Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Fototechnik / Photo technique/ la tecnología foto => Thema gestartet von: KOstMineral am 29 Jul 05, 15:03
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Hoi,
nun mache ich doch noch ein neues Thema auf, obwohl es hier schon mehrmals am Rande angesprochen wurde.
Bin etwas verwirrt bezüglich Tiefenschärfe und Blendeneinstellung bei Mikrofotografie. ??? ??? ???
Stefan du schreibst in deinem Beitrag Fotoausrüstung Mikroskopie:
eine möglichst große Blende (kleine Blendenzahl) wählen
Auch ich nehme eine grosse Blende (= kleiner F Stop). Aber eigentlich ist es beim Fotografieren doch so:
• grosse Blende => kleiner F Stop (Blendenzahl) => geringe Tiefenschärfe
• kleine Blende => grosser F Stop (Blendenzahl) => „grosse Tiefenschärfe
Ist das so richtig oder denke ich da Falsch. ??? Warum wird dann beim Mineralienfotografieren mit dem Mikroskop eine grosse Blende gewählt, was dann zu einer geringen Tiefenschärfe führt? Übrigens einige Mikroskophersteller empfehlen auch mit einer grossen Blende zu arbeiten.
Wichtig ist doch ein scharfes Bildzentrum oder?
Könnt ihr mir bei meinen Überlegungen weiterhelfen.
Gruss
Klaus
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Hi Klaus
Ganz einfach, denke ich....wenn du abblendest auf z. B. Blende 11, hast du ne tolle Tiefenschärfe, aber das Bild wird sehr dunkel.
Wilhelm
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Hallo Wilhelm,
vorab: ich bin (noch) nicht bewandert in der Mikrosopfotografie: wieso wird das Bild zu dunkel? Das lässt sich doch über die längere Belichtungszeit abbilden, oder ist das bei Mikroskopfotografie anders?
Ein guter Effekt der großen Blende kann ansonsten sein, dass eben nur ein ausgewählter Kristall oder Bereich scharf wird, und der Rest als Hintergrund verschwimmt.
Aber ich bin gespannt auf die Erfahrungen der Profis.
Viele Grüße
Michael
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Hoi,
sehe es genauso wie Michael.Mit einem guten Stativ lässt sich garantiert eine länger Belichtungszeit problemlos umsetzen.
Aber nun mal die Erfahrungen der Profis.
Gruss
Klaus
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Sorry
da habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Beim Abblenden wird halt das Bild auf dem Monitor dunkel und mit Scharfstellen isses dann Essig.
Das Foto selbst wird automatisch heller belichtet, da habt ihr recht.
Ich drehe meistens auf Blende 4, stelle den gewünschten Bereich scharf und blende dann ab. Dadurch kommt die Tiefenschärfe.
Noch mal zur ursprünglichen Frage.....
nimm einfach ein Objektiv, schau hindurch und stell von Hand die Blenden ein. Bei kleiner Blendenzahl (z. B. 2,8) siehst du ein "großes Loch".
Bei großer Blendenzahl (z. B. 16) haste nur noch ein "Loch" wie ein Streichholzkopf. Dabei siehst du auch sehr deutlich die sich überlappenden Blendenplatten.
Alles klar?
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Hoi Wilhelm,
das ist mir schon klar. Die Frage zielt aber darauf ab, warum in vielen Angaben immer eine grosse Blende, d.h. kleine Blendenzahl, genommen wird, obwohl mit einer kleinen Blende, d.h. grosser Blendenzahl, eine viel bessere Tiefenschärfe erzielt wird.
So wie ich dich verstehe nimmst du eine kleine Blende (=grosse Blendenzahl) oder? Bist einer den wenigen die so arbeiten.
So bin ich erst neulich wieder im Internet über eine Seite gestolpert wo explizit von einer kleinen Blendenzahl die rede ist. Auch der Hersteller meines Digitalkamera-Adapters fasselt was von Blende 2.2 bis 2.5.
Hier ist die Welt für mein Verständnis etwas verkehrt oder?
Gruss
Klaus
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Hallo,
also eine kleine Blende = z.B Blende 2,8 ist in der Fotografie von der Zahl her eine kleine Blende und von der Blendenöffnung eine Große Blende.
Mit einer großen Blende hat man eine kleine Tiefenschärfe.
Je größer die Blendenzahl desto kleiner die Blendenöffnung deshalb wird das Bild bei gleichbleibender Belichtungszeit dunkler. Da durch die kleine Blendenöffnung in der gleichen Belichtungszeit weniger Licht auf die Belichtungsebene fällt.
Als Beispiel:
Blende 2,8 = kleine Blendenzahl und kleine Tiefenschärfe (große Blendenöffnung und viel Lichteinfall)
Blende 8 = große Blendenzahl und große Tiefenschärfe (kleine Blendenöffnung und wenig Lichteinfall)
Je größer die Blendenzahl um so besser die Tiefenschärfe.
Ich stelle bei meiner Digitalkamera die Blende 8 ein und Fotografiere mit Stativ.
Ich wüßte keinen Grund warum das bei der Fotografie durch ein Mikroskop anders sein soll, ganz im gegenteil gute Mikroskope haben eingebaute Blenden speziell zum Fotografieren und da heißt es auch je größer die Blendenzahl um so besser die Tiefenschärfe.
Gruß
loparit
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Hoi Loparit,
sehe ich genauso.
Was ich aber nicht verstehe sind die Angaben in einigen Internetseiten, der Beitrag von Stefan über seine Fotoausrüstung Mikroskopie und die Empfehlung des Herstellers meines Digitalkamera-Adapters. Übrigens ein sehr namhafter Hersteller von Mikroskope.
Gruss
Klaus
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Hallo,
ich bin auch gerade mal in mich gegangen:
Beim Mikroskop hast Du unter Umständen einen ganzen Satz Blenden:
Kondensor-Blende
Apertur-Blende
vor dem Objekt
und dann ggf. die Blende der Kamera.
Liegt da vielleicht der Hund begraben?
Just my 2cts ;)
Kennst du die Mikrofibel?
MfG
Frank
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Hallo zusammen,
warum alles "verkomplizieren", wo es relativ so einfach ist:
da die meisten, die mit dem, bzw. durch das Mikroskop fotografieren, weniger die möglichkeit haben, irgendwo an einer Blende zu manipulieren, erübrigt sich in den meisten Fällen unnötiges herum- experimentieren. An der Camera mit den Blenden zu arbeiten, bedeutet nicht, dass die Tiefenschärfe wesentlich verbessert wird, da am Mikroskop ja ein auf das Okular (oder den Adapter) projeziertes Bild abfotografiert wird. Dass ein gewissermaßen zweidimensionales Bild, wie wir es letztendes am Okular betrachten, nicht mehr durch eine nachgeschaltete Camera wesentlich "geschärft" werden kann, - versteht sich von selbst. Ich will mich nun nicht als denjenigen bezeichnen, der mit seinem Eigenbau die "eierlegende Wollmilchsau" erfunden hat, aber wenn ich nicht günstig an ein Repro-Ststiv gekommen wäre, hätte ich es einfach mit zwei Rohren versucht, die innen schwarz matt sind und die man ohne zu grosses Spiel ineineinander schieben kann. So hätte ich gewissermaßen auf die aus alten den Piratenfilmen bekannten, zusammenschiebbaren Fernrohre zurückgegriffen und an das Ende des einen Rohres die Camera gesetzt und an das andere Ende ein Objektiv von irgend einem Fotoapparat. Irgendwie bekommt man es hin, dass das komplette System in einer Flucht zu liegen kommt, selbst wenn man das Okular oder den Adapter mittels Klebeband oder Papier so lange umwickeln muss, bis ein spielfreies ineinanderschieben möglich ist. Da die Aufnahme des Objektivs in eine Camera grösser ist, kann man, um den Durchmesser vom kleinen zum grösseren Rohr zu überbrücken, mit zwischenstücken arbeiten, bis ein Durchmesser des grösseren Rohres erreicht wird, in dem man wie beim Okular das Objektiv einklemmen kann.
Man muss lediglich darauf achten, dass das Objektiv senkrecht in das zweite Rohr eingeschoben wird, damit es später nicht zu optischen Verzerrungen kommt, d.h. die optischen Achsen der Camera,des Okulars (Adapters) und des Objektives müssen auf einer Linie liegen. Es gibt im Kunststoffhandel genormte, klebbare Rohre, die man so ineinander schieben kann, und wenn es nicht genau passt, kann man immer noch ein Stück Klebeband darum wickeln, bis es passt. Es sollte halt so sein, dass man einigermassen spielfrei, jedoch nicht mit zu grossem Kraftaufwand beide Rohre ineinander schieben kann. Dieses" Ersatz-Balgen-Gerät" wird liegend eingesetzt, man sollte es entsprechend unterlegen, oder das Rohr, in welchem das Objektiv steckt, fixieren, jedoch so, dass vorne auch nach unten genügend Platz für die Stufen ist. Dann kann man das andere Rohr an welchem der Camera-Adapter ist, oder das Okular des Mikroskps stufenlos einschieben und die Vergrösserung bestimmen. Die Höhenunterschiede an der Camera kann man durch entsprechende Unterlagen ausgleichen.
Somit hat man ein einfaches, billiges Hilfsmittel zum Mikrofotografieren, an dem man je nach verwendetem Objektiv mehr oder weniger auf,- bzw. abblenden kann. Welche Blende nun die beste ist, liegt im Auge des Fotografen, wobei ich auf einer Skala von ca. 2,8 bis 18 meist mit der Blende 11 arbeite. Wichtig ist nur, dass wenn ich einen bestimmten Punkt scharf haben will, dass ich diesen bei der grössten Blende, also z.B. 2,8 scharfstelle und dann soweit abblende, bis mir der Gesamtbild- Eindruck am Cameradisplay gefällt. Umgekehrt bringt es nichts, da das Display an der Camera leider zu klein und nicht so hochauflösend ist, als dass man damit das fertige Bild schon vorher bewerten kann. Und dann natürlich mehrere Bilder vom selben Objekt mit verschiedenen Einstellungen/ Beleuchtung machen. Die Länge der Rohre bzw. die Gesamtlänge bei maximalem und minimalem Auszug ermittelt man einfach mit Versuchen. Man kann auch für bestimmte Vergrösserungen, seien es nun für kleinere oder grössere Abbildungsmasstäbe, mehrere verschieden lange Rohre benutzen, z.B die kleineren, einschiebbaren Rohre für das Objektiv (od. Adapter) in zwei od. drei verschiedenen längen bereitstellen, falls eine Mineralien-Stufe zu klein oder zu gross ist.
Der Camera ist es egal, wie das Bild entstanden ist, das aufgenommen wird, ob es nun durch ein teures Mikroskop oder durch einen (in diesem Falle) sehr günstigen Eigenbau aufgenommen wird. Wichtig ist, dass man vernünftig abblenden kann, eine stufenlose Vergrösserung möglich ist, dass die Beleuchtung passt und die optischen Achsen der verwendeten Optik samt Camera auf einer Linie liegen, sowohl horizontal auch als vertikal.
So, das wäre es, wenn auch nicht in Kürze.
Grüsse,
Bernd ;)