hin und wieder nutze. Zudem durfte ich die meisten Vorproben und Trennungsgaenge oftmals durchfuehren.
Es ist und bleibt allerdings ein grosser Unterschied, Feinchemikalien unter Laborbedingungen kontrolliert in Loesung zu bringen oder ein unbekantes Mineral mit ziemlich kruden Vorproben bestimmen zu wollen.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an das Problem eines verzweifelten Doktoranden, der Bleichlorid, das als Beiprodukt entstanden war, aus dem Reaktionsgemisch zu entfernen.
Angesichts der "guten (!) Loeslichkeit von PbCl2 in warmen Wasser", als Faktum vorgebracht vom geballten professoralen Sachverstands im Seminar des Anorganisch-chemischen Instituts, gab dieser klein bei. Eine vernuenftige Trennung war allerdings weder mit kaltem noch mit warmen Wasser zu erreichen.
Soviel zu Theorie und tatsaechlicher Laborpraxis. Da es sich bei dem fraglichen Mineral offensichtlich um Baryt und nicht um Anglesit handelt, ist die Frage der Loeslichkeit von PbSO4 ohnehin irrelevant.
Schoen, dass dieses ueberaus interessante Thema hier im MA so qualifiziert und erschoepfend abgehandelt werden konnte.
GA,
Harald