Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: Yannickhl am 13 Oct 21, 22:17
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Hallo zusammen,
kann mir jemand weiterhelfen und weiß vielleicht, worum es sich bei dem folgenden Fundstück handelt?
Der „Stein“ ist recht schwer und offensichtlich zu einem guten Teil metallisch (leicht magnetisch).
Gefunden habe ich ihn an der Ostseeküste (Lübecker Bucht/ Brodtner Steilufer)
Im Ganzen wirkt es eigentlich fast mehr wie ein Stück Metall, als ein Stein. Jedenfalls unterscheidet er sich von den typischen eisenhaltigen Konkretionen.
Beim leichten anschlagen klingt auch nach Metall (sehr helles klingen).
Vielen Dank für eure Expertisen!
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Glück Auf!
und nachträglich (da ja schon der zweite Beitrag von Dir) noch ein Herzlich Willkommen im Mineralienatlas-Fossilienatlas.
Da Deine Bestimmungsanfragen schon recht umfassend und faktenorientiert sind, hast Du den Einsteigerguide für Bestimmungsfragen sicher schon gefunden (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide).
Deine Beschreibung zu dem Fund liest sich wie ein Stück Schlacke. Diverse basische Gesteine könnten die Bedingungen leicht magnetisch, auffällig schwer, hoher Klangton, dunkelbraun für den angegebenen Fundort als Geschiebe erfüllen, nur passt da diese konkave und längs geriefte Außenform nicht so richtig rein. Verwitterte Gesteine zeigen eher eine braune Kruste, lassen dann aber keinen hohen Klang mehr von sich höhren. Bei sedimentären Gesteinen können prinzipiell auch eisenreiche Verbindungen die Schwere und dunkelbraune Farbe erklären, gehen aber schlecht einher mit einem hohen Klangton.
Falls sich eine scharfe Ecke zeigt, wäre eine Härtetest sehr angeraten. Auch eine Dichtemessung könnte helfen. Schlacken aus der Eisenverhüttung ritzen meistens Glas und haben eine Dichte über 3 g/cm3, je nach Eisengehalt auch mehr. Basische Gesteine liegen mit der Dichte auch über 3 g/cm3, selten über 4 g/cm3. Einige Mineralbestandteile wie Olivin und Granat ritzen auch Glas. Beim Gefügebild wird es manchmal auch etwas eirig. Basalte zum Beispiel können auch einen hohen Gesteinsglasanteil haben und dann zusammen mit ein paar Gaseinschlüssen einen ähnlichen Eindruck vermitteln wie Schlacken. Der Fachmann sucht dann nach Porphyroblasten - also in der Matrix schwimmende Einzelkristalle von Mineralien - um Argumente für oder gegen eine natürliche Enstehung des Fundobjektes zu haben.
Falls die Neugier über die Zuneigung zu dem Stück überwiegt, könnten ein paar beherzte Hammerschläge zum Innenleben Aufschluss und neue Erkenntniss geben, die bei der Bestimmung weiterhelfen. Oder es bleibt bei schulterzuckenden vagen Ferndiagnosen ohne nennenswerten Informationsgewinn.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut